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Veröffentlicht am 07.03.2017

Gelungene Fortsetzung, aber trotzdem eines von Samantha Youngs schwächeren Büchern

Every Little Thing - Mehr als nur ein Sommer (Hartwell-Love-Stories 2)
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Gestern noch habe ich in freudiger Erwartung auf das Erscheinen des Buches die Leseprobe gelesen, von der ich hin und weg war. Schon im ersten Band von Samantha Youngs neuer Reihe fand ich Bailey und Vaughn ...

Gestern noch habe ich in freudiger Erwartung auf das Erscheinen des Buches die Leseprobe gelesen, von der ich hin und weg war. Schon im ersten Band von Samantha Youngs neuer Reihe fand ich Bailey und Vaughn sehr interessant und umso mehr habe ich mich gefreut, dass es ein ganzes Buch über sie gibt.

Wie gesagt war ich von der Leseprobe, also den ersten paar Kapiteln, sehr begeistert und ich bin mit freudiger Erwartung an das Buch herangegangen - wurde dann allerdings etwas enttäuscht. Je weiter ich gelesen habe, desto weniger haben mich Bailey und Vaughn gekümmert. Keine Frage, die beiden sind an sich tolle Charaktere und ich mochte ihre Geschichte auch, aber es hat mir einfach keinen sonderlich großen Spaß gemacht aus Bailey's Sicht zu lesen.
Die Kapitel waren abwechselnd aus Bailey's und Vaughns Sicht geschrieben, wobei Bailey aus der Ich-Perspektive erzählt und Vaughn aus der personalen Perspektive, also der Er-Form. Wider erwarten gefielen mir die Kapitel aus Vaughns Sicht besser. Bailey war an sich zwar ein süßer Charakter, aber irgendwie hat sie mir als Nebencharakter besser gefallen. Ich konnte mich in ihre Gedankenwelt einfach nicht gut einfinden, was es mir schwer gemacht hat die Geschichte zu genießen.
Dabei finde ich Bailey wie gesagt nicht unsympathisch. Bailey war ein toller Charakter, sehr stark und fürsorglich. Dennoch war Vaughn glaube ich mein Liebling in diesem Buch. Obwohl er an einigen Stellen sehr frustrierend sein konnte und ich kurz davor war anzufangen zu beten, dass der Mann sich endlich entscheidet, war er insgesamt ein klasse Kerl. Etwas eigen und verschlossen, zu Beginn hat er wirklich eine komische Art Bailey seine Gefühle mitzuteilen (die beiden haben nämlich wirklich ein Talent dafür sich gegenseitig zu verletzen), aber gleichzeitig spielt er sich immer wieder übertrieben als Bailey's Beschützer auf. Auch die Beziehung zu seinem Vater fand ich toll, bisher habe ich selten über eine derart enge Vater-Sohn-Bindung gelesen, obwohl sie sehr realistisch rüberkam.
Bevor ich jetzt noch mehr über einen unserer Protagonisten schwärme (aber hey, wer kann es mir verübeln - allein schon deswegen weil die optische Vorlage der Autorin Ian Somerhalder war :D), der natürlich nicht fehlerfrei ist, komme ich mal zu dem Punkt, der mich an dem Buch eigentlich am meisten gestört hat:

Abgesehen davon, dass viel Zeit auf die vielen, vielen Nebencharaktere verwendet wurde, obwohl es eigentlich um Bailey und Vaughn gehen sollte, war mein größtes Problem, dass ich nicht so richtig in die Gefühlswelt der Charaktere eintauchen konnte. Ganz objektiv finde ich Bailey und Vaughn toll, aber ich konnte einfach ihre Gefühle füreinander nicht nachvollziehen. Die Geschichte hat mich emotional absolut nicht mitgenommen, wie es andere Bücher von Samantha Young getan haben (Scotland Street und Into the Deep zum Beispiel). Es kam mir vor als wären die Gefühle der beiden mir einfach auf dem Silbertablett präsentiert worden: Hier! Bailey hasst Vaughn und dann Zack - sie liebt ihn. Aber wieso? Wieso? Das habe ich mich ziemlich oft gefragt. Und auch bei Vaughn ist von vornherein klar, dass er Bailey liebt und das ist ja auch schön und gut, aber mir fehlten einfach die Emotionen dabei. Ich habe nicht mitgelitten, mitgefiebert oder sonst irgendetwas. Für mich ist das hier ein Fall in dem ich oft "show don't tell" gedacht habe.

