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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2018

Jo Buskohl ermittelt

Wem Ehre gebührt
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Jo Buskohl ist als Privatdetektiv momentan schwer beschäftigt. Neben seiner Tätigkeit als Kaufhausdetektiv führt ihn ein Auftrag nach Frankreich, wo er den verschollenen Schwiegersohn von Siefken aufspüren ...

Jo Buskohl ist als Privatdetektiv momentan schwer beschäftigt. Neben seiner Tätigkeit als Kaufhausdetektiv führt ihn ein Auftrag nach Frankreich, wo er den verschollenen Schwiegersohn von Siefken aufspüren soll. Während seiner Abwesenheit wird der neue Shooting Star am Literaturhimmel bei einer Lesung mit Tortenstücken beworfen, auch hier wird Jo eingespannt, soll die noch unbekannte Tortenwerferin ausfindig machen. Der Fall nimmt eine Dimension an, die wohl keiner erwartet hat.

"Wem Ehre gebührt" ist der zweite Fall für den sympathischen Privatdetektiv Jo Buskohl und seine Freundin Constanze. Ich kenne den ersten Teil nicht, konnte aber ohne größere Probleme in die Story einsteigen. Anfangs werden viele Figuren eingeführt, was eine kleine Hürde war, sich im weiteren Verlauf aber bald gegeben hat.

Die Handlung spielt an unterschiedlichen Schauplätzen, führt nach Frankreich und in Jos Heimatort Leer. Jo ist ein cooler Typ, wirkt manchmal etwas planlos, aber dafür bekommt er ja tatkräftige Unterstützung von seiner Freundin Constanze und den Jungs von der Band. Hier findet man keine 08/15 Figuren, sondern echte Typen.

Mir hat der Krimi gut gefallen, sowohl die Protagonisten mit sympathischen und zutiefst unsympathischen Menschen, als auch die Handlung, die ganz schön komplex ist. Die Auflösung hat mich echt überrascht, war so überhaupt nicht vorherzusehen. Und gerade diese Wendungen mag ich. Erwähnenswert ist noch der lockere, flapsige Schreibstil, der die Story so lebendig macht.

Fazit: Spannender Regiokrimi mit originellen Charakteren.

Veröffentlicht am 07.05.2018

der Schatz der Nibelungen

Der Bornholm-Code
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Frank Stebe hatte mit der Forschung eigentlich abgeschlossen und sich ganz seiner gutgehenden Tauchbasis gewidmet. Doch als sich sein ehemaliger Kollege Lars bei ihm meldet und über den sensationellen ...

Frank Stebe hatte mit der Forschung eigentlich abgeschlossen und sich ganz seiner gutgehenden Tauchbasis gewidmet. Doch als sich sein ehemaliger Kollege Lars bei ihm meldet und über den sensationellen Fund eines Schiffswracks vor Bornholm berichtet, entflammt sein Interesse erneut. Er wird vom Institut IUAO als Forschungsleiter eingesetzt und ist bei der Bergung von altertümlichen Fundstücken dabei, unter anderem ein Schwert und eine römische Reitermaske, die Franks Forscherherz höher schlagen lassen. Die Fundstücke untermauern seine gewagte Theorie, die vor Jahren nur belächelt wurde. Er ist sich sicher, den Schatz der Nibelungen gefunden zu haben. Doch Frank hat mächtige Gegner, die sich die Fundstücke aneignen wollen und auch vor Gewalt nicht zurückschrecken.

Ich konnte problemlos in die Geschichte einsteigen, der Schreibstil ist eingängig und mein Interesse war mit dem Fund des Schatzes sofort geweckt. Wer hat nicht vom sagenumwobenen Schatz der Nibelungen gehört, dem Rheingold, das in der Nähe von Worms vermutet wird.

Der Autor hat die geschichtlichen Fakten sehr gut recherchiert, auf leichte Art wird viel Geschichtswissen vermittelt und auch auf Sagen und Legenden eingegangen.

