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Veröffentlicht am 18.04.2018

Unheimlich

Nachtparade
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Eine neue Seuche, der ganze Dörfer, Städte, Landstriche zum Opfer fallen. Ein Vater auf der Flucht, der sein Kind anlügt, weil er ihm die grausige Wahrheit nicht zumuten will. Die Frau tot. Die Umstände, ...

Eine neue Seuche, der ganze Dörfer, Städte, Landstriche zum Opfer fallen. Ein Vater auf der Flucht, der sein Kind anlügt, weil er ihm die grausige Wahrheit nicht zumuten will. Die Frau tot. Die Umstände, die zum Tod führen, erschließen sich nur allmählich. Ein Kind, das unheimliche Fähigkeiten entwickelt, die sich im Verlauf der nervenzerrenden Flucht weiter entwickeln und immer mysteriöser werden. Ein sterbender Vater, der sich erst ganz zum Schluss seine Krankheit eingesteht. Dazwischen immer wieder verstörende Aufenblicke, in denen man nicht weiß, was Halluzination, Lüge, Halbwahrheit oder Wahrheit ist.
Durch die Rückblicke vom Jetzt auf Ereignisse, die Jahre, Monate, Wochen und schließlich nur noch Tage zurückliegen, wird der Leser ganz allmählich in die Geschichte hineingezogen. So wird ein Spannungsbogen bis zum Schluss aufgebaut. So gut die Geschichte geschrieben ist, durch die Art, wie die Menschen schließlich sterben, die Art, wie mit Quarantänen, Evakuierungen, Beobachtungen und Verfolgungen umgegangen wird, wird es dem Leser zunehmend mulmig. Auch das offene Ende der Geschichte, hinterlässt ein ungutes Gefühl. Das ist insofern schade, als man das Buch dennoch von vorne bis hinten in einem Rutsch durchlesen konnte. Mein Fazit daher: Ja gerne mehr von diesem Autor, aber keine Fortsetzung dieser Geschichte.

Veröffentlicht am 06.04.2026

Beklemmend

Unter dem Strand
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Eigentlich will Cay nur einen Artikel für das Süseler Tageblatt schreiben, denn es steht der 80-jährige Jahrestag des Untergangs der Cap Arkona in der Lübecker Bucht an und wie jedes Jahr gibt es eine ...

Eigentlich will Cay nur einen Artikel für das Süseler Tageblatt schreiben, denn es steht der 80-jährige Jahrestag des Untergangs der Cap Arkona in der Lübecker Bucht an und wie jedes Jahr gibt es eine Gedenkfeier, mehr oder minder beachtet. Aber dies ist eben ein Jubiläum und daher ist Platz für einen kleinen Artikel. Und eigentlich hat Cay auch so gar keine Lust auf diesen Auftrag, aber sie ist chronisch pleite, von daher ... Vor Ort allerdings stolpert sie über die Leiche einer jungen Frau, Sie meldet dies bei der Polizei, die sie anweist, bei der Leiche bis zum Eintreffen der Polizei zu warten. Was sie ursprünglich auch vorhat, es sich dann aber anders überlegt. Flugs macht sie ein paar Fotos der Leiche (sie weiß, dass das nicht richtig ist) und verlässt den Ort des Geschehens, um die Fotos, schließlich bringt das Geld, zu verkaufen, die auch alsbald in einem Online-Dienst erscheinen. Von da an steht ihr Leben auf dem Kopf. Bei ihr wird eingebrochen, die Kamera gestohlen, sie wird um eine geliehen zweite Kamera gebracht, fühlt sich zunehmend beobachtet und die Einbrüche bei ihr häufen sich. Sie beginnt im Umfeld der Toten zu forschen und geht auch Gerüchten nach, wonach es sich damals beim Untergang der Cap Arkona und weiterer Schiffe um ein Massaker gehandelt haben soll, wobei Tausende Kriegsgefangenen und Häftlingen des Konzentrationslagers Stutthof zu Tode gekommen sein sollen. Bloß stößt sie in der Umgebung auf eine Mauer des Schweigens, davon will niemand etwas wissen. Je stärker sie forscht, umso ungesunder wird ihr Leben, um es mal vorsichtig zu formulieren. Diese unglaubliche Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Aus der von Leon, einem Insassen des Lagers, der von Cay, aber auch von der Toten und weiteren zentralen Personen in diesem Kriegsdrama. Dadurch bleibt die Geschichte spannend und lebendig und macht betroffen ob der Zu- und Umstände und des Grades des Wegsehens und Verdrängens, was teils schon sarkastisch dargestellt wird. Was die Geschichte leider ein wenig herunterzieht, ist die Person der Cay, die extrem phlegmatisch und wenig empathisch erscheint. Sie scheint selbst ein Trauma mit sich zu schleppen, nutzt dabei andere aber extrem aus. Sie geht sehr naiv und unprofessionell an ihre Recherche. Ihre Selbstreflextionen machen die Geschichte langatmig, was ihr nicht gut tut. Das Wort prokastinieren wird ein wenig zu häufig bemüht. Und am Schluss hat man den Eindruck, dass die Geschichte nicht wirklich auserzählt ist, trotz der Seitenzahl von 588 im E-Book.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Anstrengend

