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Veröffentlicht am 20.06.2021

Ein Buch mit Humor, der nicht für jedermann geeignet ist

Lassen Sie mich durch, ich muss zum Yoga
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Oh ja, diese Welt ist einfach viel zu schnelllebig geworden! Egal, was man vor hat, man sollte sich doch sehr schnell entscheiden, es zu tun. Ob To-Do-Liste oder Post It's - wir Menschen leben nicht mehr ...

Oh ja, diese Welt ist einfach viel zu schnelllebig geworden! Egal, was man vor hat, man sollte sich doch sehr schnell entscheiden, es zu tun. Ob To-Do-Liste oder Post It's - wir Menschen leben nicht mehr im Hier und Jetzt, sondern im Morgen oder Übermorgen, teilweise sogar auch in der Vergangenheit. 

Sabine Bode räumt mit ihrem Buch einige Klischees und neu aufkommende Trends auf! Mit ihrem nicht immer einfachen Humor versteht sie es, die neuste Yogaeinheit nebst Smoothie-Mischung alltagstauglich darzustellen und gibt dem Leser einige Sachen zu bedenken mit auf dem Weg! 

Für mich war es zu Beginn eine amüsante Reise durch sämtliche neu aufgetauchten (oder wieder aufgetauchten?) Lifestyle-Trends rund um die Work-Life-Balance mit definitiver Lachanfall-Garantie! Doch, wie schon geschrieben, ihr Humor ist nicht jedermanns (oder jederfraus) Sache. Zuweilen sollte auch etwas kritisch drüber gelesen werden oder aber einfach am besten gar nur die Humor-Brille aufgesetzt werden, da ansonsten die Aneinanderreihung von Witzen oder Anekdoten einfach zu viel des Guten sind. 

Interessant ist allerdings die Tatsache, wie viele von den genannten Methoden (oder gar Firmen und Produkten) ich kenne und sogar auch selbst ausprobiert habe! Einige Gedanken- und Witzgänge (und auch Kritikpunkte) konnte ich daher durchaus teilen, aber nicht alles. Bei Humor scheiden sich einfach die Geister und genau das zeigt dieses Buch hier auch. 

Man sollte also aufpassen: bei diesem Buch handelt es sich nicht um einen Roman, den man einfach so "runterlesen" und genießen kann. Der geneigte Leser sollte hier und da auf der Hut sein, seinen inneren Kritiker entweder vollends ausschalten oder aber mit Alkohol betäuben, sodass dieser mitlachen kann. 

Wer jedoch nicht fließend Sarkasmus, Ironie oder aber Humor spricht (oder gar lesen kann), der sollte sich das Buch lieber nicht ins Regal stellen, denn dort hat es definitiv nichts verloren ;) 

Alles in einem kann ich also sagen: mich hat es unterhalten, wenn auch nicht durchgehend, da es sogar mir ab und an zu viel des Guten wurde. Aber es ist sicherlich eine aufheiternde Lektüre für zwischendurch, wenn man tatsächlich ein Auge zudrückt und nicht so genau hinschaut/liest. 

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2018

Realer, als man zunächst denkt!

Der Ginkönig muss sterben
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Zum Inhalt:

Ein Dreifachmord auf Mallorca trägt die Handschrift der Mafia. In seiner Finca wurden der GinKönig, Besitzer des gleichnamigen Clubs am Ballermann, seine Schwiegermutter und eine junge Frau ...

Zum Inhalt:

Ein Dreifachmord auf Mallorca trägt die Handschrift der Mafia. In seiner Finca wurden der GinKönig, Besitzer des gleichnamigen Clubs am Ballermann, seine Schwiegermutter und eine junge Frau mit Kopfschüssen hingerichtet. Kommissar Jens Hurlebaus wird von Stuttgart nach Malle entsandt. Neben der Mafia fällt der Verdacht auf eine Gruppe militanter Tierschützer, da der GinKönig illegal streng geschützte Papageien handelte. Oder hetzte seine Frau einen Killer auf ihren Mann und seine Geliebte? Was hat ein dubioser Sammler gefälschter Kunst mit den Morden zu tun?





