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Veröffentlicht am 22.07.2018

Tragische Liebesgeschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht

Der englische Liebhaber
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Charlottes Beziehung zu ihrer Mutter Anna war nie besonders innig oder unbeschwert. Dennoch fährt sie in ihren Heimatort Münster, als ihre Mutter im Sterben liegt. In ihrem Nachlass findet Charlotte alte ...

Charlottes Beziehung zu ihrer Mutter Anna war nie besonders innig oder unbeschwert. Dennoch fährt sie in ihren Heimatort Münster, als ihre Mutter im Sterben liegt. In ihrem Nachlass findet Charlotte alte Briefe, Tagebücher und Tonbandaufnahmen. Als sie die Aufzeichnungen durchgeht, erfährt sie, wie ihre Mutter in der Nachkriegszeit den britischen Offizier Jeremy kennengelernt hat und wie sich die Liebe zwischen ihnen entwickelt hat. Die beiden hatten es nicht einfach, denn so eine Verbindung wurde weder auf deutscher, noch auf britischer Seite, gerne gesehen. Doch Jeremy, der bereits in England verheiratet war, wollte sich scheiden lassen und mit Anna ein neues Leben beginnen. Doch eines Tages, noch bevor Anna ihm erzählen konnte, dass sie mit Charlotte schwanger war, verschwand Jeremy spurlos. In den alten Aufzeichnungen erfährt Charlotte alles über die große, schicksalhafte Liebe ihrer Mutter....

Federica de Cescos Roman beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich in der Familie der Autorin ähnlich zugetragen hat. Da man das bereits vor dem Lesen erfährt, wirkt die Geschichte besonders eindringlich und intensiv. Man betrachtet das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven. Am Anfang lernt man Anna als alte Frau, die bald sterben wird, kennen. Aus ihrer Perspektive blickt man zurück in die Vergangenheit und erfährt, was sich in den Nachkriegsjahren ereignet hat. In der Gegenwart steht Charlotte im Mittelpunkt. Durch die alten Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und Tonbandaufnahmen erfährt sie endlich mehr über ihre Mutter, den englischen Vater und die große Liebe zwischen den beiden. Und so erfährt Charlotte letztendlich auch mehr über sich selbst.

Es gelingt der Autorin hervorragend, die Ereignisse in Annas Leben so zu beschreiben, dass man sie beim Lesen spontan vor Augen hat. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und ganz in die damalige Zeit eintauchen. Die Hauptprotagonistin Anna wirkt besonders authentisch. Charlotte dagegen wirkt nicht sofort sympathisch. Doch nach und nach erfährt man, wie es dazu kam, dass Charlotte zu dieser Person herangewachsen ist. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Dadurch fliegt man förmlich durch das Buch.

Ich habe mich beim Lesen dieses schicksalhaften Romans ausgesprochen gut unterhalten, denn ich konnte mühelos in Annas Erzählungen und die damalige Zeit eintauchen. Manchmal hatte ich zwar das Gefühl, das Ganze etwas zu distanziert zu betrachten, doch insgesamt gesehen, hat mich Annas und Jeremys Schicksal berührt und zum Nachdenken angeregt. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb auch vier von fünf möglichen Sternchen und eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 15.07.2018

Spannend

Wähle den Tod
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Jana Langenfeld lebt mit ihrem Mann Hannes, Tochter Kim, Sohn Max und dem gutmütigen Familienhund Bennie in der Nähe von Berlin. Ihre Familie ahnt nicht, dass Jana ein dunkles Geheimnis umgibt. Eines Morgens ...

Jana Langenfeld lebt mit ihrem Mann Hannes, Tochter Kim, Sohn Max und dem gutmütigen Familienhund Bennie in der Nähe von Berlin. Ihre Familie ahnt nicht, dass Jana ein dunkles Geheimnis umgibt. Eines Morgens kehrt der Familienhund nicht von seiner Stöberrunde im Garten zurück. Jana findet ihn schließlich blutüberströmt. Tiefe Messerstiche sorgen dafür, dass Bennie in ihren Armen stirbt. Jana ahnt, dass sie von ihrer Vergangenheit eingeholt wird....

Der Thriller startet mit einem geheimnisvollen Prolog, in dem man eine unbekannte Person beobachtet. Abgrundtiefer Hass und Rachegelüste scheinen sie anzutreiben. Dadurch wird das Interesse vom ersten Moment an geweckt, da man unbedingt erfahren möchte, wer die Person ist und warum sie so hasserfüllt ist.

Im aktuellen Handlungsstrang lernt man Jana und ihre Familie kennen. Jana wirkt zunächst recht sympathisch und das Familienleben scheint in normalen Bahnen abzulaufen, wenn man mal davon absieht, dass Jana einen Geliebten hat. Doch schon bald wird klar, dass Janas Leben auf einer Lüge aufgebaut ist. Als Leser erfährt man zunächst nicht, was in der Vergangenheit geschehen ist. Die Person, die es darauf abgesehen hat, sich an Jana zu rächen, geht Schritt für Schritt vor und versucht sie an empfindlichen Stellen zu treffen. Man merkt förmlich, wie die Bedrohung immer näher kommt. Da man nicht weiß, um was es geht, stellt man natürlich eigene Überlegungen an. Doch es bleibt geheimnisvoll. Relativ kurze Kapitel, die häufig an entscheidenden Stellen enden, sorgen dafür, dass man schnell in den Sog der Geschichte gerät und das Buch kaum noch aus der Hand legen mag. Man klebt förmlich an den Seiten, da man unbedingt wissen möchte, was hinter dem Ganzen steckt. Es gelingt der Autorin also hervorragend, früh Spannung zu erzeugen, die durchgehend gehalten werden kann.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und sich deshalb ganz auf die spannende Handlung einlassen. Die Charaktere wirken lebendig, auch wenn es nicht immer leicht fällt, die Handlungen der Hauptprotagonistin nachzuvollziehen. Da Jana erst nach und nach ihr wahres Gesicht zeigt, ist es schwer sie einzuschätzen. Im großen Finale überschlagen sich die Ereignisse. Man fiebert bis zum Schluss mit und mag kaum glauben, was am Ende herauskommt.

Thriller und Krimis sind ja meine absoluten Favoriten und bei diesem Exemplar hing ich vom ersten Moment am Haken, da meine Neugier sofort geweckt war. Die herannahende Bedrohung war für mich zwischen den Zeilen spürbar und durch die recht kurzen Kapitel habe ich das Buch regelrecht verschlungen. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich die ein oder andere Wendung vorhergesehen habe, wurde ich dennoch sehr gut und spannend unterhalten. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich jedenfalls vier von fünf möglichen Sternen und eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 11.07.2018

Beginnt eher gemächlich, nimmt dann aber deutlich Fahrt auf und ist nicht so leicht zu durchschauen

Verborgenes Unheil
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Nach einer gescheiterten Beziehung zieht Emma zu ihrer Schwester Daisy und deren Familie. Sie arbeitet in Daisys Café, welches sich auf dem Burggelände befindet. Dort lernt sie auch Nils kennen. Der junge ...

Nach einer gescheiterten Beziehung zieht Emma zu ihrer Schwester Daisy und deren Familie. Sie arbeitet in Daisys Café, welches sich auf dem Burggelände befindet. Dort lernt sie auch Nils kennen. Der junge Mann scheint in seiner Rolle als Burgführer aufzugehen, kleidet sich wie ein Ritter und scheint auch sonst eher in einer anderen Welt zu leben. Deshalb kann Emma seine Aussage, dass ein geheimnisvoller Abt auf dem Burggelände umgeht und Menschen tötet, zunächst kaum glauben. Doch plötzlich kommt es zu merkwürdigen Ereignissen. Emma beginnt Fragen zu stellen und weiß bald nicht mehr, was sie glauben soll und wem sie vertrauen kann.....

Das Interesse am Buch, wird durch einen geheimnisvollen Prolog, in dem man eine Frau beobachtet, die offensichtlich gefangen gehalten wird und Todesangst aussteht, sofort geweckt. Der Einstieg in die eigentliche Handlung verläuft dann allerdings eher gemächlich. Man lernt zunächst die unterschiedlichen Protagonisten kennen und erfährt einige Hintergründe. Diese Schilderungen sind sehr detailliert. Dadurch bekommt man zwar einen guten Überblick und viele Informationen, doch die Spannung, die man ja von einem Thriller erwartet, will sich zunächst nicht einstellen.

