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Veröffentlicht am 16.04.2018

Eine gelungene Mischung aus Romantik, Spannung und Abenteuer!

Im frühen Morgenlicht
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Eine gelungene Mischung aus Romantik, Spannung und Abenteuer!

„Gott hat das für uns gefügt, nicht wahr?“ – „Sieht so aus.“ – „Das ist… erstaunlich“.

Das Leben von Morgan Spencer, einem reichen Buchautor ...

Eine gelungene Mischung aus Romantik, Spannung und Abenteuer!

„Gott hat das für uns gefügt, nicht wahr?“ – „Sieht so aus.“ – „Das ist… erstaunlich“.

Das Leben von Morgan Spencer, einem reichen Buchautor und Experten für Trendwenden, zerbricht in tausend Scherben, als nach dem Tod seiner Tochter auch noch seine über alles geliebte Ehefrau Jill bei einem tragischen Autounfall ums Leben kommt. Der einsame, trauernde Witwer bleibt mit seiner jüngsten Tochter Olivia alleine zurück, sein Bruder Rick und dessen Frau Noelle unterstützen ihn, wo sie nur können. Dennoch findet Morgan keine Lebensfreude mehr und lebt nur noch für die kleine Livie. Als plötzlich eine quirlige junge Frau mit krausen Locken und elfengleichen Zügen in Juniper Falls auftaucht und in ihrer Funktion als Nachlassverwalterin und eBay-Händlerin im Haus einer Verstorbenen alles für einen Weiterverkauf des Gebäudes leer räumen soll, kreuzen sich ihre Wege. Quinn Erin Reilly übt eine starke Anziehungskraft auf den trauernden Witwer aus, dieser hält jedoch eine erneute Beziehung zu einer Frau für ausgeschlossen. Als plötzlich Schatten aus Quinns Vergangenheit auftauchen und ihr Leben bedrohen, erweist Morgans umsichtiges Geschäftsgeschick und sein kühles, logisches Denkvermögen sich als Segen. Er steht Quinn zur Seite, ebenso wie seine Familie und seine Freunde…

Obgleich man bereits im Klappentext den etwaigen Fortgang dieser Geschichte erahnen kann, überraschte die Autorin mich mit dem hohen Unterhaltungswert dieses Buches. „Im frühen Morgenlicht“ ist nicht nur die Geschichte einer neuen, aufkeimenden Hoffnung und einer zarten jungen Liebe, sondern birgt zugleich einen sehr hohen Spannungsfaktor, der die Lektüre zu einem beinahe schon rasanten Erlebnis macht. Die Verfolgung durch einen brutalen Soziopathen, der weder vor Betrug, noch Mord zurückschreckt, lässt den Leser regelrecht durch die Seiten preschen, in der Hoffnung, dass das Gute siegen, und das Böse eine Niederlage erleiden möge. Die Autorin hat einen äußerst einnehmenden Schreibstil, die handelnden Personen empfand ich als sehr gut und vor allen Dingen glaubwürdig dargestellt, wobei neben den beiden Protagonisten auch viele Nebenfiguren in die Handlung eingewoben wurden. Besonders erwähnenswert ist der christliche Glaube, der stark ins Geschehen integriert wurde. Der Glaube an Gott spielt für die Protagonisten dieses Buches eine bedeutende Rolle, Werte wie Menschlichkeit, Nächstenliebe, Treue und Verzeihung werden hoch gehalten.

Ich habe mich durch dieses Buch von Kristen Heitzmann sehr gut unterhalten gefühlt, durfte romantische Augenblicke, fröhliche Familiengeschichte und einen spannenden Thriller als perfekt geschnürtes Paket erleben. „Im frühen Morgenlicht“ ist ein Buch, das ich sehr gerne weiter empfehle!

Veröffentlicht am 16.04.2018

Ein romantisches Abenteuer im Wilden Westen

Ein verheißungsvoller Frühling
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Ein romantisches Abenteuer im Wilden Westen

„Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, ...

