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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2018

Ein kurzer, aber schöner Roman

Ein Sommer und ein ganzes Leben
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Ein Sommer und ein ganzes Leben erzählt zwei Geschichten zweier Menschen, die durch glückliche Fügung aufeinander treffen. Jeder von den beiden hat sein eigenes Schicksal zu tragen. Zum einen wäre hier ...

Ein Sommer und ein ganzes Leben erzählt zwei Geschichten zweier Menschen, die durch glückliche Fügung aufeinander treffen. Jeder von den beiden hat sein eigenes Schicksal zu tragen. Zum einen wäre hier Katharina, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, die versucht ihr Leben nach einem tragischen Unfall ihres Mannes zu meistern und dabei mehr als einmal an ihre Grenzen stösst. Auf der anderen Seite ist David, der im Rollstuhl sitzt und seine eigenen Herausforderungen des Lebens als "Behinderter" zu bewältigen hat.

Davids Behinderung spielt in diesem Buch eine Rolle. Aber nur in dem Zusammenhang, in dem die Autorin Kristina Valentin darauf aufmerksam machen möchte, dass Menschen, die in einem Rollstuhl sitzen, trotzdem ein normales Leben führen können. Eben halt mit Rollstuhl. Trotzdem haben sie eine Familie, Freunde, gehen einer Arbeit nach und je nach Art der Behinderung können sie auch Kinder bekommen. Mit diesem Buch möchte uns die Autorin aufmerksam darauf machen, dass wir Menschen, die in einem Rollstuhl sitzen, nicht grundsätzlich in eine Schublade stecken. Sie sind Menschen wie du und ich, und genau so möchten sie auch angesehen werden.

Im Laufe der Erzählung erfährt man zwar, warum David im Rollstuhl sitzt, doch darum geht es im Endeffekt nicht. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei daran, wie David sein Leben eben mit Rollstuhl meistert, welche Hindernisse er im Alltag zu bewältigen hat. Und das macht er echt gut.

Aber es geht nicht nur um David, sondern auch um Katharina und ihr Leben. Katharina ist, wie schon erwähnt, alleinerziehende Mutter und hat auch hierbei ihre Hürden zu überwinden. Es ist gar nicht so einfach alles unter einem Hut zu bekommen: Kinder, Arbeit und dem Haushalt. Dabei vergisst man ganz leicht eines - sich selbst. Und gerade damit hat Katharina zu kämpfen. Kristina Valentin zeigt in diesem Zusammenhang, wie wichtig es ist, dass man gerade in solchen Situationen Freunde und Familie hinter sich hat, die einem unterstützen. Nur sollte man diese Hilfe auch annehmen. Und gerade damit hat Katharina große Schwierigkeiten. Nachdem sie einen schweren Schicksalsschlag erleiden musste, fällt es Katharina umso schwerer, ihre Kinder etwas loszulassen. Und dabei kommt David ins Spiel.

Denn schlussendlich ist Ein Sommer und ein ganzes Leben doch irgendwie ein Liebesroman und so kann man sich schon denken, wie das Buch endet. Trotzdem habe ich die Lektüre sehr genossen. Es zeigt einem wieder mal wie wichtig es ist, nicht auf ewig in der Vergangenheit zu leben, sondern sich auf das Leben im Hier und Jetzt einzulassen.

Veröffentlicht am 09.05.2018

Die Jagd nach den F. Scott Fitzgerald Manuskripten hat begonnen

Das Original
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Warum ausgerechnet dieses Buch? Ehrlich gesagt, habe ich mich aufgrund des Covers für Das Original als Erstbuch entschieden. Die Palmen und der Blick aufs Meer hatte so eine Anziehung auf mich, dass ich ...

Warum ausgerechnet dieses Buch? Ehrlich gesagt, habe ich mich aufgrund des Covers für Das Original als Erstbuch entschieden. Die Palmen und der Blick aufs Meer hatte so eine Anziehung auf mich, dass ich einfach dieses Buch haben musste. Es spiegelt auch perfekt den Hauptort der Handlung wider - Florida, Camino Island. Das Cover ist meines Erachtens perfekt gelungen.

