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Veröffentlicht am 18.04.2018

Das Café der kleinen Träume

Das Café der kleinen Träume
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Sharon Owens Buch „Das Café der kleinen Träume“ ist eine Sammlung von romantischer und teilweise auch tragischer Geschichten. Sie handeln allesamt von Stammgästen des „Muldoon’s“, einem gemütlich-nostalgischen ...

Sharon Owens Buch „Das Café der kleinen Träume“ ist eine Sammlung von romantischer und teilweise auch tragischer Geschichten. Sie handeln allesamt von Stammgästen des „Muldoon’s“, einem gemütlich-nostalgischen Lokal in der Mulberry Street, mitten im Herzen von Belfast.

Daniel und Penny Stanley, die Besitzer des Café’s, seit Jahren ein eingespieltes Team und mit dem Haus eng verwoben, langweilen sich in ihrer Ehe und haben sich auseinander gelebt. Während Daniel ein großes Geheimnis um seine Vergangenheit und das Haus in der Magnolia Street macht, versucht Penny durch eine Affaire mit Richard Allen dem trostlosen Alltag zu entfliehen.

Das schrullige Geschwister-Paar Beatrice und Alice Crawley, pensionierte Lehrerinnen und aktive Spenden-Sammlerinnen tauchen ebenso in dem Buch auf wie Brenda Brown, eine arme Künstlerin, die hoffnungslos in Nicholas Cage verliebt ist und ihm täglich romantische Liebesbriefe schreibt.

Millie und Jack Mortimer, enge Freunde von Penny, versuchen zwischen Daniel und Penny zu vermitteln und stehen Penny in ihrer Verzweiflung um die verloren geglaubte Liebe von Daniel sowie seinem krankhaften Geiz zur Seite.

Es folgt die Geschichte der attraktiven jungen Gärtnerin Rose Thompson, die sich erst kürzlich von ihrem oberflächlichen Ehemann John getrennt hat, und Henry Blackstaff, der mit der Lehrerin Aurora verheiratet ist. Aurora ist Gründerin eines Bronte-Zirkels, kümmert sich kaum um die Bedürfnisse und Wünsche ihres Ehemannes und lebt in ihrer kleinen Scheinwelt, die aus verstaubten Büchern und längst vergangenen Zeiten besteht.

Die Autorin erzählt auch von Claire Fitzgerald, einer erfolgreichen Geschäftsfrau und Chefredakteurin einer hochwertigen Zeitschrift für exklusives und kunstvolles Interieur, die durch einen dummen Zwischenfall in den Straßen von Belfast die Adresse ihres Lebensmenschen Peter Prendergast verloren hatte und ihn nun nach so vielen Jahren wieder zu finden scheint.

Zu guter Letzt berichtet Sharon Owens auch vom Ehepaar Sadie und Arnold Smith, dem sie viel Platz in ihrem Buch gibt. Sadie, für ihren Mann bloß die praktische Haushälterin und Betreuerin seiner Eltern Daisy und Maurice, wird von ihrem Mann aufgrund ihrer molligen Taille schikaniert und mit der gertenschlanken Patricia betrogen. Nachdem Sadie die beiden im Büro belauscht und zu hören bekommt, wie die beiden über sie lästern und welche Pläne sie mit ihr haben, rastet sie aus. Die Situation eskaliert und „Sadie räumt auf“.

Ich empfand beim Lesen von „Sadie’s Geschichte“ eine Art „deja vue“ – es schien mir wie eine exakte Nacherzählung des Filmes „Die Teufelin“.

"Das Café der kleinen Träume" ist ein durchaus amüsantes und interessantes Buch, das meiner Meinung nach aber versucht, zu viele Geschichten auf einmal zu erzählen - und dabei ein wenig zu oberflächlich bleibt.

Ich würde es als durchaus lesenswert bezeichnen, empfehle es aber lediglich als leichte Lektüre für einen gemütlichen Nachmittag auf der Couch.

Veröffentlicht am 18.04.2018

Die Totengräberin

Die Totengräberin
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Sabine Thiesler hat mit ihrem Roman „Die Totengräberin“ einen wahrlich packenden Thriller geliefert. Sie punktet mit höchster Spannung von der ersten bis zur letzten Seite dieses Buches und versteht es, ...

Sabine Thiesler hat mit ihrem Roman „Die Totengräberin“ einen wahrlich packenden Thriller geliefert. Sie punktet mit höchster Spannung von der ersten bis zur letzten Seite dieses Buches und versteht es, den Leser derart zu fesseln, dass er diesen Roman nicht aus der Hand zu legen vermag.