Über den Autor:

„Als Jugendlicher konnte ich ein gutes Buch kaum aus der Hand legen. Manch eine Lesenacht endete erst mit dem morgendlichen Gesang der Vögel. Schreiben wurde zu meinem Weg der kreativen Auseinandersetzung mit der Welt. In Landau und Tübingen studierte ich Psychologie und schrieb zugleich meinen ersten Roman. 2011 wurde mit „Blinde & Gangsta“ mein erster Krimi veröffentlicht, mit einem Psychologen in einer Hauptrolle. Als Psychologe arbeitete ich in unterschiedlichen Kontexten, von der Kriminologie und dem Frauenknast bis hin zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Auf vielfältige Weise begegneten mir menschliche Abgründe und Ängste, aber auch Stärken und Hoffnungen. Viel von meinen Erfahrungen als Psychologe fließt in meine Bücher ein.

Literarische Vorbilder sind die Schriftsteller Armistad Maupin, John Grisham und Andreas Franz. Mein bisher erfolgreichstes Buch ist der Krimi „Die Millionen von Neresheim“.“





Mein Fazit und meine Rezension:

Ein brutaler Dreifachmord in einer Finca auf Mallorca setzt nicht nur die örtlichen Behörden in Alarmbereitschaft, sondern auch die deutsche Polizei, denn die Opfer waren allesamt Deutsche. Kommissar Jens Hurlebaus wird als Verbindungsbeamter nach Mallorca entsandt, um dort der spanischen Polizei Hilfe zu leisten, doch was in auf der spanischen Insel erwartet, ist alles andere als Sonnenschein und Party. Steckt wirklich die Mafia hinter diesen burtalen Morden? Und was hat der GinKönig mit all dem zu tun?

Kommissar Jens Hurlebaus könnte sich glücklich schätzen, denn sein Beruf bringt ihn auf die Lieblingsinsel der Deutschen: Mallorca. Doch an Urlaub ist hier einfach nicht zu denken, erst recht nicht für den Kommissar, denn nicht nur im Büro wird er gefordert, auch sein Privatleben bereitet ihm Kopfzerbrechen. Er lebt von seiner Frau getrennt, kann sich aber nicht ganz von ihr lösen und auch die fast täglichen Telefonate mit ihr verbessern die Situation nicht wirklich. Da kommt der Trip nach Mallorca genau richtig. Nur an Frauen kann er auch dort nicht denken, denn ein brutaler Dreifachmord, begangen in einer Finca des selbst ernannten GinKönigs von Mallorca hält ihn auf Trab. Schon allein hier merkt man: hier steckt sehr viel Potential dahinter und wir Leser werden auch nicht enttäuscht.

Der Hauptprotagonist Jens Hurlebaus wird uns hier jedoch nicht als sympathischer Hüter des Gesetzes vorgestellt, dem gleich alle Frauenherzen zu Füßen liegen, sondern als gebrochener Mann präsentiert, der momentan mit sich selbst und seinem Leben nicht viel anzufangen weiß. In den ersten Kapiteln ist er umgeben von einer tiefen Melancholie und einem Dunstkreis aus Alkohol und auch sein Auftritt auf der spanischen Urlaubsinsel wirft kein gutes Licht auf ihn. Doch er kann all das schnell wieder Wett machen, denn mit Kommissar Hurlebaus haben wir tatsächlich einen Kommissar gefunden, der in seinem Beruf wirklich etwas erreichen möchte: Gerechtigkeit.

Die spanischen Kollegen können sich also glücklich schätzen, den deutschen Kommissar auf der Insel zu haben, doch auch hier ist aller Anfang schwer und bereits bei seinem ersten Einsatz am Tatort, der Finca des GinKönigs, wird er verletzt. Das kann ja noch heiter werden.

Doch neben den spanischen Kollegen gibt es auch noch die blonde und kühle Schönheit Cora, die Jens gehörig den Kopf verdreht, aber auch hier ist Vorsicht geboten, denn Cora hat es faustdick hinter den Ohren.

