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Veröffentlicht am 16.04.2018

Die Akte Jillian

Die Akte Jillian
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Randy Alcorn, langjähriger Pastor und Lehrender an einer Bibelschule, hat in seiner Tätigkeit als bekannter Autor erstmals mit seinen beiden Töchtern Angela und Karina gemeinsam ein Buch geschrieben. Mit ...

Randy Alcorn, langjähriger Pastor und Lehrender an einer Bibelschule, hat in seiner Tätigkeit als bekannter Autor erstmals mit seinen beiden Töchtern Angela und Karina gemeinsam ein Buch geschrieben. Mit „Die Akte Jillian“ präsentieren sie ein Werk, dessen Zielgruppe zwar hauptsächlich Jugendliche darstellt, dessen Botschaft sich aber meiner Meinung nach an alle Altersgruppen richtet.

Als Einstieg wählt das Autoren-Trio den Jahreswechsel, die Nacht des 31. Dezembers, und macht seine Leser mit einer der Protagonisten dieses Buches bekannt, der siebzehnjährigen Jillian Flechter, die kurz vor ihrem Schulabschluss steht und mit ihrer besten und zugleich einzigen Freundin Brittany eine Party besucht. Im Gegensatz zu ihrer lebenslustigen und wilden Freundin ist Jillian eher zurückhaltend, sie hat zudem den Unfalltod ihres Vaters Jordan vor einigen Monaten immer noch nicht überwunden. Während Brittany auf der Party ihre Beziehung mit ihrer alten Flamme Ian Stewart wieder aufzufrischen versucht, wird Jillians Interesse auf Ians Freund Roberto Gonzales gelenkt. Als Student der Portland State Universität engagiert er sich in der Bibelgruppe und hat, ebenso wie Jillian, für die stattfindenden Alkohol-, Drogen- und Sex-Exzesse sowie für die okkulten Praktiken nichts übrig.

Diese vier Protagonisten stehen aber nicht nur im Mittelpunkt der Geschichte, die Alcorn seinen Lesern erzählen möchte. Jillian, Rob, Brittany und Ian sind auch das zentrale Thema in einer umfassenden Korrespondenz zwischen Prinz Ishbane und Graf Moderthal, deren vorrangiges Ziel es ist, den Auftrag Beelzebubs zu erfüllen, und sich deren Seelen zu bemächtigen. Jedes der fünfzig Kapitel wird mit einem Auszug aus besagter Korrespondenz vervollständigt, die laut Autor in Anlehnung an C. S. Lewis‘ „Dienstanweisung für einen Unterteufel“ entstand. In diesen Briefen wird Gott als „Der Feind“ bezeichnet, in ihnen finden sich große Weisheit, kluge Erkenntnisse und im Grunde die Basis des christlichen Lebens wieder. Der raffinierte und ausgeklügelte Plan Satans, Jillian und ihre Freunde zu Fall zu bringen, wird von Moderthal und Ishbane akribisch vorangetrieben.

„Die Akte Jillian“ präsentiert seine handelnden Personen derart authentisch, dass es unmöglich erscheint, sich nicht auf die eine oder andere Weise mit ihnen zu identifizieren. Ihre Sorgen, Ängste, Zweifel, ihr Glaube und ihre Hoffnungen, vor allem aber die bedeutende Entwicklung dieser Personen im Verlauf der Geschichte sind erstklassig dargestellt. Besonders fasziniert haben mich Vielschichtigkeit und Tiefe der Figuren, sowie die Art und Weise, wie die drei Autoren sich nach und nach in deren Innerstes vorwagen, geduldig und langsam die Bürde, die jeder mit sich herumschleppt, zu Vorschein bringt.

In den Gesprächen, aber auch im Briefwechsel zwischen Moderthal und Ishbane, werden Argumente für und gegen den Glauben behandelt. Das Buch enthält eine umfassende Fülle von biblischer Weisheit, basierend auf dem Buch, das Beelzebub stets als „das Verbotene Buch“ bezeichnet. Der Glaube und dessen Umsetzung im Alltag, die Probleme, mit denen junge Menschen konfrontiert werden, weiters Themen wie Computersucht, Mobbing, Drogen, Alkohol, Okkultismus, Homosexualität, Sex vor der Ehe und der Wert einer wahren Freundschaft – dies alles macht dieses Buch zu einer beeindruckenden Lektüre, die ich jedem Jugendlichen dringend ans Herz legen möchte. Nicht weniger wichtig dürfte es für junge Erwachsene, und vor allem auch Eltern sein, die ihren rebellierenden Kindern im Teenager-Alter angesichts mancher Konflikte oftmals ratlos gegenüber stehen.