Ein romantisches Abenteuer im Wilden Westen

„Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“

Dieser Bibelvers wurde zum Leitgedanken der sympathischen Protagonistin Charlotte Harding, einer jungen Witwe, die mit ihrem einjährigen Sohn David nach Cheyenne zog. Die ehemalige Lehrerin aus Vermont baute sich nach dem Tod ihres Ehemannes Oberleutnant Jeffrey Crowley im Wyoming-Territorium ein neues Leben auf und entwirft als Modemacherin elegante Kreationen für zahlungskräftige weibliche Kunden, die sie anschließend selber näht und in ihrem Modegeschäft „Élan“ verkauft. Die warmherzige und liebevolle Frau strahlt eine faszinierende Mischung aus Selbstvertrauen und Verwundbarkeit aus. Sie beschützt ihren blinden kleinen Sohn und vertraut mit ihrem starken Glauben auf die Fügung Gottes in ihrem Leben. Gwen Amos, ebenfalls verwitwet und Mutter einer dreijährigen Tochter, steht Charlotte zur Seite. Die fröhliche, lebensfrohe und optimistische Frau ist ihr Haushälterin und Freundin in gleichen Maßen. Durch die verwöhnte reiche Tochter eines wohlhabenden Zeitungsverlegers namens Miriam Taggert lernt sie deren potenziellen zukünftigen Ehemann Barrett Landry kennen. Die Ziele des wohlhabenden Rinderzüchters sind ehrgeizig, und seine hohe soziale Stellung sowie sein Reichtum ermöglichen es ihm, Miriam den Hof zu machen. In ihrem Modesalon treffen Charlotte und Barrett erstmals aufeinander, und die hübsche Witwe ist beeindruckt von dem attraktiven Gentleman mit den guten Manieren und der einnehmenden Art. Charlottes Freundschaft zu Miriam wird auf eine Probe gestellt, und es gibt auch ein Geheimnis um ihre eigene Vergangenheit, das sie um jeden Preis zu hüten sucht…

Amanda Cabots Roman hält exakt das, was er verspricht. „Ein verheißungsvoller Frühling“ ist eine zutiefst romantische Liebesgeschichte im Hintergrund des Wyoming-Territoriums im Jahre 1886. Es geht um Freundschaft, Vertrauen, Liebe, Treue und Betrug – ein wunderschönes Abenteuer im Amerika vergangener Zeiten. Die Autorin lässt ihre Leser in ihre Geschichte eintauchen, sie glänzt mit einem einnehmenden Schreibstil und fein ausgearbeiteten Protagonisten. Der christliche Glaube ist unaufdringlich in die Geschichte eingewoben, und eine geheimnisvolle Bedrohung aus der Vergangenheit sorgt für einen guten Spannungsbogen im Buch.

Ich möchte explizit auch auf das ausgezeichnete Coverfoto hinweisen, das die weibliche Protagonistin dieses Romans exakt so darstellt, wie es im Buch beschrieben wurde. Eine Tatsache, die nicht bei allen Büchern eine Selbstverständlichkeit zu sein scheint.

Es handelt sich hierbei um die Fortsetzung von „Der Sommer, der so viel versprach“, doch obgleich ich auch dieses bereits gelesen habe, bin ich nicht der Meinung, dass dessen Lektüre vorab zwingend erforderlich ist.

„Ein verheißungsvoller Frühling“ stellte für mich ein wunderschönes, sehr romantisches Abenteuer dar, bei dem ich tief ins Geschehen eintauchen und für einige Stunden alles um mich herum vergessen konnte. Für Fans romantischer historischer Liebesromane eine uneingeschränkte Leseempfehlung, und von mir auf jeden Fall volle fünf Bewertungssterne!

Veröffentlicht am 16.04.2018

Falsche Wahl

Falsche Wahl
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Der Wahlkampf ist zentrales Thema in Cape Refuge und beschäftigt die Gemüter der Einwohner. Ben Jackson, Sam Sullivan und Jonathan Cleary kandidieren jeweils für das Amt des Bürgermeisters und bereiten ...

Der Wahlkampf ist zentrales Thema in Cape Refuge und beschäftigt die Gemüter der Einwohner. Ben Jackson, Sam Sullivan und Jonathan Cleary kandidieren jeweils für das Amt des Bürgermeisters und bereiten sich auf eine entscheidende Podiumsdiskussion vor, als Ben Ehefrau Lisa plötzlich als vermisst gemeldet wird. Der Polizeichef des Cape Refuge Police Department, Matthew Cade, nimmt die Ermittlungen auf. Der Verdacht einer geschickten Wahlbeeinflussung durch bewusste Erregung der öffentlichen Aufmerksamkeit erweist sich rasch als nichtig, als die Leiche der Vermissten im Fluss entdeckt wird. Lisa wurde ermordet, Ben Jackson scheint am Boden zerstört. Matthew Cades Nachforschungen bringen brisante Details ans Licht. Es tauchen delikate Briefe einer angeblichen Geliebten Ben Sullivans auf, Alan Sims, Lisas Arzt für ihre Kinderwunschbehandlung, wird auf den Zahn gefühlt, und auch das Umfeld des Wahrsagers Carson Graham, der den Tatort in allen Einzelheiten verdächtig genau beschreiben konnte, wird überprüft. Es gibt viele Verdachtsmomente und unzählige Fährten, die Cade zu verfolgen hat, doch die Mittel der örtlichen Polizei sind begrenzt. In der Journalistin Blair Owens findet der sympathische Ermittler kluge und hilfreiche Unterstützung bei seinen Recherchen, als jedoch ein weiterer Mord geschieht, ist rasches Handeln gefragt. Ob Cade es schafft, die Identität des Mörders rechtzeitig herauszufinden?