Alles in einem kann man sagen, dass die bunte Mischung, bestehend aus dem deutschen Kommissar, der blonden Cora, den spanischen Polizisten und dem mallorquinischem Milieu uns Lesern einige spannende Lesestunden bescheren, die uns das Buch so ohne Weiteres nicht mehr aus der Hand legen lassen. Dass der Autor hier dann aber auch noch Elemente eingefügt hat, die auf tatsächlichen Begebenheiten beruhen (dem Dreifachmord und dem dreisten Diebstahl in der Kunstgalerie in Hamburg), machen die Geschichte realer, als man zunächst angenommen hat.

Einzig und allein, dass es keine Kapiteleinteilung gab, hat mich etwas gestört, doch der Wechsel der Erzählperspektive (hier verrate ich nicht mehr, um nicht zu spoilern!) hat einen klaren Abschluss gebracht. Wer also einen Kriminalroman sucht, der ihm tatsächlich nicht nur spannende Lesemomente bringt, sondern auch an realen Kriminalfällen teilhaben lässt und für einige Stunden die Zeit vergessen lässt, der ist mit Jochen Benders „Der GinKönig muss sterben“ gut beraten!

Veröffentlicht am 29.04.2018

Von der Vergangenheit, die sich einfach nicht abschütteln lässt. Ein lockeres Lesevergnügen.

Die Wolkenfischerin
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Zum Inhalt: 

Charmant und gewitzt hat sich Claire Durant auf der Karriereleiter eines Berliner Gourmet-Magazins ganz nach oben geschummelt. Denn niemand ahnt, dass die Französin weder eine waschechte ...

Zum Inhalt: 

Charmant und gewitzt hat sich Claire Durant auf der Karriereleiter eines Berliner Gourmet-Magazins ganz nach oben geschummelt. Denn niemand ahnt, dass die Französin weder eine waschechte Pariserin ist noch Kunst studiert hat – bis sie einen Hilferuf aus der Bretagne erhält, wo sie in Wahrheit aufgewachsen ist: Ihre Mutter muss ins Krankenhaus und kann Claires gehörlose Schwester nicht allein lassen. Claire reist in das kleine Dorf am Meer und ahnt noch nicht, dass ihre Gefühlswelt gehörig in Schieflage geraten wird. Denn ihr Freund Nicolas aus gemeinsamen Kindertagen ist längst nicht mehr der schüchterne Junge, der er einmal war, und dann taucht aus heiterem Himmel auch noch ihr Chef auf. Claire muss improvisieren, um ihr Lügengespinst aufrechtzuerhalten – und stiftet ein heilloses Durcheinander in dem sonst so beschaulichen Örtchen Moguériec …





Über die Autorin: 

Claudia Winter, geboren 1973, ist Sozialpädagogin und schreibt schon seit ihrer Kindheit Gedichte und Kurzgeschichten. Als Tochter gehörloser Eltern lernte sie bereits mit vier Jahren Lesen und Schreiben, gefördert von ihrem Vater. Neben ihren bisher im Goldmann Verlag erschienenen Büchern hat sie weitere Romane sowie diverse Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht. Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann und den Hunden Kim und Luca in einem kleinen Dorf nahe Limburg an der Lahn.

Mehr über Claudia Winter erfahrt ihr auf ihrer Homepage, ihrer Facebookseite und auf Instagram.





Mein Fazit und meine Rezension: 

Claire Durant ist in ihrem Beruf als Ressortleiterin eines Gourmet-Magazins oben angelangt und dabei hat niemand bemerkt, dass sie - um diese Stelle zu erhalten - ihren Lebenslauf etwas getuned hat: sie ist weder Pariserin, noch hat sie Kunstgeschichte studiert. Doch das scheint niemanden zu stören, bis sie ein Hilferuf aus ihrer einstigen Heimat, der Bretagne, erhält. Und schon gerät ihr mühsam aufgebautes Leben aus den Fugen und ihre Vergangenheit holt sie wieder ein. Doch schafft Claire es, sich gegen ihre Vergangenheit zu schützen und wieder in ihr jetziges Leben zurückzukehren? Oder war ihre Mühe umsonst? Eine Geschichte, die vor lauter Irrungen und Wirrungen amüsanter nicht sein könnte!

