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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.10.2018

bewegend

Befreit
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17 Jahre lang lebt Tara Westover ein Leben, wie man es sich nur schwer vorstellen kann, wie es aber in den USA sicher nicht einmalig ist. Ihre Eltern sind Mormonen und der Vater ist zudem psychisch krank ...

17 Jahre lang lebt Tara Westover ein Leben, wie man es sich nur schwer vorstellen kann, wie es aber in den USA sicher nicht einmalig ist. Ihre Eltern sind Mormonen und der Vater ist zudem psychisch krank und schottet Frau und Kinder gegen die feindliche Umwelt ab. Die Kinder dürfen nicht zur Schule, werden von ihrem Vater streng erzogen und reglementiert und mit seinem Verfolgungswahn belastet. Aber in Tara schlummert von Anfang an ein unbändiger Freiheitswille und sobald sich ihr die Gelegenheit bietet, beginnt sie doch zur Schule zu gehen und all das nachzuholen, was die Eltern ihr vorenthalten haben.

Innerhalb von 10 Jahren macht sie einen Schoolabschluss, kann schließlich erfolgreich im renommierten Cambridge studierten. Durch die Schulbildung kann sie sich auch aus dem psychischen und mentalen Gefängnis ihrer Familie lösen und wird unabhängig und frei für ein selbstbestimmtes Leben.
Eine bewegende und faszinierende Autobiographie, sehr spannend und hautnah geschrieben.

Tara ist Bewundernswertes gelungen und ihr Mut und ihre Klugheit machen sie zu einer ganz besonderen Heldin.

Veröffentlicht am 24.07.2018

Überzeugend

Ins Dunkel
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Nach einem teambildenden mehrtägigen Ausflug in die australische Wildnis kehrt nur neun der zehn Teilnehmer in die Zivilisation zurück. Alice bleibt verschwunden. Was ihre Kollegen nicht wussten ist, dass ...

Nach einem teambildenden mehrtägigen Ausflug in die australische Wildnis kehrt nur neun der zehn Teilnehmer in die Zivilisation zurück. Alice bleibt verschwunden. Was ihre Kollegen nicht wussten ist, dass sie als Spitzel für die Steuerbehörde gearbeitet hatte. Wusste vielleicht doch einer davon und hat sie beseitigt? Oder lebt sie noch und irrt durch den australischen Busch? Aaron Falk hofft es jedenfalls, denn er hat noch einen Notruf von Alice erhalten. Er und seine Kollegin Carmen ermitteln in alle Richtungen und suchen nach der Vermissten.

Der zweite Band von Jane Harper besticht erneut mit einer für einen Thriller eher anspruchsvollen Sprache und dem intensiven Beschreiben der Darsteller. Erst an zweiter Stelle kommen Plot und Suspense. Die Spannung entsteht tatsächlich durch die Personen, ihre Interaktionen, ihre Gespräche und Gedanken. Es ist kein blutiger Thriller, der hier erzählt wird sondern die intensive Suche nach der Wahrheit und nach Alice. Dabei werden auch ein paar geschickt platzierte Rückblenden erzählt, die erst scheinbar nicht viel preis geben aber schließlich doch erste Hinweise geben, was passiert ist.

Mich hat auch dieses Buch der australischen Autorin voll und ganz überzeugt. Bitte unbedingt mehr davon.

Veröffentlicht am 25.04.2018

sehr spannend

Tiefer denn die Hölle (Ein Martin-Bauer-Krimi 2)
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Gallert und Reiter sind erfahrene Drehbuchautoren. Sie wissen, wie man Dialoge schreibt und wie man Spannung erzeugt. Und genau diese beiden Faktoren haben mich schon im ersten Band dieser Reihe um den ...

Gallert und Reiter sind erfahrene Drehbuchautoren. Sie wissen, wie man Dialoge schreibt und wie man Spannung erzeugt. Und genau diese beiden Faktoren haben mich schon im ersten Band dieser Reihe um den Polizeiseelsorger Martin Bauer überzeugt. Deshalb habe ich mir postwendend den Nachfolgeband gekauft und wurde nicht enttäuscht.