„Letztlich haben wir sowieso nie etwas unter Kontrolle. Wir können nur tun, was wir tun können. Wir ziehen nicht die Fäden. Es ist ein bisschen so, als würden wir auf einem großen Dampfer übers Meer fahren. Wir können an Bord bestimmte Dinge tun - spazieren gehen, essen Sportmachen, flirten. Aber den Kurs des Schiffes können wir nicht bestimmen. Auch nicht verhindern, dass ein Sturm aufkommt und die Wellen über uns zusammenschlagen.“

Den Sturm und die Wellen vermögen wir wohl tatsächlich nicht zu verhindern, es ist uns jedoch möglich, den eigenen Umgang mit dessen Folgen zu steuern, immer wieder aufzustehen, für die christlichen Werte einzustehen und Gutes zu tun. DAS liegt sehr wohl in unseren Händen.

Mein herzlichster Dank gilt dem CLV-Verlag für die Zurverfügungstellung dieser wundervollen, über alle Maßen bereichernden und WERTvollen Lektüre, die ich nur allzu gerne weiter empfehlen kann.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Hochzeit mit Hindernissen

Hochzeit mit Hindernissen
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Die Geschichte von Vivian, dem Nesthäkchen der Sinclair-Schwestern

Nachdem ihr Vater ins Ausland auswandert, verlässt die achtzehnjährige Vivian Dee Sinclair ihre Heimat Portland, Maine. Auf Wunsch ihres ...

Die Geschichte von Vivian, dem Nesthäkchen der Sinclair-Schwestern

Nachdem ihr Vater ins Ausland auswandert, verlässt die achtzehnjährige Vivian Dee Sinclair ihre Heimat Portland, Maine. Auf Wunsch ihres Vaters zieht sie zu ihren drei Schwestern nach Cripple Creek, Colorado, um dort ebenfalls Fuß zu fassen. Gemeinsam mit ihrer Tante Alma Schindlebauer als Reisebegleiterin lernt sie bei einem versuchten Raubüberfall auf die Eisenbahn den leitenden Deputy des Sherrifs in Cripple Creek kennen. Der attraktive und charmante dunkelhaarige Mann mit den sympathischen braunen Augen und dem Sinn für Humor übt eine starke Anziehungskraft auf Vivan aus, sie glaubt jedoch, aufgrund ihrer Vergangenheit kein Recht mehr auf einen Ehemann, Liebe und eine eigene Familie zu haben. Doch auch bei Deputy Carter Alwin sorgen Schatten aus der Vergangenheit dafür, zu dieser zierlichen hübschen jungen Frau erst einmal vorsichtig auf Distanz zu gehen. Carter scheint aufgrund seiner Integrität, seines Mitgefühls und seines Gerechtigkeitssinnes prädestiniert für eine Position als Gesetzeshüter. Dennoch plagen ihn Zweifel ob seiner Berufswahl, und in seinem großen Vertrauen auf Gott übergibt er ihm die Führung in seinem Leben.

Die drei Sinclair-Schwestern Nell Jean Archer, Kat Cutshaw und Ida Marie Raines bereiten dem schmerzlich vermissten Nesthäkchen der Familie ein herzliches Willkommen in Cripple Creek und sind glücklich, endlich wieder alle miteinander vereint zu sein. Die temperamentvolle und widerspenstige Vivian möchte jedoch niemandem zur Last fallen und zieht in Miss Hatties Pension, wo ihre ein ebenso herzlicher Empfang beschieden ist. Die Suche nach einer Anstellung scheint jedoch nicht so einfach zu sein, wie Vivian sich dies vorgestellt hatte. Ihrem großen Traum, ihr Talent, Kleider zu entwerfen und zu zeichnen umzusetzen und Damenmode zu erschaffen, ist sie ferner als je zuvor. Als ihre bescheidenen finanziellen Mittel schließlich zur Neige gehen, trifft Vivian eine unkluge Entscheidung…


Begeistert vom Vorgängerbuch freute ich mich bereits auf die Fortsetzung dieser Buchreihe und wurde nicht enttäuscht. Mona Hodgson erzählt in äußerst einnehmendem, locker-leichtem Schreibstil die Geschichte der jüngsten der Sinclair-Schwestern und schaffte es von Beginn an, mich wieder in ihren Bann zu ziehen. Die romantische Liebesgeschichte wird durch immer wieder eingeflochtene Passagen über Vivians Schwestern bereichert, und auch in dieser Geschichte wird dem Glauben an Gott ein gewisser Stellenwert eingeräumt. Die liebevoll beschriebenen handelnden Personen sowie Geheimniskrämerei und ein spannendes Abenteuer sorgten dafür, mir die Lektüre dieses Buches zu einem Vergnügen zu machen.

Positiv hervorheben möchte ich auch die wunderschöne optische Gestaltung des Buchcovers, das vermutlich vor allem die weibliche Leserschaft dazu verführt, diesen Roman zur Hand zu nehmen. Eine junge Frau in weißem Brautkleid mit blauer Schärpe steht - dem Beobachter den Rücken zugewandt - und sieht in die Ferne. Die aufgesteckte Haarpracht wird durch einige lose Haarsträhnen aufgelockert, im Hintergrund erkennt man die Landschaft Colorados mit einer schneebedeckten Bergkette. Die Braut strahlt etwas Geheimnisvolles, Nachdenklichkeit, aber auch Hoffnung aus – eine Mischung, die unweigerlich auf den Inhalt dieses Buches neugierig macht. Sowohl die farbliche Gestaltung als auch die Aussagekraft empfand ich als wirklich gelungen!

Ich kann „Hochzeit mit Hindernissen“ wärmstens weiter empfehlen und es jedem Leser mit einem Faible für „Liebe, einer Prise Humor und einer christlichen Botschaft“ ans Herz legen.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Sie haben etwas Besseres verdient als dieses Leben hier!

Die Liebe ist stark
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„Sie haben etwas Besseres verdient als dieses Leben hier.“… „Was wollte er nur von ihr? Und warum hatte sie das Gefühl, dass er ihr gefährlicher werden konnte als alle anderen Männer, denen sie bisher ...

„Sie haben etwas Besseres verdient als dieses Leben hier.“… „Was wollte er nur von ihr? Und warum hatte sie das Gefühl, dass er ihr gefährlicher werden konnte als alle anderen Männer, denen sie bisher begegnet war?“

Als der Farmer Michael Hosea auf der Straße zufällig die Edel-Prostituierten „Angel“, eine Schönheit mit blauen Augen, goldenen Haaren und zarter heller Haut erblickt, ist ihm sofort klar, dass er in eben diesem Augenblick die Frau seines Lebens gefunden hat. Den gottesfürchtigen Mann lässt von diesem Moment an der Gedanke an den schlanken Engel mit dem schönen Steingesicht nicht mehr los und er versucht alles, was in seiner Macht steht, sie aus ihrem tristen Dasein zu befreien. Doch Angel wurde bereits als achtjähriges Kind missbraucht und in die Prostitution verkauft, ihr Herz scheint mittlerweile erstarrt, ihre Gefühle sind unter dicken Mauern begraben. Der stille, gutmütige und gläubige Farmer hat jedoch einen Verbündeten, dem kein Hindernis zu groß ist – er wendet sich hilfesuchend an Gott und bittet ihn um seine Führung. Ob der warmherzige Mann es schaffen wird, das Durcheinander in Angel zu überwinden und deren Gefühlskälte in Zuneigung und schließlich Liebe zu verwandeln?

Einerseits berichtet dieses Buch vom tragischen Schicksal eines ungewollten Kindes, deren Körper bereits in frühester Jugend missbraucht, und deren Seele geschändet wurde, ein Schicksal, das Francine Rivers ihren Lesern deutlich vor Augen führt. Andererseits ist dies die Geschichte der Hoffnung – und zwar der Hoffnung auf die Gnade und Liebe, die alles zu bewältigen vermag… sofern man es zulässt. Und sie erzählt vom Glauben an Gott, der in diesem Buch eine bedeutende Rolle spielt. Michael Hoseas Gebete und Gedanken, seine Zwiesprache mit Gott, werden stets in kursiver Schrift ins Buch eingeflochten.

