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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.09.2018

Märchenhaftes, bezauberndes Buch mit einigen Schwächen

Hazel Wood
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Nach monatelanger Flucht vor dem Unglück werden Alice und ihre Mutter in New York endlich sesshaft, nachdem sie ein Brief ihrer Großmutter erreicht, der ihr Ableben mitteilt. Doch nach nur wenigen Tagen ...

Nach monatelanger Flucht vor dem Unglück werden Alice und ihre Mutter in New York endlich sesshaft, nachdem sie ein Brief ihrer Großmutter erreicht, der ihr Ableben mitteilt. Doch nach nur wenigen Tagen verschwindet Alices Mutter und eine abenteuerliche Reise beginnt für Alice und ihren Freund Finch,der ein absoluter Fan der Geschichten ihrer Großmutter Althea Proserpine ist, die irgendwo im verwunschenen Hazel Wood gelebt haben soll. Doch gibt es Hazel Wood überhaupt und was ist mit ihrem schauerlichen Märchenbuch, welches realer zu sein scheint als Märchen es normalerweise sind?

Es beginnt geheimnisvoll mit Ella und Althea, deren Geschichte selbst in ein Märchen eingebettet zu sein scheint. Dann folgt die ernüchternde Realität viele Jahre später, in der Alice und ihre Mutter Ella vor etwas nicht Greifbarem fliehen und es scheint beinahe als würde die ominöse und gefährliche Welt der Märchen sie verfolgen. Ich fand Alice nicht sehr greifbar. Sie liebt ihre Mutter über alles und versucht ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, aber irgenwie ist der Funke nicht übergesprungen und ich fand sie nicht unbedingt sympathisch. Ganz anders sieht es bei Finch aus, der sehr lebendig und fröhlich wirkt, immer für allerlei Unsinn zu haben. Super gefallen haben mir die Märchen, die in Kurzform erzählt werden, weil sie so schön düster und böse sind, dass es einem kalt den Rücken runterläuft. Einfach herrlich! Die Idee mit den Märchenfiguren und das Hinterland fand ich ebenso großartig. Aus diesem Grund finde ich, dass die Geschichte sich bis zum letzten Drittel sehr zieht und wenig Spannung bereit hält. Dafür dann aber gegen Ende mächtig aufholt und nochmal alles rausholt, was bis dahin versäumt wurde. Der Schreibstil ließt sich flüssig, auch wenn ich zwischendurch mehr durch die Geschichte gestolpert bin, als dass ich ihr problemlos folgen konnte. Schade empfand ich die Tatsache, dass es kaum Hintergrundinformationen über das Hinterland gibt oder wie Althea und Ella überhaupt dorthin gelangt sind. Erst ganz zum Schluss werden so elementare Informationen gegeben, die mir während des Lesens gefehlt haben und dem ganzen keine Ernsthaftigkeit und keinen roten Faden gegeben haben.

Tolle märchenhafte Idee, die allerdings nicht optimal umgesetzt wurde und gerade am Anfang und in der Mitte viel Potential verschwendet.

Veröffentlicht am 22.07.2018

Ein Thriller anderer Art

Opfer
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In der Einkaufshalle Champs-Élysées geschieht ein ziemlich brutaler Raubüberfall eines Juweliergeschäftes. Unglücklicherweise gerät Anne Forestier den Tätern genau in die Schusslinie und wird schwer verletzt ...

In der Einkaufshalle Champs-Élysées geschieht ein ziemlich brutaler Raubüberfall eines Juweliergeschäftes. Unglücklicherweise gerät Anne Forestier den Tätern genau in die Schusslinie und wird schwer verletzt und traumatisiert zurückgelassen. Kurz darauf muss sich Kommissar Camille Verhoeven auf den Überwachungsvideos das Geschehen anschauen und stellt mit Schrecken fest, dass die Frau auf dem Video seine Lebenspartnerin ist. Er tut alles um sie vor den Tätern zu schützen, die die einzige lebende Zeugin, die ihr wahren Gesichter gesehen hat, aus dem Weg räumen wollen. Dabei greifen sie zu drastischen Mitteln...

Die Geschichte wird chonologisch innerhalb von drei Tagen erzählt. Dabei werden die einzelnen Ereignisse zeitlich markiert, um dem Verlauf genau folgen zu können. Auffällig ist Lemaitres einzigartiger Schreibstil, den ich bereits aus einem anderen seiner Werke kenne und liebe. Etwas wie einen Überfall beschreibt er in einer anmutenden, literarisch anspruchsvollen Art und Weise, wobei er genau auf seine Worte achtet und besondere Metaphern und Beschreibungen nutzt, die mir sehr gut gefallen haben, wenngleich sie ungewöhnlich sind. In seinen Worten stecken so viele philosophische Aspekte, dass es ein Vergnügen ist sich gedanklich weiter mit ihnen zu beschäftigen. Leider bleibt aufgrund der außergewöhnlichen Schreibstils die Spannung auf der Strecke, die erst gegen Ende zunimmt. Die Protagonisten bleiben distanziert und es ist schwierig eine Beziehung zu ihnen aufzubauen oder überhaupt einen direkten Bezug zu de Geschehnissen. Aufgrund der Sprache schien es mir manchmal verwirrend und schwer nachvollziehbar zu verstehen warum jemand gerade das denkt oder tut, da hinter jedem ein tieferer Sinn gesucht wird, der die rasche Entwicklung der Geschichte behindert.

Ein sprachlich besonders ausgereifter Thriller mit distanzierten, ungewöhnlichen Protagonisten, einer Geschichte, welche die Sinnhaftigkeit und Tiefe des Schicksals zu erklären versucht, dadurch allerdings an Spannung verliert.