Der Fall ist abstrus und brutal, aber auch ungewöhnlich und neu. Martin und die Kommissarin Dohr sind ein gutes Gespann. Starke Charaktere, die ein etwas kompliziertes Privatleben haben dürfen welches natürlich ihre Berufe und ihr Engagement widerspiegelt. Dennoch ist es nicht überzeichnet und die beiden sind mir sehr sympathisch.

Der Plott ist, wie gesagt, sehr spannend und abwechslungsreich. Das Buch ist nicht so besonders dick, also ist mal schnell durch, weil man es auch schlecht weglegen kann. Ich kann diese Krimireihe nur wärmstens empfehlen.

Veröffentlicht am 25.04.2018

mit viel Gefühl

Nichts ist gut. Ohne dich.
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Jana ist noch sehr jung, als ihr Bruder bei einem Verkehrsunfall stirbt. Leander gibt sich die Schuld daran und flüchtet aus der Stadt. Nach sechs Jahren muss er zurück kehren und begegnet Jana in einem ...

Jana ist noch sehr jung, als ihr Bruder bei einem Verkehrsunfall stirbt. Leander gibt sich die Schuld daran und flüchtet aus der Stadt. Nach sechs Jahren muss er zurück kehren und begegnet Jana in einem Buchladen. Das stürzt beide erst mal in ein tiefes Tal heftiger Gefühle. Und so bleibt es auch eine ganze Weile in diesem Buch. Beide wissen nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen, benehmen sich teilweise über-emotional und unreif, teilweise einfach schräg und witzig. Aber es wäre keine Liebesgeschichte, wenn sie nicht irgendwann die Kurve kriegen und erkennen würden, dass da tatsächlich noch andere Gefühle schlummern und dass sie gemeinsam das Unglück überwinden können.

Ein schönes Buch, welches Spaß macht zu lesen. Die Sprache ist leicht und erfrischend und durchaus auch für ältere Semester ein Vergnügen. Ich mochte die beiden von Anfang an und das hin und her und vor und zurück war nicht übertrieben und angenehm lebensnah.

Sehr zufrieden habe ich das Büchlein in zwei Tagen durchgelesen und gleich an meine Nichte weitergereicht. Auch ihr Urteil war rundherum positiv und zufrieden. Die Autorin ist eine schöne Neuentdeckung für mich.

Veröffentlicht am 25.04.2018

Ein Schritt zurück ins Leben

Bis zum Himmel und zurück
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Catharina Junk hat es auch mit ihrem zweiten Buch geschafft, mich voll und ganz zu überzeugen. Die Geschichte von Katja, die nach einer Familientragödie mitansehen musste, wie ihre Familie daran zerbrach ...

Catharina Junk hat es auch mit ihrem zweiten Buch geschafft, mich voll und ganz zu überzeugen. Die Geschichte von Katja, die nach einer Familientragödie mitansehen musste, wie ihre Familie daran zerbrach und sie selbst sich in ein Schneckenhaus zurückgezogen hat, ist ergreifend aber frei von Kitsch und abgegriffenen Platitüden. Die Autorin schafft es, in einem ungezwungenen Plauderton mit viel Humor und Liebe für die Figuren zu erzählen. In Rückblenden erfährt man genauer, was passiert ist. Das Katja aus der Bahn geworfen wurde, wissen nur wenige und sie verbirgt ihre Schuldgefühle und fügt sich lieber selber Schmerzen zu, als sich zu öffnen. Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt, muss sie plötzlich ihr Leben neu überdenken und neue Familienmitglieder und ein netter Mann geben neue Denkanstöße und rütteln sie wach.

Ein wirklich zauberhaftes Buch welches trotz trauriger und dramatischer Ereignisse immer wieder Mut und Freude bereitet. Es ist schön, Katja zu begleiten und mitzuerleben, wie sie aus dem schwarzen Loch herauskommt. Und für’s Herz ist natürlich auch noch etwas dabei.

Das Cover ist toll und versprüht genau die Atmosphäre, die auch im Buch immer wieder durchkommt. Zuversicht, Freude, Glück bekommen eine zweite Chance in Katjas Leben. Von mir eine dicke Leseempfehlung.