Die Autorin konzentriert sich in „Die Liebe ist stark“ vor allen Dingen auf die Gefühls- und Gedankenwelt ihrer beiden Protagonisten, widmet sich jedoch auch den einnehmenden Nebenfiguren dieses Buches. Dem Leser werden der Kinderschänder Duke sowie den Bordellwächter Bret Magowan als die beiden Bösewichte dieses Romans vorgestellt, meine favorisierten Nebenfiguren hingegen sind die Mitglieder der liebenswerten Familie Altman, allen voran die sechzehnjährige Miriam. In wunderschöner Sprache und einnehmendem Schreibstil lässt Francine River ihre Leser immer tiefer in die Geschichte eintauchen, sie offenbart in kleinen Stücken die schrecklichen Erinnerungen ihrer Protagonistin, lässt ihre Personen aber auch eine deutliche Wandlung durchleben. Dies wird besonders bei Angel und bei Michaels Schwager Paul sichtbar. Die Autorin schreibt äußerst gefühlvoll und man kann nicht umhin, sich unverzüglich für Angels Geschichte zu erwärmen, wobei der Leser bis zuletzt hofft, dass Angel, die „schöne, wertvolle, wohlbewachte Ware“, aus ihrem Gefängnis ausbricht, ihre Vergangenheit hinter sich lässt und ihren Weg zu Gott und zu Michael findet.

Fazit: mit „die Liebe ist stark“ ist Francine Rivers als einer der renommiertesten Roman-Autoren ein faszinierendes und wunderschönes Werk gelungen, das fesselt, emotional tief bewegt und den Leser dazu bringt, das Buch regelrecht zu inhalieren. Ein Buch voller Liebe, Wärme, Mitgefühl und Glauben – aber auch voller Tragik und Leid. Eine bunte Gefühlspalette mit hohem Niveau – ein grandioses Werk einer Autorin, die man getrost als eine der Besten dieses Genres bezeichnen kann.

Das Buchcover wurde äußerst ansprechend gestaltet – die junge Frau, deren Gesicht für den Leser nicht erkennbar ist, wandelt in sichtlich teurer roter Abendrobe barfuß auf einer Wiese, vermutlich symbolisiert dies die Zerrissenheit der Protagonistin, die sich zwischen zwei völlig verschiedenen Welten entscheiden muss, sich dabei jedoch weder ihrer „alten Welt“, den Bordellen, noch jener des Farmers Michael, zugehörig fühlt. Diese aussagekräftige Optik, die farbliche Gestaltung sowie die Blumenornamente am Seitenrand verlocken dazu, das Buch zur Hand zu nehmen… eine absolute

Veröffentlicht am 16.04.2018

Eine richtige „Perle“!

Aufbruch ins Ungewisse
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Eine richtige „Perle“!

„Denn alles ist mir möglich durch Christus, der mir die Kraft gibt, die ich brauche.“ (Philipper 4,13)

Dieses Bibelzitat in der Handschrift ihres geliebten Vaters sowie dessen ...

Eine richtige „Perle“!

„Denn alles ist mir möglich durch Christus, der mir die Kraft gibt, die ich brauche.“ (Philipper 4,13)

Dieses Bibelzitat in der Handschrift ihres geliebten Vaters sowie dessen kostbarer Kompass dürfen Elizabeth Thatcher aus Toronto auf ihre Reise in den Westen begleiten, wo sie nach ihrer College-Ausbildung zur Lehrerin in Coal Valley in den Rocky Mountains eine befristete Stelle antreten soll. Die zurückhaltende junge Frau aus vermögendem Elternhaus kann mit den rauschenden Festen ihrer Mutter nicht viel anfangen, sie empfindet ihr Leben als hohl und oberflächlich. Das große Abenteuer im Westen stellt für Beth somit eine große Herausforderung dar, die sie nur allzu gerne annehmen möchte. Entgegen der Bedenken ihrer Mutter tritt sie schließlich mit dem Segen beider Elternteile die lange Reise nach Coal Valley an. Die Lebensbedingungen sind zwar weitaus karger und ärmlicher als erwartet, doch angesichts der herzlichen Aufnahme durch die Witwen jener zahlreichen Bergarbeiter, die bei einem tragischen Grubenunglück ums Leben kamen, nimmt Beth die Herausforderung nur allzu gerne an. Die Mütter wünschen sich allesamt eine fundierte Ausbildung für ihre Kinder, um ihnen einmal das gefährliche Leben unter Tage zu ersparen und eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Die junge Lehrerin trifft in Coal Valley auf äußerst wissbegierige und lerneifrige Schüler und ruft auch eine Jungschargruppe ins Leben, um den Kindern etwas über den christlichen Glauben erzählen und ihnen die Inhalte der Bibel nahe bringen zu können. Mit viel Einfallsreichtum und großem Engagement macht sich die junge Lehrerin an die Arbeit und lernt alsbald den Ort und seine Bewohner näher kennen. Dabei wird Elizabeth von ihrer resoluten Pensionswirtin Molly MCFarland unterstützt, in der sie sehr rasch auch eine Vertraute und mütterliche Freundin findet. Im wortgewandten jungen Prediger Pastor Philip Davidson, den beiden Beamten der Royal Canadian Mounted Police Edward Montclair und Corporal Jarrick Thornton, sowie dem älteren Bergarbeiter Frank Russo findet sie ebenfalls tatkräftige Unterstützer bei ihren Vorhaben…