Die Geschichte selbst fand ich sehr interessant, vor allem wie sich Mercer in ihrer Rolle als Spionin schlug. Allerdings drückt der Anfangsteil meine Bewertung etwas nach unten. Die Vorgeschichte, genauer der Diebstahl selbst und die schnellen Festnahmen, aber auch die Entwicklung von Bruce Cable, konnten mich nicht so überzeugen. Nachdem das FBI die ersten Verdächtigen festgenommen hat, fragte ich mich die ganze Zeit, was jetzt noch kommen soll, wenn doch eh schon alles klar ist. Die Erzählung über Bruce Cable hat sich etwas in die Länge gezogen, so dass ich eigentlich erst so ab Seite 100 wirklich in die Geschichte reingekommen bin. Dann aber wurde es interessant. Dazu muss ich aber erwähnen, dass ich Anfangs glaubte, dass es sich bei der Handlung des Buches um die Aufklärung des Diebstahls geht. Erst nachher erkannte ich, dass es vielmehr um das Auffinden der gestohlenen Manuskripte geht.

Besonders symphatisch war mir die Protagonistin Mercer Mann. Ihre Unsicherheit, ob sie ihrer Aufgabe als Spionin überhaupt gewachsen ist, aber auch ihre Entwicklung im Laufe der Erzählung zeigte mir wieder mal, wie sehr man über sich selbst rauswachsen kann. Sie hatte eine so liebliche Art, die es mir schwer machte, sie nicht zu mögen. Bruce Cable hingegen war mir immer etwas suspekt. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass er sich etwas distanziert gab und trotzdem gerade im Buchgeschäft viel Einfluss hatte. Die Distanziertheit kommt wahrscheinlich daher, dass er doch immer auf der Hut sein musste. Bruce' Frau Noelle ist für mich schwer einzuschätzen. Ich bin mir bei ihr nicht sicher, ob sie ihre Freundlichkeit nur vorgaukelt. Ich hatte immer das Gefühl, dass sie einem nur etwas vormacht. Das Schriftstellerpaar Myra und Leigh fand ich besonders faszinierend. Zwei so unterschiedliche Charaktere, die sich trotzdem irgendwie ergänzten. Myra war der auffallendere Part des Paares, sie hatte immer den Drang im Mittelpunkt zu stehen. Was mir weniger an ihr gefiel, dass sie ihre Partnerin bzw dessen Arbeit immer schlecht machen musste. Leigh hingegen war ruhig und versuchte immer Myra's "Patzer" auszubessern. Interessant wäre hier, ob sich dieses Kräfteverhältnis auch so verteilt, wenn die beiden alleine sind.

Ich möchte hier jetzt nicht noch auf all die anderen Personen des Romans eingehen, dafür sind es einfach zu viele. Die oben erwähnten waren für mich einfach die prägnantesten.

John Grisham hat mich regelrecht nach Camino Island entführt. Ich hatte das Gefühl, mittendrin in dieser Stadt zu sein. Ich kann mir geradezu bildlich die Buchhandlung, die Cafes, das ganze Ambiente vorstellen. Irgendwie hatte das Ganze so den Kleinstadtcharme, den ich so sehr liebe. Am liebsten würde ich zusammen mit Mercer durch die Stadt schlendern. John Grisham hat mich mit seiner Erzählweise komplett überzeugt, weitere Bücher von ihm zu lesen. Auch sein Schreibstil reißt einem regelrecht mit und so habe ich nach der anfänglichen Hürde das Buch in einem durch verschlungen.

Veröffentlicht am 27.03.2018

Stalker - Louise Voss, Mark Edwards

Stalker
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Ausgewählt habe ich dieses Buch deshalb, weil ich die Thematik des Stalking sehr interessant finde, vor allem was die verschiedenen Motive und Ausführungen des Stalking betrifft. Und gerade das wird in ...

Ausgewählt habe ich dieses Buch deshalb, weil ich die Thematik des Stalking sehr interessant finde, vor allem was die verschiedenen Motive und Ausführungen des Stalking betrifft. Und gerade das wird in diesem Buch sehr gut beschrieben.

Die Geschichte ist in zwei Teile aufgegliedert, wobei sich die Geschichte letztendlich ganz anders entwickelt, als man erwartet. Der erste Teil ist ganz das, was man erwartet. Alex, ein junger Mann, verliebt sich in seine Dozentin und Schriftstellerin Siobhan, wobei er der Meinung ist, dass sie ebenfalls Interesse an ihm hat. Er möchte sie unbedingt davon überzeugen, dass er der Richtige für sie ist. Seine Verliebheit schlägt schnell in Versessenheit um. Und so kommt es, dass er ihr immer wieder nachsteigt und verschiedene Geschenke macht. Doch dann plötzlich ändert sich alles. Der zweite Teil der Geschichte aber geht in eine Richtung, mit der man keinesfalls rechnet. Gerade aber diesen Überraschungsmoment fand ich sehr gelungen, denn dieser macht die Geschichte erst so richtig interessant. Ansonsten wäre es nur eine „normale“ Stalkinggeschichte gewesen.

