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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2018

Wirklich toll

Wie die Stille unter Wasser
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Maggie liebt Brooks und ist fest entschlossen ihn zu heiraten. Und das mit 10! Der große Tag ist gekommen, als Maggie etwas grausames erleben muss. Danach ist das fröhliche Mädchen nicht mehr die selbe. ...

Maggie liebt Brooks und ist fest entschlossen ihn zu heiraten. Und das mit 10! Der große Tag ist gekommen, als Maggie etwas grausames erleben muss. Danach ist das fröhliche Mädchen nicht mehr die selbe. Maggie spricht nicht mehr und verlässt niemals das Haus. Dennoch ist Brooks immer an ihrer Seite. Die Jahre vergehen und Brooks Band geht durch die Decke und Maggie will seiner Karriere als Musiker nicht im Weg stehen. So trennen sich ihre Wege...

Ich liebe an Brittainy C. Cherrys Erzählungen, dass sie so nah und lebendig sind. Schon die ersten Sätze leiten eine emotionale Reise ein, die sich immer weiter steigert.

Hier gefiel mir besonders gut, dass wir in der Kindheit der beiden Protagonisten starten. Es war einfach niedlich mitzuerleben, wie Brooks, der Mädchen total doof findet, erkennt, dass Maggie doch keine riesige Nervensäge ist.

Dann passiert das traumatische Ereignis und wir erleben mit, wie Maggies Umfeld auf ihre plötzliche Stummheit und Panikattacken reagiert. Die Autorin erzählte dies sehr einfühlsam und vielschichtig, denn nicht jeder reagiert gleich.

Die Nebenfiguren waren ebenso toll, wie unsere Protagonisten. Maggies Eltern aus der großen Patchworkfamilie versuchen ihr ihr neues Leben recht zu machen. Während Maggies Stiefschwester zu einem pubertären Monster mutiert, um später umso einfühlsamer daraus hervorzugehen.

Die Romane der Autorin haben großes Tränenpotenzial. Für mich konnte sie dieses hier nur ganz kurz ausschöpfen. Auch ist die Geschichte nicht so erotisch, wie ihre Vorgänger, dabei vergehen fast 20 Jahre innerhalb der Handlung.

Dennoch hat mich das Buch wirklich sehr gut unterhalten bis auf zwei Punkte, die etwas schwach daherkamen. Minispoiler im Anmarsch!
Die Auflösung, wer hinter dem traumatischen Ereignis steckt, war so vorhersehbar und einfach gestrickt, dass ich es einfach zu platt fand.
Auch der Auslöser für das Wiederkehren von Maggies Worten war mir zu einfach! Das war nicht der emotional-dramatische Paukenschlag, den ich erwartet hatte! Es erschien mir zu beliebig. Da hätte ich in Maggies Vergangenheit einige gravierendere Erlebnisse ausmachen können, die sie wieder zum sprechen bewegt hätten.

Ich finde es ein wenig schade, dass "Wie die Stille unter Wasser" von Brittainy C. Cherry nicht ganz das erwartete Highlight geworden ist. Dennoch war die Geschichte wirklich schön und einfühlsam erzählt.

Veröffentlicht am 07.10.2018

Märchenhaft düster

Hazel Wood
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Alice lebte schon immer zusammen mit ihrer Mutter nie sehr lange an einem Ort. Immer passierten eigenartige Dinge und die beiden zogen weiter. In New York sollte endlich alles anders werden. Doch eines ...

Alice lebte schon immer zusammen mit ihrer Mutter nie sehr lange an einem Ort. Immer passierten eigenartige Dinge und die beiden zogen weiter. In New York sollte endlich alles anders werden. Doch eines Tages verschwindet Alice Mutter. Das Hinterland soll sie entführt haben, doch wer sind diese Leute und was haben sie mit Alice Großmutter, einer berühmten Märchenerzählerin zu tun, die im geheimnisvollen Hazel Wood residiert.

Das Cover ist wirklich traumhaft schön und lässt erahnen, dass wir es hier mit einer märchenhaften, geheimnisvollen und düsteren Geschichte zutun haben könnten.
Dies bestätigt sich schon auf den ersten Seiten. Wir lernen Alice kennen, die eine Wut und Düsternis in sich trägt. Wir erfahren mehr von ihrem Leben aus dem Koffer mit ihrer Mutter Ella. Außerdem knabbert Alice daran, dass sie ihre Großmutter, die berühmte Schriftstellerin niemals kennenlernen durfte. Dabei sehnt sie sich nach ihr und Hazel Wood.
Ella ist sehr fürsorglich und versucht Alice zu schützen, allerdings ist uns noch nicht klar, wovor.

