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Veröffentlicht am 16.04.2018

Eine Vision ist dann gut, wenn sie uns total erfüllt, vielen Menschen dient, und Gott ehrt.

Gott hat uns gesehen
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Eine Vision ist dann gut, wenn sie uns total erfüllt, vielen Menschen dient, und Gott ehrt.

„Eine hochinfektiöse Herzblutangelegenheit, bei der das Virus der Begeisterung schnell von einem zum anderen ...

Eine Vision ist dann gut, wenn sie uns total erfüllt, vielen Menschen dient, und Gott ehrt.

„Eine hochinfektiöse Herzblutangelegenheit, bei der das Virus der Begeisterung schnell von einem zum anderen überspringt!“

Im Buch „Gott hat uns gesehen“ werden Meilensteine des Projekts „Diospi Suyana“ aufgezählt, eines Missionsspitals für die Quechua-Indianer in den peruanischen Anden, für dessen Verwirklichung Klaus-Dieter John und seine Frau lange Jahre investiert hatten. Als Einstieg in das Buch berichtet Klaus-Dieter John über einen Busunfall mit vielen Verletzten, die im Hospital Diospi Suyana eingeliefert wurden. Der Autor schildert, wie er Krankenschwestern, OP-Personal und Labormitarbeiter alarmierte und sie gemeinsam die Erstversorgung der Unfallopfer sowie die notwendigen Operationen übernahmen. Er beschreibt den leidenschaftlichen Einsatz seiner Mitarbeiter, berichtet aber auch von den bürokratischen Hürden, die ihm in den Weg gelegt wurden. Er beginnt dabei mit der Zeit von der Eröffnung der Klinik im August 2007, über die Rekrutierung seiner Mitarbeiter und dem Plan zum Bau einer Zahnklinik für die Quechua-Indianer. Der tief gläubige und ambitionierte Mann hatte das Glück, äußerst großzügige Unterstützer zu finden, die ihm bei der Finanzierung behilflich waren. Klaus-Dieter John erstaunt seine Leser durch die Fügungen und „Zufälle“ bei der Verwirklichung dieses großen Projektes, die seiner Aussage nach für Nichtchristen oft schwer einzuordnen sind. Dabei gibt er jedoch zwischendurch immer wieder auch Details über das Familienleben der Familie John preis, wobei seine Ehefrau eine große Unterstützung während seiner oft monatelangen Abwesenheit im Zuge von Vortragsreisen darstellt. Hinsichtlich der schulischen Bildung seiner Kinder reifte im Ehepaar John schon bald der Plan, eine Schule zu bauen – das „Colegio Diospi Suyana“, in dem den Kinder der Einheimischen gemeinsam mit den Missionarskindern Bildung vermitteln werden sollte.

Diospi Suyana wurde ursprünglich als Krankenhaus für Arme bzw. Missionsspital erbaut, kurz darauf entstand jedoch auch eine Zahnklinik sowie die Diospi Suyana-Augenklinik. Es folgt eine Aufzählung sehr vieler Namen von Spendern und Firmen, die dazu beitrugen, Klaus-Dieter Johns Lebenstraum zu realisieren, den er selber als „Glaubenswerk, das im Vertrauen auf Gott errichtet wurde“ bezeichnet. In seinem Buch verleiht er seiner Dankbarkeit für jede Unterstützung – sei es in finanzieller Hinsicht, oder aber durch eine unentgeltliche Zurverfügungstellung der Arbeitskraft – Ausdruck. Mir schwirrte beim Lesen oftmals der Kopf angesichts der unzähligen Namensnennungen von Firmen, die ihre Arbeitsleistung, Gerätschaften oder Spenden zur Verfügung stellten sowie von Berichten über die vielen Helfern und deren Geschichten. Ich empfand diese Nennungen jedoch als Dankeschön und wertschätzende Anerkennung an diese unzähligen uneigennützigen Menschen, die zum Gelingen Diospi Suyanas, des Krankenhauses der Hoffnung in Peru, beitrugen.