Der Schreibstil ist allerdings sehr flüssig. Man kann sich Handlungsorte und Protagonisten mühelos vorstellen, sodass man sie beim Lesen spontan vor Augen hat. Die Akteure wirken alle lebendig und dadurch sind auch die detaillierten Hintergrundinformationen durchgehend interessant.

Die Handlung baut sich eher langsam auf. Doch dann beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Man ist hin- und hergerissen, weiß nicht, was man glauben soll und wem man vertrauen kann. Der Autorin gelingt es außerdem hervorragend, falsche Fährten auszulegen, denen man nur zu bereitwillig folgt, um am Ende dann mit einer Wendung überrascht zu werden. Denn es ist gar nicht so leicht zu durchschauen, wer hier der Täter sein könnte. Man tappt bei den eigenen Überlegungen lange Zeit im Dunkeln. Das große Finale ist so spannend, dass man förmlich an den Seiten klebt und das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.

Krimis und Thriller sind ja meine absoluten Favoriten. Auch wenn ich zugeben muss, dass mir am Anfang der Nervenkitzel und die Spannung, die einen Thriller für mich ausmachen, bei diesem Exemplar etwas gefehlt haben, kam ich dennoch voll auf meine Kosten. Denn ich mag Handlungen, in denen man detaillierte Hintergrundinformationen zu den Protagonisten bekommt und bei denen man den Täter nicht ausmachen kann,auf falsche Fährten gelockt und am Ende überrascht wird. Das alles ist der Autorin, meiner Meinung nach, sehr gut gelungen und deshalb vergebe ich auf meiner persönlichen Bewertungsskala vier von fünf Sternchen.

Veröffentlicht am 02.07.2018

Eine Familiengeschichte, die zum Nachdenken anregt

Wenn wir wieder leben
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Im Herbst 1963 lernt die Studentin Wanda an der Berliner Universität Andras Goldfarb kennen. Der junge Mann überzeugt Wanda, die nichts über ihre Herkunft weiß, davon, dass sie den Mut dazu aufbringen ...

Im Herbst 1963 lernt die Studentin Wanda an der Berliner Universität Andras Goldfarb kennen. Der junge Mann überzeugt Wanda, die nichts über ihre Herkunft weiß, davon, dass sie den Mut dazu aufbringen muss, ihre Mutter und ihre Tante nach den Kriegsjahren zu fragen. Doch Wandas scheinbar harmlose Frage sorgt dafür, dass das Familienleben in einer Tragödie endet....

"Wenn wir wieder leben" wird in zwei Handlungssträngen, die sich auf unterschiedlichen Zeitebenen zutragen, erzählt. In der Gegenwart beobachtet man Wanda, die plötzlich Fragen nach ihrer Herkunft und den Kriegserlebnissen der Familie stellt, und in der Vergangenheit blickt man zurück in die 1920er-Jahre. Hier steht die junge Gundi, die mit ihrer Halbschwester Lore, Julius und Erik eine Band gründet und auf den großen Durchbruch im Ostseebad Zoppot wartet, im Zentrum des Geschehens.

Der Einstieg in das Buch ist interessant und macht neugierig auf den weiteren Verlauf, bzw. auf die Vergangenheit, die Wanda unbedingt ergründen möchte. Obwohl es der Autorin hervorragend gelingt, die Handlungsorte und Protagonisten so lebendig zu beschreiben, dass man sie regelrecht vor Augen hat, lässt sich der Anfang nicht ganz so flüssig lesen. Es gibt leichte Startschwierigkeiten, bevor die Erzählung richtig Fahrt aufnimmt. Doch wenn der Funke überspringt, dann kann man sich kaum noch von der Geschichte lösen. Man merkt beim Lesen, wie gut die Autorin die Hintergründe recherchiert hat und wie viel Herzblut in dieser Erzählung steckt. Man kann die Gefühle der unterschiedlichen Protagonisten sehr gut nachvollziehen und sich ganz auf die spannende Reise in die Vergangenheit einlassen. Dabei wird man oft zum Nachdenken angeregt und am Schluss mit einer unvorhergesehenen Wendung überrascht.