Puh, das klang jetzt irgendwie doch ganz schön negativ, dabei gefiel mir "Every Little Thing" grundsätzlich gut. Wie ich bereits erwähnte meiner Meinung nach nicht das beste Werk der Autorin, aber dennoch auf jeden Fall lesenswert!

Veröffentlicht am 07.03.2017

Mein böser, böser Zwilling

Nova und Avon 1: Mein böser, böser Zwilling
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Nova und Avon ist ein Buch in dessen Altersklasse ich nicht mehr so ganz hineingehöre und meistens habe ich zugegeben auch keinen wirklichen Spaß mehr an Büchern, die für jüngeres Publikum ausgelegt sind. ...

Nova und Avon ist ein Buch in dessen Altersklasse ich nicht mehr so ganz hineingehöre und meistens habe ich zugegeben auch keinen wirklichen Spaß mehr an Büchern, die für jüngeres Publikum ausgelegt sind. Aber Tanja Voosen ist nun einmal eine meiner liebsten deutschen Autorinnen und deshalb wollte ich auch dieser Geschichte eine Chance geben - zumal das Cover wirklich traumhaft schön ist und das Buch mit knapp 12€ sehr erschwinglich.

Wie eben schon erwähnt tue ich mich mit Charakteren die sagen wir mal ungefähr jünger als sechzehn sind ziemlich schwer. Meist kann ich mich einfach nicht mehr so gut in die etwas kindlicheren Gedanken reinversetzen, wodurch ich mich dann alt fühle (was ich mit neunzehn ja nicht bin) und das nimmt mir dann den Spaß an der Geschichte. Das Problem habe ich zum Beispiel schon bei Kerstin Giers Silber-Trilogie ein wenig gehabt, weshalb ich auch etwas skeptisch war, ob ich mit Nova, die ja erst 13 Jahre ist, als Erzählerin klarkommen würde.
Die Sorgen habe ich mir ganz umsonst gemacht, denn Nova war von Anfang an super sympathisch. Sie hat an ihrer Schule keine Freunde, ihre Eltern, die etwas ungewöhnliche Berufe haben, sind ihr peinlich und sie wird dauernd von der fiesen Viola heruntergemacht, in dessen Bruder Fitz sie total verknallt ist, mit dem sie aber vor Nervosität kein Wort wechseln kann. Zu Beginn tat Nova mir echt Leid, sie lässt sich viel von Viola gefallen, aber im Laufe der Geschichte entwickelt Nova immer mehr Rückgrat und wächst über sich hinaus, was mir richtig gut gefallen hat.
Aber nicht nur Nova, sondern auch die Nebencharaktere sind toll gewesen. Ihre Eltern etwas "anders", aber dennoch sympathisch, Fee, die Nova aus der Patsche helfen soll und die Freundin wird, die Nova so bitter nötig hat und natürlich Fitz, in den Nova heimlich verknall ist. Gerade Fitz hat es mir angetan, ich fand den Jungen einfach knuffig. Die kleine sich anbahnende Liebesgeschichte am Rande war zuckersüß und genau richtig für mich und ich freue mich sehr auf mehr von den beiden im nächsten Band.

Was ich wiederum etwas schade fand, war, dass die Handlung sich hingezogen hat. Der ganze Teil mit Avon nämlich ziemlich kurz geraten ist. Novas böse Doppelgängerin taucht wirklich erst sehr spät im Buch auf und wirbelt das Leben unserer Protagonistin durcheinander. Davor passieren natürlich auch ein paar Dinge, aber die waren bei weitem nicht so spannend wie die Szenen mit Avon fand ich. In der ersten Hälfte des Buches empfand ich die Handlung noch als etwas träge, im zweiten Teil (mit Avon) wird es dann wie gesagt spannender, denn Novas böser Zwilling ist wirklich... nun ja, böse eben. Bin ich froh, dass ich nicht so eine Doppelgängerin habe.
Dafür, dass Avon so spät erst aufgetaucht ist, ging mir das Ende dann etwas zu schnell, aber da es nächstes Jahr einen zweiten Band geben wird, heißt das ja auch, das Avon noch nicht Geschichte ist, sondern bestimmt noch weiter Unruhe stiftet - und ich freue mich drauf. Also auf den zweiten Band, denn so eine Doppelgängerin wünscht man wirklich niemandem