Besonders gut gefallen hat mir die Erzählweise der beiden Autoren. Anhand von wechselnden Tagebucheinträgen bekommt der Leser sowohl sie Sichtweise des Täters als auch des Opfers vermittelt. Diese wechselnde Erzählung ist sehr gut gelungen und mder Leser bekommt einen perfekten Einblick in die Gedanken der beiden Hauptprotagonisten. Dadurch fiel es mir leichter, mich in die jeweilige Person hineinzuversetzen. Interessant fand ich vor allem die Entwicklung von Alex, die er im Lauf der Geschichte macht.

Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass dieses Buch sehr gelungen ist und es mich gefesselt hat. Es lässt sich sehr flüssig lesen und es gibt eigentlich keine Phasen, an denen man den Überblick verliert.

Veröffentlicht am 27.03.2018

Mit Hanna nach Havanna - Theresia Graw

Mit Hanna nach Havanna
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Leseeindrücke
Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch zu aller erst auf Instagram. Irgendwie habe ich mich sofort in das Cover verliebt, alleine schon deshalb wollte ich dieses Buch haben. Und ich kann nur ...

Leseeindrücke
Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch zu aller erst auf Instagram. Irgendwie habe ich mich sofort in das Cover verliebt, alleine schon deshalb wollte ich dieses Buch haben. Und ich kann nur sagen, es war die richtige Entscheidung.

Die beiden Hauptprotagonistinnen könnten gar nicht unterschiedlicher sein. Katrin Ist Mitte Dreißig und steht mitten im Leben. Sie hat nur ihre Karriere beim Sender HelloTV im Kopf, der Liebe hat sie bereits abgeschworen. Weiters ist sie äußerst zielorientiert und eher gefühlskalt bzw hat für alles eine naturwissenschaftliche Erklärung. Hanna hingegen hat ihr Leben bereits gelebt. Nachdem ihr Mann verstorben ist, will sie einfach nur mehr ihr Leben genießen. Sie lebt im Jetzt und hat noch einen großen Wunsch – ihre erste große Liebe zu finden. Doch diese befindet sich in Kuba. Nachdem Katrin berufliche Änderungen hinnehmen muss, nimmt Hanna Kontakt zu ihr auf und bittet sie, dass sie sie bei ihrer Reise und Suche begleitet. Katrin sieht darin die Chance, endlich den heiß begehrten Journalistenpreis zu gewinnen, den sie sich so sehnlichst wünscht. Deshalb sagt sie Hanna nach längerer Überlegung zu und die beiden machen sich auf den Weg nach Kuba.

Doch so einfach war die Suche nach Julius, Hanna große Liebe, nicht. Die Reise ist geprägt durch verschiedene Hindernisse. Und gerade hier kommen die unterschiedlichen Charaktere sehr zur Geltung. Hanna fügt sich der Situation, macht aus allem das Beste und genießt den Moment. Katrin hingegen hat immer nur im Kopf, dass ihr die Zeit davon läuft und sie nicht zu ihrem Interview kommt. Außerdem gibt es da noch Max, der einen Reiseblog betreibt und wie Katrin auf der Suche nach Julius ist. Katrin sieht in ihm einen Konkurrenten, der dieselbe Geschichte schreiben will.

Theresia Graw versteht es, den Leser an den Roman zu fesseln. Mit größtem Vergnügen begleitete ich Katrin und Hanna durch Kuba. Durch die vielen Landschafts- und Mentalitätsbeschreibungen hat man nicht nur das Gefühl mittendrin zu sein, sondern bekommt auch ein sehr gutes Bild von Kuba präsentiert. Mit Hanna nach Havanna ist kein kitschiger Liebesroman im eigentlichen Sinn. Der Roman beinhaltet einfach alles – Spannung, Humor, Drama und Romantik. Auch wenn man das Ende irgendwie vorhersehen kann, gibt es doch noch die eine oder andere Überraschung.

Eines weiß ich mit Sicherheit, dass wird nicht mein einziger Roman von Theresia Graw bleiben.