Claire Durant hat alles, was sie wollte: einen guten Job und eine tolle Wohnung. Sie ist in ihrem Traumleben angekommen. Nur weiß sie nicht, wie schnell ihre Vergangenheit sie einholen kann, denn immerhin hat sie ihr jetziges Leben etwas verziert und extra Glitzer drüber gestreut. Und - ja - es scheint tatsächlich zu klappen! Bis zu dem Augenblick, in welchem ihre Vergangenheit sie einholt: Claire muss in ihre Heimat zurück, denn ihre Mutter liegt im Krankenhaus und kann ihre gehörlose Schwester nicht alleine lassen. Nach 19 Jahren verschlägt es Claire wieder nach Moguériec und dort trifft sie nicht nur auf ihre gehörlose Schwester Maelys, die alles andere als hilfsbedürftig ist, sondern auch auf ihrer Jugendliebe Nicolas, der sich vom schüchternen Jungen zu einem richtigen Macho entwickelt hat. 

Einzig und allein das Dorf hat sich nicht verändert. Für Claire steht eines fest: sobald ihre Mutter wieder aus dem Krankenhaus ist, möchte sie so schnell wie möglich zurück in ihr altes, neues Leben. Doch leider hat sie ein Händchen dafür, die Fettnäpfchen nicht nur zu finden, sondern auch mit Anlauf rein zu springen, denn wie es der Teufel so will, steht bald darauf ihr charmanter und äußerst attraktiver Chef Sebastian vor ihr. Der hat nämlich in einem Magazin über Moguériec viel gelesen und möchte dort seinen Urlaub verbringen. Und ehe Claire sich versieht - und der Leser es wahrnimmt - verstrickt sie sich von einer Lüge in die nächste und weiß gar nicht mehr, wie sie sich aus diesem Lügengespinst befreien soll. Da ist guter Rat teuer. 

Für mich war es das zweite Buch der Autorin Claudia Winter und es war ebenso unterhaltsam und amüsant, wie das erste Buch! Leider hatte ich zu Beginn ein paar Probleme so richtig in die Geschichte zu finden, da sie mir etwas zu zäh dahin floss, doch mein Durchhaltevermögen wurde belohnt, denn schon bald schien das Chaos perfekt zu sein und ich als Leserin am richtigen Ort! Natürlich hat mir die Protagonistin Claire ab und an Leid getan, immerhin wollte sie einfach nur weg aus Moguériec, sich ein neues Leben aufbauen und hat es - trotz der Hilfe einiger Lügen - auch geschafft. Da sieht man, dass man alles erreichen kann, wenn man nur will! Und dann gab es eben diese Momente, an denen ich sie einfach nur an den Schultern packen und kräftig schütteln wollte ... 

Auch das Dorfleben in Moguériec kommt nicht zu kurz und wird realitätstreu wiedergegeben. Nein, ich war noch nicht vor Ort, doch stamme ich selbst aus einem Dorf und weiß, was dort los ist und wie sehr sich so ein Dorfleben ändert - kaum. 

Leider waren einige Fettnäpfchen oder Probleme vorhersehbar, sodass ein Spannungsmoment kaum gegeben war, doch trotz allem fühlte ich ich immer unterhalten und zu keiner Zeit hatte ich das Bedürfnis, das Buch aus den Händen zu legen. 

Wenn ihr also auf der Suche nach einer Urlaubslektüre seid, die nicht nur die Schönheit der Bretagne, sondern auch viel Humor, Flair und Liebe beinhaltet, dann seid ihr mit Claudia Winters Wolkenfischerin gut beraten!

