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Veröffentlicht am 12.04.2018

Houston, wir haben ein Problem!

Hidden Legacy - Das Erbe der Magie
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Eine Welt wie die unsrige. Wie überall gibt es die Mächtigen, die die Politik als persönlichen Spielplatz ansehen, in dem Fall die Häuser der mächtigsten Magier, und diejenigen, die als Bauern auf dem ...

Eine Welt wie die unsrige. Wie überall gibt es die Mächtigen, die die Politik als persönlichen Spielplatz ansehen, in dem Fall die Häuser der mächtigsten Magier, und diejenigen, die als Bauern auf dem Spielfeld hin- und hergeschoben werden. Nevada Baylor ist fünfundzwanzig, Ermittlerin in einem kleinen, aber feinen Familienunternehmen und vertritt die Meinung, dass es besser ist, unter dem Radar der Reichen und Mächtigen zu agieren. Das ändert sich abrupt, als sie den Auftrag bekommt, einen gefährlichen Feuermagier ausfindig zu machen, der ganz Houston in Schutt und Asche legen will. Um den einen Teufel zu stellen, muss sie sich mit einem anderen verbünden - Connor "Mad" Rogan, einem Ex-Soldaten und erwiesenermaßen Schlächter vieler Menschen.

Und mit dem letzten Satz sieht man auch schon mein Problem, das ich mit dem Buch hatte. Mad Rogan ging mir dermaßen auf den Senkel, dass ich gehofft hatte, irgendwer lässt ihm mal einen Bus auf den Schädel fallen. Leider war er für auf Schädel fallende Busse verantwortlich. Bevor man mich missversteht: Das Buch ist genial (und eine Frechheit, dass es nur als ebook existiert), in der typisch mega coolen Art und Weise von Ilona Andrews geschrieben. Grandioser Weltenaufbau, perfekt unperfekte Heldin. Der Vorteil an ihr ist, dass zwar beim Auftauchen von Rogan beinahe ihr Höschen aus dem Fenster fliegt, aber die Betonung liegt zum Glück noch bei beinahe. Ich hasse es, wenn ein Kerl nur auftauchen muss und egal, was er macht(e), zum Beispiel die Heldin kidnappen und foltern (!!!), dass die sich dann verliebt. Das ist krank und so was will ich auch von meinen Lieblingsautoren nicht lesen müssen. Natürlich will ich wissen, was in Band 2 passiert, aber wenn es nach mir geht, dürfte sich Nevada nie mit diesem kranken Typen einlassen. Ihre Rede am Schluss hat sehr gut deutlich gemacht, was mit ihm nicht stimmt, und sein Abgang hat es auch noch mal bewiesen. Wer jetzt schon wieder bei diesem Typen dahinschmachtet, mit dem stimmt definitiv auch irgendwas nicht.

Veröffentlicht am 11.04.2018

Mir ist was Komisches passiert

Die Herrenausstatterin
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Wenn man zum Zahnarzt geht, erwartet man nicht, dass etwas Aufregendes passiert. Oder Außergewöhnliches, es sei denn, man sieht das Behandeln der Zähne als solches. Doch Katja passiert etwas - oder jemand. ...

Wenn man zum Zahnarzt geht, erwartet man nicht, dass etwas Aufregendes passiert. Oder Außergewöhnliches, es sei denn, man sieht das Behandeln der Zähne als solches. Doch Katja passiert etwas - oder jemand. Der Zahnarzt, Jakob. Denn sie verlieben sich, heiraten, ziehen zusammen. (In der Reihenfolge.) Ein normales Leben - er Zahnarzt, sie Übersetzerin, doch dann ist er weg. Jakob. Erst geistig, dann passiert ihm was Komisches, er wird überfahren. Natürlich kommt er nicht als Geist zurück, das macht Doktor Blank. Und weil Doktor Blank nur von Katja gesehen wird, klingelt eines Tages ein Feuerwehrmann.

