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Veröffentlicht am 15.09.2016

Lena Adams größter Albtraum

Schwarze Wut
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Der 5. Band der Georgia Reihe hat - wie bereits der 4. Band "Bittere Wunden" - auch wieder mehr Biss und Spannung zu bieten. Trotzdem weine ich noch immer etwas der Grant County Reihe nach und den damaligen ...

Der 5. Band der Georgia Reihe hat - wie bereits der 4. Band "Bittere Wunden" - auch wieder mehr Biss und Spannung zu bieten. Trotzdem weine ich noch immer etwas der Grant County Reihe nach und den damaligen Protagonisten.

In "Schwarze Wut" treffen wir auf eine altbekannte Figur, die wir bereits aus den anderen Büchern kennen: Lena Adams.
Gleich auf den ersten Seiten wird der brutale Überfall auf sie und ihrem Mann Jared beschrieben, der einem sehr unter die Haut geht. Auch wenn Lena ein nicht ganz einfacher Charakter ist und ungemein polarisiert, tat sie mir in diesem Band manchmal wirklich richtig leid. Mittlerweile arbeitet sie als Detective beim Macon DC.
Die Stadt Macon steht im Brennpunkt eines rücksichtslosen Drogenbosses, der unter anderem durch eine Bikerbande seine Drogengeschäfte vertreibt. Man weiß von ihm nur seinen Namen: Big Withey. Doch niemand weiß, wer dahintersteckt. Die Polizei tappt im Dunkeln und eine Razzia, die Lena vor Wochen durchführte, ist gründlich schiefgelaufen. Nach dem Anschlag auf ihr Leben, schickt Amanda Will Trent nach Macon. Dort soll er undercover als vorbestrafter Biker namens Black, der Sache auf den Grund gehen. Doch durch den lebensgefährlichen Anschlag auf Jared und Lena kreuzt Sara ebenfalls in der Stadt auf. Sie eilt ans Krankenbett ihres Stiefsohnes, dessen Leben am seidenen Faden hängt. Seit dem Tod von Jeffrey ist Lena für sie ein rotes Tuch, gibt sie doch insgeheim ihr die Schuld daran. Und nun ist Lena neuerdings in einem fiesen Anschlag auf Jeffrey's Sohn involviert. Wills sorgsam aufgebaute Tarnung ist durch Sara's Auftauchen gefährdet, aber auch Lena hat ihn wiedererkannt....

Neben dem eigentlich Fall, der sich um den mysteriösen Drogenboss Big Withey dreht, liegt ein wesentlicher Teil auch beim Privatleben von Will, Sara und Lena. Die drei Erzählstränge, die jeweils aus der Sicht der drei Protagonisten wiedergegeben wird, fügen sich zum Ende hin wunderbar zusammen. Der Thriller ist dadurch, und wegen der nicht chronologisch aufgebauten Handlung, sehr komplex. So ist "Schwarze Wut" kein Buch zum schnellen dazwischen lesen, denn man sollte doch etwas konzentrierter dabei sein. Wie gewohnt kommt auch die Gewalt und Brutaliät bei der Autorin nicht zu kurz. Trotzdem schleicht sich in der Mitte des Buches ein bisschen Langeweile ein, die jedoch nur kurz anhält. Im letzten Drittel hatte ich auch bereits eine Ahnung, wer unser unbekannter "Big Withey" sein könnte...

In ihren letzten Romanen hat Karin Slaughter immer öfter das Thema der Missachtung von Menschen mit anderer Hautfarbe, wegen ihrem Geschlecht oder anderer sexuellen Orientierung aufgegriffen. Wenn ich mir so die Nachrichten anschaue, scheint besonders das Rassenproblem in den Südstaaten noch immer sehr aktuell zu sein.

Fazit :
Komplex, brutal und wie schon in den letzten Büchern etwas sozialkritisch. Der etwas stärkere Fokus auf das Privatleben nahm etwas Tempo aus der Handlung. Wer die Bücher von Karin Slaughter kennt, weiß was ihn erwartet. Ich bin jedenfalls schon gespannt auf das nächste Abenteuer von Sara Linton und Will Trent.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Mitterands Hut

Der Hut des Präsidenten
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Meine Meinung:
Paris, Mitte der Achzigerjahre. Während Daniel Mercier allein im Restaurant speist, nehmen am Nebentisch vier Herren Platz, unter ihnen der französische Präsident Mitterand. Als nach dem ...