Insgesamt war Mein böser, böser Zwilling ein richtig schönes Buch für Zwischendurch, das ich in einem Rutsch gelesen habe. Dank des lockeren Schreibstils der Autorin flogen die Seiten nur so dahin, ich musste an einigen Stellen herzlich lachen und auch wenn die Handlung für mich noch ausbaufähig gewesen wäre, so kann ich Nova und Avon trotzdem wärmstens empfehlen!

Veröffentlicht am 06.03.2017

Fantastische Fortsetzung

Schattentraum: Mitten im Zwielicht
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Als ich gestern bemerkt habe, dass der zweite Band von Schattentraum still und heimlich veröffentlicht wurde, musste ich ihn natürlich sofort kaufen. Immerhin wollte ich wissen, wie es mit Emma und Gabriel ...

Als ich gestern bemerkt habe, dass der zweite Band von Schattentraum still und heimlich veröffentlicht wurde, musste ich ihn natürlich sofort kaufen. Immerhin wollte ich wissen, wie es mit Emma und Gabriel weitergeht. Und vor allem war ich gespannt, ob mir dieses Buch etwas besser gefallen würde als sein Vorgänger.
Und das hat es tatsächlich. Normalerweise finde ich zweite Teile häufig schlechter als erste, aber in diesem Fall nicht.
Die Geschichte hat sich finde ich gut weiterentwickelt und ich hatte dieses Mal nicht mehr andauernd dieses Déjà-vu-Erlebnis, als ob ich so eine ähnliche Szene woanders schon einmal so gelesen hätte. Also schon einmal eine deutliche Verbesserung.
Aber auch die Charaktere gefielen mir dieses Mal etwas besser. Emma hat sich im Laufe der Handlung weiterentwickelt und wurde gegen Ende zu einem wirklich starken Charakter, auch wenn sie natürlich immer noch ihre Schwächen hat. Und auch Gabriel musste das eine oder andere Mal über seinen Schatten springen, was man besonders am Ende gemerkt hat. Die Beziehung zwischen Emma und Gabriel gefiel mir auch besser, so langsam konnte ich die Gefühle zwischen den beiden nachvollziehen und empfand die Anziehung der beiden nicht mehr so auf Teufel komm raus an den Haaren herbeigezogen. Es gab zwei wirklich schöne Momente zwischen Emma und Gabriel, die mir sehr gut gefallen haben, und die fast schon das Highlight in dem Buch für mich waren.
Aber auch die Darstellung von unserem Bösewicht Belial gefiel mir richtig gut, da er zwar immer noch der Böse war, aber so langsam kam durch, dass nicht alles schwarz und weiß - Licht und Dunkel - ist und ich für meinen Teil kann Belial eigentlich ganz gut leiden und bin auf seine weitere Rolle in dem nächsten Buch gespannt, das hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt.
Denn die Handlung nahm langsam an Fahrt auf, es wurde spannend und gerade das Ende war wirklich toll. Mehr oder weniger ein Cliffhanger, aber ich bin sehr zufrieden damit, besonders weil ich nicht mit so einem Ende gerechnet hatte. Außerdem gefiel auch mir der Schreibstil wieder ziemlich gut, obwohl er sehr ausschweifend ist - aber eben auch sehr malerisch mit vielen Metaphern und das hat mir insgesamt gut gefallen.
Demnach fand ich den zweiten Band von Schattentraum jedenfalls sehr viel lesenswerter als den ersten und kann ihn total weiterempfehlen, obwohl ich immer noch denke, dass noch Luft nach oben ist.

Veröffentlicht am 31.05.2018

Wenig überraschend

Die letzte erste Nacht
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Die letzte erste Nacht ist der mittlerweile schon dritte Teil der Firsts-Reihe und meine Güte, was habe ich mich im Vorfeld auf TNT gefreut. Tate und Trevor lernt man bereits in den beiden Vorgängern kennen ...

