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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.07.2018

Im Land der Riesen, Gnomen, Meerjungfrauen, Schmuggler und Avalon

Sagen aus Cornwall
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Die Autorin Rebecca Michéle hat schon einige Cornwall-Romane geschrieben, die ich mit Begeisterung gelesen habe. Da sie auch als Reiseleiterin in diesem Herzogtum unterwegs ist, kennt sie natürlich jeden ...

Die Autorin Rebecca Michéle hat schon einige Cornwall-Romane geschrieben, die ich mit Begeisterung gelesen habe. Da sie auch als Reiseleiterin in diesem Herzogtum unterwegs ist, kennt sie natürlich jeden Landstrich aufs Genauste und weiß ihn lebendig und anschaulich zu beschreiben.

Aber nicht nur Ideen für Romane begegnen der Autorin in Cornwall, oft stolpert man auch über Sagen, Legenden und Mythen, die seit Generationen weitererzählt werden und denen doch so manches Mal auch ein funken Wahrheit innewohnt.

Rebecca Michéle hat sich nun die Mühe gemacht, diese Sagen, Legenden und Mythen zu sammeln und in diesem Buch aufzuschreiben. 12 Sagen sind in dem Buch vereint, die in ganz Cornwall beheimatet sind. Zur besseren Zuordnung findet man gleich zu Beginn eine Landkarte, auf der die Schauplätze verzeichnet sind.

Spannend, witzig, aber auch etwas gruselig führte mich die Autorin mit ihrem Sagenbuch durch Cornwall, lies es mich in einem ganz besonderen Blickwinkel betrachten und weckte in mir die Lust, endlich mal selbst das Land zu besuchen, in dem Avalon nicht nur eine Geschichte am Lagerfeuer zu sein scheint.

Fazit:
Für mich ein sehr wertvolles Buch, da es die alten Sagen eines Herzogtums zusammenfasst und von Mythen berichtet, die einem selbst noch unbekannt, dort aber von den Alten erzählt werden. Sehr schön sind auch die zur Sage passenden Illustrationen.

Veröffentlicht am 05.07.2018

Todschick

Pfälzer Eisfeuer
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„Es hätte so ein schöner Tag werden können.“ … wäre man nicht von seinem Chef KPD zu einer Weinprobe verdonnert worden. Reiner Palzki sucht verzweifelt nach einem Ausweg aus dieser Situation, aber auch ...

„Es hätte so ein schöner Tag werden können.“ … wäre man nicht von seinem Chef KPD zu einer Weinprobe verdonnert worden. Reiner Palzki sucht verzweifelt nach einem Ausweg aus dieser Situation, aber auch seine Frau möchte unbedingt an der Weinprobe teilnehmen und da sie sogar einen Babysitter organisiert hat, bleibt ihm gar nichts anderes übrig, als sich seinem Schicksal zu fügen.

Und während Palzki noch überlegt, ob der Besitzer des Weinguts in Landau-Mörzheim seinen Chef absichtlich abfüllt, gibt es einen Brand auf dem Gut. Eine Scheue geht in Flammen auf. Palziks Chef sieht seinen neuen Dienstwagen in akuter Gefahr und eilt herbei, um diesen zu retten. Dabei kommt er nur knapp mit dem Leben davon. Ein anderer hatte leider nicht das Glück und ehe Palzki sich verdrücken kann, muss er sich in die Ermittlungen einmischen.

Kriminalhauptkommissar Palzki ermittelt bereits in seinem 16. Fall. Dieses Mal geht es in die Region um Landau – Mörzheim – Zeiskam und Kusel. Eine Weinprobe gerät etwas aus dem Trott, als eine Scheune abbrennt. In der Scheune wird neben einem toten Steuerprüfer auch das wiederentdeckte Eiskraut gefunden, welches dort mühsam von den Landfrauen nachgezüchtet wird. Als kurz darauf eine weitere Scheune abbrennt, in der ebenfalls Eiskraut-Setzlinge gezogen wurden, vermutet Palzki den Täter unter den Landfrauen. Doch wie passt der Steuerprüfer dazu?

Gemeinsam mit Reiner Palzki, der in diesem Band zum Glück nur wenig von KDP ausgebremst wird, da dieser sich voll und ganz auf seine Heilung konzentrieren muss, erkundet der Leser die Gegend um Landau, erfährt viel Wissenswertes über das Eiskraut und die Landfrauen und kommt in Ecken, die er vielleicht noch gar nicht kannte. So ging es mir mit der Burg Lichtenberg, die bei diesem Fall ebenfalls eine Rolle spielt. Ob Pfälzer oder nicht, man wird mit Kopfkino in der Pfalz herumgejagt und bekommt Lust gemacht, die Schauplätze einmal selbst zu besuchen.