Veröffentlicht am 15.04.2018

Der Vergangenheit entflieht man nicht

Die letzte Erkenntnis
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Zum Inhalt:

Auf der Suche nach dem Mörder seines Bruders stößt der kanadische Regisseur Lester Debuisson auf die Fälle von drei führenden Wissenschaftlern, die scheinbar zufällig im selben Jahr in ihren ...

Zum Inhalt:

Auf der Suche nach dem Mörder seines Bruders stößt der kanadische Regisseur Lester Debuisson auf die Fälle von drei führenden Wissenschaftlern, die scheinbar zufällig im selben Jahr in ihren Heimatländern Schweiz, Deutschland und Italien ums Leben kamen. Er macht sich heimlich nach Europa auf, in der Hoffnung, die Zusammenhänge zwischen den Todesfällen aufzuklären. Bald erkennt er, dass er es mit mächtigen Gegnern zu tun hat.

Tia Brekmann reist auf eine kanadische Pferderanch und will dort mit ihrem Freund Urlaub machen. Sie ist auf der Flucht vor einem Trauma: Ihr Vater war einer der Wissenschaftler und wurde in ihrer Anwesenheit vor ihrer Haustür kaltblütig niedergeschossen. Statt der erhofften Erholung wird sie in verstörende Ereignisse im Umfeld der Ranch hineingezogen, und plötzlich werden die Mörder ihres Vaters auf sie aufmerksam …





Über die Autorin:

Bernadette Calonego wurde in Stans/Schweiz geboren. Sie lebt und arbeitet seit dem Jahr 2000 als Schriftstellerin und freie Auslandskorrespondentin in Vancouver/Kanada.

Unter anderem schreibt sie für die “Süddeutsche Zeitung” in München, den “Standard” in Wien, den “Tages-Anzeiger” und die “Finanz und Wirtschaft” in Zürich und eine Reihe wichtiger deutschsprachiger Medien.

Sie hat auch Geschichten in folgenden Zeitungen und Magazinen veröffentlicht: GEO, Vogue, SZ-Magazin, Neue Zürcher Zeitung, natur + kosmos, foto magazin, Börse Online, EMMA, abenteuer + reisen, Häuser, Weltwoche, das österreichische Wochenmagazin Profil u.a.
Für den Schweizer Rundfunk berichtet sie regelmäßig aus Kanada.

Mehr über die Autorin erfahrt ihr auf ihrer Homepage, ihrer Facebookseite und auch auf Instagram.





Mein Fazit und meine Rezension:

Lester Debuisson glaubt nicht, dass der Tod seines Bruders ein Zufall war, doch niemand will ihm seine Theorie glauben. Ein Grund mehr für den kanadischen Regisseur zu recherchieren und dabei kommt ihm die geheimnisvolle schöne Frau gerade recht – denn sie hat Informationen, die ihm weiterhelfen können. Diese führen ihn hin zu berühmten Wissenschaftlern, die kurz hintereinander verstorben sind. Doch was verbindet sie?

Tia Brekmann beginnt ein neues Leben und doch kann sie ihr altes Leben und ihre alte Identität nicht einfach ablegen, zu tief sitzt der Schmerz und auch der Schock, den der plötzliche und gewaltsame Mord ihres Vaters hinterlassen haben. Auf einer Pferderanch sucht sie Erholung und vor allen Dingen Ablenkung, doch die Ablenkung, die sie dort bekommt, hätte sie sich niemals vorstellen können …

Der kanadische Regisseur hat ein großes Projekt zu stemmen, doch er kann sich nicht darauf konzentrieren. Noch immer nagt der plötzliche Tod seines Bruders an ihm. Hätte er etwas tun können? Hätte er es kommen sehen müssen? Als er an dessen Aufzeichnungen kommt, stößt er auf Recherchen und Fragen, die ihn einfach nicht mehr schlafen lassen und den Leser auch nicht. Viel zu viel ist schon geschehen, viele Namen tauchen auf, viele Rätsel werden aufgeworfen. Doch wohin führt uns das alles?