Meine Meinung:
Paris, Mitte der Achzigerjahre. Während Daniel Mercier allein im Restaurant speist, nehmen am Nebentisch vier Herren Platz, unter ihnen der französische Präsident Mitterand. Als nach dem Verlassen des Restaurants der Hut des Präsidenten liegen bleibt, nimmt ihn Daniel an sich. Voller Stolz und mit einer neuen Portion Noblesse führt er seine neue Kopfbedeckung aus und fühlt sich auf einmal selbtbewusster. Sein Leben nimmt eine postive Wendung - bis er eines Tages den Hut im Zugabteil vergisst. So wandert die berühmte Kopfbedeckung von Träger zu Träger und verändert diese Menschen wie durch Zauberhand.

Die charmante und typisch französische Geschichte verändert auch den Leser, der mit einem Schmunzeln im Gesicht das Leben der diversen Huttträger begleitet. Des öfteren wünscht man sich selbst diesen Hut zu finden und aufzusetzen, um seinem Leben eine positive Wendung zu geben. Während die eher männliche Kopfbedeckung der rote Faden im Buch und der eigentliche "Hauptprotagonist" ist, lernen wir auch einige Menschen kennen. Alle davon tragen eine bestimmte Sehnsucht oder einen Wunsch in sich, egal ob es sich dabei um die Arbeit, die Familie, Gesundheit oder die Liebe handelt. Und jeder von ihnen fühlt sich mit dem Hut des Präsidenten plötzlich stärker, beschwingter und mutiger. Dabei stecken diese Fähigkeiten eigentlich alle in ihnen....nur der letzte "Kick" fehlt - der Mut sich seiner Entscheidung zu stellen.

"Die wichtigesten Ereignisse unseres Lebens sind immer die Folge einer Verkettung winziger Details" -- Seite 28 --

So lernen wir nach Daniel Mercier die junge Fanny Marquant kennen, die den Hut im Zugabteil findet. Auch ihr Leben nimmt ab diesem Zeitpunkt eine Wendung, bis sie den Hut mit Absicht auf einer Parkbank liegen lässt. Dort nimmt ihn nach einigen Zögern der Parfümeur Pierre Aslan mit. Dieser hat schon seit Ewigkeiten kein neues Parfüm mehr kreiert, denn er steckt in einer Schaffenskrise. Auch ihm ist das Glück hold und er erfindet eine neue Duftkreation. Und so wandert der Filzhut mit den Initialen "FM" von einem zum anderen, bis sich zum Ende hin der Kreis mit einer kleinen Überraschung wieder schließt.

Man begibt sich auf den 240 Seiten auf eine Rundreise durch Paris und eine Zeitreise in die Mitte der Achzigerjahre. Die Aussage, die der Autor hier treffen möchte, hat jedoch nichts mit der Zeit zu tun, denn diese gilt genauso heute wie damals: Hab Mut für neue Entscheidungen! Mit einer kleinen Portion Glück, kleinen Zufällen und mehr Selbstbewusstsein kann man alles schaffen, was man sich wünscht! Und so versprüht der Roman, von der ersten bis zur letzten Seite, jede Menge positive Energie und sehr viel Fröhlichkeit.Nur mit dem letzten Viertel hatte ich ein bisschen Probleme, da sich dieses größtenteils mit der französischen Politik der Achzigerjahre beschäftigt. So fand ich diesen Abschnitt ein bisschen langatmig.

Charaktere:
Obwohl die Charaktere schnell wechseln und man zuerst denken könnte, man hätte hier ein Buch mit einzelnen Kurzgeschichten vor sich, ergibt die Geschichte ein Ganzes. Alle Protagonisten sind sympathisch, lebendig und glaubwürdig. Der Autor versteht es seine Charaktere gut zu zeichnen und ihnen Tiefe zu verleihen. Man identifiziert sich leicht mit ihnen und doch sind sie alle grundverschieden - und trotzdem haben alle das gleiche Ziel: Jede(r) von ihnen sucht nach dem Glück und hat es doch selbst in der Hand sein Leben zu verändern und sein Glück zu finden.