Im dritten Teil der Cape Refuge Reihe erzählt Terri Blackstock die Geschichte eines tragischen Mordfalls, der die Gemüter der Insel erschüttert. Sie startet mit einer kleinen privaten Tragödie des Ehepaars Cleary und stellt ihren Lesern die handelnden Personen ihres Buches vor. Morgan Cleary, die von ihren kürzlich verstorbenen Eltern die Leitung des Hanover House übernommen hat, sieht den Gehorsam gegenüber Gott, Selbstdisziplin und Liebe als Segnung an und spiegelt dies in all ihren Handlungen. Hanover House gilt auf Cape Refuge als vorübergehendes Zuhause für Menschen, die versuchen, ihre Leben wieder in den Griff zu bekommen. Das Ehepaar bietet seinen Pensionsgästen ein Resozialisierungsprogramm und vermittelt in dem christlichen Haus kostenlos biblische Grundlagen. Morgans Ehemann Jonathan bietet auf Cape Refuge Fischfang-Touren an, arbeitet als Pastor in der kleinen Kirche der Insel, und konzentriert sich daneben auch noch auf seine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters.

Eine weitere wichtige Rolle in diesem hochspannenden Buch spielt der Polizeichef Matthew Cade, Jonathans bester Freund und zugleich die große Liebe von Morgans Schwester Blair. Blair Owens ist Inhaberin eines kleinen Zeitungsverlags auf Cape Refuge. Sie versucht, bei ihrer Arbeit die biblischen Grundsätze der Ehrlichkeit und der Liebe zu verwirklichen, berichtet mit Seriosität und gesundem Menschenverstand. Ihre große Neugier, ihre rasche Auffassungsgabe, ihr Talent, zuzuhören und im richtigen Moment die richtigen Fragen zu stellen, machen die junge Frau zu einer wertvollen Hilfe bei der Ermittlungsarbeit der Polizei.

Abgesehen von den vier Protagonisten bringt Terri Blackstock auch einige äußerst interessante Nebenfiguren in die Handlung ein. Der mit hohem Spannungsfaktor ausgestattete Mordfall ist mit den persönlichen Schicksalen der Clearys und deren Umfeld verwoben, wobei der Schreibstil der Autorin äußerst einnehmend und Interesse weckend ist. Die Tatsache, dass biblische Werte und der Glaube an Gott eine tragende Rolle in diesem Roman spielen, wertet den Inhalt zusätzlich auf. Was mich ganz besonders für dieses Buch erwärmt hat, waren die in die Tiefe gehenden und äußerst bereichernden Gespräche der handelnden Personen. Terri Blackstock ermöglicht es ihren Lesern, an der persönlichen Entwicklung ihrer Protagonisten teilzuhaben und bezieht sie auch emotional in die Geschichte ein.

„Falsche Wahl“ hat aufgrund meines Faibles für gute Kriminalromane und meiner großen Vorliebe für christliche Romane mein Interesse geweckt und ich wollte unbedingt erfahren, wie der Autorin die Vermischung dieser beiden Komponenten gelungen ist. Das vorliegende Buch hat mich in jeder Hinsicht überzeugt und ich kann diesen ausgezeichneten Spannungsroman mit WERTvollem christlichen Inhalt uneingeschränkt weiter empfehlen.

Bücher aus dem BOAS-Verlag repräsentieren für mich mittlerweile erstklassige Lektüre, und ich kann sie jedem nur ans Herz legen!

Veröffentlicht am 16.04.2018

Ein kleines Stückchen Seligkeit

Ein kleines Stückchen Seligkeit
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Der 25jährige Neil Fisher kommt nach seinem Theologiestudium und der absolvierten Ausbildung zum Gemeindepfarrer in eine beschauliche Kleinstadt in England, um sich für den Posten eines Vikars vorzustellen. ...

