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Veröffentlicht am 04.04.2018

Für all die Mädels mit den dicken Hintern.

DUMPLIN'
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Willowdean, genannt Will, ist dick und fühlt sich damit eigentlich gar nicht so unwohl. Ihre beste Freundin Ellen an der Seite – und alles ist gut, das ist zumindest für sie der Fall. Doch dann lernt sie ...

Willowdean, genannt Will, ist dick und fühlt sich damit eigentlich gar nicht so unwohl. Ihre beste Freundin Ellen an der Seite – und alles ist gut, das ist zumindest für sie der Fall. Doch dann lernt sie Bo kennen, der so sportlich und attraktiv ist, dass sie sich absolut in ihn verknallt. Und dann küsst er sie, etwas womit sie so überhaupt nicht gerechnet hat. Und was auf einmal absolut Zweifel in ihr weckt, an ihrem Körpergefühl. So kommt es, dass sie sich spontan für einen Schönheitswettbewerb anmeldet, bei dem ihre Mutter vor einigen Jahren selbst gewonnen hat und bei dem diese auch weiterhin im Organisationsteam ist. Aber hilft ihr das wirklich weiter ihre Selbstzweifel zu besiegen? Und kommt es darauf überhaupt an?

Allein die Widmung des Buches - „Für all die Mädels mit den dicken Hintern.“ – hat mich sehr zum Schmunzeln gebracht, ein sehr lustiger Einstieg ins Buch, wie ich finde. Vom Schreibstil her ging es dann durchaus auch angenehm weiter, das Buch lässt sich gut und zügig lesen, wie ich finde. Hier gibt’s keine großartigen Fremdwörter oder gar Fachbegriffe, die Sätze sind nicht großartig verschachtelt. Gut verständlich und wirklich gut zu lesen.

Die Geschichte ist mal was ganz anderes, was an und für sich eine wirklich interessante Idee ist. Der Ansatz hat mir wirklich gut gefallen, gerade in Zeiten von „Germany’s Next Topmodel“ ist es wichtig, wenn jemand auch mal nicht dem Maßstab 90-60-90 entspricht und trotzdem mutig ist, Selbstbewusstsein und ein gutes Körpergefühl hat. Aus dem Buch wird man jedoch nicht so wirklich schlau was den Körper von Willowdean angeht, sie ist „dick“, ich glaube „fett“ wird es auch mal beschrieben. Ihre Tante Lucy ist mit 36 Jahren und über 230 kg gestorben, so schlimm scheint es um Will aber wohl nicht zu stehen – gewichtsmäßig.

Dennoch muss ich sagen, dass mir hier mal eine etwas präzisere Angabe gefehlt hat – einfach um mal ein bißchen mehr ein Bild von ihr zu bekommen. Andere Protagonisten des Buches sind da ja auch immer wieder beschrieben, eben ihre beste Freundin Ellen oder auch ihre eigene Mutter.

Generell hat mir das Buch gut gefallen, teilweise ist es ein Mut-Mach-Buch, hier hätte ich mir aber irgendwie noch ein bißchen mehr gewünscht. Hier war Will dann doch wieder nicht so stark, wie sie es einerseits vorgibt oder sein möchte. Sehr krass finde ich hier immer wieder die Rolle der Mutter, die die Tochter zum Abnehmen anspornt, was ich durchaus verständlich finde, die es aber sehr unglücklich angeht. Gerade der Tod der von Will doch sehr geliebten Tante Lucy, die ja die ältere Schwester der Mutter ist, zeigt Will ja doch auch in gewisser Weise auf, dass die Lebensweise der Tante nicht so gut/gesund war. Hier hätte ich mir gewünscht, dass sie vielleicht selbst ein bißchen was ändert, wenn sie denn so extrem dick ist. (Außerdem ist mein Gefühl hier, dass das mit dem Alter im Buch ein bißchen durcheinander kam: Lucy ist die ältere Schwester von Will’s Mutter. Lucy ist mit 36 Jahren gestorben, Will ist gerade 16. So ergibt sich für mich, dass Will eine doch noch recht junge Mutter hat, die deshalb vielleicht manchmal so mit ihrer Tochter umgeht, wie sie es im Buch tut?)