Da ich die Verfilmung dieses Buches bereits kannte, brannte ich förmlich darauf, dieses Buch zu lesen. Was mir mit dieser Lektüre in die Hände fiel, war ein richtiges Kleinod, und wohl der Beginn einer großen Lese-Leidenschaft. Janette Okes Schreibstil ist überwältigend! Die Liebe zum Land und zu den Menschen ist auf jeder Seite deutlich zu spüren, die Anmerkung einer Rezensentin, dass Janette Oke „die Gabe besitzt, mit ihren Worten Bilder zu malen“, kann ich nur unterstreichen. Die Schilderungen der Autorin sind derart lebendig, dass man beim Lesen den Eindruck erhält, mitten im Geschehen zu sein. Nicht nur die Umgebung und die Charaktere der handelnden Figuren, sondern auch deren Gefühls- und Gedankenwelt werden exzellent beschrieben, so dass man sich dem Sog dieser Geschichte kaum zu entziehen vermag. Janette Oke wurde mit diesem Buch ihrem Ruf als „Grande Dame der christlichen Siedlerromane“ absolut gerecht, und das große Augenmerk, das sie auf christliche Werte und den Glauben an Gott legt, bereichern dieses Buch ungemein.

Das farbenfrohe Buchcover zeigt ein junges Mädchen, das in einem rosafarbenen eleganten Kleid dem Leser halb zugewandt auf einer grünen Wiese steht, während sich im Hintergrund, umrahmt vom gewaltigen Felsmassiv der Rocky Mountains, ein berittener Mountie in roter Uniform auf das Mädchen zu bewegt. Eine märchenhafte Optik, die Liebe, Abenteuer und Romantik verheißt – die optimale Aufmachung für ein Buch, das jede dieser Verheißungen voll und ganz zu erfüllen vermag.

Ich kann „Aufbruch ins Ungewisse“ uneingeschränkt weiter empfehlen und besonders jenen Lesern ans Herz legen, die sich für die Besiedelung des amerikanischen Westens interessieren und denen die Vermittlung christlicher Werte ein Anliegen ist. Eine wundervolle Lektüre einer Autorin, die mir großes Lesevergnügen bereitet hat und die für mich von nun an zusammen mit Francine Rivers und Karen Kingsbury zu meinen absoluten Favoritinnen im Bereich der christlichen Romane zählt.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Etwas Gutes aus etwas Schlimmem. Gott ist ganz groß in so etwas!

Das Herrenhaus von Pembrooke Park
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„Etwas Gutes aus etwas Schlimmem. Gott ist ganz groß in so etwas“

Durch eine unkluge Entscheidung und eine unbedacht übernommene Bürgschaft für einen Verwandten steht die Familie Foster aus London im ...