Als ich mich mit Lester auf die Suche begeben habe, wusste ich nicht, was mich erwartet. Mir hat der spannende Auftakt sehr gefallen, doch mit der Zeit kam ich ehrlich gesagt gar nicht mehr hinterher. Zu viele neue Personen und Tatsachen wurden ins Spiel gebracht, dass ich irgendwann den Überblick leicht verloren habe – zumal jede einzelne Person wichtig ist und neue Informationen mit in die Geschichte bringt.

Dann gibt es da auch noch Tia Brekmann, eine Frau, die ihre Identität geändert und ihr Leben nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters vollkommen verändert hat. Sie treffen wir das erste Mal auf den Weg in den wohlverdienten Urlaub an. Doch dieser Urlaub hat es wirklich in sich, denn so abgeschieden und erholsam oder gar romantisch, wie man es sich vorstellen könnte, ist die Pferderanch beileibe nicht. Schon bald gerät auch sie in Gefahr, weiß aber nicht, wer hinter all dem steckt und auch wir Leser tappen sehr lange im Dunklen, bis sich die ersten lichten Momente zeigen.

Sehr schön herausgearbeitet wurden hier allerdings die Gefühle von Tia. Der gewaltsame Tod ihres Vaters lässt sie einfach nicht mehr los und hat sie in ein tiefes Loch geworfen, aus welchem sie einfach nicht mehr rauskommt. Nur zu deutlich haben wir Leser teil an ihrer Gefühlswelt, spüren ihre Angst, die sich in Panik steigert, ihre Vorsicht, die auch als Paranoia verstanden werden kann und die Ohnmacht, all das zu begreifen, was da vor sich geht. An einigen Stellen habe ich mir sogar überlegt, ob man die Geschichte besser nicht nur aus einer Perspektive geschrieben hätte – also nur aus Tias Perspektive und Lester ganz weggelassen hätte.

Alles in einem kann ich sagen, dass mich der Roman wirklich unterhalten und gefesselt hat, doch muss ich einen Punkt Abzug geben, da mich die vielen Charaktere ab einem gewissen Zeitpunkt einfach nur noch verwirrt haben und ich den Überblick tatsächlich verloren habe. Weniger wäre hier vielleicht mehr gewesen. Trotz allem kann ich sagen, dass mich auch dieser Thriller von Bernadette Calonego nicht enttäuscht hat und mir spannende Lesestunden beschert hat.

Veröffentlicht am 17.12.2017

Tödliche Weihnacht - Ein Kurzkrimi in der Weihnachtszeit

Tödliche Weihnacht in Paris
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Zum Inhalt:

›Für jede abgesagte Messe verschonen wir ein Leben.‹

Diese Nachricht erschüttert eine Kirchengemeinde in Paris. Doch dabei bleibt es nicht – kurz danach taucht ein Drohbrief auf. Es wird ...

Zum Inhalt:

›Für jede abgesagte Messe verschonen wir ein Leben.‹

Diese Nachricht erschüttert eine Kirchengemeinde in Paris. Doch dabei bleibt es nicht – kurz danach taucht ein Drohbrief auf. Es wird klar, dass der Weihnachtshass weite Kreise zieht und Veranstaltungen in ganz Paris einer Terrorgefahr ausgesetzt sind.
Der junge Privatdetektiv Jacques wird beauftragt, gemeinsam mit seinem Partner den Fall zu lösen. Und während die ersten Mordopfer zu beklagen sind, verfällt Jacques dem Charme einer attraktiven Rothaarigen. Obgleich er eine feste Freundin hat, kann er sich ihrem Reiz nicht entziehen. Fast zu spät merkt er, dass er in einen Strudel aus Sex, Misstrauen und Tod gezogen wird.

Ein Kurzkrimi mit erotischen Momenten – nicht nur für die Weihnachtszeit!



Über die Autorin:

Susanne O'Connell schreibt in verschiedenen Genres. Vor allem Fantasy, Krimi und Liebe mit Erotik sowie Thrill haben es ihr angetan.