Klaus-Dieter John erzählt auch von den Einheimischen, für die diese Klinik geplant und gebaut wurde, beginnend mit jenem Tag, als Journalisten die Behandlung der hunderttausendsten Patientin namens Hermelinda Contreras als Medienereignis festhielten. In vielen weiteren Beispielen gewährt er Einblicke in die Lebenswirklichkeit der indianischen Patienten, deren Dasein in vielen Fällen einen Überlebenskampf darstellt. Im Zuge des Berichts über die Gründung des Kinderklubs erfährt man als Leser auch ein wenig über das Familienleben der Indianer.

„Diospi Suyana“ – das bedeutet in der Sprache der Quechua-Indianer: „Wir vertrauen auf Gott“. Klaus-Dieter John ist es nachweislich gelungen, Kreise zu ziehen und seinen Enthusiasmus, seine Hoffnung und seinen tiefen Glauben nicht nur rhetorisch auszudrücken, sondern in die Tat umzusetzen.

Voller Freude durfte ich über die von Birgit und Hannes Minichmayr gegründeten KISI-Kids lesen, deren Veranstaltungen ich von Herzen gerne besuche und deren jugendliche Darsteller den Christlichen Glauben mit großer Begeisterung in Form von Liedern und Musicals verbreiten. Bewegt erfuhr ich auch, dass sich aufgrund der Lektüre dieses Buches zwei Österreicherinnen dazu entschlossen, eine christliche Buchhandlung zu eröffnen.

Klaus-Dieter John bezeichnet Diospi Suyana als seinen Lebensauftrag und musste bislang noch keinen einzigen armen Patienten am Spital abweisen. Ein Mann mit unerschütterlichem Glauben, Optimismus und Tatendrang – und unzähligen Unterstützern, die Diospi Suyana Wirklichkeit werden ließen.

„Nicht die Gebäude oder die teuren Geräte machen unser Werk zu dem, was es ist, sondern die Missionare. Sie füllen die toten Räume mit Leidenschaft und Glauben. Sie verkörpern die Vision von der Liebe Gottes und den Traum von einer gerechteren Welt. Ihre Opferbereitschaft, ihr Fleiß und ihre Freundlichkeit machen Diospi Suyana für Patienten und Außenstehende so attraktiv. Missionare verfolgen einen ganz anderen Ansatz. Sie leben auf Augenhöhe mit den Armen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft.“

Veröffentlicht am 16.04.2018

Das Tribunal

Das Tribunal
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Ein grandioses Meisterwerk von Randy Singer, das seine Leserschaft in das römische Leben im ersten Jahrhundert entführt

„Die wahre Gefahr im Leben besteht nicht darin, einen Tod in jungen Jahren zu erleiden. ...

Ein grandioses Meisterwerk von Randy Singer, das seine Leserschaft in das römische Leben im ersten Jahrhundert entführt

„Die wahre Gefahr im Leben besteht nicht darin, einen Tod in jungen Jahren zu erleiden. Die wahre Schande besteht darin, jung zu sterben und trotzdem alt zu werden.“

Randy Singer, preisgekrönter Autor spannender Justizthriller, erfahrener Anwalt und Pastor in Virginia Beach präsentiert seinen Lesern mit seinem neuesten Werk „Das Tribunal“ erstmals einen historischen Roman, der sie ins Rom des ersten Jahrhunderts nach Christus entführt. Das beachtliche fünfhundert Seiten zählende Werk liefert einen erstklassigen und vor allen Dingen äußerst authentischen Einblick in das Leben, das Denken und die Sichtweise der Römer. Singer vermag es, Geschichte auf faszinierende Art und Weise derart lebendig zu machen, dass man – einmal darin versunken - nur äußerst schwer wieder aus dieser Lektüre aufzutauchen vermag. An der Seite seines Protagonisten Theophilus erlebt man Aufstieg und Fall verschiedener Kaiser, verspürt beinahe hautnah das Grauen und den Schrecken der Gladiatorenkämpfe, der Foltermethoden und schließlich der grausamen Hinrichtungsarten der Römer, bis hin zur Kreuzigung. Man durchlebt die zahllosen Intrigen der Machthaber und spürt die Ohnmacht der Bevölkerung. Sein lebendiger Schreibstil gepaart mit exzellenter Recherche machte dieses Buch für mich zu seinem bislang besten Werk.
Besonders hervorzuheben ist das detaillierte Personenregister zu Beginn des Buches, anhand dessen man sich trotz einer anfangs etwas verwirrender Namensvielfalt sehr gut zu orientieren vermag. Zudem liefert dieses Register auch Hinweise darauf, ob es sich bei der betreffenden Figur um eine geschichtlich belegte, oder aber erdachte Person handelt.

