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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.07.2018

Boah, wat is dat lecker!

Knödel-Blues
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Ich habe alle niederbayerischen Krimis von Rita Falk mit Begeisterung verschlungen, habe mit dem Franz gelitten, wenn der Leopold oder Kollegen ihn genervt haben, ihn verflucht, wenn er die bezaubernde ...

Ich habe alle niederbayerischen Krimis von Rita Falk mit Begeisterung verschlungen, habe mit dem Franz gelitten, wenn der Leopold oder Kollegen ihn genervt haben, ihn verflucht, wenn er die bezaubernde Susi wieder einmal auflaufen ließ... und natürlich Tränen gelacht über die Oma; Sparstrumpf und Kochexpertin der Familie. Und jedesmal, wenn die Familie um den Tisch saß oder der Franz sich auch nur beim Simmerl eine Leberkässemmel geholt hat, ist mir das Wasser im Munde zusammengelaufen, auch wenn die Gerichte für mich als Nichtbayerin häufig böhmische Dörfer waren.

Doch nun hat sich Rita Falk der ausgehungerten Leserschar, ihrer Eberhofer-Fangemeinde, erbarmt und Abhilfe geschaffen - durch ein wundervolles Kochbuch, das nur so strotzt vor vielversprechenden Rezepten und natürlich - wie könnte es bei dieser Autorin anders sein - vor Humor. Viele Rezepte werden von Oma Eberhofers Kommentaren begleitet, auch der Franz, sein Bruder Leopold, sein beatlesverrückter Vater und natürlich die bezaubernde Susi kommen immer mal wieder zu Wort. Nicht zu vergessen das Vorwort, natürlich aus Omas Sicht! Und die Rezepte sind professionell abgefasst und machen so auch den Neulingen den Einstieg in die bayerische Küche leicht möglich.

Aber was das Buch zu einem besonderen Schmankerl macht, sind die optischen Details: von fast jedem Rezept gibt es ein Foto - für mich ein wichtiges Kriterium für ein gutes Kochbuch. Doch das ist noch nicht alles: immer wieder sind Fotos aus der bayerischen Provinz, auch aus dem Alltag eines Polizisten eingebaut, die den Rezipienten dieses Kochbuchs - ich würde ihn nicht als Leser, sondern als sinnlichen Genießer bezeichnen wollen - so richtig in der Welt der Eberhofers schwelgen lassen.

Und so sage ich als Kölnerin aus vollem Herzen: Boah, wat ein leckeres Kochbuch! Und wer das Rheinland kennt, der weiss, dass sich bei uns "lecker" nicht allein auf die kulinarischen Genüsse beschränkt, sondern quasi allumfassend ist und sinnliche Freuden aller Art, also auch optische und "erlesene" einbezieht. Wunderbar für die Fans von Rita Falks Krimis, doch auch Quereinsteiger werden auf ihre Kosten kommen und vielleicht sogar - quasi verkehrtherum - den Weg zu den niederbayerischen Krimis der Autorin finden.

Veröffentlicht am 28.07.2018

Pragmatisch, praktisch - asiatisch gut!

Asiatisch gut gekocht
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Dieses Kochbuch ist das Richtige für Einsteiger, die sich mit asiatischer Küche beschäftigen wollen, aber auch für Köche/Köchinnen, die mit asiatischer Kochkunst bereits Erfahrungen gesammelt haben, nun ...

Dieses Kochbuch ist das Richtige für Einsteiger, die sich mit asiatischer Küche beschäftigen wollen, aber auch für Köche/Köchinnen, die mit asiatischer Kochkunst bereits Erfahrungen gesammelt haben, nun aber auch mal Rezepte haben wollen, für die man auf einfachem Wege Zutaten beschaffen kann und die für eine breitere Schar von Essern geeignet sind. Hier von Fusion-Kitchen zu sprechen, wäre falsch, doch sind die Rezepte durchaus an den europäischen Markt und den deutschen Gaumen angepasst - Eigenschaften, die ich durchaus zu schätzen weiß. Einführungen werden sowohl im Hinblick auf relevante Bestandteile - sowohl Küchenutensilien als auch Zutaten kulinarischer Art - der asiatischen Küche wie auch auf ihre wichtigsten Zubereitungsarten (Pfannenrühren - Schmoren - Dämpfen - Fritieren) gegeben, dann folgt der Rezeptteil. Hier entspricht die Gliederung eher einem klassischen deutschen Kochbuch: auf kleine Speisen (Suppen, Salate & Snacks) folgen Gemüse, Currys als Spezifikum der asiatischen Küche, Fisch, Fleisch, Nudeln etc. und Desserts.

