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Veröffentlicht am 15.05.2018

actionreiches Abenteuer

Wonder Woman – Kriegerin der Amazonen
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Diana ist eine Amazone, als einzige wurde sie nicht durch eine mutige Heldentat von den Göttern dazu gemacht, sondern schon als Amazone geboren. Die Amazonen leben auf der geheimen Insel Themyscira, abgeschottet ...

Diana ist eine Amazone, als einzige wurde sie nicht durch eine mutige Heldentat von den Göttern dazu gemacht, sondern schon als Amazone geboren. Die Amazonen leben auf der geheimen Insel Themyscira, abgeschottet vom Rest der Welt. Doch eines Tages wird ein Mensch an die Küste gespült. Diana kann nicht anders, sie bricht die Regel, dass kein Sterblicher die Insel betreten darf und rettet die ertrinkende Alia. Doch die ist kein gewöhnliches Mädchen, sondern Nachfahrin der Helena von Sparta und damit eine Kriegsbringerin. Ein Fluch, der die Welt wie wir sie kennen in den Untergang stürzen könnte, wenn die Mädchen ihn nicht rechtzeitig brechen können…

Ich kenne die Comicvorlage nur ganz grob und war zunächst etwas skeptisch, ob dieses Thema wirklich etwas für mich ist. Doch die anderen Bücher der Autorin haben mich so sehr überzeugt, dass ich auch an diesem nicht vorbeikam. Ein Glück, denn in diesem Buch verbirgt sich eine spannende Neuadaption der Geschichte. Actionreich, mit vielen unvorhergesehenen Wendungen und witzigen Dialogen. Besonders die abwechslungsreichen Charaktere haben es mir angetan. Zu fünft macht sich letztendlich die Gruppe Jugendlicher auf den Weg die Welt zu retten. Alle grundverschieden, aber schön ausgearbeitet und mit besonderen Begabungen, sodass man sich bestimmt in einem von ihnen wiederfinden kann. Besonderer Fokus liegt natürlich auf Diana. Ihre Naivität in der „realen“ Welt führt zu der ein oder anderen humorvollen Situation. Doch obwohl sie nicht mit allen Umgangsformen und der modernen Technik vertraut ist, stürzt sie sich immer mutig und aufopferungsvoll für die anderen in den Kampf und endlich kann auch sie sich als Heldin beweisen. Auch der leicht geschichtliche Hintergrund hat mir gut gefallen, dürfte für meinen Geschmack sogar noch etwas mehr in den Vordergrund treten.
Der Schreibstil ist sehr schön leicht und spritzig. Genau richtig für ein Jugendbuch. Mich konnte diese Adaption wirklich fesseln und ich freue mich schon auf die nächste Superhelden Geschichte.

Veröffentlicht am 11.05.2018

toller zweiter Teil des Klima-Quartetts

Die Geschichte der Bienen
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Nach der Geschichte der Bienen beschäftigt sich Maja Lunde auch in ihrem neuesten Roman wieder gekonnt mit dem „was wäre wenn“ der Klimaauswirkungen. Diesmal dreht sich alles um die drohende Wasserknappheit. ...