Jedes der einzelnen Buchkapitel beginnt mit einer geschwärzten Seite, in dessen Zentrum eine römische Münze zu erkennen ist, dazu in weißen Lettern Nummerierung und Kapitelüberschrift.

Der Ich-Erzähler Theophilus zieht seine Leser gleich zu Beginn in den Bann und führt sie durch die Geschichte, beginnend mit dem elften Jahr der Herrschaft des Tiberius Julius Caesar Augustus und einer Lektion über die Kreuzigung durch seinen Lehrer Seneca. Als einer von zwölf Schülern Senecas ist Theophilus, der vierzehnjährige Sohn eines Eques mit scharfem Verstand und gutem Herzen, mit Abstand auch sein gewissenhaftester. Randy Singer erzählt von den Unterweisungen Senecas und von der darauffolgenden Ausbildung in Rhetorik und den Rechtswissenschaften seines Protagonisten in Griechenland, die ihn zu einem selbstbewussten Mann machten. Als gebildeter und wortgewandter Anwalt kehrt Theophilus im Alter von zwanzig Jahren nach Rom zurück und wird Rechtsberater des Präfekten Pontius Pilatus in Judäa. Er erlebt den Einzug eines Wundertäters namens Jesus mit, der auf einem Esel reitend in Jerusalem eintrifft, ein „fruchtloser Verrückter, der Tische umwarf und einen groll gegen die religiöse Institution zu hegen schien. Geringstenfalls war er gerade zum Volkshelden geworden. Aber vielleicht war er auch mehr.“ Theophilus ist fasziniert von diesem Mann, und ist in die Verurteilung und Kreuzigung des Nazareners involviert, ein Ereignis, das ihm zeitlebens nie wieder aus dem Kopf gehen wird. Er begegnet der Liebe seines Lebens, darf den Aufstieg und Fall historischer Persönlichkeiten miterleben, und wird gebeten, die Verteidigung des inhaftierten Apostels Paulus von Tarsus zu übernehmen. Seine Begegnung mit den Anhängern des Nazareners verändert schließlich auch sein eigenes Leben…

Ich bin bereits seit der ersten Lektüre eines seiner Bücher begeisterter Fan von Randy Singer, doch mit diesem historischen Roman hat er für meinen Lesegeschmack sein bislang bestes Werk geliefert. Eine brillante Abhandlung über römische Geschichte und die Lebensgeschichte der ersten Christen, die durch Jesu Verurteilung und Kreuzestod seinen Beginn fand.

Der einnehmende Schreibstil des Autors, seine akribischen Beschreibungen der Schauplätze und Ereignisse, wie auch die exzellent ausgearbeiteten Charaktere machten diese Lektüre zu einem wahren Lese-Erlebnis – ein Erlebnis, das ich jedem potenziellen Leser uneingeschränkt weiter empfehlen möchte. Mit Randy Singer in diese gefährlichen Zeiten einzutauchen kann zu einem regelrechten Abenteuer werden, dessen Faszination man sich nicht mehr entziehen kann.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Der grandiose dritte Teil der Hochwald-Saga

Ehrlicher Schwindler
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Der grandiose dritte Teil der Hochwald-Saga

„Belügt einander nicht.“ (Kolosser 3 Vers 9)

Michael Meinert, der Autor der Hochwald-Saga, katapultiert seine Leser mit seinem dritten Band „Ehrlicher Schwindler“ ...

Der grandiose dritte Teil der Hochwald-Saga

„Belügt einander nicht.“ (Kolosser 3 Vers 9)

Michael Meinert, der Autor der Hochwald-Saga, katapultiert seine Leser mit seinem dritten Band „Ehrlicher Schwindler“ in das Jahr 1877 in die Provinzhauptstadt Breslau in Schlesien, nur 100 km vom kleinen Dorf Wölfelsgrund entfernt, das eingebettet in den Bergen der Sudeten liegt und bereits Schauplatz der Vorgängerbücher war. Im Schneeberger Forst kommt es bei einem Beinahe-Kutschenunfall zu einer schicksalhaften Begegnung zwischen Ferdinand Grüning, dem fünfundzwanzigjährigen Sohn des Oberförsters, und zwei jungen hübschen Damen adeliger Herkunft. Der gut aussehende Student der Forstwissenschaften kann nur mit knapper Not ein Unglück verhindern, und seine Gedanken kreisen von diesem Augenblick an nur noch um Helena und Stefanie von Hohenau. Und so schmiedet der übermütige junge Mann einen verwegenen Plan, zu dessen Mithilfe bei der Umsetzung er seinen adeligen Kommilitonen Maximilian Bassewitz mit allen Mitteln der Überredungskunst drängt. Als die beiden Hohenau-Schwestern in die Gesellschaft eingeführt werden und ihnen zu Ehren ein Ball gegeben wird, betritt der Förstersohn als „bayrischer Graf Ferdinand von Wedell“ an der Seite von Maximilian Bassewitz den Ballsaal. Er darf zwar die Bekanntschaft mit den beiden entzückenden jungen Damen vertiefen, verstrickt sich jedoch immer weiter in seinen Schwindel, bis es scheinbar keinen Ausweg mehr zu geben scheint…

Michael Meinert hat es mit diesem Buch wieder einmal geschafft, mich für die Dauer einiger Stunden vollständig der Realität zu entziehen. Er entführte mich einerseits in die schlichte, stille Welt des Hochwaldes, wo der Oberförster Albert Grüning mit seiner adeligen Ehefrau Rahel seit bald drei Jahrzehnten eine glückliche und zufriedene Ehe führt. Andererseits stellt er mir den Flitterglanz des Adels vor, wo jedoch im Hintergrund eifrig tückische Intrigen und Ränke geschmiedet werden. Ich durfte vielen bekannten Gesichtern aus den beiden Vorgängerbüchern wiederbegegnen und lernte mit den beiden Hohenau-Schwestern zwei sehr gegensätzliche neue Protagonistinnen kennen. Helena, die schlichte, gottesfürchtige junge Frau mit den leuchtenden braunen Augen und dem langen dunklen Haar verschwindet oft im Schatten ihrer lebhaften, fröhlichen und unkonventionellen Schwester Stefanie, einem blonden, modischen jungen Mädchen mit azurblauen Augen. Doch der Autor konzentriert sich keineswegs nur auf seine Hauptfiguren, sondern widmet sich mindestens genauso seinen Nebenfiguren – den Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten der Protagonisten. Die liebevoll gezeichneten Figuren seiner Bücher sowie der wunderschöne Sprachstil und das große Augenmerk auf den christlichen Glauben empfinde ich mittlerweile bereits als Markenzeichen dieses Autors. Im vorliegenden Buch bedient er sich unter anderem dem bayrischen Dialekt, was in Kombination mit dem zugrunde liegenden Schwindel um den Grafen von Wedell für Authentizität sorgt. Amüsiert durfte ich feststellen, dass auch der brillante Wortwitz von Meinert in diesem dritten Band nicht zu kurz kam und mir die Lektüre wieder einmal allergrößtes Lesevergnügen bereitet hat. Durch die Folgen des Schwindels, den Intrigen im Hintergrund und den damit verbundenen Konsequenzen wurde auch eine gehörige Portion Spannung eingebracht, die sich bis zum Ende des Buches sogar noch erheblich steigerte. Da auch Liebe und Romantik nicht zu kurz kamen, war „Ehrlicher Schwindler“ wieder einmal ein richtiges Glanzstück aus der Feder Michael Meinerts, bei dessen Lektüre ich jede einzelne Seite zutiefst genossen habe und das ich sehr gerne weiterempfehle. Ich freue mich jetzt bereits auf die Fortsetzung dieser Saga!

Veröffentlicht am 16.04.2018

„Ich glaube, es gibt dort Menschen, denen ich etwas geben kann.“

Stille Nacht
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„Ich glaube, es gibt dort Menschen, denen ich etwas geben kann.“

Diese Worte richtet der Musiker, Theologe, Dichter und Hilfspriester Joseph Mohr bei einem Besuch an seine an Lungentuberkulose erkrankte ...

„Ich glaube, es gibt dort Menschen, denen ich etwas geben kann.“

Diese Worte richtet der Musiker, Theologe, Dichter und Hilfspriester Joseph Mohr bei einem Besuch an seine an Lungentuberkulose erkrankte Mutter. Der ausgeglichene, freundliche Mann mit der wunderschönen Stimme hat seine Liebe zur Musik von seinem Vater Franz geerbt, den er niemals kennenlernen durfte. Joseph Mohrs zwangloser Umgang mit der Bevölkerung ist vor allem seinem direkten Vorgesetzten ein Dorn im Auge, und dieser begegnet ihm mit starkem Argwohn und Ablehnung. Doch Mohrs Predigten vermögen es, die Menschen für ihn zu begeistern…

„Vielleicht ist das Leben mit Gott wilder und abenteuerlicher, als wir denken. ER verspricht keine Sicherheit und keinen behäbigen Komfort. Der Großteil unserer Gebete drehte sich darum, aber Jesus sagt: Es bringt nichts, wenn ihr euch den ganzen Tag Sorgen über das Morgen macht. Euch entgeht dabei der Blick auf das Größere auf dieser Erde, der Blick auf Gott.“

Auf der Suche nach seiner Vergangenheit ist Joseph Mohr das große Glück beschert, seinen gleichnamigen Großvater Joseph zu finden, den er in Folge so oft wie möglich in seiner kleinen Keusche in den Bergen besucht. Während sein Enkel ihm zur Hand geht, legt der schweigsame Greis seine ruppige Art nach und nach ab und lässt diesen an den Erinnerungen teilhaben, erzählt von seinem Sohn Franz und dessen große Verbundenheit mit der Musik. Den beiden Männern waren einige wenige kostbare Wochen des Kennenlernens und der Gemeinsamkeit vergönnt, bevor der alte Mann starb. Nach dessen Tod entsteht in einer stillen, einsamen Stunde im Pfarrhaus und in Gedanken an Weihnachten der Text zu einem Lied, das in Folge überall in der Welt von Millionen Menschen gesungen wird.

Im Buch wird dem Leser auch der Musiker und Organist Franz Gruber vorgestellt, der zum einzigen und besten Freund Joseph Mohrs werden sollte. Er war es auch, der diesem weltberühmten Text eine Melodie schenkte, und gemeinsam tragen sie das Lied im Anschluss an einen Weihnachtsgottesdienst zum ersten Mal der Bevölkerung vor.

Titus Müller bringt in diese Erzählung auch die Geschichte einer zerrütteten Ehe ein, in der Joseph Mohr in seiner Funktion als Priester versucht, die beiden Eheleute Sophie und Karl Jüttner zur Versöhnung zu bewegen. Durch diesen Erzählstrang erfährt man viel vom harten, entbehrungsreichen Leben der Bevölkerung, insbesondere vom Leben der Schiffer, zu denen auch Karl zählt.

„Stille Nacht“ nimmt nicht nur durch seine Geschichte über die Entstehung des berühmtesten Weihnachtsliedes, sondern auch durch seinen wunderschönen Schreibstil für sich ein. Am Ende des dünnen Büchleins berichtet der Autor über die historischen Hintergründe und gibt einige Fakten preis. Hier erfährt der Leser biografische Details, die Titus Müllers Geschichte perfekt abrunden.

Ich kann diese Erzählung, die noch dazu mit einem ansprechenden und edel wirkenden Buchcover aufwartet, jedem weiter empfehlen, der sich für die Entstehungsgeschichte dieses Liedes sowie dessen „Geburtshelfer“ interessiert. „Stille Nacht“ war eine eindrucksvolle und sehr informative Lektüre, die zudem auch das Herz berührt.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Ein gelungener zweiter Teil!