Kurzum, der Leser kann, was den Gebrauch dieses Kochbuchs angeht, sowohl an alten Gewohnheiten festhalten als auch Neues erkunden. Ein besonderes Schmankerl sind die über das ganze Buch verteilten Exposés zu den kulinarischen Eigenarten von 11 asiatischen Ländern. Dass hier nun gerade die beiden, die ich am besten kenne - Kambodscha und Laos - fehlen, ist ein unglücklicher Zufall, der selbstverständlich bei der Bewertung nicht ins Gewicht fällt.

Auch gefällt die Markierung der Gerichte mit kleinen runden Emblemen, die auf Herkunft und Zubereitungsart der jeweiligen Speise hinweisen. Dazu kommen stimmungsvolle Fotos - allein das in Schwarz-Rot gehaltene Cover mit Wok, Budda und Stäbchen wirkt elegant, stimmungsvoll und vielversprechend und macht Lust auf das Buch. Ich kann nur sagen, es lohnt sich - auch im Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ich freue mich schon auf die Zubereitung von Gerichten wie Fisch-Sambal, Hosomaki-Sushi und Veggi-Curry, aber auch als Geschenk ist das Buch aus meiner Sicht ist es sehr gut geeignet - solo oder zusammen mit ein paar grundlegenden kulinarischen Zutaten für einen asiatischen Abend: ich werde mir diese Idee für die nächste Hochzeit, auf der ich eingeladen bin und das Brautpaar keine Geschenkeliste vorbereitet hat, vormerken.

Veröffentlicht am 28.07.2018

Eine fesselnde dänische Thrillerreihe

Blut für Blut
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ist der Autorin Julie Hastrup mit den beiden bislang in die deutsche Sprache übersetzten Bänden "Vergeltung" und "Blut für Blut" um die Ermittlerin Rebekka Holm gelungen, wobei aus meiner Sicht der vorliegende ...

ist der Autorin Julie Hastrup mit den beiden bislang in die deutsche Sprache übersetzten Bänden "Vergeltung" und "Blut für Blut" um die Ermittlerin Rebekka Holm gelungen, wobei aus meiner Sicht der vorliegende zweite Teil den ersten an Spannung und Ideenreichtum sogar noch überbietet.

Diesmal geht es um den Tod einer Endfünfzigerin - der aus den Medien bekannten Sozialarbeiterin Kissi Schack, einer sowohl privat als auch im Berufsleben überaus beliebten Person, wie sich während der Ermittlungen herausstellt.... oder scheint es nur so? Kissi ist geschieden und hat sich für von ihren Familien verfolgte Immigrantinnen eingesetzt und nach und nach zeigt sich, dass sie doch dem ein oder anderen im Weg gestanden haben könnte...

Julie Hastrup schreibt engagiert und packend, so dass es schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen. Obwohl über 400 Seiten lang, enthält das Buch keine Längen, die Protagonistin Rebekka Holm ist eine sympathische Figur, die nichtsdestotrotz Ecken und Kanten aufzuweisen hat. Was also will man mehr? Ich jedenfalls bin wunschlos glücklich, jedenfalls beinahe, denn ein paar offengebliebene Erzählstränge gibt es doch - zweifellos von der Autorin gewollt, doch da ich die Story so genossen habe, hätte ich sie doch gern aufgelöst gehabt. Aber das sind Peanuts im Vergleich zu dem einerseits fesselnden, andererseits entspannenden Lesevergnügen, das mir dieses Buch bereitet hat. Ich wünsche der Autorin auch in Deutschland eine große und treue Leserschaft und fiebere dem dritten Band entgegen!