Frank ist ein sympathischer, ehrlicher Typ mit dem man mitfiebern kann. Seine Faszination für das Tauchen und Forschen konnte ich gut nachempfinden. Hier haben mir besonders die Tauchszenen sehr gut gefallen. Die Story ist komplex aufgebaut und stellenweise sehr spannend, eine Mischung aus Abenteuerroman und Thriller.

Fazit: Spannende Geschichte um den sagenhaften Schatz der Nibelungen.

Veröffentlicht am 23.04.2018

Mysteriöse Vorfälle

Das Böse in deinen Augen
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Imogen Reid hat den Ort ihrer Kindheit seit vielen Jahren nicht mehr gesehen, jetzt wagt sie einen Neuanfang in Gaunt. Zusammen mit ihrem Mann Dan zieht sie in das Haus ihrer inzwischen verstorbenen Mutter ...

Imogen Reid hat den Ort ihrer Kindheit seit vielen Jahren nicht mehr gesehen, jetzt wagt sie einen Neuanfang in Gaunt. Zusammen mit ihrem Mann Dan zieht sie in das Haus ihrer inzwischen verstorbenen Mutter und tritt ihre neue Stelle an. Als Kinderpsychologin übernimmt sie den Fall von Ellie Atkinson. Ellie ist elf Jahre alt, nachdem ihre Eltern und ihr kleiner Bruder bei einem schrecklichen Brand ums Leben kamen, lebt sie in einer Pflegefamilie. Die Jeffersons haben sie liebevoll aufgenommen, ihre ältere Pflegeschwester Mary kümmert sich um sie, ist wie eine Freundin. Doch Ellie ist schwer traumatisiert, wird von den Kindern in der Schule ausgegrenzt. Es kursieren üble Gerüchte über Ellie, die Menschen sind voreingenommen. Imogen versucht Ellie Selbstvertrauen zu geben. Sie setzt all ihre Kraft ein, um dem kleinen Mädchen zu helfen. Es gibt Gespräche mit der Rektorin und Ellies Klassenlehrerin, der Pflegefamilie, doch immer wieder kommt es zu Vorfällen, für die Ellie verantwortlich gemacht wird.

Es ist eine Story, die sehr intensiv erzählt ist. Es sind relative wenig Personen involviert, die man dafür umso besser kennenlernt. Imogen und Ellie sowie ihre Pflegefamilie stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Aus Imogens Ich-Perspektive ist man ganz nah an ihren Emotionen und ihren Gedanken dran, kann sich in sie hineinversetzen und ihre Handlungen nachvollziehen. Meistens jedenfalls, denn Imogen steigert sich zu sehr in ihren Fall hinein, verliert die nötige Distanz, die eine Psychologin wahren sollte. Schließlich zweifelt sie selbst an Ellie. Ellie ist ein kleines Mädchen, das schutzbedürftig wirkt. Doch immer wieder kommen Zweifel auf, ob sie tatsächlich etwas mit den teils mysteriösen Vorfällen in Gaunt zu schaffen hat.

Als Leser war ich hin und hergerissen, mal war ich überzeugt, dass Ellie absolut unschuldig ist. Nach dem nächsten Vorfall wieder kamen Zweifel. Dieser Zweispalt setzt sich durch die gesamte Geschichte fort, die Autorin spielt hier gekonnt mit den Gefühlen ihrer Leser. Sie erzeugt eine beklemmende Atmosphäre, die Gänsehaut macht, dazu kommt noch die Spannung, die zum Ende hin enorm zunimmt.

Fazit: Auch wenn am Ende nicht alle Fragen geklärt werden hat mich der Thriller von Anfang bis Ende gefesselt und bestens unterhalten. 4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Geschichte
Veröffentlicht am 03.04.2018

unterhaltsamer Krimi mit viel Wiener Flair

Der Tod ist ein Wiener
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Schauplatz Wien: Magdalena, Sofia und Elvira sind "die Drei vom Naschmarkt" und ermitteln in ihrem dritten Fall. Adele Artner war früher Kunsthändlerin, jetzt ist sie alt und lebt in ihrer großen Villa ...