Dünnes Eis
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Ein gelungener zweiter Teil!

Mit ihrem Buch „Dünnes Eis“ schließt Dani Pettrey an ihren Vorgängerroman „Wilde Wasser“ an. Die Autorin gibt den Figuren aus dem ersten Band der Alaska-Reihe erneut großen ...

Ein gelungener zweiter Teil!

Mit ihrem Buch „Dünnes Eis“ schließt Dani Pettrey an ihren Vorgängerroman „Wilde Wasser“ an. Die Autorin gibt den Figuren aus dem ersten Band der Alaska-Reihe erneut großen Raum und so begegnet man den sympathischen Familienmitgliedern der McKennas im vorliegenden Buch wieder.

Während der zarte Keim der Liebe zwischen Piper McKenna und dem gut aussehenden Deputy Landon Grainger scheinbar auf Eis gelegt scheint, feiern Cole McKenna und seine geliebte Bailey ihre Verlobung. Gage McKenna hingegen hat nach einer großen Enttäuschung und einem tragischen Verlust der Liebe abgeschworen. Auch Reef McKenna, der kleine und risikofreudige Bruder mit dem verantwortungslosen Lebenswandel, taucht in diesem Band auf und ist Gast auf der Verlobungsfeier. Als Profi-Snowboarder führt er ein unstetes Leben und ist nirgendwo sesshaft. Reefs Anwesenheit in seinem Heimatort Yancey in Alaska hat jedoch noch einen weiteren Grund, nämlich den in Yancey stattfindenden „Freeride-Wettkampf“. Bei der Midnight Sun Extrem-Sportveranstaltung wird jedoch in der Umkleidekabine im Translide Lodge Karli Davis, eine Teilnehmerin des Skiwettbewerbes, ermordet aufgefunden. Zeugen sahen Reef McKenna mit der Mordwaffe in der Hand am Tatort, alles scheint gegen ihn zu sprechen. Reef wird des Mordes angeklagt.

Der ermittelnde Polizeibeamte Deputy Landon Grainger ist jedoch gründlich, und allein deshalb, weil die McKennas wie eine Familie für ihn sind, hofft er, Reefs Unschuld beweisen zu können. Und das, obgleich zunächst alles gegen Reef zu sprechen scheint. Landon gibt sich nicht mit anfänglichen Indizien zufrieden, und zieht im Gegensatz zu seinem Vorgesetzten auch keine voreiligen Schlüsse.

Die Mitglieder des McKenna-Clans denken hingegen nicht im Traum daran, die Aufklärung dieses Mordfalls in die Hände der Justiz zu legen. Und so beginnen Piper, Cole, Gage, Jake, Bailey, Kayden und die Reporterin Darcy, sich an den Ermittlungen zu beteiligen und ahnen dabei nicht, in welch tödliche Gefahr sie sich dadurch begeben…

Ich empfand „Dünnes Eis“ als wunderbare Fortsetzung eines Familien-Epos, in der ich den lieb gewordenen handelnden Figuren aus dem ersten Band wieder begegnen durfte. Die Autorin konstruierte einen komplizierten Mordfall, den es an der Seite von Deputy Landon Grainger und der Mithilfe der McKennons aufzurollen galt. Gezielt eingesetzte Spannungselemente sowie Freundschaft, Familie, Zusammenhalt, Vergangenheitsbewältigung und Trauer, Enttäuschung und nicht zuletzt Hoffnung und Liebe sind die Themenfülle, die Dani Pettrey ihren Lesern darbietet. Dabei spielt für einige Mitglieder der Familie McKennon auch der Glaube an Gott eine nicht unbedeutende Rolle.

Fazit: Bei „Dünnes Eis“ handelt es sich um eine abenteuerliche und mit Emotionen gespickte Geschichte, deren Lektüre mir großes Lesevergnügen bereitet hat. Ich kann dieses Buch jedem Leser des Vorgängerbandes nur ans Herz legen und freue mich bereits jetzt auf den dritten Band aus der Alaska-Reihe Dani Pettreys.