Veröffentlicht am 28.07.2018

Drei Freundinnen und ihre Schicksale

Mrs Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner
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Dies ist eine Geschichte von drei Frauen: gute Freundinnen seit ihrer Jugend, mehr oder weniger glücklich, mehr oder weniger stark. Die Besonderheiten bzw. Eigenarten des Buches: erstens spielt die Handlung ...

Dies ist eine Geschichte von drei Frauen: gute Freundinnen seit ihrer Jugend, mehr oder weniger glücklich, mehr oder weniger stark. Die Besonderheiten bzw. Eigenarten des Buches: erstens spielt die Handlung im afroamerikanischen Milieu und zweitens spielen Verstorbene darin eine äußerst lebhafte, nein, man kann guten Gewissens sagen: lebendige Rolle. Ob das Buch dadurch zum Fantasy-Roman wird? Nein, keineswegs - es ist eine warmherzige, humorvolle, mitunter auch traurige Familien- und Freundinnengeschichte der ganz besonderen Art, ein wenig zu vergleichen mit Büchern wie "Kleine Vogelkunde Ostafrikas" oder "Kuchen backen in Kigali", denn wie diese ist dies ein unterhaltsames Buch, ohne aber unbeschwert zu sein von historischen und sozialen Lasten. Probleme werden nicht ausgespart, doch sie werden behutsam integriert: Krankheit, Tod, Ehebruch - damit und mit noch vielem mehr werden die Protagonistinnen Odette, Clarice und Barbara Jean, die sich seit Jahren regelmäßig in Earl's Diner treffen, konfrontiert, doch gibt es immer wieder Hoffnung.

Ein Buch, das aufmuntert, Kraft gibt, Mut macht. Was mich ein ganz kleines bisschen stört, hat gar nichts mit dem Autor, Edward Kelsey Moore, der hiermit sein Erstlingswerk präsentiert, zu tun. Auch die Übersetzung ist gut gelungen, gibt sie doch den sehr speziellen Tenor des Romans gut wieder - nur der Titel - im Original "The Supremes at Earl's All-You-Can-Eat" hätte im Deutschen anders ausfallen dürfen: Mrs Roosevelt spielt zwar eine Rolle im Roman, doch die ist klein und lange nicht prominent genug, um sie zur Titelheldin zu katapultieren!

Veröffentlicht am 28.07.2018

Der geheimnisvolle Tod eines kleinen Mädchens

Die weißen Schatten der Nacht
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steht im Mittelpunkt des neuen Krimis von Sabine Klewe, des zweiten um das Ermittlerduo Lydia Louis und Christopher Salomon. Und ich möchte gleich verraten, dass ich genauso begeistert war wie von Teil ...

steht im Mittelpunkt des neuen Krimis von Sabine Klewe, des zweiten um das Ermittlerduo Lydia Louis und Christopher Salomon. Und ich möchte gleich verraten, dass ich genauso begeistert war wie von Teil 1, von "Der Seele weißes Blut". Bei den Ermittlern handelt es sich um zwei eindrucksvolle Persönlichkeiten, die jeder ihr Päckchen zu tragen haben und, nachdem sie sich zusammengerauft haben, sich immer noch häufig übereinander wundern. Nichtdestotrotz halten sie zusammen gegen Verdächtige, fiese Kollegen... und gegen das Leben an sich. Sabin Klewe zeigt tragische Elemente auf, ohne durchgehend düster zu sein, der Krimi frustriert nicht - trotz aller Dramen hat er sogar von Zeit zu Zeit ein kleines Lächeln hervorgelockt.

Der Grund: Frau Klewe schreibt so atmosphärisch, dass man die Umgebung und die Charaktere fast spüren, riechen, schmecken kann. Und auch an Spannung fehlt es nicht. Aus meiner Sicht kann sie durchaus mit den großen Autorinnen des deutschen Krimis wie Nele Neuhaus oder Elisabeth Herrmann mithalten und braucht sich auch nicht im Schatten der Skandinavierinnen Camilla Läckberg oder Leena Lehtolainen zu verstecken. Wer solide, aber niemals gediegene bzw. konventionelle Krimikost mit Anspruch schätzt, der ist hier richtig!