Ich habe bereits einige Romane der Autorin mit Begeisterung gelesen und wurde auch von diesem Buch nicht enttäuscht. Allerdings muss ich zugeben, dass ich am Anfang leichte Startschwierigkeiten hatte, bis bei mir der Funke übergesprungen ist. Dann konnte ich mich allerdings kaum noch von der Geschichte lösen und habe das Buch erst zur Seite gelegt, als ich am Ende angekommen war. Dieses Familienschicksal hat mich zum Nachdenken angeregt und wir mir noch lange in Erinnerung bleiben. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt der Roman vier von fünf möglichen Sternchen. Das eine ziehe ich wegen der Startschwierigkeiten ab. Doch als diese überwunden waren, wurde ich mit einer wunderbaren, berührenden Geschichte belohnt, die ich wirklich weiterempfehlen kann.

Veröffentlicht am 27.06.2018

Interessanter Reihenauftakt

Children of Blood and Bone
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Zélie hat ihre Mutter, die eine mächtige Seelenfängerin war, bei der grausamen Blutnacht, in der der König alle Magie vernichten ließ, auf brutale Weise verloren. Auch in ihr schlummern die Kräfte, denn ...

Zélie hat ihre Mutter, die eine mächtige Seelenfängerin war, bei der grausamen Blutnacht, in der der König alle Magie vernichten ließ, auf brutale Weise verloren. Auch in ihr schlummern die Kräfte, denn sie ist eine Diviné. Der König setzt alles daran, die Magie nie wieder zurückkehren zu lassen. Die Nachkommen der getöteten Magier werden in seinem Land unterdrückt und mit Willkür behandelt. Durch einen Zufall gerät eine geheimnisvolle Schriftrolle in Zélies Besitz. Damit könnte es ihr gelingen, die Magie zurückzuholen und ihr Volk zu retten. Eine abenteuerliche Reise, voller Gefahren, beginnt. Zélie muss sich nicht nur neuen Herausforderungen stellen, sondern dem Kronprinzen Inan immer einen Schritt voraus sein. Denn er wurde von seinem Vater geschickt, um die Magie für immer zu vernichten....

"Children of Blood and Bone - Goldener Zorn" ist der Auftakt einer Fantasy-Jugendbuchreihe, in der man in die geheimnisvolle Welt von Orïsha eintaucht. Man lernt nach und nach eine Welt kennen, die sich an die Legenden und Gottheiten der westafrikanische Kultur anlehnt. Zunächst ist es nicht ganz einfach, sich in dort zu orientieren, da alles fremd und ungewöhnlich wirkt. Doch nach einer kurzen Eingewöhnungszeit kann man dem Geschehen problemlos folgen.
Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert. Da die Ich-Form verwendet wird, schlüpft man abwechselnd in die Rolle von Zélie, Prinzessin Amari und Kronprinz Inan. Da die Wechsel der Perspektiven immer mit dem Namen des Protagonisten versehen sind, in dessen Haut man quasi gerade steckt, ist es leicht die Übersicht zu behalten. Durch die unterschiedlichen Blickwinkel bekommt man einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle der Protagonisten und kann außerdem beobachten, wie sie aufeinander wirken und wie sie miteinander agieren.
Trotz der fremden Welt und der vielen neuen Eindrücke, gelingt der Einstieg in die Handlung, nach einer kurzen Eingewöhnungszeit, recht gut. Denn die Autorin schafft es von Anfang an Neugier zu wecken und die Geschichte spannend zu erzählen. Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm lesbar. Deshalb kann man ganz in die Handlung eintauchen und die abenteuerliche Reise, die die Magie zurückbringen soll, gebannt verfolgen. Durch die wechselnden Perspektiven wird ein hohes Tempo angeschlagen, denn man gerät dadurch förmlich in den Sog der Ereignisse und mag das Buch nur ungern aus der Hand legen. Obwohl man stellenweise das Gefühl hat, dass die Gefahren, die diese Reise birgt, recht schnell aus dem Weg geräumt werden, bleibt man doch gespannt und fasziniert. Im großen Finale überschlagen sich die Ereignisse, sodass man atemlos das Geschehen verfolgt und sich am Ende fragt, wie es wohl im nächsten Teil weitergehen wird.
Mir hat der Auftakt dieser Reihe sehr gut gefallen, da ich in die fremde Welt eintauchen konnte und recht früh in den Sog der Handlung geraten bin. Auch wenn ich zugeben muss, dass mir einiges zu glatt verlief, habe ich das Geschehen dennoch gespannt verfolgt. Ich werde den weiteren Verlauf der Reihe auf jeden Fall verfolgen und bin neugierig, wie es weitergehen wird. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt das Buch deshalb vier von fünf möglichen Sternchen.