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Veröffentlicht am 10.06.2018

Space Oddity

Miss Gladys und ihr Astronaut
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Miss Gladys ist noch nicht mal einundsiebzig, ihr Sohn sitzt im Knast, ihre Schwiegertochter ist tot, sie muss sich um die fünfzehn und zehn Jahre alten Enkel kümmern, ist/wird dement und ist sich dieser ...

Miss Gladys ist noch nicht mal einundsiebzig, ihr Sohn sitzt im Knast, ihre Schwiegertochter ist tot, sie muss sich um die fünfzehn und zehn Jahre alten Enkel kümmern, ist/wird dement und ist sich dieser Tatsache leider auch noch bewusst.
Major Tom, der eigentlich Tom Major heißt, aber in einem schrottigen Raumschiff auf dem Weg zum Mars ist, erwartet nichts mehr vom Leben, von den Menschen und von sich.
Ellie ist fünfzehn und versucht irgendwie, die Familie zusammenzuhalten, ohne dass es den Behörden auffällt. Und James, der Zehnjährige, ist ein kleines Wissenschaftsgenie, der alles ändern könnte.
Der Anruf kommt unerwartet und ist auch so nicht geplant. Doch er wirft das Leben dieser Personen durcheinander, bewertet es neu und vielleicht ist die Hoffnung am Ende nicht nur ein Wort zum Lösen eines Kreuzworträtsels, achtzehn senkrecht.

Mit diesem Buch bewege ich mich eigentlich außerhalb meines Beuteschemas, aber das völlig reuelos. Es werden so viele krasse Themen angeschnitten: Demenz, Armut, Betrug, Fehlgeburt, tödliche Unglücke, Mobbing ... und trotzdem schafft es Barnett, den Leser nicht in Depressionen versinken zu lassen, in all der Traurigkeit immer wieder Lachen und Leben zu entdecken, bei allen Geschehnissen, die herunterziehen, den Willen zum Weitermachen zu entfachen, wie ein Funke im Weltall oder ein Experiment wie It's a small fart for a man, one giant opportunity for a boy. In seiner überspitzten Absurdität zeigt dieses Buch, dass Aufgeben keine Option ist, die man überhaupt in Erwägung ziehen sollte.

Veröffentlicht am 09.06.2018

Kein schöner Tod

Der letzte Gast
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Mia ist eine Dogwalkerin, also jemand, der für andere Leute Hunde ausführt und zum Teil auch ausbildet. Eine ihrer Kundinnen ist die noch gar nicht so alte Berna, die an ALS leidet und sich für eine Sterbehilfe ...

Mia ist eine Dogwalkerin, also jemand, der für andere Leute Hunde ausführt und zum Teil auch ausbildet. Eine ihrer Kundinnen ist die noch gar nicht so alte Berna, die an ALS leidet und sich für eine Sterbehilfe in der Schweiz entschieden hat - in vier Wochen. Doch ihr Tod tritt überraschend früher ein; jemand hat die kranke Frau ermordet. Doch welches Motiv steckt dahinter? Ist es jemand aus der schrecklich unnetten Familie der netten Dame? Mia, die einiges bei Berna mitbekommen hat, erlebt immer wieder bedrohliche Situationen, die nahezu tödlich enden könnten. Anscheinend sieht sie nicht nur die Familie Bernas, sondern auch der Mörder als Bedrohung ...

Das ist mein erstes Buch von Sabine Kornbichler, und mir hat es im Prinzip gut gefallen. Mit Mia gibt es eine "Ermittlerin", die weder professionell noch psychisch kaputt ist, im Gegenteil. Sie ist tough und lässt sich nur selten verunsichern und auch die restlichen Protagonisten sind gut ausgearbeitet, der Schreibstil angenehm routiniert und flüssig. Weniger gefallen hat mir, dass sich (für mich) der Täter arg früh abzeichnete. So gut ich es finde, wenn ein Krimiautor den Leser nicht unfair behandelt und alle Infos auf den Tisch legt, so sehr hätte ich mir doch ein paar mehr falsche Spuren gewünscht. Trotzdem war der Krimi interessant entwickelt, sodass ich mir auch den ein oder anderen der Autorin vornehmen werde.

Veröffentlicht am 05.06.2018

Pariser Geheimnisse

Palace of Silk - Die Verräterin
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Nach den Erlebnissen in London erscheint Paris Rea anfangs wie ein Traum. Jeder darf jeden berühren, alle tragen bunte Farben, die Gedanken sind freier ... oder? Tatsächlich ändert sich vieles, als ausgerechnet ...

Nach den Erlebnissen in London erscheint Paris Rea anfangs wie ein Traum. Jeder darf jeden berühren, alle tragen bunte Farben, die Gedanken sind freier ... oder? Tatsächlich ändert sich vieles, als ausgerechnet Robin nach Paris kommt, um eine Brautwerbung zu beginnen. Ausgerechnet um Ninon. Schon gibt es die ersten Stimmen, die fordern, zur Berührungsfreiheit zu wechseln und der Hass auf die Magdalenen entflammt auch in der großen Stadt an der Seine. Wieder gerät Rea zwischen alle Fronten, und selbst ihre Freunde können ihr nur wenig beistehen - ist ihr größter Feind doch sie selbst.