Die letzte erste Nacht ist der mittlerweile schon dritte Teil der Firsts-Reihe und meine Güte, was habe ich mich im Vorfeld auf TNT gefreut. Tate und Trevor lernt man bereits in den beiden Vorgängern kennen und dort fand ich sie richtig cool und war so gespannt auf ihre Geschichte.

Ihr könnt euch bestimmt denken, was folgte, nachdem man sich so auf ein Buch freut: Nämlich die große Ernüchterung, nachdem ich das Werk dann endlich in den Händen gehalten hatte. Es war nicht so, dass ich Tate und Trevor nicht mochte, aber ich kann eben auch nicht leugnen, dass sie mir ein wenig auf die Nerven gingen. Besonders die rund ersten einhundert Seiten drehen die beiden sich immer wieder im Kreis und bei bestimmten Gedankengängen hatte ich das Gefühl ich hätte sie bereits drei Mal gelesen. Dieses hin und her aus die beiden wollen einander, geben nach und stoßen den anderen wieder weg hat sich mir persönlich zu lange hingezogen. Gerade Trevor hat sich bei mir mit seinem Verhalten Tate gegenüber unbeliebt gemacht. Es ist nicht so, dass seine Handlungen nicht teilweise nachvollziehbar gewesen wären, aber dennoch konnte ich es auch nicht wirklich gutheißen, dass er einerseits versucht Tate auf Abstand zu halten und gleichzeitig nicht loslassen kann. Klar, das war der ganze Clou an der Sache, aber gestört hat es mich dennoch. Tate war in anderer Hinsicht leider nicht besser, ihre selbstzerstörerische Art hat sich mir nicht so ganz erklärt und hat dafür gesorgt, dass ich Tate zwischenzeitlich einfach nicht so gut verstanden habe und dementsprechend stellenweise nicht allzu gerne mochte.

Ich hätte Tate und Trevor so so gerne lieber gemocht, als ich es tue, aber irgendwie hat es mit den beiden einfach nicht Klick gemacht. Trotz, dass Tate und Trevor sich seit zwei Jahren kennen hatte ich nicht das Gefühl, dass sie sich wirklich kennen und auch nicht sonderlich gut kennenlernen, sondern dass es meistbietend mehr um das Körperliche ging, gerade aus Tates Sicht. Gefühle zwischen den beiden kamen für mich einfach nicht rüber. Außerdem habe ich das vermisst, was TNT vorher ein wenig ausgemacht hat und das ist diese Bissigkeit und Kabbeleien, von denen es in Die letzte erste Nacht nicht sonderlich viele gab.

Was mir wiederum gut gefallen hat war der Aufhänger der Geschichte an sich. Dass Tates Bruder gestorben ist und sie sich mit der Lösung der Polizei nicht zufrieden gibt erfährt man bereits aus dem Klappentext, ebenso wie dass Trevor etwas vor Tate verbirgt. Die Verbindung herzustellen war nicht schwer und ich habe gehofft, dass in dieser Hinsicht nicht alles so offensichtlich sein würde wie auf den ersten Blick – in der Hinsicht wurde ich allerdings enttäuscht.

Kurz vor Ende dann war ich mir sicher, dass ich mit keinem guten Gefühl aus dem Buch herausgehen würde, dafür war einfach zu viel passiert, als dass ich fand, dass Tate und Trevor noch gut zusammengepasst hätten. Allerdings haben die letzten Seiten es irgendwie doch geschafft die ganze Geschichte so abzurunden, dass es mir gefiel. Es war nicht so übereilt wie erwartet, mit ein paar Zeitsprüngen, die alles realistischer gemacht haben.

Fazit?

Für mich der bisher schwächste Band der Firsts-Reihe, was nicht heißt, dass ich nicht schon trotzdem gespannt auf den abschließenden Teil bin, der im November erscheint und sich um Mason und Grace drehen wird, die ein paar Auftritte hier hatten. Tate und Trevor haben mich aber einfach nicht packen können, mich nicht überraschen können.

Veröffentlicht am 28.10.2017

Tolles Setting, super Atmosphäre, nur leider etwas träge

Wolkenschloss
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Eigentlich hatte ich gar nicht vor diesen Roman zu lesen. Zumindest nicht sofort. Denn von dem letzten Band der Silber-Trilogie von Kerstin Gier war ich zugegeben etwas enttäuscht. Ich hatte das Gefühl ...