Die Autorin schaffte es ziemlich gut, die innere Zerrissenheit der Protagonisten darzustellen. Für mich waren die Charaktere und ihr unvorhersehbares Handeln ein großes Plus der Geschichte.
Melissa Albert hat einen außergewöhnlichen Schreibstil voller Metaphern, die eine tolle Atmosphäre schaffen. Das hat mir wirklich gut gefallen.

Auch die Handlung konnte mich bis zu dem Punkt mitreißen, an dem es endlich ans Eingemachte ging und wir anfingen, in den mysteriösen Märchenwald einzudringen. An dieser Stelle fing die Autorin an, mich zu verlieren. Die Erzählungen wurden zu wirr und abgedreht, erinnerten mich teilweise an Texte von Kafka. So richtig mitreißen konnte sie mich an der Stelle nicht mehr.

Das fand ich sehr schade, denn das Ende wollte der restlichen Geschichte und deren Idee nicht ganz würdig werden. Was ich aber unbedingt noch positiv erwähnen muss, sind die Märchenerzählungen innerhalb des Buches. Die Autorin zeigte auch hier noch einmal, wie gut sie Geschichten schreiben kann.

Melissa Alberts "Hazel Wood" ist ein düsteres Jugendbuch, welches stark begann und leider seinen Erwartungen nicht gerecht werden wollte. Für Fans von düsteren Märchen kann "Hazel Wood" dennoch ein Versuch wert sein.

Veröffentlicht am 16.09.2018

Ungewöhnlich

Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren
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Es ist ein Sommer, der Suzys Leben komplett aus den Angeln hebt, denn es ist der Sommer, in dem Suzys beste Freundin niemals älter als 12 werden wird. Die 12-Jährige will das Geschehene nicht annehmen, ...

Es ist ein Sommer, der Suzys Leben komplett aus den Angeln hebt, denn es ist der Sommer, in dem Suzys beste Freundin niemals älter als 12 werden wird. Die 12-Jährige will das Geschehene nicht annehmen, und versucht auf ihre ganz eigene Art zu ergründen, was passierte.

Die Autorin Ali Benjamin hat ein unglaubliches Talent mit ihren Worten intensive und wichtige Botschaften und Bilder zu vermitteln. Schon der Prolog verschaffte mir eine Gänsehaut. Ihr Schreibstil ist einzigartig und trägt die Geschichte. Dabei regte sie mich sehr zum Nachdenken an und streute Fakten ein, die zeigen, dass wir uns an einem Scheideweg befinden.

Das Buch ist schwer in ein Genre zu drücken. Unsere Protagonistin ist gerade 12 Jahre alt und kommt in die Middle School, doch wirklich ein reines Jugendbuch ist diese Geschichte nicht. Sie enthält so viele reife Gedanken und Botschaften, die auch bei älteren LeserInnen ankommen.

Suzy ist ein außergewöhnlicher Mensch. Dabei geht die Schülerin gerade durch eine sehr schwere Zeit. Ihre einzige Freundin wandte sich von ihr ab, war gemein zu ihr und Suzy revanchierte sich auf ihre eigene Art. Beide gingen nicht im Guten auseinander, doch Suzy kann dies nie wieder gut machen. Nun kämpft sie mit ihrem Umfeld.
Die Autorin konnte die Gefühlswelt ihrer Protagonistin sehr gut wiedergeben. Ich litt ein wenig mit ihr mit und begleitete fasziniert ihre Gedankenwelt.

Das Buch ist mit seinen 236 Seiten sehr kurz und kurzweilig, was ich zur Abwechselung sehr erfrischend fand. Ich hätte mir nur noch gewünscht, dass handlungstechnisch ein bisschen mehr passieren würde.

Dennoch ist "Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren" von Ali Benjamin ein sehr intensives und bewegendes Debüt, das mit seinem poetischen Schreibstil bei mir punkten konnte.