Unterhaltsam war das Buch alle mal, es gab mal emotionale wie lustige Szenen, das hat mir recht gut gefallen. Alles in allem war es aber einfach recht amerikanisch, man merkt einfach wie die Dinge dann anders laufen als im europäischen Raum. Zum Schluß hin hat mich das Buch dann auch enttäuscht, hier hat man es so offen gelassen, dass man es auch fortsetzen kann. Da hätte man einfach ein anderes Ende auch wählen können.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 15.03.2018

Frauen in der Literatur oder: Schreibende und lesende Frauen leben gefährlich

Frauen und Leidenschaften
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Zum 75. Geburtstag von Elke Heidenreich hat sie selbst zu diesem Anlass für ein Hörbuch fünf verschiedene Texte ausgewählt. Diese Texte sind zwar in Büchern selbst veröffentlicht, wurden bislang aber nicht ...

Zum 75. Geburtstag von Elke Heidenreich hat sie selbst zu diesem Anlass für ein Hörbuch fünf verschiedene Texte ausgewählt. Diese Texte sind zwar in Büchern selbst veröffentlicht, wurden bislang aber nicht vertont. So widmet sich Elke Heidenreich nun dem Thema „Frauen und Leidenschaften“ und erzählt hierzu in fünf verschiedenen Texten etwas zur jeweiligen Kategorie – beispielsweise zum Meer, zum Lesen sowie zum Schreiben.

Ein Hörbuch von und mit Elke Heidenreich, das hat mich ziemlich angesprochen, das klang unheimlich interessant. Zumal das Thema „Frauen und Leidenschaften“ auch mal was ganz anderes war.

Die Einteilung in die fünf verschiedenen Kapitel gibt schon einen ersten Einblick um welche Leidenschaften der Frauen es so geht, um die zum Lesen, Schreiben, zum Meer, zu Rosen sowie zu Hunden. Eine interessante Auswahl, wie ich finde.

Die Umsetzung ist meiner Ansicht nach sehr gelungen, durch die markante Stimme von Elke Heidenreich ist das gesprochene Wort durchaus eindringlich. Man merkt, dass sie eben ein Gespür für die Betonung hat, wenn es darauf ankommt. Die ausgewählten Texte sind wirklich anspruchsvoll, wie könnte es anders sein bei Elke Heidenreich. Wer hier leichte Kost erwartet, der wird enttäuscht werden. Denn man sollte sich schon auf das Hörbuch konzentrieren können, finde ich. Für längere Autofahrten entsprechend ist das Buch nur bedingt zu empfehlen.

Sehr interessant ist das Wissen, das Elke Heidenreich mit diesem Hörbuch vermittelt, wie es Schriftstellerinnen ergangen ist, woher gewisse Begriffe stammen, all so etwas. Das hat mir wirklich gut gefallen, dass man hier so viel an Informationen dazu erhält.

Für mich war es ein interessantes Hörbuch, ein kleiner Ausflug mehr in die Welt der Lyrik und Literatur, wo ich bislang mehr Hörbücher mit eher leichter Kost gehört habe. Teilweise war es mir eine Spur zu anspruchsvoll, für den Moment einfach zuviel, dennoch habe ich viel für mich mitgenommen, ein toller Einblick in die Welt der lesenden und schreibenden Frauen.

Von mir gibt es hier 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 15.03.2018

Weil Gestaltung Spaß macht.

Handlettering. Die 33 schönsten Alphabete mit Rahmen, Ornamenten und Bordüren
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Momentan ist eines wohl immer wieder und überall zu sehen: Kunstvolle Schriften auf Tafeln, Karten und Co. Mit diesem Buch dazu findet man aus 33 Schriften eine passende Schriftart, die man anschließend ...

Momentan ist eines wohl immer wieder und überall zu sehen: Kunstvolle Schriften auf Tafeln, Karten und Co. Mit diesem Buch dazu findet man aus 33 Schriften eine passende Schriftart, die man anschließend gut einüben kann, ebenso gibt es zahlreiche dekorative Elemente im Buch, die man sich zur Vorlage nehmen kann.

Sich im Kreativen austoben ist ja immer wieder spannend, entsprechend war auch ich gespannt darauf wie man Karten und Co. mit den verschiedensten Handschriften gestalten kann. Das Buch wird eingeleitet mit einer kurzen Erläuterung und dem Hinweis, dass es auch hier nicht ohne Fachchinesisch geht. Hier werden verschiedene Besonderheiten kurz erläutert, Begriffe wie die Unter- und Oberlänge, die Versalhöhe oder auch die Swashes (Schwünge), Begriffe die im weiteren Verlauf des Buches dann einfach hilfreich sein können. Ebenso findet man hier eine Erläuterung wie man die Vorlagen nutzt und dass es online die passenden Vorlagen zum Ausdrucken der Raster gibt. (Entsprechend ist natürlich ein Link angegeben.)