Eigentlich hatte ich gar nicht vor diesen Roman zu lesen. Zumindest nicht sofort. Denn von dem letzten Band der Silber-Trilogie von Kerstin Gier war ich zugegeben etwas enttäuscht. Ich hatte das Gefühl nicht mehr viel mit ihren Figuren anfangen zu können und ich hatte befürchtet, dass das auch in Wolkenschloss nicht groß anders sein würde. Womit ich gar nicht mal so falsch lag.

Aber zunächst einmal fängt der Roman richtig spannend an. Der Prolog nimmt eine Szene von dem Ende vorweg, die einen ganz schön zum Grübeln bringt und ich fand den Einstieg dadurch sehr gelungen. Stilistisch hat mich dies ein wenig an die Edelstein-Trilogie erinnert, denn dort wurde man ebenfalls mit einem Haufen Fragezeichen nach dem Prolog sitzen gelassen und deshalb hatte ich zunächst einmal ein sehr gutes Gefühl bei dem Buch. Spannung von der ersten Seite an? Check!

Danach allerdings... nun ja. Zwar war Kerstin Giers Schreibstil gewohnt locker und leicht und ich liebe ihren Humor, aber die ersten gut einhundertfünfzig Seiten waren recht... eintönig. Zwar unterhaltsam aufgrund des Schreibstils, aber eben auch etwas langatmig, da gefühlt ein Hotelgast oder Mitarbeiter nach dem anderen vorgestellt wurde. Wovon einige keine wirklich notwendige wichtige Rolle im Handlungsgefüge eingenommen haben.

Erst ab etwa der Hälfte oder vielleicht sogar darüber hinaus fing es an spannend zu werden. Was für mich leider in wenig durch ein mehr-oder-weniger-Love-Triangle gedämpft wurde. Obwohl zwischen Fanny und einem der Jungs kaum etwas passiert ist die Liebesgeschichte gefühlt ein großer Teil der Geschichte und ich sage ganz offen ich war eindeutig Team Ben, da Tristan mir etwas zu mysteriös war. Außerdem: Wie viele super attraktive Menschen können bitte im gleichen Hotel rumlaufen? Wie so häufig war mir das extrem gute Aussehen der männlichen Hauptpersonen beziehungsweise Love Interests ein kleiner Dorn im Auge.

Ich habe das Buch gestern Abend erst beendet und wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich jetzt schon nicht mehr, was auf den über vierhundertfünfzig Seiten eigentlich passierst ist. Wie gesagt, gegen Ende wurde es recht spannend und ich kam auch tatsächlich erst recht spät darauf, wer denn nun ein falsches Spiel im Wolkenschloss treibt, aber das hat leider nicht rausgerissen, dass ein Großteil des Buches gefühlt überflüssig für die eigentliche Handlung war. Was ich schade finde, denn das Setting war absolut grandios und - wie ich jetzt schon mehrmals gesagt habe -, das Ende ebenfalls.

Insgesamt war der neue Gier für mich leider recht enttäuschend. Ich habe irgendwie das Gefühl aus ihren Büchern rausgewachsen zu sein, ich kann ihre Protagonistinnen teilweise nicht richtig ernst nehmen, die sich nicht wie siebzehn Jahre verhalten, sondern manchmal eher wie zwölf Jahre, zumindest was das Überreagieren und falsch verstehen des Love Interests angeht. Man hätte sich einen Haufen Ärger sparen können, wenn Fanny nicht zum Teil so kindisch gewesen wäre. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich mit siebzehn Jahren nicht so verhalten habe/ hätte, weshalb ihr Verhalten manchmal für mich einfach nicht nachvollziehbar war.
Die Handlung hatte einen interessanten Kern, konnte aber nicht vollkommen überzeugen, aufgrund dessen, dass sie schrecklich langsam voran schritt.

Abschließend kann ich eigentlich nur sagen, dass jeder Kerstin Gier Fan das Buch sowieso zur Hand nehmen und bis zu einem gewissen Grad lieben wird. Weil es eben Kerstin Gier ist. Aber das Buch hatte für mich durchaus ein paar (größere) Schwächen über die ich einfach nicht hinweg sehen konnte.