Die Zarentochter
Die Zarentochter (Die Zarentöchter-Saga 2)Petra Durst-Benning erzählt in ihrem Roman die Geschichte der Kinder des russischen Zaren Nikolaus I. und konzentriert sich dabei auf die Protagonistin Olga. Die Autorin steigt im Dezember 1825 in die ...
Petra Durst-Benning erzählt in ihrem Roman die Geschichte der Kinder des russischen Zaren Nikolaus I. und konzentriert sich dabei auf die Protagonistin Olga. Die Autorin steigt im Dezember 1825 in die Geschichte ein, als Olga gerade mal drei Jahre alt ist und endet mit ihrer Heirat im Jahre 1945. Dazwischen wird der Leser in die Geschichte der Romanow-Kinder eingebunden, erlebt die Kinder- und Jugendzeit, das Erwachsenwerden, die Einführung bei Hofe und schließlich die Brautwerbungen sowie die Hochzeiten dieser prominenten Geschwister. Das strenge Hofzeremoniell und die Sitten bei Hofe werden in lebhaften Farben geschildert, zugleich aber auch die große Not und Armut der ländlichen Bevölkerung erwähnt. Für mich als „Neuling“ im Bereich der Historischen Romane war diese Familien- bzw. Liebesgeschichte ein wunderschöner Ausflug in die Welt der Reichen und Schönen Russlands. Der in Schulzeiten einst so langweilige und trockene Geschichtsunterricht, der oft in einer Aneinanderreihung von Jahreszahlen endete, wurde mit einem Mal lebendig. Ich empfand die Umsetzung der Grundidee als überaus interessant und freute mich bereits beim Lesen der letzten Seite dieses Romans auf dessen Fortsetzung.
Die Autorin versteht es, den Leser sofort in ihren Bann zu ziehen und für die Geschichte und ihre Protagonisten zu begeistern. Obgleich es sich hierbei um einen historischen Roman und keinen fesselnden Thriller handelt, war der Spannungsbogen für meinen Geschmack relativ hoch und ich fühlte mich außerstande, dieses Buch zur Seite zu legen. Die Neugier darauf, wie die Dinge sich entwickeln werden und die Tatsache, dass dies keine reine Fiktion war, brachten mich dazu, dieses Buch an einem Nachmittag zu lesen. Die Geschichte ist in insgesamt 31 Kapitel unterteilt und aus der Sicht des Erzählers in der Mitvergangenheit geschrieben, die Sätze sind klar und eindringlich. Ein Prolog mit Datumsangabe zu Beginn und einige Anmerkungen mit Quellenangaben runden das Gesamtbild ab. Eine Leseprobe auf den letzten Seiten weckt in dem Leser die Neugier auf die Fortsetzung der Geschichte um die russische Zarentochter Olga in ihrem neuen Heimatland Deutschland.
Frau Durst-Benning hat es geschafft, jeden einzelnen ihrer Protagonisten – auf ihre Art – liebenswert erscheinen zu lassen. Sowohl das Zarenpaar Nikolaus und Alexandra als auch die Kinder Mary, Olly, Adini, Sascha und Kosty sind sehr lebendig gezeichnet und es gelingt dem Leser mit Leichtigkeit, sich in sie hinein zu versetzen. Intensiv lebt und leidet man mit ihnen durch die gesamte Geschichte hindurch. Auch den Nebenfiguren wird einige Aufmerksamkeit zuteil. Ich hätte mir jedoch mehr Details über den Lebensretter des kleinen Zarensohnes, dem Sohn des Bootsmannes namens Mischa, und Prinz Alexander Bariatinski erwartet. Die Erzählung beschränkt sich zum Großteil auf die Zarenfamilie selber, während das Umfeld nur grob gezeichnet wird.
Es handelt sich hierbei um eine Weltbild-Ausgabe mit einem Bild der russischen Zarentochter Olga in rosafarbenem Kleid. Der blaue Hintergrund passt trotz des Kontrastes erstaunlich gut und eine rot-blaue Schrift vervollständigt das Gesamtbild. Bereits die Optik lädt zum Lesen des Klappentextes ein und verspricht eine Familien- und Liebesgeschichte der „oberen Zehntausend“. Überaus wichtig war für mich der Zusatz zum Inhalt im Klappentext, dass es sich hierbei um eine wahre Geschichte handelt.
Ich empfand die Lektüre dieses wunderschönen historischen Romans von Petra Durst-Benning als reines Lesevergnügen und freue mich bereits auf den Folgeband „Die russische Herzogin“.