„Etwas Gutes aus etwas Schlimmem. Gott ist ganz groß in so etwas“

Durch eine unkluge Entscheidung und eine unbedacht übernommene Bürgschaft für einen Verwandten steht die Familie Foster aus London im März des Jahres 1818 vor dem Ruin. Die Suche nach einer adäquaten, aber kostengünstigeren Residenz gestaltet sich schwierig. Als der Familie über einen Anwalt unvermutet ein Herrenhaus eines entfernten Verwandten in Pembrooke Park zur Miete angeboten wird, entschließen sich Charles und Anne Foster, mit ihren beiden Töchtern Abigail und Louisa nach Easton zu ziehen. Die jüngere Tochter Louisa trifft das finanzielle Desaster der Familie besonders hart, und so reift der Plan, ihr das Debüt in London mit den letzten Ersparnissen doch noch zu ermöglichen. Die ältere Tochter Abigail Foster tritt aus diesem Grund zunächst alleine die Reise ins neue Heim an und überwacht die Reinigungsarbeiten im Herrenhaus, das beinahe zwei Jahrzehnte lang leer stand. Es ranken sich einige Gerüchte über den Verbleib der ehemaligen Bewohner, doch im ländlichen Berkshire, einem Dörfchen mit friedlichen und frommen Einwohnern wird grundsätzlich niemals über die Pembrookes gesprochen. Die Neugier Abigails ist entfacht, und als sie auf den sympathischen Sohn des ehemaligen Gutsverwalters trifft, knüpft sie erste freundschaftliche Kontakte zu ihm und seiner Familie. William Chapman kümmert sich jedoch nicht nur um alles, was gerade anliegt, sondern nimmt nach seinem Studium am St. John’s College in Oxford auch die Position des Pastors im Ort ein. William besitzt einen starken Glauben, der ihn trägt, seine Predigten fallen kurz, aber äußerst prägnant und überzeugend aus. William fühlt sich zur neuen Bewohnerin von Pembrooke Park hingezogen, der junge Priester findet jedoch in Abigails ehemaligen Nachbarn und Jugendfreund Gilbert Scott einen ernsthaften Konkurrenten…

„Es sind nicht die Geister, vor denen Sie sich in Acht nehmen müssen, Miss Foster, sondern Menschen, die durchaus lebendig sind.“

Julie Klassen hat es doch tatsächlich geschafft, mich mit diesem Buch zu überraschen. Ich hatte mir eine romantische Liebesgeschichte mit christlichem Bezug erwartet. Die Lektüre brachte jedoch durch die Legende um einen versteckten Schatz im Anwesen eine behutsam angebahnte Kriminalgeschichte zu Vorschein. In äußerst gefälligem Schreibstil zeichnet die Autorin ein Bild der handelnden Figuren dieses Buches – allen voran die Familien Foster und Chapman. Zugleich baut sie viele sympathische Nebenfiguren in die Handlung ein, deren Schicksal auf die eine oder andere Weise mit dem Rätsel um das Herrenhaus von Pembrooke Park verwoben ist. Die Fäden werden langsam aufgerollt, die Verbindungen treten nur sehr zögernd zu Vorschein. Der Spannungsbogen ist aus diesem Grund weit höher, als ich es bei einem solchen Buch erwartet hätte. Ich habe die akribischen Situations- und Personenbeschreibungen sowie den langsame Aufbau der Geschichte zutiefst genossen, und die Neugier auf die geheimnisvolle Vergangenheit von Pembrook Park hielt mich als Leserin regelrecht bei der Stange. Julie Klassen vernachlässigt dabei jedoch keinesfalls Romantik und Liebe, sie baut auch zwei wunderschöne und berührende Liebesgeschichten ein. Ihr gehobener Schreibstil sorgte in Kombination mit den romantischen und spannenden Elementen dafür, dass ich es nach dem Aufschlagen der ersten Seite dieses Buches nicht mehr schaffte, es aus der Hand zu legen – ich hatte mich innerhalb kürzester Zeit in den Schreibstil der Autorin verliebt. Julie Klassen entführte mich in längst vergangene Zeiten, ließ mich als stille Beteiligte Einblick in die Welt der gehobenen Gesellschaftsschicht nehmen, und bereitete mir einige Stunden lang allergrößtes Lesevergnügen.

Ich kann „Das Herrenhaus von Pembrook Park“ uneingeschränkt weiterempfehlen und lege es besonders jenen Lesern ans Herz, die an einer perfekten Mischung aus Liebes- und Kriminalroman mit Augenmerk auf christliche Werte interessiert sind.

Abschließend noch eine Bemerkung zum Buchcover: Bereits die optische Aufmachung dieses Buches ist ein wahrer Blickfang. Während man im Hintergrund ein hochherrschaftliches Gebäude zu erkennen vermag, zeigt sich dem Auge des Betrachters eine wunderschöne junge Frau in eleganter und schlichter Kleidung im Vordergrund dieser Szene. Ihr Gesichtsausdruck und ihr abgewandter Blick wirken sehr geheimnisvoll und man kann nicht umhin, sich unverzüglich dem Klappentext zuzuwenden, um „mehr“ über diese geheimnisvolle junge Schönheit zu erfahren.

Unbedingte fünf Bewertungssterne für dieses Lesevergnügen der ganz besonderen Art!