Harald Schneider hat in diesem Buch auch wieder einige Rollen mit Echtpersonen besetzt. Die Handlung wirkt für mich dadurch authentischer, denn jede Echtrolle hat ihren ganz eigenen Charakter, den der Autor Harald Schneider einzufangen und festzuhalten weiß. So wirkt auch der 16. Fall nicht wie eine Kopie der vorherigen, sondern eigenständig und erfrischend anders. Der regionale Bezug macht für mich als zugezogene Kurpfälzerin einen besonderen Reiz aus.

Der Krimi ist in sich abgeschlossen und rund, so dass man ihn theoretisch als Quereinsteiger auch lesen kann. Schöner ist es jedoch, wenn man die ganzen zwischenmenschlichen Beziehungen schon kennt und weiß, warum manche Leute wie agieren und vor allem, wer Frau Ackermann ist und wieso man bei ihrem Anblick besser flüchten sollte.

Fazit:
Leider wieder viel zu schnell gelesen. Dafür war es ein spannender, verzwickter und interessanter Ausflug in die Welt der Landfrauen rund um Landau. Im Anhang findet man wieder 3 Kurzgeschichten – Boni mit Reiner Palzki.

Veröffentlicht am 02.07.2018

Wertvolle Sagen- und Mythensammlung

Sagenhaftes Saarland
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Als gebürtige Saarländerin ist man natürlich neugierig, was es für Sagen und Mythen aus der Region gibt. Manche hat man selbst schon gehört, aber andere sind einem neu.
So ging es mir mit diesem Büchlein. ...

Als gebürtige Saarländerin ist man natürlich neugierig, was es für Sagen und Mythen aus der Region gibt. Manche hat man selbst schon gehört, aber andere sind einem neu.
So ging es mir mit diesem Büchlein. Seit 13 Jahren lebe ich nun schon nicht mehr im Saarland, dennoch fühle ich mich mit diesem kleinen Landstrich auf der Karte verbunden und war erfreut, als ich beim Stöbern über das Buch stolperte.
Ein kleiner Hauch der alten Heimat, vielleicht auch so, dass man ihn dem eigenen Nachwuchs etwas näher bringen kann.
Deana Zinßmeister hat sich für die Sagen und Mythen Inspiration bei Karl Lohmeyer geholt, der mit seinem Buch Die Sagen der Saar ein etwas umfangreicheres Werk vorgelegt hat. Einige seiner Geschichten hat sie in die heutige Sprachgebung überführt, ohne den Sinn oder die Mystik dahinter zu verändern. Aber auch eigene Sagen hat sie hinzugefügt.
Der Conte Verlag im Saarland die 13 Geschichten in einem sehr schönen Büchlein gesammelt herausgebracht. Dabei fällt dem Leser gleich die äußere Gestaltung des Buches auf. Ein bordeauxfarbener Leinenband mit Fadenheftung und Silberprägung.
Folgende Geschichten findet man in dem Buch:
- Der geizige Bäcker
- Die Kronfrau
- Die schwarze Muttergottes von Gräfinthal
- Die goldigen Schlüsselblumen
- Das Gänseliesel
- Der Geist des alten Wengerads
- Die unheimliche Besucherin
- Die Geisterstimmen von Mottenborn
- Die verzauberte Jungfrau
- Der heilige Wendelinus
- Die Teufelsbeschwörung
- Der falsche Kuckuck
- Die Legende vom Maledix

Ich finde solche Bücher sehr wertvoll, denn Sagen und Mythen gibt seit vielen vielen Jahren. Leider kommen sie immer mehr aus der Mode, kaum einer erzählt sie noch und so drohen sie mit der Zeit zu verschwinden. Daher sind solche Sammlungen wichtig, nicht zuletzt, um sie zu erhalten.
Einige der Geschichten kannte ich schon, da sie mir mein Vater seinerzeit erzählt hat. Aber bei weitem nicht alle. Nun habe ich eine Sammlung an der Hand, die ich an meine eigenen Kinder weitergeben kann – erzählend, später auch selbst lesend.
Der wunderschöne Druck macht das Büchlein noch zusätzlich zu einem Schatz in der eigenen Bibliothek, zudem eignet es sich auch hervorragend als Geschenk.