Auch dieses Mal spielt die Handlung in Italien und auch dieses Mal geht es um Mord. Magda und Johannes wollen nach einer Ehekrise ein paar schöne Wochen in ihrem Haus in der Toskana verbringen und wieder zu einander finden. Doch es kommt ganz anders, als von Johannes geplant. Magda ist nämlich keineswegs bereit, die Affäre ihres Ehemannes mit der schönen Carolina zu verzeihen und sie schmiedet einen teuflischen Racheplan. Als ihr Schwager Lukas, der Bruder ihres Mannes, zu Magda in die Toskana kommt, eskaliert die Situation und entsetzliche Dinge geschehen auf dem verträumten Landgut.

Ich möchte hier an diesem Punkt mit der Beschreibung des Inhalts enden, um nicht zuviel zu verraten, kann aber „Die Totengräberin“ von Sabine Thiesler auf alle Fälle empfehlen.

Für die Spannung im Buch vergebe ich gerne vier Bewertungssterne, für die Handlung selber eher drei – ebenso für die wenig überzeugende Darstellung des italienischen Kommisars Neri. Sein Verhalten und auch das seiner Kollegen, die ihm diese unprofessionellen Vorgehensweisen bei seinen Ermittlungen durchgehen lassen, ist fern ab jeglicher Realität.

Schade.

Veröffentlicht am 18.04.2018

Frevel im Beinhaus

Frevel im Beinhaus
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Mein erste Bekanntschaft mit einem Werk von Petra Schier machte ich durch das Hörbuch "Frevel im Beinhaus".

Die Geschichte um die Apothekerfamilie Burka, bei der der Medicus Neklas Burka dämonischer ...

Mein erste Bekanntschaft mit einem Werk von Petra Schier machte ich durch das Hörbuch "Frevel im Beinhaus".

Die Geschichte um die Apothekerfamilie Burka, bei der der Medicus Neklas Burka dämonischer Verschwörungen, des Raubes von Knochen aus dem Gebeinhaus und des Mordes an der schwangeren Frau des Schusters und ihres ungeborenen Kindes bezichtigt wird, wird in insgesamt neun CD's ungekürzt wieder gegeben.

Die Hauptrolle dabei spielt Adelina Burka, die Ehefrau des angeklagten und inhaftierten Medicus, die ihrerseits schwanger ist, sich aber dennoch nicht daran abhalten lässt, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Ob es ihr gelingt, den wahren Mörder zu finden, und wie sie dabei vorgeht, ohne selber Opfer des gefährlichen Killers zu werden, erzählt dieser historische Kriminalroman in interessantem Schreibstil.

Einzig die laufenden Verniedlichungen, wie z.B. die ungezählte Erwähnung des "Kindleins" im Bauch der Schwangeren, oder die Bezeichnung "Kindchen" oder "Türchen" wirkten ein wenig befremdlich auf mich.

Da ich zudem die Vertonung durch Sabine Swoboda sehr langatmig und emotionslos empfand, kann ich für den Unterhaltungswert dieses Hörbuchs auch nur maximal drei Bewertungssterne vergeben.


Veröffentlicht am 18.04.2018

Ein kalter Strom

Ein kalter Strom
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Im ersten Handlungsstrang erfährt man die Geschichte des psychopathischen Serienkillers, an dessen Großvater schreckliche Gräueltaten durch die Nazis verübt wurden. Der Großvater überlebte, war jedoch ...

Im ersten Handlungsstrang erfährt man die Geschichte des psychopathischen Serienkillers, an dessen Großvater schreckliche Gräueltaten durch die Nazis verübt wurden. Der Großvater überlebte, war jedoch psychisch schwer geschädigt. Und er lebte seine ganzen Aggressionen am kleinen Enkelsohn aus, den er seinerseits schwer misshandelt und psychisch foltert. Was heraus kommt, ist ein groß gewordener kleiner Junge, der seinem mörderischen Hass ein Ventil liefert.

In einem zweiten Handlungsfaden wird die Geschichte des Kriminellen Tadeusz Radecki und seines Partners, Darko Krasic, erzählt.

Die verdeckte Ermittlerin Carol Jordan versucht in Zusammenarbeit mit dem Psychologen und Profiler Tony Hill, tiefere Einblicke in die Geschäfte der beiden Verbrecher zu erhalten.

Als erste Lektüre der Autorin Val McDermid fand ich den Einstieg mit dem Hörbuch "Ein kalter Strom" nicht sehr überzeugend. Meine große Erwartungshaltung wurde mangels überzeugender Protagonisten, tiefer Charakterzeichnungen und Spannung leider enttäuscht. Auch die Handlung an sich empfand ich an einigen Stellen überzogen und etwas unglaubwürdig, das Ende unspektakulär und einige Fragen offen lassend.