Dunkelmann
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Es beginnt mit einem Mord in einem Restaurant. Geht weiter mit einem merkwürdigen Einsatz in der Türkei, bei dem Maja Birk einen Mittelsmann, der von einem Informanten wichtige Informationen erhalten hat, ...

Es beginnt mit einem Mord in einem Restaurant. Geht weiter mit einem merkwürdigen Einsatz in der Türkei, bei dem Maja Birk einen Mittelsmann, der von einem Informanten wichtige Informationen erhalten hat, ausschleusen soll. Das geht gründlich schief. Daheim in Dänemark macht sich inzwischen Kollege Daniel Hartmann Gedanken über eine Delegation aus China, die sich mit wichtigen Politikern aus Dänemark und Grönland treffen will. Einer der chinesischen Teilnehmer scheint unter falscher Identität einreisen zu wollen. Zu welchem Zweck will Daniel unbedingt herausfinden. Dazu braucht er Maja, die sich aber von dem gescheiterten Auftrag in der Türkei von ihren Verletzungen erholen soll. Zu dieser Konstellation kommt, dass beide, Maja wie Daniel, mit den Problemen in ihrer Ehe zu kämpfen haben, denn die Partner sind, so ist dies in Geheimdienstkreisen, komplett aus dem Berufsleben der beiden ausgeschlossen, was naturgemäß zu Spannungen, wenn nicht gar Zerrüttungen führt. Die Geschichte ist schon spannend und auch temporeich erzählt. Es ist nur schwer nachzuvollziehen, welche merkwürdigen Gedankengänge in Geheimdienstkreisen so zum Tragen kommen, mit welcher Kaltschnäuzigkeit die Menschen in diesem Umfeld ausgenutzt und ausgelutscht weggeschmissen werden. So jedenfalls der Eindruck. Auch die Ränkeschmiede im Hintergrund sind nur schwer durchschau- und noch weniger ertragbar. Nun, es ist ein Buch, mithin Fiktion. Allerdings ist glaubhaft, dass es im wirklichen Geheimdienstleben tatsächlich auch so zugeht. Zum Ende hin ist eigentlich nicht ersichtlich, wohin dies alles hatte führen sollen. Nun etwas ist verhindert worden. Das schon. Aber wie der Mord am Anfang und der Einsatz in der Türkei hier hineinpassen, ist nicht ersichtlich.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Gute Story mit allerdings nerviger Protagonistin

39 Grad Mord
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Selbstironisch, weinselig und mörderisch gut, behauptet der Klappentext. Nun ja. Die Geschichte um die unter einer Schreibblockade leidenden Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix liest sich gut weg, keine ...