Auch zwei Tage nach Beenden des Buches weiß ich eigentlich nicht genau, was mir Leky mit der Geschichte sagen möchte. Aber obwohl dieses Buch weit vor dem Okapi geschrieben wurde, ist hier schon die großartige Erzählweise der Autorin zu erkennen. Sie berichtet von völlig absurden Sachen in einer Art Poesie, die Groteskes mit bitterem Leid verknüpft und im nächsten Moment voller Überraschung auflachen lässt. Die Meisterin banaler Genialität hat es ein weiteres Mal geschafft, mir ein kurzweiliges Lesevergnügen in einem mir fremden Genre zu bereiten.

Veröffentlicht am 05.04.2018

Dryaden und Elfenblut

Stella Montgomery und die bedauerliche Verwandlung des Mr Filbert
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Stella Montgomery kennt ihre Eltern nicht und lebt, seit sie denken kann, bei ihren drei Tanten, die alles andere als fürsorglich oder gar wohlwollend sind. Meistens auf sich allein gestellt, durchstreift ...

Stella Montgomery kennt ihre Eltern nicht und lebt, seit sie denken kann, bei ihren drei Tanten, die alles andere als fürsorglich oder gar wohlwollend sind. Meistens auf sich allein gestellt, durchstreift sie das Hotel in dem englischen Badeort, in welchem sie leben und bereist lesend mithilfe eines Atlas' die Welt. Versteckt hinter hohen Pflanzen im Wintergarten des Hotels, bemerkt sie eines Tages, dass der uralte Mister Filbert etwas in einem Pflanzentopf versteckt. Neugierig holt sie das winzige Päckchen hervor - nicht ahnend, dass sie damit die Aufmerksamkeit eines teuflischen Professors und seiner kriminellen Spießgesellen auf sich zieht. Der Professor geht für das, was er will, über Leichen und so gerät Stella in das Abenteuer ihres Lebens (und Überlebens), bei dem die sonderbare Verwandlung des Mister Filbert noch eines der harmloseren Dinge ist, die passieren.

Man befindet sich sofort mit Stella in diesem Wintergarten, in diesem Hotel, wird von ihren furchtbaren Tanten abgekanzelt, von der Zofe der Tanten in einer Tour herumgezerrt und verbal angegriffen. Kein schönes Leben für ein kleines Mädchen, kein Wunder, dass sie versucht, sich Freiräume zu schaffen. Der Schreibstil entwickelt einen altmodischen Charme und gepaart mit den Beschreibungen des englischen Küstenorts in (vermutlich) den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts und Zeichnungen, die einige Szenen gekonnt wiedergeben, ist das ein nahezu perfektes Kinderabenteuer. Warum es nicht die volle Punktzahl erreicht? Mir war es ein bisschen zu viel Run & Hide und zu wenig der erwarteten Magie, auch der Showdown verpuffte zu schnell meiner Meinung nach. Trotzdem ist das eine Reihe, von der ich hoffe, dass sie fortgesetzt wird, zumal hier Wert auf Zusammenhalt von Kindern gelegt wird ohne erhobenen Zeigefinger und keiner der sympathischen Protagonisten in irgendeiner Form Superheldenfähigkeiten besitzt. Vielversprechend!

Veröffentlicht am 03.04.2018

Axeman's Jazz

Höllenjazz in New Orleans
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New Orleans, 1919. Ein Serienkiller geht in der Stadt um, und fast in der Tradition des berüchtigten Jack the Rippers schreibt der "Axeman" Briefe an die Zeitungen. Drei verschiedene Parteien versuchen, ...