Fazit:
Ich bin froh, dass ich aus Zufall über dieses Buch gestolpert bin. Gelesen hat man es zwar schnell, jedoch hat man eine lange Zeit etwas davon. Von daher kann ich das Buch nur weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 29.06.2018

Familiensage um 1900

Die Forsyte Saga
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Der begüterte Soames Forsyte bricht die Regeln seiner Familie, indem er die mittellose Irene ehelicht. Doch ihre Ehe verläuft unglücklich und Irene wendet sich dem Architekten Philip zu, der eigentlich ...

Der begüterte Soames Forsyte bricht die Regeln seiner Familie, indem er die mittellose Irene ehelicht. Doch ihre Ehe verläuft unglücklich und Irene wendet sich dem Architekten Philip zu, der eigentlich ein Haus für die Forsytes bauen soll.

Ich gebe zu, ich war zunächst etwas skeptisch, als ich mir die Anzahl an CDs bei diesem Hörbuch angesehen habe. 32 Stück, das ist schon eine ganze Menge. Doch der Sprecher Thomas Dehler macht es dem Hörer leicht. Schnell wurde ich mit ihm warm und konnte eintauchen in eine ganz besondere Familiendynastie, die hier über vier Generationen erzählt wird.
Lediglich zu Beginn der Geschichte musste ich auf das Buch zurückgreifen, da mir die vielen Namen regelrecht um die Ohren flogen und ich nicht mehr wusste, wer alles mitwirkt und wer wie mit wem verwandt ist.
Dies waren zum Glück nur die Startschwierigkeiten und bald behoben.

Fazit:
Ein großartiges Werk, was sich nicht nur auf die Anzahl der CDs bezieht, sondern auch auf die Geschichte des Autors und den Sprecher, der den Hörer in die Zeit um 1900 zurückversetzt und eintauchen lässt in ein ganz spezielles Gesellschafts-Panorama.

Veröffentlicht am 29.06.2018

Wie Uthred zu den Nordmännern kam

Das letzte Königreich
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Der junge Fürstensohn Uhtred kämpft als 10jähriger gegen die dänischen Eroberer. Doch die Schlacht scheint verloren zu sein und Uthred muss um sein Leben bangen. Vorher möchte er jedoch zumindest einen ...

Der junge Fürstensohn Uhtred kämpft als 10jähriger gegen die dänischen Eroberer. Doch die Schlacht scheint verloren zu sein und Uthred muss um sein Leben bangen. Vorher möchte er jedoch zumindest einen von ihnen mit in den Tod nehmen und greift daher ausgerechnet Ragnar, den Anführer an.
Ragnar ist mehr überrascht und belustigt von der Attacke des kleinen Uthred, als dass er ihn als eine Gefahr ansieht. Er beschließt, Uthred mitzunehmen und ihn bei sich aufzunehmen.
Und so wächst Uthred als Ziehsohn bei den Dänen auf, die sich in Nordengland niedergelassen haben. Aber der Kampf ist noch nicht vorbei. Und als es um Wessex geht, wechselt Uthred die Seiten.

Ich habe dieses Buch auf Empfehlung als Hörbuch gehört. Zunächst war ich mir nicht sicher, ob mir die Geschichte und auch der Sprecher gefallen würden. Doch das änderte sich ganz schnell. Der Sprecher Gerd Andresen hat eine tiefe, raumfüllende und zugleich raubeinige Stimme, die hervorragend zur Thematik, Geschichte und Schreibweise von Bernard Cornwell passt. Sehr schnell zauberten Autor wie Sprecher ein herrliches Kopfkino, liesen mich die ganzen Schlachten live erleben und um das Leben Uthreds fürchten.
Der Autor beschreibt recht deutlich, wie die Dänen in Nordengland landeten, es eroberten und welche Riten und Festivitäten sie abhielten. Aber es geht nicht nur raubeinig zu. Manchmal wird es auch etwas emotionaler, wenn beispielsweise der Anführer seinen Lieblingshengst opfert.
6:39 Stunden dauert das Hörbuch, doch die Zeit wird einem nicht lang. Der Sprecher konnte mich für sich begeistern und so halte ich Ausschau nach weiteren Hörbüchern mit ihm.

Fazit:
Ein gewaltiger Auftakt, sicher nichts für schwache Nerven, denn es geht oft hoch her und der Autor nimmt gerade bei den blutigen Schlachten kein Blatt vor den Mund. Dennoch ist es ein tolles Werk, welches mir in der Hörbuchversion sehr gut gefallen hat.