Nach der Geschichte der Bienen beschäftigt sich Maja Lunde auch in ihrem neuesten Roman wieder gekonnt mit dem „was wäre wenn“ der Klimaauswirkungen. Diesmal dreht sich alles um die drohende Wasserknappheit.
Die Handlung verläuft in zwei Strängen, völlig unterschiedliche Zeiten und Orte - zusammengehalten nur von einem kleinen blauen Segelboot.
Einmal haben wir im Jahr 2017 Signe. Eine knapp 70-Jährige, die das letzte Eis von einem Gletscher in Norwegen stiehlt, um es ihrer ersten großen Liebe auf die Terrasse zu stellen. Die Gletscher sind geschrumpft, Eis wird inzwischen als Luxusgut verkauft. In Rückblenden erfährt der Leser, wie sich die heimatverbundene und naturverliebte Signe zur kämpferischen Umweltaktivistin entwickelt. Sie wirkt verbissen und nur auf dieses eine Ziel – ihre Heimat zu retten – fokussiert. Ihre Beziehung zu ihrer großen Liebe, Magnus, zerbricht daran. Doch loslassen kann sie ihn nie.
Etwa 30 Jahre später erreicht David mit seiner kleinen Tochter Lou ein Notlager. Frankreich und Spanien sind von Bränden verwüstet worden, es herrscht eine furchtbare Dürre, Nahrung und vor allem Süßwasser sind kaum noch zu finden. Die zwei klammern sich an die Hoffnung auf Regen, doch die Stimmung im Lager kippt. Zudem hat David auf der Flucht Frau und Sohn verloren. Er ist völlig resigniert und versucht für seine Tochter gute Miene zu machen, doch nach und nach verliert er sich selbst.
Auch dieser Roman konnte mich wieder sehr beeindrucken und fesseln. Man muss beim Lesen unweigerlich über die Wassersituation nachdenken und bekommt ein mulmiges Gefühl. Die Autorin hat einen sehr angenehmen, leichten und unaufgeregten Schreibstil. Ich wurde von beiden Handlungssträngen mitgezogen und berührt. Die Charaktere mögen nicht die sympathischsten sein und doch sind ihre Gefühle und Beweggründe nachvollziehbar. Ich freue mich schon auf das nächste Werk der Klimatetralogie.

Veröffentlicht am 15.04.2018

eine ruhige, aber lesenswerte letzte Reise

Die letzte Reise der Meerjungfrau
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Mr. Hancock ist zunächst nicht wirklich begeistert von seinem angeblich so großem Glücksfang. Der Kapitän seiner Schiffsflotte hat mir nichts dir nichts eines von Mr. Hancocks Schiffen verkauft – im Austausch ...

Mr. Hancock ist zunächst nicht wirklich begeistert von seinem angeblich so großem Glücksfang. Der Kapitän seiner Schiffsflotte hat mir nichts dir nichts eines von Mr. Hancocks Schiffen verkauft – im Austausch für eine waschechte, ausgestopfte Meerjungfrau, denn mit der – so glaubt der Kapitän – lässt sich das ganz große Geld machen. Und damit hat er nicht unrecht, doch Mr. Hancock muss sich ersteimal an sein neues Geschäftsmodell gewöhnen.

Auch Angelique ist auf Geld aus, allerdings auf eine andere Art. Sie ist auf der Suche nach einem Freier, der sie endlich aus ihrer misslichen Lage befreit und ihren wahren Wert zu schätzen weiß. Sie hängt ihr Herz an alles was funkelt und glänzt.

Dieser historische Roman ist wirklich sehr besonders. Das mystische Bild der Meerjungfrau bleibt durchgehend ein unterschwelliger Teil der Geschichte, drängt sich aber nie so richtig in den Vordergrund. Man fragt sich, ob sie denn nun wirklich existiert oder doch nur Illusion ist. Präsenter sind die Hauptfiguren Mr. Hancock und Angelique mit ihren Sehnsüchten und Wünschen. Beide sind grundverschiedene, aber sehr einnehmende Charaktere, deren Perspektiven die Geschichte sehr abwechslungsreich beleuchten. Die schillernden Nebenrollen, die immer wieder mal Passagen erzählen, runden das Gesamtbild ab. Leider tritt manch einer von ihnen nicht mehr so deutlich in Erscheinung, wie ich mir das gewünscht hätte. Ihre Geschichten haben mich stark beeindruckt.

Imogen Hermes Gowar hat einen wunderbar leichten Schreibstil. Sie schreibt sehr bildlich und anschaulich, wobei die Sprache aber doch leicht altertümlich angehaucht war, sodass der Roman sich schön in das zeitliche Setting eingefügt hat. Ich war von der ersten Seite an begeistert und wurde abwechselnd von ruhigen Passagen und wirklich humorvollen und wortgewandten Dialogen in den Bann gezogen.
Eine lesenswerte letzte Reise der Meerjungfrau!