Schauplatz Wien: Magdalena, Sofia und Elvira sind "die Drei vom Naschmarkt" und ermitteln in ihrem dritten Fall. Adele Artner war früher Kunsthändlerin, jetzt ist sie alt und lebt in ihrer großen Villa am Wilheminenberg. Sie ist gebrechlich und auf Hilfe angewiesen, neben ihrer Haushälterin Pauline und dem Chauffeur Johann lebt seit neuestem Magdalenas Freundin Elvira bei ihr und kümmert sich um sie. Sofia soll ihre umfangreiche Bibliothek katalogisieren, Magdalena ihre Gemäldesammlung fotografisch festhalten. Doch das ist nicht ihr einziger Auftrag. Adele hat den frühen Tod ihrer geliebten Freundin Larissa nie verwunden, sie beauftragt Magdalena, Larissas Tochter ausfindig zu machen, die nach der Geburt zur Adoption freigegeben wurde. Adele will ihr ihr Vermögen vererben, sehr zum Leidwesen ihrer Verwandschaft.

Für mich war es der erste Fall des Trios, ich habe gut in die Geschichte hinein gefunden, was auch am ansprechenden Schreibstil der Autorin liegt. Man begleitet Magdalena auf ihren Recherchen durch Wien, für das typische Flair sorgen die eingestreuten Begriffe in Dialekt, was mir sehr gut gefallen hat.

Neben dem Strang in der Gegenwart gibt es immer wieder Kapitel, die in der Vergangenheit spielen. So erfährt man nach und nach, was sich damals tatsächlich abgespielt hat, was es mit Larissas Tod auf sich hat. Erschreckend, mit welchen Methoden damals die Patienten in der Psychiatrie behandelt wurden, was Larissa alles durchmachen musste.

Mir hat die Geschichte gut gefallen, Adele Artner kam als Person authentisch rüber, ich konnte mich gut in sie hinein versetzen. Die anderen Charaktere bleiben blasser, ich fand es schade dass ich den drei Freundinnen nicht wirklich nah gekommen bin und somit nicht wirklich mitfiebern konnte.

Fazit: Unterhaltsamer Krimi mit viel Wiener Flair.

Veröffentlicht am 26.03.2018

spanndender Reihenauftakt

Blutadler
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Schauplatz Hamburg: Ein Serienmörder treibt sein grausames Spiel und mordet, indem er ein altes Ritual der Wikinger vollzieht. Hauptkommissar Jan Fabel und sein Team ermitteln in dem Fall. Fabel ist ein ...

Schauplatz Hamburg: Ein Serienmörder treibt sein grausames Spiel und mordet, indem er ein altes Ritual der Wikinger vollzieht. Hauptkommissar Jan Fabel und sein Team ermitteln in dem Fall. Fabel ist ein Ermittler, dessen Methoden unkonventionell sind. Der Mörder treibt ein böses Spiel und meldet sich nach jedem Mord bei Jan Fabel.

"Blutadler" ist der erste Teil einer Reihe um den Hamburger Hauptkommissar Jan Fabel. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht, was nicht zuletzt am Schreibstil des Autors liegt, der sich schön flüssig lesen lässt. Jan Fabel ist eigenwillig, aber sehr sympathisch. Er hält sich zwar ans Gesetz, aber nicht unbedingt an die Regeln, wenn er ermittelt. Er ist als Charakter sehr gut angelegt, so dass ich auf die Folgebände schon neugierig geworden bin.

Der Autor hat einen komplexen Plot entworfen, die Spannungskurve steigt kontinuierlich, gegen Ende gibt es einen super spannenden Showdown. Da es sich um den ersten Teil einer Reihe handelt, bleibt am Ende noch einiges offen.

Fazit: Insgesamt hat mir der Thriller gut gefallen, ich werde die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen.