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Veröffentlicht am 15.09.2016

Lucys Neuanfang

Lucy kriegt's gebacken
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Lucy ist 30 und bereits seit 5,5 Jahren verwitwet - ihr Mann Jimmy starb bei einem Autounfall, nachdem sie nur wenige Monate verheiratet gewesen waren. Damit teilt Lucy das Schicksal ihrer Mutter und ihrer ...

Lucy ist 30 und bereits seit 5,5 Jahren verwitwet - ihr Mann Jimmy starb bei einem Autounfall, nachdem sie nur wenige Monate verheiratet gewesen waren. Damit teilt Lucy das Schicksal ihrer Mutter und ihrer Tanten, deren Männer alle relativ früh verstorben sind. Nur ihre Schwester Corinne hat ihren Mann noch - und passt entsprechend akribisch bis zwanghaft auf ihren Mann und ihre neugeborene Tochter Emma auf. Emma ist auch der Auslöser, dass Lucy im Gegensatz zu ihrer Mutter und ihren Tanten jetzt wieder auf die Suche nach einem Mann geht: Sie hört ihre biologische Uhr ticken. Bei ihrer Suche schließt sie nur einen Mann aus: Ethan, Jimmys Bruder und ihr "Freund mit Vorzügen"...

Eigentlich bin ich es von Kristan Higgins gewohnt, dass die Seiten nur so dahinfliegen und man die Bücher locker-leicht genießt. Auch dieses Buch las sich ziemlich gut, aber irgendwie fehlte ihm im Vergleich zu anderen Büchern von Kristan Higgins ein bisschen der Pfiff. Dazu tragen die Protagonisten sehr bei: Lucy und Ethan kriegens einfach lange nicht gebacken, Corinne nervt mit ihrem Sakrotan-Fimmel, die Tanten sind konservativ und zickig und Lucys Mutter hat Probleme, ihrer Tochter gegenüber Gefühle zu zeigen.

Diese Konstellationen haben dazu geführt, dass ich zwar wissen wollte, wer es nun für Lucy wird bzw. ob sie den Richtigen für ihr Vorhaben findet, dass ich aber das Buch auch durchaus gut mal an die Seite legen konnte. Dazu hat sich mir immer wieder die Frage gestellt, inwieweit Lucy wirklich über Jimmys Tod hinweg ist oder sie doch noch an ihm hängt.

Was mich gestört hat, war, dass viele Dinge passieren, aber dann keine nähere Erwähnung mehr finden. So passiert einiges in Nebenhandlungen, was auch durchaus Lucy betrifft, was dann aber keine Rolle mehr spielt. Es gibt auch einige Situationen, in denen es anders ist, aber gerade zu Beginn habe ich mich irgendwann schon gefragt, warum manche Dinge nun passiert sind.

Fazit: Ein netter Frauenroman für entspannte Lesestunden.

Veröffentlicht am 15.09.2016

interessantes Familiendrama

Helenas Geheimnis
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Helena hat von ihrem Patenonkel Pandora geerbt - sein Haus auf Zypern, auf dem sie vor vielen Jahren den Sommer verbracht und sich zum ersten Mal verliebt hat. Nun fährt sie mit ihrem Mann und ihren Kindern ...

Helena hat von ihrem Patenonkel Pandora geerbt - sein Haus auf Zypern, auf dem sie vor vielen Jahren den Sommer verbracht und sich zum ersten Mal verliebt hat. Nun fährt sie mit ihrem Mann und ihren Kindern dorthin, um das Haus auf Vordermann zu bringen und dort Urlaub zu machen. Doch so glücklich sie damals war und heute ist, so sehr fürchtet Helena auch, dass dieser Urlaub die Büchse der Pandora öffnen könnte - denn es gibt einige Dinge in ihrem Leben, von denen ihre Familie nichts weiß und die sie auch gerne weiter für sich behalten würde...

Ich habe schon einige Bücher von Lucinda Riley gelesen, die bisher alle im Plot immer eine Verbindung zwischen einer Person in der Vergangenheit und einer Person in der Gegenwart herstellten. So war ich sehr gespannt, in welche Zeit der Vergangenheit mich "Helenas Geheimnis" führen würde - und war leider ein bisschen enttäuscht, dass es hier nicht um eine andere Person in einer bestimmten Zeit (z.B. während des 1. oder 2. Weltkrieges) geht, sondern dass man "nur" ca. 12 Jahre in Helenas Leben zurückreist bzw. zehn Jahre in Alex' Leben und dabei auch keine historischen Begebenheiten eine Rolle spielen, sondern es darum geht, was damals passiert ist. Zumal es um Ereignisse geht, die zwar nicht undramatisch sind, aber umgekehrt bin ich von Lucinda Riley da doch durchaus andere Geschichten gewohnt. Insofern hat mich dieser Teil leider ein bisschen enttäuscht, da hatte ich mehr erwartet - zumal bei einem Buch von 600 Seiten Länge.

Wobei ich sagen muss, dass das Buch mir immerhin nicht lang vorkam. Es liest sich gewohnt flüssig und selbst da, wo man "nur" der Familie durch die Ferien folgt, habe ich es ungern aus der Hand gelegt. Der Stil und die anschaulichen Beschreibungen vom Haus und dem zypriotischen Leben haben für mich einiges wieder wettgemacht. Anders hätte ich auch noch einen weiteren Stern abgezogen, so hat mich das Buch immerhin in dieser Hinsicht gut unterhalten.

Die Figuren sind sehr genau ausgearbeitet, man kann sie sich alle gut vorstellen. Allerdings bin ich mit manchen nicht so richtig warm geworden oder erst sehr spät - wobei ich z.B. bei Jules denke, dass das auch so intendiert war. Bei anderen, wie z.B. William, bin ich mir da nicht so sicher und gerade bei ihm habe ich mich öfter gefragt, was Helena wohl an ihm findet. Helena selbst wirkt gerade zu Beginn fast zu glatt und perfekt. Natürlich gibt es solche Frauen, die dann auch noch sympathisch sind, aber es waren dann Kleinigkeiten wie z.B., dass sie eine Haushaltshilfe eingestellt hat, die sie für mich erst menschlich gemacht hat. Umgekehrt finde ich es gut, dass sie sehr selbständig ist und weiß, wie sie sich Hilfe organisiert - auch das hat sie mir letzten Endes sympathisch gemacht. Und ihre beiden kleinen Kinder sind einfach zu süß =)

Fazit: Ein Buch, von dem ich vom Klappentext her mehr erwartet hätte, dass aber durch seinen Stil und seine Charaktere durchaus für Fans von Lucinda Riley und Co etwas sein könnte.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Carl Mork Teil 2

Schändung
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Carl Mork kommt frisch aus dem Urlaub, als er auf seinem Schreibtisch eine neue Akte entdeckt. Darin geht es um den Mord an zwei Geschwistern, der allerdings aufgeklärt scheint. Zumindest gab es ein Geständnis ...

Carl Mork kommt frisch aus dem Urlaub, als er auf seinem Schreibtisch eine neue Akte entdeckt. Darin geht es um den Mord an zwei Geschwistern, der allerdings aufgeklärt scheint. Zumindest gab es ein Geständnis und der Betroffene sitzt im Gefängnis. Doch wie ist die Akte dann auf den Schreibtisch gekommen? Mork und sein Assistent Assad machen sich auf die Suche - und stellen schnell fest, dass an der Geschichte einiges faul ist.

Ich muss sagen, der Stil von Adler-Olsen gefällt mir sehr gut, flüssig zu lesen, aber leider fehlt es manchmal an Spannung. An sich hat mir das Buch gefallen, die Idee für den Fall fand ich gut, aber gerade am Anfang fand ichs mitunter recht zäh. Dazu kommt, dass mir einige Personen ziemlich auf die Nerven gingen, aber da vermute ich, dass das beabsichtigt war (wers gelesen hat, ahnt vermutlich, wen ich meine).

Den Abzug gibt es dafür, dass mir selbst beim Finale noch etwas gefehlt hat. Es war dramatisch und actiongeladen, aber irgendwie hat mir etwas gefehlt. Schade, vielleicht kann mich Band 3 wieder überzeugen.

Fazit: Leider schwächer als Band 1, aber für Fans skandinavischer Krimis dürfte es durchaus etwas sein.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wer ist hier der/die Böse?

Girl on the Train - Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich.
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Rachel pendelt jeden Morgen mit dem Zug nach London und am späten Nachmittag wieder nach Hause. Dabei bleibt der Zug fast jeden Tag an einer ähnlichen Stelle wegen eines Bahnsignals stehen. Rachel gehört ...

Rachel pendelt jeden Morgen mit dem Zug nach London und am späten Nachmittag wieder nach Hause. Dabei bleibt der Zug fast jeden Tag an einer ähnlichen Stelle wegen eines Bahnsignals stehen. Rachel gehört nicht unbedingt zu den Menschen, die im Zug lesen, dafür beobachtet sie ihre Umwelt und schaut viel aus dem Fenster. Durch das Bahnsignal sieht sie oft ein Paar, dem sie sich mit der Zeit so verbunden fühlt, dass sie ihnen fiktive Namen gibt und sich Hintergrundgeschichten zu ihnen und ihren Leben ausdenkt. Doch eines Tages beobachtet sie ausgerechnet an diesem Haus etwas Schockierendes - und einige Tage ist Jess, wie Rachel die Frau nennt, verschwunden. Rachel erschrickt und versteckt sich. Und als sie schließlich mit der Polizei redet, hält die sie für eine Lügnerin.

Das Buch ist international auf den Bestsellerlisten, weshalb meine Erwartungen recht hoch waren. Und leider wurden sie nicht wirklich erfüllt: Die Handlung ist zwar interessant und auch spannend, es gibt aber auch viele Momente, in denen Rachel, aber auch andere Protagonisten mir ziemlich auf die Nerven gingen und das Lesen sehr zäh wurde. Natürlich kann nicht alles glatt laufen, natürlich können Ermittler ätzend sein, natürlich können Protagonisten zögerlich sein oder noch zusätzliche Probleme haben, aber in der Summe kann das auch zuviel sein. Hätte es den Hype nicht gegeben, wäre das Buch vermutlich bei mir besser weggekommen, weil die Erwartungen nicht ganz so hoch gewesen wären.