Selbstironisch, weinselig und mörderisch gut, behauptet der Klappentext. Nun ja. Die Geschichte um die unter einer Schreibblockade leidenden Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix liest sich gut weg, keine Frage. Hannah erweist sich als schwieriger Charakter, der auch schon mitten in einem Fernsehinterview ausrastet. Ihr Lektor, dem sie noch ein Buch schuldet, das ist vertraglich geregelt, bietet ihr einen Luxusurlaub in der Villa eines Bekannten auf Sizilien an, damit sie dort das Buch auch endlich schreiben kann. Alles völlig gratis für sie. Sie nimmt an, obwohl sie das Buch gar nicht schreiben will. Dort beginnt sie auch gar nicht erst mit dem Schreiben, sondern mit der Erkundung der gastronomischen Angebote in der Umgebung, vor allem der alkoholischen. Gleich am ersten Tag sitzt sie völlig beschwipst in einem Restaurant, lernt dort ein schwedisches Ehepaar kennen und übernachtet in deren Haus, weil sie, bedröhnt wie sie ist, nicht mehr zur Villa, in der sie wohnt zurückfindet. Von da an beginnt das Malheur, denn nach etlichen weiteren Gläsern Wein in der Villa des Ehepaars, stolpert sie von völlig verkatert am nächsten Morgen über die Leiche der Villabesitzerin in deren Küche – und fasst das Mordwerkzeug an. Damit ist sie zunächst einmal die Hauptverdächtige. Fortan versucht sie, selbst zu ermitteln, um sich vom Mordverdacht zu befreien. Das alles bis zum temporeichen Schluss ist spannend und zügig erzählt und hält die Spannung auch bis zum Ende. Was allerdings echt ätzend ist, ist die Person der Hannah selbst, die selbstgerecht, arrogant, besserwisserisch, halsstarrig und beratungsresistent ist. Anderen gesteht sie gerade mal zwei Gehirnzellen zu, mokiert sich über die Villa, in der sie untergekommen ist, als zu armselig, beschwert ich ständig über Leute, die ihr zu nervig sind, nimmt Hilfe, die sie einfordert, nur äußert genervt entgegen. Ansonsten säuft sie sich durch die Geschichte. Die Frau ist unerträglich und da fragt sich der Leser dann doch, muss die Protagonistin so dermaßen negativ daherkommen?

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Ein bisschen zuviel von allem

Draussen
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Eine sehr traurige, tragische Geschichte, der es allerdings stellenweise an Glaubwürdigkeit mangelt. Denn man fragt sich stets: Warum? Wieso sollte diese oder jene Person genau das tun, was sie in dem ...

Eine sehr traurige, tragische Geschichte, der es allerdings stellenweise an Glaubwürdigkeit mangelt. Denn man fragt sich stets: Warum? Wieso sollte diese oder jene Person genau das tun, was sie in dem Moment tut? Und warum in dem Moment? Und ist es glaubwürdig, dass die Personen, jeweils das können, was sie können? Und sind hier nicht einige Typen – insbesondere die Hauptprotagonisten - nicht womöglich einer gehörigen Gehirnwäsche unterzogen worden? Man kann hier nicht genauer werden, weil man dann spoilern würde. Aber insgesamt bleibt so Einiges fragwürdig. Die Geschichte ist vollgepropft mit allen möglichen Zutaten: fragwürdigen und unethischen Legionären, äußerst fragwürdigen, korrupten Lobbyisten und Politikern, Preppern und Verschwörungstheoretikern, einem Endzeitszenario, einer tragischen Familiengeschichte, rachsüchtigen Personen und Gewalttätern, sehr gewalttätigen und traumatischen Szenen. In Retrospektiven in Form des Tagebuchs eines der Protagonisten wird der Hintergrund für die aktuellen Ereignisse aufgerollt. Das Warum der siebzehnjährigen Cayenne ist allgegenwärtig. Der Sprach- und Erzählstil ist sehr gelungen und hält die Spannung hoch. Letztlich ist aber alles ein bisschen zuviel von allem.

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