Aufgewachsen in Lindau am wunderschönen Bodensee, hat sie in Konstanz Rechtswissenschaften studiert, machte dort ihr erstes juristisches Staatsexamen und legte in Ravensburg das zweite Staatsexamen ab. Heute wohnt sie zusammen mit ihrer Familie im oberschwäbischen Weingarten, wo sie sich neben der Arbeit im eigenen Verlag (O'Connell Press) auch dem Schreiben und der Juristerei widmet.



Mein Fazit und meine Rezension:

Jacques ist neu in seinem Metier, aber trotz allem sehr gut auf seinem Gebiet. Doch leider hat sein Ruf in letzter Zeit gelitten und die Aufträge sind mau - eine eigene Privatdetektei ist nicht leicht am Laufen zu halten, obwohl Intrigen, Mord, Raub und weitere Verbrechen überall an jeder Ecke lauern. So auch an Weihnachten, so auch in Paris. Als ein Pastor der französischen Gemeinde einen Drohbrief erhält, wendet dieser sich an die Detektei von Jacques und dessen Partner: für jede abgesagte Weihnachtsmesse würde ein Leben verschont bleiben. Doch wie Ernst ist diese Nachricht zu nehmen? Und wie soll man das im höchsten Fest des Kirchenjahres verhindern? Jacques hat alle Hände voll zu tun, doch nicht nur in der Detektei, auch in seinem Privatleben geht es rund ...

Jacques ist von sich selbst überzeugt und er hat alles, was er möchte: eine wunderschöne Freundin, eine eigene Detektei und einen Partner. Das einzige, was fehlt, sind die Aufträge, denn die Auftragslage ist ziemlich mau oder aber einfach nur langweilig und nicht eines Detektives wie Jacques würdig. Doch dann trifft der Fall des Jahres in der Detektei ein: ein Pastor erhält einen Drohbrief und ein erstes Opfer lässt nicht lange auf sich warten.

Zunächst war ich mir nicht sicher, was ich von Jacques, dem Detektiv, halten sollte. Bereits am Anfang merkt man, dass er von sich selbst sehr überzeugt ist, ihm aber sehr schnell langweilig wird und das nicht nur im Beruf, sondern auch in seinem Privatleben. So macht er auch keinen Hehl daraus, als er auf dem Weihnachtsmarkt - im Beisein seiner langjährigen Freundin - einer attraktiven Frau hinterherschaut und sich mit dieser bereits in Gedanken heftig vergnügt. Bei mir hat er damit keinen guten Start hingelegt, doch die Geschichte als solche hat mich einfach interessiert.

Die 136 Seiten des Kurzkrimis mit erotischem Flair waren auch sehr flott gelesen und - ich hätte es wirklich nicht vermutet - Jacques konnte mich letzten Endes doch noch von sich überzeugen. Hoch angesehen war er nach all dem zwar immer noch nicht, aber er hatte einen besseren Stand als vorher.

Neben Jacques Berufs- und Privatleben werden wir Leser aber auf eine Verfolgungsjagd mitgenommen, denn es gilt einen Mörder in der Weihnachtszeit zu stoppen - jeder könnte sein nächstes Opfer sein und die folgen tatsächlich schnell aufeinander. Und zu allem Übel gerät auch noch Jacques unter Verdacht und sein Leben gerät gehörig aus den Fugen.

Was es jedoch mit den mysteriösen Briefen auf sich hat, wer hinter all dem steckt und ob Jacques sich tatsächlich unser Tatverdächtiger ist, das lest ihr am besten selber nach.

Der kleine Weihnachtskrimi von Susanne O'Connell hat es in sich. Neben Besinnlichkeit, Mord, Spannung und Liebe kommt auch die Erotik nicht zu kurz, obwohl es mir persönlich ab und an doch zu viel wurde und alles zu schnell aufeinander folgte. Aber: wir befinden uns im Genre Kurzkrimi, da bleibt die Schnelligkeit nicht aus.

Wer also auch in der Vorweihnachtszeit noch einen Hang zu Krimis hat und einer Kurzgeschichte nicht abgeneigt ist, der kann sich mit dieser tatsächlich einen Gefallen tun, Spannung ist auf jeden Fall garantiert!