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Veröffentlicht am 04.07.2018

Ein Familiengeschichte mit tiefen Einblicken in die Figuren!

Die Mittsommerlüge
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Für Louise ist es unverständlich, warum ihr Vater sie und ihre Mutter Karen zwanzig Jahre allein gelassen hat. Sie verzeiht beiden nicht und meidet den Kontakt. Nach dem Tod des Vaters erfährt sie von ...

Für Louise ist es unverständlich, warum ihr Vater sie und ihre Mutter Karen zwanzig Jahre allein gelassen hat. Sie verzeiht beiden nicht und meidet den Kontakt. Nach dem Tod des Vaters erfährt sie von einem Sommerhaus am Limfjord. Dort führte der Vater ein Leben, von dem sie und Karen nichts wussten. Ein Besuch dort bringt Geheimnisse an Tageslicht, die ihr Leben verändern.


In diesem Roman geht es um drei Generationen von Frauen einer Familie. Jede von ihnen hat andere Schwierigkeiten und geht damit anders um. Stück um Stück bekommt der Leser Einblicke in die Figuren, jedes Kapitel wird von einer anderen Figur gesehen.

Diese Perspektive sorgt für tiefe Einblicke in die schwelenden Konflikte, die Sorgen und Ängste der Personen untereinander.



Karen, die Großmutter, ist gerade verwitwet, ihr Mann Kristian hat sie tief verletzt, indem er sich 20 Jahre einfach von ihr abgesetzt hat. Als er eines Tages zurückkehrt, nimmt sie ihn mit offen Armen auf. Sie verzeiht ihm. Nach dem Tod von Kristian erfährt sie von dem Haus Lykkebo, es war seine Heimat in dieser Zeit, deshalb möchte Karen dorthin und seinem geheimen Leben auf die Spur kommen.

Louise ist Karens Tochter, mittlerweile 38 Jahre alt und Altenpflegerin. Sie ist mit ihrem Mann Michael nicht gerade glücklich, sie fügt sich jedoch in ihr Schicksal. Von der Abwesenheit ihres Vaters erfuhr sie, dass er angeblich in Ruhe Bücher schreiben wollte.

Ida ist Louises und Michaels 18-jährige Tochter. Für Ida ist der Kontakt zu den Großeltern selbstverständlich.


Bei diesem Roman fällt der besondere Schreibstil auf. Er wirkt ruhig, ein wenig schwermütig und etwas abgehackt mit kurzen Sätzen. Das macht ihn einfach zu lesen und führt den Leser mitten hinein in die Geschichte voller Gefühle und Lebensträume.

Gerade die Perspektive aus der Sicht der verschiedenen Frauen sorgt für eine große Nähe mit den Figuren.



Die Reise an der Fjord bringt der Familie Zeit miteinander, auch wenn der Vater nicht mehr dabei sein kann, so müssen die drei Frauen sich mit ihrer Vergangenheit beschäftigen und können sich einander annähern. Sie werden sich über ihre Lebensvorstellungen klar, Louise ist erneut schwanger, es könnte eine Risikoschwangerschaft sein und sie zweifelt, ob sie das Kind bekommen möchte.



Man ahnt als Leser recht schnell, was Kristians Aufenthaltsort bedeutet, doch die Familie beim Erkennen des Geheimnisses zu begleiten, sorgt für interessante Einblicke.



Bei diesem Roman mag ich den atmosphärischen und etwas wehmütigen Schreibstil und die Thematik mit der Schwangerschaft. Von dieser jungen Autorin kann man noch einiges erwarten.


Veröffentlicht am 04.07.2018

Wunderschöner Bilderbuchklassiker von 1972

Der Maulwurf Grabowski
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Das Bilderbuch "Der Maulwurf Grabowski" von "Luis Murschetz" gibt es schon seit 1972 und es trägt noch immer aktuelle Züge.

Es zeigt die Probleme durch die Zerstörung der natürlichen Lebensräume von Tieren. ...

Das Bilderbuch "Der Maulwurf Grabowski" von "Luis Murschetz" gibt es schon seit 1972 und es trägt noch immer aktuelle Züge.

Es zeigt die Probleme durch die Zerstörung der natürlichen Lebensräume von Tieren. Das Verständnis für die Umwelt kann man Kindern gar nicht früh genug beibringen.

In prächtigen Bildern erzählt Luis Murschetz die Geschichte von Maulwurf Grabowski, der von der expandierenden Stadt, von Bulldozern und Baumaschinen von seiner idyllischen Wiese vertrieben wird und nach einem gefahrvollen Weg eine neue Heimatwiese findet.

Der Maulwurf Herr Grabowski lebt friedlich unter der Erde bis eines Tages über ihm die Erde bebt - es wird gebaut und er macht sich auf die Suche nach einer neuen Heimat.

Das Faszinierende an dieser schlichten Geschichte ist zum Einen die Vorstellung dieses Tieres, das man kaum zu Gesicht bekommt, weil es ja unter Tage lebt. Kinder erfahren was ein Maulwurd so den ganzen Tag treibt und was er unter der Erde baut und gräbt.

Außerdem werden die Probleme der Umweltzerstörung aufgezeigt. Kinder bekommen ein Gespür dafür, wie wichtig die Natur für Mensch und Tier ist.
Sicherlich ist dieses Thema 1972 ein politisches der grünen Szene, aber auch heute ist die Natur schützenswert genug.

Ein lehrreiches Bilderbuch mit einem kleinen mutigen Helden, der sich eine neue Heimat sucht.

Veröffentlicht am 04.07.2018

Die heikle Suche nach einem Maulwurf und ein tragischer Familienmord machen diesen Krimi sehr spannend!