Gute Unterhaltung für einige Stunden Autofahrt ... nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Veröffentlicht am 18.04.2018

Politik, Macht und deren Missbrauch

Zwillingsspiel
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Als es in Berlin zu einer Bombenexplosion am S-Bahnhof Savignyplatz kam, bei der sieben Menschen starben, hatte Kommissar Paul Selig gerade Bereitschaftsdienst, während all seine Kollegen bei einer kurzfristig ...

Als es in Berlin zu einer Bombenexplosion am S-Bahnhof Savignyplatz kam, bei der sieben Menschen starben, hatte Kommissar Paul Selig gerade Bereitschaftsdienst, während all seine Kollegen bei einer kurzfristig einberufenen Fortbildungsveranstaltung waren. Der introvertierte Ermittler mit der niedrigsten Aufklärungsquote seiner Abteilung genoss kein hohes Ansehen seine Ermittlungstätigkeiten betreffend und missmutig machte er sich auf den Weg zum Tatort. Der schockierende Anblick der zerfetzten Leichen traf ihn völlig unvermittelt und die Aufnahme seiner Ermittlungen gelang ihm nur zögerlich. Mit Hilfe von drei zuverlässigen Kollegen und einigen kleinen Erfolgserlebnissen wurde jedoch sein Kampfgeist geweckt und der zaghafte, in Stresssituationen stotternde Polizist wuchs über sich hinaus.

Markus Stromiedel wartet mit einem sehr komplexen, viele Themen umfassenden Plot auf. Dass das erste Opfer, Isabel Kaskan, die Tochter des berühmten Regierungsberaters Alexander Kaskan ist, bringt den ersten Stein ins Rollen … dem viele weitere folgen sollen. Alexander Kaskan beginnt, nachzuforschen und vieles zu hinterfragen, parallel dazu auch der polizeiliche Ermittler Paul Selig. Unabhängig voneinander durchkreuzen sie langsam die ausgeklügelten Pläne des geheimnisvollen Drahtziehers im Hintergrund, und viele weitere Bombenattentate lenken den Verdacht auf islamische Aktivisten, lassen eine terroristische Anschlagswelle vermuten. Schlimme Ausschreitungen in Kreuzberg scheinen diesen Verdacht zu bestätigen, doch Paul Selig stellt auch hier Untersuchungen an.

Der Autor liefert mit dem Zwillingspärchen Paul Selig und Lisa Westphal zwei interessante Protagonisten, die verschiedener nicht sein könnten. Paul, zurückgezogen, ruhig und mit seinem bescheidenen Auskommen zufrieden bildet einen krassen Gegensatz zur eiskalten Karrierefrau Lisa, die als Beraterin des Innenministers buchstäblich über Leichen geht, um ihre eigenen Karrierepläne durchzusetzen. Lisas Aktionen, um die Sympathiewerte des Kanzlers vor den anstehenden Bundestagswahlen zu beeinflussen, sind brutal und berechnend.

Der rasante Plot und sehr schnell wechselndes Szenario jagen den Hörer durch diesen Krimi, den ich persönlich beinahe schon als Thriller bezeichnen möchte. Die Zahl der Verdächtigen ist groß, viele Fährten werden verfolgt, und letztendlich wieder fallen gelassen. Und Paul kommt in seinen Ermittlungen näher an den eigentlichen Drahtzieher heran, als ihm lieb ist. Er wird verletzt, kämpft aber trotz schwerer Kopfverletzungen mit letzter Kraft weiter. Dieser eklatante Wandel von beruflichem Müßiggänger zum knallharten Polizeibeamten, der sich in seinen Fall verbeißt und niemals locker lässt, war mir persönlich zu unglaubwürdig, auch einige der Nebenfiguren dieser Geschichte zu blass.

Gerne hätte ich mehr über einige von Pauls Kollegen bzw. über die politischen Machthaber Bachstein und Weyland erfahren. Markus Stromiedel konzentrierte sich mit seinen lebhaften Personenbeschreibungen vor allen Dingen auf Paul Selig, Lisa Westphal und Alexander Kaskan, die authentisch wirkten und Interesse weckten.

Die komplexe Geschichte, deren gut konstruierte Zusammenhänge sich dem Hörer erst nach und nach offenbaren, wird in erstklassiger Art und Weise durch David Nathan vertont.

Nathan ist es auch, der die stellenweisen Längen dieses Hörbuches durch seine lebhafte, mitreißende Stimme zu überbrücken vermag und „Zwillingsspiel“ eine besondere Note gibt.