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Veröffentlicht am 06.03.2018

Chanel bezaubert

Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe
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Als Coco Chanel ihren Liebhaber Boy Chapel durch einen furchtbaren Unfall verliert, bricht für sie eine Welt zusammen. Coco scheint den Verstand zu verlieren und in ihrer Trauer gefangen zu sein. Nur ihre ...

Als Coco Chanel ihren Liebhaber Boy Chapel durch einen furchtbaren Unfall verliert, bricht für sie eine Welt zusammen. Coco scheint den Verstand zu verlieren und in ihrer Trauer gefangen zu sein. Nur ihre Beste Freundin Misia kann sie wieder aufbauen - ihr Rat: ein Parfum zu Boys Ehren, dass die Duftwelt verändern wird. Mit neuem Tatendrang stürzt Coco sich in die Arbeit, begleitet von der ein oder anderen neuen Liebe.

Michelle Marly hat einen zauberhaften historischen Roman geschaffen. Bezaubernd einmal durch die Modelegende Coco Chanel, deren Name allein wahrscheinlich schon einige Frauenherzen höherschlagen lässt. Es macht Spaß einmal hinter die schillernden Kulissen der Modewelt zu blicken und ihre Persönlichkeit näher kennen zu lernen. Zum anderen bezaubert der Roman durch seine leicht romantische Atmosphäre. Der Stil ist sehr lebendig und anschaulich. Es kam mir so vor, als würde ich tatsächlich an Cocos Seite die Straßen entlangschlendern.
Die Protagonistin hat einen sehr ausgeprägten und starken Charakter gegen die anderen Figuren schon fast etwas blass wirken. Doch ich habe sie alle gerne durch ihre Geschichte begleitet.
Obwohl das Cover auf mich recht mädchenhaft und schon fast kitschig wirkt, habe ich den Roman überhaupt nicht so empfunden. Vielmehr war es die Geschichte einer talentierten und selbstbewussten jungen Frau, die genau weiß, wie man die Liebe anpacken muss. Sehr zu empfehlen, nicht nur für Chanel – Fans.

Veröffentlicht am 18.01.2018

wunderbarer Roman

Olga
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Bernhard Schlink schafft mit Olga einen ruhigen, aber sehr emotionales Bild einer starken und manchmal einsamen Frau. Olga und Herbert kennen sich seit Kindesbeinen an und aus guten Freunden werden bald ...

Bernhard Schlink schafft mit Olga einen ruhigen, aber sehr emotionales Bild einer starken und manchmal einsamen Frau. Olga und Herbert kennen sich seit Kindesbeinen an und aus guten Freunden werden bald Geliebte. Doch immer wieder werden den Beiden Steine in den Weg gelegt. Sei es anfangs Herberts Adelsfamilie, die gegen die Verbindung ist, oder später dann Herbert selbst, der auf der Suche nach Abenteuern und Weite zu unruhig ist um lange bei Olga zu verweilen. Sie kämpft dafür lernen zu dürfen, Lehrerin zu werden. Er träumt von Expeditionen nach Afrika oder zum Nordpol. Wir begleiten Olga durch ihre 90 Jahre, zwei Kriege, neue Bekanntschaften und ihre Sehnsucht nach der Liebe.
Erzählt wird die Geschichte von Ferdinand, der jüngste Sohn der Familie, bei der Olga zeitweise arbeitet. Er ist wird zu ihrem engsten Vertrauten und begleitet sie den zweiten Abschnitt ihres Lebens. Durch ihn und Olgas Briefe gewinnt der Leser immer tiefere Einblicke in Olgas Geschichte und schon bald kann man Olga schon gar nicht mehr loslassen. Obwohl sie immer ruhig und gelassen wirkt, ist sie doch eine Kämpferin und es macht große Freude von ihr zu lesen. Der Stil ist sehr klar und prägnant, nicht einmal besonders emotional und trotzdem kann man mit Olga fühlen. Überrascht war ich nur hin und wieder von den recht großen Zeitsprüngen, doch Schritt für Schritt wird das gesamte Bild dann zusammengesetzt.