Ich mag diese Reihe, wirklich! Umso mehr regt mich auf, dass Rea in diesem Band hier so oft so unvernünftig handelt. Außerdem gibt es wieder zu viel Hin und Her mit Robin, den ich bereits seit dem ersten Band aus tiefsten Herzen verabscheue - er schaffte es, dieses Gefühl noch einmal zu steigern. Selten so eine wankelmütige Type erlebt, aber Hauptsache, er sieht so verdammt gut aus! Tatsächlich macht für mich den Reiz der Geschichte ausnahmsweise wenig(er) die Hauptperson aus - vielmehr wird sie durch ihre Originalität und die unwahrscheinlich starken Nebenprotagonisten getragen, die ich fast allesamt sehr mag oder zumindest sehr gut entwickelt finde. Mit ihnen leide und fühle ich tatsächlich mehr mit als mit Rea und Robin. Jetzt bin ich wirklich gespannt, ob das Finale mit einem echten Knall endet.

Veröffentlicht am 28.05.2018

Das Lied der Monster

Oblivion Song 1
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Vor zehn Jahren passierte eine Katastrophe in Philadelphia. Ein Teil der Stadt verschwand in einer anderen Dimension, dabei Tote verursachend und viele, viele verschwundenen Menschen. Nathan Cole ist ein ...

Vor zehn Jahren passierte eine Katastrophe in Philadelphia. Ein Teil der Stadt verschwand in einer anderen Dimension, dabei Tote verursachend und viele, viele verschwundenen Menschen. Nathan Cole ist ein Wissenschaftler, der nach diesen verschwundenen Leuten sucht, auch ohne Unterstützung der Regierung, die dieses leidige Thema einfach nur abschließen will. Mithilfe einer von ihm entwickelten Technik gelangt Nathan immer wieder nach Oblivion, wie diese Dimension genannt wird und manchmal findet er Verschollene, die er mitnimmt. Doch wollen diese Leute überhaupt gerettet werden? Trotz Monster und dem täglichen Kampf ums Überleben scheinen nicht alle glücklich zu sein, wieder zurückzukommen.

Die Story finde ich faszinierend und gerade durch den doppelten Cliffhanger zum Schluss werde ich sie auch weiterverfolgen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich eine Zeitlang brauchte, um mit dem Zeichenstil warmzuwerden. Er ist noch immer nicht wirklich meins, genauso wie die Farben. Was mir aber trotzdem gut gefällt, ist, dass die Menschen ganz normale, gewöhnliche Leute sind, keine Superhelden, dass man ihnen keine Schönheit verpasst hat oder besondere Kräfte. Ein Polizist, der als Held gefeiert wird, ist eindeutig übergewichtig und man erkennt an dem verzehrten Gesicht, welche Angst er hat. Allgemein sind die Gefühle immer sehr gut dargestellt und authentisch und allein all die Andeutungen aus diesem Band lassen darauf hoffen, dass es genauso spannend und mysteriös weitergeht.

Veröffentlicht am 29.04.2018

Macht Platz für den Rabenkönig!

Wo das Dunkel schläft
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Im letzten Band der Tetralogie geht es noch mal heftig zur Sache. Ein Dämon zerstört Cabeswater und will auch alles andere zerstören, was ihm in die Finger oder Krallen gerät. Für Rowan, Gansley, Adam, ...

Im letzten Band der Tetralogie geht es noch mal heftig zur Sache. Ein Dämon zerstört Cabeswater und will auch alles andere zerstören, was ihm in die Finger oder Krallen gerät. Für Rowan, Gansley, Adam, Blue, Noah und neuerdings auch Henry läuft die Zeit davon. Sie müssen Glendower finden, oder nicht nur Gansley wird stirben. Doch wie sollen sie das schaffen, wenn sich die Alpträume in das normale Leben drängen? Und eine Gangsterbraut dämonische Mächte entfesselt, die sie nicht kontrollieren kann? Alle Chancen stehen gegen sie, also nutzen sie, was sie haben: ihre Freundschaft, ihre Liebe, ihre Fähigkeiten, auch in den schlimmsten Situationen zusammenzuhalten.

Mit dieser Reihe hat Maggie Stiefvater zweifellos eine ungewöhnliche, wenn nicht sogar außergewöhnliche Reihe erschaffen, die ich in ihrer Gesamtheit jederzeit empfehlen werde. Dass ich hier nicht die volle Punktzahl vergebe, liegt daran, dass manche Sachen einfach verwirrend sind. Es ist der Wahnsinnsschreibstil, der darüber hinwegtäuscht, einen einsaugt in die Geschichte, aber hinterher sitzt man trotzdem ein bisschen ratlos da und fragt sich: Aha? Es ist ein klein wenig offenes Ende geblieben, das im Ernstfall sicher Platz lässt für ein Sequel, und auch das werde/würde ich lesen wollen.