Weiter geht es dann mit den unterschiedlichsten Schriftarten, die auf einer Seite erläutert und erklärt werden, auf der gegenüberliegenden Seite dann in Groß- und Kleinbuchstaben dargestellt sind. Hier wird von der engen Schreibschrift über die einfache Federschrift bis hin zur fetten Pinselschrift oder der Schildermalschrift die unterschiedlichsten Schriftarten aufgezeigt und erläutert.

Entsprechend hat man also durchaus eine Auswahl ob die Schrift mehr klar und einfach oder großartig verschnörkelt und geschwungen sein soll. Sicher ist es so, dass man dies auch dem jeweiligen Anlass (für was man etwas schreibt – Plakat, Karte, etc.) anpasst, wie es einem eben selbst gefällt. Die Anleitungen sind soweit alle gut verständlich, wobei ich selbst sagen muss, dass es mir schwer fällt mich an Karos zu orientieren (was die Versalhöhe betrifft), wichtiger finde ich, dass ich die entsprechenden Schwünge heraus habe.

Generell hat mir dieses Buch zum Thema Handlettering gut gefallen, die Erläuterungen waren sehr hilfreich und bei 33 Schriftarten hat man durchaus eine tolle Auswahl für welche Schrift man sich entscheidet. Was mir hier noch besser gefallen hätte wäre ein bißel ein Übungsbereich der im Buch dabei ist. Klar kann an sich das Letteringraster ausdrucken und dann so auch üben, wenn es aber im Buch enthalten ist finde ich das noch praktischer, auch wenn das Buch dann umfangreicher ist. Was mir auch noch gut gefallen hätte wären ein paar grundsätzliche Vorlagen wie „Herzlichen Glückwunsch“ etc. Beim eigenen „zusammen basteln“ der Buchstaben tut man sich dann ja zuerst doch noch ein wenig schwer, da wäre das eine schöne Sache gewesen.

Alles in allem ein wirklich tolles und hilfreiches Buch das mir die Welt und Möglichkeiten des Handlettering wieder ein Stück näher gebracht hat. Von mir gibt es hier 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 10.03.2018

Die Wortspiele sind sehr ausgelutzt.

Treffen sich zwei Träume. Beide platzen.
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Patrick Salmen ist Poetry-Slammer und hat inzwischen auch das ein oder andere Buch geschrieben. Hier bringt er sämtliche Texte zusammen, er beobachtet unheimlich gerne Menschen und bringt diese kuriosen ...

Patrick Salmen ist Poetry-Slammer und hat inzwischen auch das ein oder andere Buch geschrieben. Hier bringt er sämtliche Texte zusammen, er beobachtet unheimlich gerne Menschen und bringt diese kuriosen Begegnungen dann zu Papier. Ebenso hat er es sich zur Aufgabe gemacht als Ratgeber zu fungieren, so erhält man im Buch beispielsweise Tipps für mehr Erfolg im Büro.

Patrick Salmen habe ich inzwischen mehrfach auf der Bühne erlebt - zuerst als Teilnehmer von Poetry Slams, dann mit seinem Bühnenprogramm zusammen mit seinem Kollegen Quichotte. Entsprechend habe ich teilweise seine doch recht markante Stimme im Ohr, wenn ich etwas von ihm lese. (Vielleicht sollte man sich mal vorm Lesen den rostrotkupferbraunbronze Text anhören, der ist meiner Ansicht nach genial.)

Die Art und Weise wie Patrick Salmen schreibt finde ich sehr amüsant und gelungen. Er schreibt gut verständlich, dennoch nicht unbedingt einfach sondern durchaus gewieft. Seine Wortspiele sind absolut durchdacht und sehr witzig, so liefert er beispielsweise in einer Übersicht seine kleine Werbeagentur bzw. 10 Gründe warum er bei Jung von Matt rausgeschmissen wurde. Da überlegt er als Namen für ein Geschäft für Naturkost: Amaranth der Gesellschaft. Oder beispielsweise ein französisches Kochbuch: Jeden Tag eine gute Tarte.

In diesem Buch berichtet er auch recht viel von Erlebnissen mit Kindern, da ist zum Beispiel das Patenkind, mit dem er Memory gespielt hat. Oder dann auch vom eigenen Kind, dem er einen Körperteile-Song geschrieben hat. Auch all diese Anekdoten sind immer wieder recht lustig, manchmal aber schon ein bißchen arg übertrieben. Ja, es ist seine Art von Humor, aber manchmal war mir das einfach zu arg.