Schreibstil:
Antoine Laurain's Schreibstil ist charmant, humorvoll, leicht und locker und lässt sich sehr gut lesen. Man merkt, dass man ein Buch eines französischen Autors in der Hand hat, denn es besitzt diesen typischen Charme, den - meiner Meinung nach - einfach nur die Franzosen besitzen.

Fazit :
Eine humorvolle, originelle Geschichte mit viel französischem Flair, die auf 240 Seiten sehr viel zu sagen hat - besonders zwischen den Zeilen! Eine Hommage an das Leben!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Lass meine Hand nicht los

Beim Leben meiner Tochter
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Von Michel Bussi habe ich schon "Das Mädchen mit den blauen Augen" (meine Rezi hier) gelesen und liebte bereits in seinem deutschen Debütroman seinen eigenwilligen Schreibstil. Auch hier hat er wieder ...

Von Michel Bussi habe ich schon "Das Mädchen mit den blauen Augen" (meine Rezi hier) gelesen und liebte bereits in seinem deutschen Debütroman seinen eigenwilligen Schreibstil. Auch hier hat er wieder eine Geschichte mit Krimianteile, einen Spannungsroman, geschrieben, der mich die ganzen 400 Seiten immer wieder rätseln ließ, ob unser Protagonist ein Mörder ist oder nicht. Wirklich geschickt verwebt Bussi seine Fäden und lassen den Leser immer wieder an unserem Hauptprotagonisten zweifeln!

Doch was ist passiert? Liane und Martial Bellion verbringen gemeinsam mit ihrer sechsjährigen Tochter Josapha den Urlaub auf der idyllischen Insel La Rèunion im Indischen Ozean. Plötzlich ist Liane verschwunden und Martial wird des Mordes an seiner Frau verdächtigt. Blutspuren im Zimmer des Ehepaares und Augenzeugenberichte lenken den Verdacht auf den Ehemann, der kurz darauf mit der kleinen Sopha die Flucht ergreift.

Als Leser ist man von Beginn an direkt mitten in der Geschichte. Man begleitet Liane auf ihr Zimmer und danach ist nichts mehr, wie es einmal war. Doch was wird hier wirklich gespielt? Wer ist hier der Gute, wer der Böse? Der Autor beherrscht das Spiel der Irreführung großartig und man kann gar nicht aufhören zu lesen, denn man will endlich wissen, wie der Fall sich schlussendlich auflöst. Und das tut er - logisch und ohne offfene Fragen.
Das rasante Tempo, das der Autor vorgibt, lässt einem kaum Luft holen. Immer wieder gibt es überraschende Wendungen und plötzlich stellen sich dem Leser wieder ganz neuen Fragen.
Mit den beiden Ermittlern Aja Purvi, eine junge und ehrgeizige Commissaire, sowie ihren Sous-Lieutnant Christos Konstantinov, lernen wir zwei sehr verschiedene Persönlichkeiten kennen. Purvi ist blitzgescheit und stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Nach ihrem Studium in Paris ist sie in ihre Heimat im Indischen Ozean zurückgekommen. Christos hat in La Réunion sein neues Zuhause gefunden und hat sich schnell an das träge, tropische Leben gewöhnt. Er liebt Imelda, eine Einheimische, die gerne Krimis liest und selbst ganz gerne "Miss Marple" spielt.

Neben der spannungsgeladenen Geschichte beschreibt der Autor die Insel sehr lebendig. Man begleitet Martial auf seiner Flucht durch die Berge und rund um den noch heute aktiven Vulkan Piton de la Fournaise.
Auch die verschiedenen Völker der Insel, die Cafres (aus Madagaskar und Ostafrika stammende Menschen), die Zarabes (sunnitische Muslime), die Les Zorails (die aus Frankreich kommenden bzw. stammenden Franzosen) und die Malbars (Tamilen, Hindus und Christen), die alle friedlich zusammenleben, werden vom Autor vorgestellt.
Interessant ist dabei die Geschichte um Martials Vergangenheit, die eine große Rolle im Ganzen spielt.