Der 25jährige Neil Fisher kommt nach seinem Theologiestudium und der absolvierten Ausbildung zum Gemeindepfarrer in eine beschauliche Kleinstadt in England, um sich für den Posten eines Vikars vorzustellen. In der St. Stephen’s Gemeinde in Dunbridge plant er ein dreijähriges Vikariat. Bei seiner Ankunft trifft Neil auf die Pfarrerin Margaret Prowse und taucht dank der quirligen Frau mit dem barschen Tonfall sofort tief in die Geschicke ihrer Schäfchen ein. Das Leben in Dunbridge weicht stark von allem ab, was er während seiner Ausbildung gelernt hat, denn nun zählt praktische Umsetzung, anstatt trockener Theorie.

Wer sich anhand des Coverfotos oder des Klappentextes eine beschauliche oder romantische Geschichte erwartet hat, wird von diesem Buch vielleicht enttäuscht sein. Pam Rhodes kann auch keinen hohen Spannungsfaktor aufweisen, es gibt keine schockierenden und unerwarteten Wendungen. Was dieser außergewöhnlichen Autorin jedoch gelungen ist, ist eine exzellente Charakterstudie von „echten“ Menschen mit „echten“ Problemen. Pam Rhodes liefert eine liebenswürdige Beschreibung von Gemeindemitgliedern, die sich um ihre Mitglieder und Nächsten kümmert. Die handelnden Personen sind keine „reichen, schönen und beinahe fehlerlosen Superhelden“. Sie sind Menschen von nebenan, und zudem derart einnehmend charakterisiert, dass sie mir im Verlauf des Buches unweigerlich ans Herz gewachsen sind. Der einnehmende Schreibstil, die warmen Töne zwischen den Zeilen, das Verständnis und die Hingabe, mit der sich die Autorin in ihrer Erzählung den handelnden Personen und deren Lebensgeschichten widmet, haben mich sehr berührt. Die Hauptfigur dieses Buches ist zweifellos der junge Vikar Neil Fisher. Pam Rhodes bringt aber zugleich auch zahlreiche Nebenfiguren in ihre Geschichte ein und widmet sich ihnen mit großer Liebe zum Detail und vielen Emotionen. In ihrem Buch spielt auch Humor eine Rolle, und einige Szenen brachten mich unweigerlich zum Schmunzeln. Mich auf eine der handelnden Personen festzulegen ist schwierig und beinahe unmöglich. Ganz besonders berührt hat mich jedoch die Geschichte der alten Dame namens Elsie, dicht gefolgt von Neils neuem Nachbarn Harry Holloway und seiner Familie. Als Neils kapriziöse und narzisstische Mutter Iris beschließt, ihren „verlorenen Sohn“ zu besuchen und ihn davon zu überzeugen, diese „Schnapsidee“ aufzugeben und einen „ordentlichen Beruf“ zu ergreifen, kommt mit ihrer Person auch Aufregung und Turbulenz ins Spiel.

Der Inhalt dieses Buches hat mich vollkommen für sich eingenommen. Ich kann diese feinfühlige, in wunderbarem Schreibstil dargebrachte Geschichte über die St. Stephen’s Gemeinde in Dunbridge jedem ans Herz legen, der leise Töne und liebevoll gezeichnete Personen mit ganz normalen Fehlern und Schwächen zu schätzen weiß. „Ein kleines Stückchen Seligkeit“ kann ich nur als wunderschöne Leseerfahrung, die mir große Freude bereitet hat, bezeichnen. Uneingeschränkte Leseempfehlung, und fünf Bewertungssterne dafür!

Veröffentlicht am 16.04.2018

Hüter des Erbes

Hüter des Erbes
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„An einem einzigen Tag, am 13. Tag des 12. Monats, des Monats Adar, sollen alle Juden getötet werden – Junge und Alte, Kinder und Frauen.“

Dieser unheilvolle Erlass des persischen Königs Xerxes erklärt ...