Ansonsten muss ich wirklich sagen, dass ich bei diesem Buch sehr gut unterhalten wurde, es war immer wieder sehr lustig und sehr passend fand ich auch die enthaltenen Illustrationen von Natalie Honeck. Sie bringt hier und da Bilder, die man dann noch vervollständigen darf - beispielsweise mit „Das ist eine Fahrgemeinschaft. Mal einen Lutz.“ - bei einer Geschichte über eine Mitfahrgelegenheit. Hier sieht man ins Innere eines Auto und am Steuer sitzt Patrick Salmen selbst, hinten zwei Mitfahrer und der Platz auf dem Beifahrersitz ist lediglich mit einer Person (Lutz heißt die Person in der Geschichte) angedeutet, die man noch fertig malen soll. In einer anderen Illustration sieht man Patrick Salmen, dem man ein Partyhütchen malen soll. All diese Zeichnungen haben mir gut gefallen, hier hätte ich mir fürs Buch doch sogar noch ein paar mehr davon gewünscht. Es waren ca. fünf Zeichnungen enthalten, was sicher ausreichend ist, aber ich fand sie so geglückt, dass ich mir noch zwei, drei mehr davon gewünscht hätte.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ich wurde sehr gut unterhalten, es war sehr lustig, die Anekdoten und Wortspiele waren amüsant und absolut überlegt, sowas mag ich gerne. Lediglich bei manchen Dingen muss ich sagen, dass das ein bißchen zu flach war, da war für mich kein Humor mehr da. Aber gut, all das ist Geschmackssache.
Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 12.02.2018

Optisch gibt es schönere.

ADAC Reiseführer plus Malta
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Im ADAC Reiseführer plus Malta, Gozo und Comino erhält man viele praktische Tipp und gar 34 Top Tipps, um die schönsten Seiten der drei Inseln zu erkunden. Hier ist hinten im Buch in einem praktischen ...

Im ADAC Reiseführer plus Malta, Gozo und Comino erhält man viele praktische Tipp und gar 34 Top Tipps, um die schönsten Seiten der drei Inseln zu erkunden. Hier ist hinten im Buch in einem praktischen Täschchen noch eine Maxi-Faltkarte enthalten, man bekommt einen tollen Überblick über die Insel und sämtliche Entfernungen – sogar die Entfernung nach Italien.

Quietschgelb kommt der Reiseführer daher – weil er natürlich ein ADAC Reiseführer plus ist – man erkennt also von welchem „Verein“ der Reiseführer ist. Direkt vorne im Buch kann man den Umschlag ausklappen und hat so eine gute Übersicht über Malta, Gozo und Comino, hinten im Buch dann findet man einen abgedruckten Plan von Valetta.

Generell gliedert sich der Reiseführer in folgende Bereiche: Intro (Tipps für Cleveres Reisen + die ganze Familie), Unterwegs (Die Inseln, eingeteilt in die verschiedenen Himmelsrichtungen) sowie Service (sämtliche Infos über Einkaufen, Essen und Trinken, Kultur, Unterkunft, ein Sprachführer Englisch).

Bebildert ist dieser Reiseführer immer wieder mit schönen maltesischen Impressionen, hier hat man sich wirklich viel Mühe gegeben. Ebenso mit der Aufführung sämtlicher Orte auf der Insel und den entsprechenden Sehenswürdigkeiten, diese sind gut und verständlich erklärt. Bei den cleveren Tipps wird empfohlen, dass man, hat man fürs Hypogäum keine Tickets vorab ergattert (es dürfen täglich pro Führung lediglich 10 Personen heinein, d.h. gesamt maximal ca 80 Personen pro Tag), diese im „Museum of Fine Arts“ ggf. für den nächsten Tag noch ergattern könnte. Das halte ich für ausgeschlossen, aber wer es probieren möchte und soviel Zeit in Valetta hat, der kann es ja gerne ausprobieren. (Vor Öffnung des Museums, d.h. vor 9 Uhr dort anstellen; dann Tickets für den nächsten Tag kaufen.)

Bei der Einteilung muss ich sagen, dass mich die Zuordnung teilweise irritiert hat, so sind die Tarxien ja in Valetta, werden unter dem Südosten dann aufgeführt. Hier hätte ich mir manchmal eine ein bißchen bessere Zuordnung gewünscht, zumindest habe ich das als nicht so übersichtlich empfunden. Ansonsten waren die Informationen im Reiseführer absolut ausreichend, man wurde gut informiert, bei sämtlichen Museen, Restaurants, etc. gab es natürlich neben den Adressen auch die Homepages, die Angabe einer Telefonnummer sowie von Öffnungszeiten.

Auch die historischen Details über Malta haben mir gut gefallen und mich gut und ausreichend über die Insel informiert, jedoch haben mich hier im Reiseführer die Tipps sowie die Einteilung einfach nicht gänzlich überzeugen können. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.