Sterbegeld
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Das interessante Ermittlerduo gefällt mir weiterhin sehr gut, Capelli und Zhou sind zwar grundverschieden, aber gerade das macht sie so außergewöhnlich und sympathisch.

Trotz ihrer Gegensätze läuft ihre ...

Das interessante Ermittlerduo gefällt mir weiterhin sehr gut, Capelli und Zhou sind zwar grundverschieden, aber gerade das macht sie so außergewöhnlich und sympathisch.

Trotz ihrer Gegensätze läuft ihre Zusammenarbeit wie geschmiert. Stets ergänzen sie sich bei den Befragungen, dabei muss Zhou häufig Capellis aufbrausendes Wesen etwas beruhigen. Allmählich nähern sie sich einander etwas an und man spürt den Beginn einer freundschaftlichen Ebene.
Der Erzählstil ist toll, sehr flüssig und mitreissend geschrieben und die eingearbeiteten Sprüche und chinesischen Weisheiten bringen Tiefe in die Szenerie.

In diesem Band führen zwei parallel geführte Fallermittlungen zu einem wahren Spannungsrausch. Die Heftigkeit der Vorfälle ist drastisch und die Aufklärung sehr schwierig. Man erlebt die Belastung der Kommissarinnen hautnah mit. Besonders die Sache mit dem Maulwurf macht den Frauen zu schaffen. Welcher Kollege ist der Verräter?
Dazu kommen noch sehr aktionsreich geführte Einsätze, die Leib und Leben der Kolleginnen bedrohen. Es ist wirklich eine fesselnde Lektüre.
Mir hat allerdings noch das I-Tüpfelchen gefehlt, um 5 Sterne zu vergeben. Das Motiv des Maulwurfs hat mich nicht überzeugt.

Auch konnte ich inhaltlich mit dem Titel "Sterbegeld" keinen Bezug zum Buch herstellen.


Insgesamt ein sehr lesenswerter Krimi, der sprachlich sehr gelungen ist und mit Spannung gut unterhält. Das Wiedersehen mit den Ermittlerinnen hat mich gefreut und ihre Zusammenarbeit war wieder höchst interessant.

Veröffentlicht am 04.07.2018

Ein Hase reist in die Vergangenheit!

Neue Briefe von Felix
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Auf einer Klassenfahrt verschwindet Sophies reiselustiger Kuschelhase Felix in einem Museum. Kurz darauf tauchen echte Briefe aus der Vergangenheit auf! Seine abenteuerliche Reise führt Felix in die Welt ...

Auf einer Klassenfahrt verschwindet Sophies reiselustiger Kuschelhase Felix in einem Museum. Kurz darauf tauchen echte Briefe aus der Vergangenheit auf! Seine abenteuerliche Reise führt Felix in die Welt der Ritter und der Wikinger, der Indianer und Griechen, in den Fernen Osten und in die tiefste Steinzeit.


Wieder erzählt Felix mit seinen Briefen Kindern Interessantes und dieses Mal aus der Vergangenheit. Er reist zu den Wikingern, den Indianern, in die griechische Antike und sogar nach Japan. Doch am spannendsten ist der Brief aus der Steinzeit. Die geschichtlichen Schilderungen sind kindgerecht und humorvoll gemacht, hier wird kein Kind mit Infos überschüttet, sondern es gibt lediglich einen Eindruck aus der Epoche. Schliesslich richtet sich das Buch an Kinder von 5-7 Jahren.

Eine große Wandkarte vervollständigt das Buch, dort kann man die Vergangenheit aufleben lassen und die Reiseziele nachlesen.

Wieder sind die Briefe ein besonderer Spaß und auch die verbesserten Fehler wirken wie von Kinderhand geschrieben. Die Briefe eignen sich gut als Gute-Nacht-Geschichte, sie sind in sich abgeschlossen und nicht zu lang.

Für Kinder bietet dieses Buch einen ersten Eindruck von ein paar geschichtlichen Epochen. Es wird sehr anschaulich erklärt und mit schönen Bildern liebevoll beschrieben. Schönes Kinderbuch zum Vorlesen und selbst entdecken.

Veröffentlicht am 04.07.2018

Man braucht Freunde im Leben

Freunde
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Dieses Buch erzählt die Geschichte von drei guten Freunden aus Mullewapp. Es sind Franz von Hahn, Johnny Mauser und der dicke Waldemar, die gemeinsam lustige Dinge unternehmen und dabei eine Menge erleben.

Sie ...

Dieses Buch erzählt die Geschichte von drei guten Freunden aus Mullewapp. Es sind Franz von Hahn, Johnny Mauser und der dicke Waldemar, die gemeinsam lustige Dinge unternehmen und dabei eine Menge erleben.

Sie fahren mit dem Rad durch tiefe Pfützen, machen einen Ausflug zum Teich und spielen zwischendurch Fangen, erleben Seeräuberträume auf dem Dorfteich und pflücken Kirschen. Dann geht es wieder gemeinsam nach Hause zu ihrem Bauernhof.

Mit einfachem Wortlaut wird Kindern beschrieben was Freundschaft bedeutet. Wie man sich unter Freunden gegenseitig hilft und alles gemeinsam macht. Die Bilder sind sehr schön und farbenfroh und verbreiten eine gute Laune.

Meine Rezension bezieht sich nur auf die alte Ausgabe, die lediglich die eine Freundegeschichte beeinhaltete. Heute gibt es eine Auflage, die von einigen Lesern als makaber und nicht kindgerecht beschrieben wird.

Dieses Bilderbuch haben meine Kinder sehr gern gehört und die Bilder haben wir bewundert. Besonders die Tiernamen haben uns gut gefallen.