New Orleans, 1919. Ein Serienkiller geht in der Stadt um, und fast in der Tradition des berüchtigten Jack the Rippers schreibt der "Axeman" Briefe an die Zeitungen. Drei verschiedene Parteien versuchen, ihn zu finden: der Ermittler Michael Talbot, der in seinem eigenen Revier zum Abschuss freigegeben ist, weil er als Nestbeschmutzer gilt, seit er gegen den beliebten Ex-Bullen Luca d'Andrea ausgesagt hat, der dafür fünf Jahre im Knast verschwand. Jetzt ist Luca wieder draußen und bekommt vom Mafiapaten den Auftrag, den Axeman zu stellen. Und dann ist da noch Ida, eine junge Frau, die als Mädchen für alles in der Pinkerton-Abteilung von NO arbeitet, die aus genau ihr und ihrem Chef besteht. Wer ist der Mörder? Welche Motive treiben ihn an? Der Regen wütet überLouisiana, die Volksseele kocht und tanzt und niemand ist mehr sicher.

Historische Krimis, die auch noch auf wahren Fällen beruhen, finde ich von Natur aus spannend. Allerdings fand ich die erste Hälfte des Buches ein wenig zäh, obwohl (oder gerade weil?) es verschiedene Perspektiven gab, aus denen erzählt wurde. Gut getroffen fand ich die Zeit, die geprägt war durch die Schwarze Hand (Mafia) und dem noch immer schwelenden Rassenhass. Ab der zweiten Hälfte ging es ein bisschen flotter zur Sache und man konnte erkennen, dass es eigentlich keine Pro- oder Antagonisten mehr gab; auf Dauer waren fast alle korrumpiert und brutal, und die Leute starben wie die Fliegen. Ein wenig unklar war mir zum Schluss die Motivation von Luca; sehr interessant hingegen ist die Spielerei des Autors mit der Tatsache, dass alle drei Ermittlungen in verschiedene Richtungen gingen, aber trotzdem alle die Lösung fanden. Es war also schon eine interessante Lektüre, die durchaus fesselnder hätte sein können, wenn sich Autor und/oder Lektor für etwas mehr Straffung entschieden hätten.

Veröffentlicht am 30.03.2018

Magpie Murders

Die Morde von Pye Hall
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Atticus Pünd ist einer der berühmtesten Detektive Englands - zumindest in der Literatur. Der Bestsellerautor Alan Conway liefert seinen achten und letzten Roman mit dem deutsch-griechischen Meisterdedektiv ...

Atticus Pünd ist einer der berühmtesten Detektive Englands - zumindest in der Literatur. Der Bestsellerautor Alan Conway liefert seinen achten und letzten Roman mit dem deutsch-griechischen Meisterdedektiv ab, und Susan Ryeland, seine Lektorin, freut sich darauf. Doch nicht lange - ausgerechnet das Schlusskapitel, in welchem Atticus normalerweise alle Verdächtigen versammelt und den Mörder benennt, fehlt. Damit nicht genug, erreicht am darauffolgenden Montag den Verlag ein Brief, der verdächtig nach Suizid klingt. Und wirklich, Alan Conway ist tot. Susan kann weder den einen Tod noch das unvollständige Ende auf sich beruhen lassen, ganz im Stile Atticus' nimmt sie Ermittlungen auf.

Ein Krimi in einem Krimi, keine schlechte Idee. Auch die Umsetzung war zum größten Teil spannend, wobei mir der zweite Teil "in der Realität" um ein Stück besser gefallen hat. Zu gemächlich war mir die Geschichte um Atticus gestrickt, nicht so sehr, dass ich mich gelangweilt habe, aber, und wahrscheinlich mit Absicht, so konzipiert, dass ich ständig das Gefühl hatte: alles schon mal gesehen und gelesen. Mir fehlte zwischendurch der Sog, unbedingt weiterlesen zu müssen, spannender kam mir der zweite Teil mit Susans Ermittlungen vor, als sich herausstellte, was alles aus dem Buch des Autors mit seinem realen Leben übereinstimmte und als beide Fälle zu einem Abschluss gebracht wurden. Dabei wiederum fand ich Atticus' Lösung ein wenig stimmiger als den des "true crimes".