„An einem einzigen Tag, am 13. Tag des 12. Monats, des Monats Adar, sollen alle Juden getötet werden – Junge und Alte, Kinder und Frauen.“

Dieser unheilvolle Erlass des persischen Königs Xerxes erklärt die Juden zu seinen Feinden und bedroht das Leben der gesamten jüdischen Bevölkerung im Königreich. Initiator dieser furchtbaren Anordnung ist ein amalekitischer Prinz namens Haman, Sohn des Hammedata, des Agagiters, ein erklärter Feind der Juden, zugleich aber als Hauptverwalter des Königs auch dessen rechte Hand. Die Reaktion der jüdischen Einwohner Babylons auf dieses historisch belegte und auf biblischen Grundlagen basierende Ereignis ist das zentrale Thema dieses Romans aus der Feder Lynn Austins. In insgesamt 61 Kapiteln erzählt die Autorin die Geschichte des 35jährigen Thoralehrers Esra ben Seraja, der zeitlebens die heiligen Gesetze Gottes studierte und deutete und ein Leben in gelehrter Einsamkeit vorzog. Der Mann aus dem Stamme Levi wird von seinen Glaubensbrüdern bei Fragen zur Thora zu Rate gezogen, und als der unheilschwere Erlass wie ein Damoklesschwert über die Bevölkerung schwebt, wenden sich die Ältesten auch diesmal hilfesuchend an Rebbe Esra. Nach Wochen und Monaten des Bangens scheinen die inbrünstigen Gebete der Juden erhört zu werden: der König unterzeichnet einen weiteren Erlass, der den ersten zwar nicht aufzuheben vermag, den Todgeweihten jedoch neue Hoffnung schenkt. Sogar der lang ersehnte Herzenswunsch der jüdischen Glaubensbrüder, eine Rückkehr in ihre Heimat Jerusalem, scheint plötzlich wie durch ein Wunder in erreichbare Nähe zu rücken. In diesem prächtigen Epos erzählt die Autorin auf beinahe fünfhundert Romanseiten den Leidensweg der babylonischen Juden.

Lynn Austin hat mit diesem faszinierenden Buch demonstriert, wie Bibelgeschichte lebendig gemacht und spürbar erlebt werden kann. Anhand des sympathischen Protagonisten Esra ben Seraja sowie dessen Schwägerin Deborah verfrachtet sie die Ereignisse des Jahres 473 vor Christus in die Gegenwart und lässt ihre Leser tief ins Geschehen eintauchen. Die handelnden Personen sind niemals nur „Schwarz-Weiß“ gezeichnet, sie durchleben vielmehr zum Teil enorme Entwicklungen, wie man es besonders am Beispiel des Ruben ben David sieht. Das endomitische Mädchen Amina würde ich persönlich als meine erklärte Favoritin unter den Figuren dieses Buches bezeichnen – ihre beeindruckende Lebensgeschichte und ihr großer Glaube, der allen Widerständen trotzt und ihr immer wieder Trost und Zuversicht gibt, haben mich überwältigt.

Die exzellent recherchierten historischen Fakten werden anhand biblischer Grundlage in einem derart einnehmenden Schreibstil erzählt, dass man sich der Anziehungskraft dieser Geschichte kaum entziehen kann. Neben lebhafter und detaillierter Personenbeschreibungen und der erwähnten historischen Fakten erfährt man in Verlauf der Handlung auch viel über das Alltagsleben, die Sitten und Lebensgewohnheiten der jüdischen Bevölkerung, die von jener der Babylonier stark abwich. Der interessierte Leser bringt eine Menge über die jüdischen Bräuche in Erfahrung, der Glaube an Gott spielt eine tragende Rolle in diesem Buch. Lynn Austin versteht es ausgezeichnet, die historischen Entwicklungen nicht nur wiederzugeben, sondern sie auch mit unzähligen Zitaten aus der Bibel zu belegen.

Ich habe jede einzelne Seite dieser meisterhaft erzählten Episode aus dem Alten Testament genossen und hatte durch den eindrucksvollen Schreibstil der Autorin beinahe den Eindruck, mich mitten im Geschehen zu befinden. Ein kleines, aber wichtiges Detail stellte für mich das Glossar am Ende des Buches dar, das die verwendeten jüdischen Begriffe übersetzt bzw. erläutert.

Zu guter Letzt möchte ich auch noch auf das authentische Buchcover hinweisen, das die inhaltlich beschriebenen Personen ziemlich detailgetreu widergibt, ebenso wie die von einem Baum dominierte Landschaft im Hintergrund und das aus Steinen gebaute Haus. Aufgrund dieses anziehenden Titelbildes ist der Griff zum Buch bereits vorprogrammiert.

„Hüter des Erbes“ stellte für mich ein Leseerlebnis der ganz besonderen Art dar, und Lynn Austin katapultierte sich durch dieses grandiose Werk sofort an die Spitze meiner favorisierten Autoren im Bereich der Christlichen Romane. Erstklassige fünf Bewertungssterne – und eine uneingeschränkte Leseempfehlung!