Dabei ist der Plot mal etwas anderes, weshalb mich das Buch auch so angesprochen hat. Allerdings war es sehr unterschiedlich, wie gut ich mit dem Buch voran kam. Vom Stil her las sich das Buch sehr flüssig, es war mehr das Verhalten der Protagonisten, das mitunter dazu geführt hat, dass ich kaum Lust auf das Buch hatte oder nicht wirlich voran kam. Umgekehrt gab es auch Stellen, die so spannend waren, dass ich die Zeit vergessen habe. Auch habe ich mitgerätselt und hätte lange nicht sagen können, warum "Jess" verschwunden ist oder wer dahinter steckt.

Die Protagonisten haben jede und jeder ein ordentliches Päckchen zu tragen - auch wenn es zunächst nicht wirklich danach aussieht. Mit der Zeit erfährt man allerdings viel, was bei wem passiert ist, wer welche Verbindung zu wem hat,... Durch diese Informationen versteht man auch manches dann besser, was aber nicht heißt, dass man alles nachvollziehen kann.

Fazit: Ein spannendes Buch, das aber leider sehr gehyped wurde.

Veröffentlicht am 01.08.2017

interessante Familienanalyse

Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke
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Familie Cooke ist erst mal eine gebeutelte Familie - doch auf den zweiten Blick merkt man, dass die Familie sich einen Großteil ihres Schicksals selbst eingehandelt hat: Der Vater ist Psychologe, der für ...

Familie Cooke ist erst mal eine gebeutelte Familie - doch auf den zweiten Blick merkt man, dass die Familie sich einen Großteil ihres Schicksals selbst eingehandelt hat: Der Vater ist Psychologe, der für seinen Beruf lebt und, wenn es schlecht läuft, sich mehr dem Alkohol zuwendet. Seine Frau hingegen bekommt dann Kopfschmerzen und Depressionen - wie damals, als die Familie ihre Tochter Fern verlor. Einige Jahre später lief dann noch der Sohn Lowell weg. Zurück blieb Rosemary, die bis dahin ein lebhaftes Kind war, das immer viel geredet hat und nun auf einmal verstummt. Wobei "verstummt" eher heißt, dass sie im normalen Maß redet und nicht mehr wie vorher ohne Punkt und Komma. Doch jetzt sind ca. 15-20 Jahre seit damals vergangen und Rosemary schreibt die Geschichte ihrer Familie auf.

Ich fand den Klappentext sehr ansprechend. Das Buch klingt nach einer interessanten und rätselhaften Familiengeschichte (Tragödie). Auf eine Art ist es das auch, allerdings hätte ich nicht damit gerechnet, dass Rosemary berichtet, was damals passiert ist. Es ist alles sehr sachlich, so dass ich als Leserin mich als außenstehende Beobachterin gefühlt habe, die aber nicht mit in das Geschehen genommen wird. Dazu trägt auch bei, dass Rosemary gerne Beispiele ähnlicher Fälle anführt, die dann in ein paar Sätzen skizziert werden. Von diesen Beispielen stehen oft drei bis fünf hintereinander und oft wird darauf nicht mehr wirklich Bezug genommen. Und das an Stellen, wo ich eigentlich wissen wollte, wie es weitergeht, das hat mich schon genervt.

Das Buch ist in große Abschnitte unterteilt, die jeweils eine eigene Kapitelzählung haben. Oft beginnt mit den Abschnitten ein eigener Zeitabschnitt, mitunter aber auch nicht. Da hat es mich dann eher verwirrt, warum ein neuer Abschnitt beginnt, zumal die Handlung auch meistens weitergeht. Bei den zeitlichen Umbrüchen fand ich es aber gut.

Rosemary ist sehr eigen, aber dabei nicht unsympathisch. Sie ist eine junge Frau, die ihren Weg sucht und dazu gehören will. Ich konnte sie gut verstehen, gerade, nachdem ich mehr über sie erfahren hatte. Dass sie dadurch auch ein recht rationaler Mensch geworden ist, passt zum Stil des Buches, aber es nimmt einen einfach nicht mit. An sich bietet das Thema viel Potential, dass man sich mit dem Thema "Familie", aber auch mit dem anderen großen Thema "Tierhaltung" auseinandersetzt, aber so haben mich die Gedanken von Rosemary zum Thema mit der Zeit mehr und mehr genervt, zumal gefühlt auch irgendwann nix neues mehr kam, sondern immer wieder dieselben Fakten neu illustriert wurden. Es waren auch keine grundlegend neuen Erkenntnisse, aber immerhin Tatsachen, die man gut hätte aufarbeiten können.

Fazit: Schade, ich hatte mir etwas ganz anderes unter dem Buch vorgestellt, vor allem, dass man als Leser mehr mitgenommen wird und nicht so sehr in die Beobachterrolle gesteckt wird.