Veröffentlicht am 31.07.2018

Humorvoll und unterhaltsam

Winston Brothers
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Jess kehrt für einen unliebsamen Job in ihre Heimat zurück. Dort verbindet sie viele Erlebnisse mit Beau und Duane. Beide sind zwar Zwillinge, aber innerlich sehr unterschiedlich. Als Jess Jahre später ...

Jess kehrt für einen unliebsamen Job in ihre Heimat zurück. Dort verbindet sie viele Erlebnisse mit Beau und Duane. Beide sind zwar Zwillinge, aber innerlich sehr unterschiedlich. Als Jess Jahre später einen der beiden begegnet, weiß sie nicht, wem sie gegenübersteht und es kommt zu unterhaltsamen Verwicklungen...

Penny Reid ist mir im Contemporary Genre bereits ein Begriff, denn gerade mit anderen Kolleginnen verfasste sie einige tolle Romane.

Auch hier konnte sie mich wieder mit ihren liebenswerten Charakteren und ihrem besonderen Sinn für Humor unterhalten. Die Geschichten der Autorin machen einfach Spaß.

Ein stückweit muss man sich in dieser Geschichte auf eine Dreiecksgeschichte einlassen. Denn es geht wie gesagt um Zwillinge. Diese sind nicht die einzigen Winston Brothers. Tatsächlich gibt es noch 2 weitere Brüder, die auf ihre Liebesgeschichte warten.

Die Dynamik der ersten Buchhälfte zog sich leider nicht bis zum Ende durch. Leider zieht sich die Geschichte sehr und hätte wirklich ein paar Seiten weniger perfekt vertragen.

Veröffentlicht am 29.07.2018

Mysteriös

Hyde
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Katrina, Zoe und ihr Vater - ein Dreierteam, dass sich durch die Wälder rund um ihr Zuhause Hyde schlägt. Gemeinsam bestreiten sie ihren Alltag fernab der Zivilisation. Doch eines Tages ist dieses Leben ...

Katrina, Zoe und ihr Vater - ein Dreierteam, dass sich durch die Wälder rund um ihr Zuhause Hyde schlägt. Gemeinsam bestreiten sie ihren Alltag fernab der Zivilisation. Doch eines Tages ist dieses Leben vorbei Katrina steht allein vor einem Scherbenhaufen und muss erkennen, dass sie nicht diejenige ist, die sie zu sein glaubte...

Ich liebe außergewöhnliche Jugendbücher und "Hyde" ist definitiv außergewöhnlich und fernab des gewohnten Lesestoffs.
Zuerst hatte ich jedoch ein wenig Probleme mich in "Hyde" zurecht zu finden. Unsere Protagonistin ist ein Fall für sich. Sie läuft hauptsächlich vermummt herum, was seine Gründe hat, wie wir im Laufe der Geschichte erfahren. Als Leserin merkt man sofort, dass Katrina anders groß geworden ist. Damit muss man sich erstmal anfreunden. Ich muss dabei der Autorin hoch anrechnen, dass sie all meine Bedenken gegenüber der Protagonistin weggeschrieben hat. Schnell entwickelte ihre Geschichte einen Sog. Ich wusste zu keiner Zeit was passieren würde und was passiert war.

Es gibt mehrere Handlungsebenen. Wir erfahren vom Leben der Familie in Hyde, was danach mit Katrina geschah und was gegenwärtig passiert. Katrina ist als Tischlerin gerade auf der Walz und verfolgt ihre ganz eigenen Pläne. Dabei nimmt sie eine Stelle als Verwalterin eines heruntergekommenen Hauses in den Wäldern an. Neben Katrinas Vergangenheit ist der Part um das mysteriöse Haus, denn dort scheint es zu spuken, der zweite Haupthandlungsstrang. Die Autorin spielt hier gekonnt mit der Wahrnehmung der Protagonistin und führt auch uns oft aufs Glatteis. Dabei wird die Geschichte sehr atmosphärisch erzählt, was mir gut gefiel.

Überhaupt nimmt das Jugendbuch unglaubliche Wenden, die abseits des möglichen zu sein schienen. Antje Wagner ließ hier die Grenzen zwischen Realität und Fantasy verschwimmen. Gegen Ende des Buches wurde mir das stellenweise ein bisschen zu viel.

Trotzdem fand ich Gefallen an dieser außergewöhnlichen Geschichte und dem Ideenreichtum der Autorin. Antje Wagner hat mit "Hyde" ein ziemlich mysteriöses und außergewöhnliches Jugendbuch präsentiert!