Veröffentlicht am 08.07.2018

Zu viel auf einmal

Stille Feinde
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Der Privatdetektiv Isaiah Quintabe arbeitet als Privatdetektiv und löst einfache Fälle aus einer Nachbarschaft. Bei seinen Ermittlungen stößt er zufällig auf ein zerstörtes Auto, welches mit dem Tod seines ...

Der Privatdetektiv Isaiah Quintabe arbeitet als Privatdetektiv und löst einfache Fälle aus einer Nachbarschaft. Bei seinen Ermittlungen stößt er zufällig auf ein zerstörtes Auto, welches mit dem Tod seines Bruder viele Jahre zuvor zusammenhängt, von dem er ausgeht dass es sich um Mord handelte. Durch weitere Aufträge laufen IQ und sein Kumpel Dodson Gefahr in die zwielichtigen und äußerst gefährlichen Machenschaften der Gangs reingezogen zu werden.

Anfangs wird die Geschichte aus IQ Sicht geschildert, zunehmend kommen auch weitere Perspektiven zum Vorschein, was mir super gut gefallen hat. Die vergangenen Erlebnisse der Protagonisten werden deutlich geschildert und machten sie für mich greifbarer und authentischer als zuvor. Besonders zeigt sich das in der Sprache, die häufig vulgär ist und sich dem jeweiligen Milieu hervorragend anpasst. Andererseits waren mir die zahlreichen Personen irgendwann zu viel, sodass ich Schwierigkeiten hatte mich mit ihnen zurechtzufinden und sie teils verwechselt hatte. Dazu kommen die teils langatmigen und langweiligen Nebenerzählungen, die man sich hätte sparen können oder zumindest kürzen, das sie alles unnötig in die Länge ziehen. Der erwartete Höhepunkt bleibt leider aus bzw. gestaltet sich nicht so wie erhofft und dadurch verliert die Geschichte deutlich an Spannung und fesselt einen nicht so.

Veröffentlicht am 22.06.2018

Trotz der emotionalen Thematik nicht überzeugend

For Good
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Charlie hat eine der schlimmsten Erfahrungen gemacht, die ein Mensch machen kann. Sie hat einen geliebten Menschen aus ihrem Leben verloren, der ihr mehr bedeutete als sonst jemand. Nun muss sie mit den ...

Charlie hat eine der schlimmsten Erfahrungen gemacht, die ein Mensch machen kann. Sie hat einen geliebten Menschen aus ihrem Leben verloren, der ihr mehr bedeutete als sonst jemand. Nun muss sie mit den Folgen des plötzlichen Todes lernen das Leben wieder neu zu entdecken. Doch das misslingt ihr, da sie jede Sekunde in ihrer Trauer versinkt, bis die Trauer sie erdrückt und sie daraufhin eine schwere und gefährliche Entscheidung trifft.

Das Buch besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil wird die aktuelle Situation von Charlie dargestellt und als Leser bekommt man intensiv mit wie sie sich fühlt, was sie denkt und wie stark sie darunter leidet. Im zweiten Teil wird die Geschichte von Charlie und Ben erzählt, vom Kennenlernen bis zu dem unglücklichen Geschehnis, dass alles für immer verändern wird und so plötzlich und brutal in ihre alltägliches Leben einbricht, dass man es kaum fassen kann. Obwohl mir solche Geschichten meistens zusagen und mich emotional berühren und überzeugen, war dies hier leider nicht so. Irgendwann hat mich Charlie nur noch genervt, weil ihre Gedanken ununterbrochen um Charlie kreisen, als gäbe es nichts und niemand anderen mehr. Einerseits verständlich, aber es wiederholte sich so oft, dass ich die Passagen als langweilig und unnötig empfunden habe. Mit der Vergangenheit von Charlie und Ben war es andersherum. Das Kennenlernen empfand ich als sehr öde und langweilig, aber nach und nach konnten mich eben diese Situationen total einnehmen und zum Schluss konnte ich dann auch mitfühlen und Charlies Verlust teilweise nachempfinden. Davor war das Buch leider gar nicht mein Fall und ich bin enttäuscht davon, da ich mir viel mehr erhofft hatte.

Veröffentlicht am 27.05.2018

Zu oberflächlich

Beautiful Liars, Band 4 - Cords Perspektive. Die gelöschten Szenen aus, Band 1
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Achtung: Spoiler zu Band 1 von Beautiful Liars: Verbotene Gefühle!

Nachdem ich den ersten Band verschlungen hatte und Cord mir doch noch sehr geheimnisvoll und undurchschaubar erschient, wollte ich endlich ...

Achtung: Spoiler zu Band 1 von Beautiful Liars: Verbotene Gefühle!

Nachdem ich den ersten Band verschlungen hatte und Cord mir doch noch sehr geheimnisvoll und undurchschaubar erschient, wollte ich endlich hinter seine Fassade blicken. Er gibt sich so cool, unnahbar und hält andere auf Distanz bzw. pflegt nur oberflächliche Beziehungen, die nicht sehr tief gehen. Anders bei Rylin, auf die er sich einlässt. Er ist mein absoluter männlicher Lieblingscharakter.

Die zusätzlichen Einblicke sind zwar ganz interessant und ergänzen die Geschichte gut, allerdings hatte ich mir wesentlich mehr erhofft. Die Beziehungen zu anderen werden nur angeschnitten und es fehlen mir authentische Gefühle, Gedanken, die irgendwie tiefgründiger sind. Er hat seine Eltern verloren, sein Bruder benimmt sich sehr fragwürdig, er gibt ständig Partys und unterhält eine On-Off-"Beziehung" mit Eris, aber wo ist der echte Cord? Das alles ist doch nur nichtssagende Fassade, die er sich damit erschafft, um irgendetwas zu verbergen und mit diesen Handlungen zu überdecken versucht.