Schreibstil:
Der Autor hat einen sehr eigenen Schreibstil. Kurze prägnante Sätze und ebenso kurze Kapitel prägen den Roman. Die Geschichte wird sehr temporeich erzählt und beinhaltet viele überraschende Wendungen.
Die Kapitel sind in Abschnitte mit Uhrzeitangabe eingeteilt. Diese werden aus der Sicht verschiedener Protagonisten erzählt. Ausnahme sind die Kapitel aus der Sicht der kleinen Sopha, die in der Ich-Perspektive erzählt werden. In diesen Abschnitten konnte man die innere Zerissenheit Sophas sehr klar erkennen, die selbst damit haderte, ihren Vater nicht vom Verdacht am Mord an ihrer Mutter freisprechen zu können. Für eine Sechsjährige waren mir allerdings einige ihrer Gedankengänge zu erwachsen, auch wenn der Autor mit einem anderen Schreibstil versuchte, die kindliche Komponente von Sopha darzustellen.

Der französische Originaltitel "Ne lâche pas ma main" heißt so in etwa übersetzt: "Lass meine Hand nicht los". Ein Satz, der auch im Buch vorkommt und eine wichtige Szene beinhaltet.

Fazit:
Ein interessanter Spannungsroman, der mit einigen überraschenden Wendungen und einer rasanten Verfolgungsjagd aufwarten kann. Mir hat dieser Roman des Autoren noch besser gefallen als sein Debüt und ich vergebe fesselnde 4 1/2 Sterne.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Für Zwischendurch gerade richtig

Wildrosensommer
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Die Inselromane der Autorin sind für mich während der Sommermonate Pflichtlektüre. Mit ihnen kann ich jedes Jahr von den Bergen Österreichs ins hohe Norddeutschland reisen und mir in Gedanken die frische ...

Die Inselromane der Autorin sind für mich während der Sommermonate Pflichtlektüre. Mit ihnen kann ich jedes Jahr von den Bergen Österreichs ins hohe Norddeutschland reisen und mir in Gedanken die frische Meeresluft um die Nase wehen lassen.
Bei Wildrosensommer hat Gabriella Engelmann diesmal keine Insel gewählt, sondern Hamburg und die Vierlande.

Aurelia's Lebensgefährte Nic ist vor zwei Jahren von einen Tag auf den anderen spurlos verschwunden. Seitdem ist sie mit ihren beiden Töchtern Luisa und Molly, sowie Katze Momo alleine in der gemeinsamen Münchner Wohnung und versucht über die Runden zu kommen. Sie arbeitet als Floristin bei ihrer Freundin Coco und liebt ihren Beruf über alles, doch Nic fehlt ihr immer noch. Jeden Abend bespricht sie mit ihm die Erlebnisse des Tages. Nur zufällig fällt irgendwann beim Blättern in einem Buch das Bild eines Hausbootes auf. Daneben klebt ein Zettel in Nic's Handschrift, auf dem man herauslesen kann, dass er sich mit jemanden bei diesem Hausboot in der Nähe von Hamburg treffen will. Aurelia ist sich sicher, dass dies eine Spur zu Nic ist. Sie nimmt sich ein paar Tage frei und fliegt nach Hamburg, um sich das Hausboot, die "Luna" anzusehen. Wie der Zufall so will, steht es seit dem Tod des Eigentümers leer und ein Gerücht, dass es darauf spuken soll, hält kaufwillige Kunden vom Erwerb ab. Aurelia ist kurzentschlossen und beschließt, nach Rücksprache mit ihren Töchtern und ihrer Chefin, die Luna zu kaufen. Sie lässt das Hausboot renovieren und zieht gemeinsam mit ihren Kindern von München nach Hamburg und wagt den Neuanfang....immer im Hinterkopf auch Spuren von Nic zu finden....
Mit Aurelia hat die Autorin einen sehr liebenswerten Charakter erschaffen. Sie ist eine Frau, die eigentlich mit beiden Beinen auf dem Boden steht, aber ihr Schicksal nicht wirklich annehmen kann. Der Wunsch endlich hinter Nics Verschwinden zu kommen, ist neben dem leichten esoterischen Touch, der rote Faden im Buch. Dabei findet Aurelia zu sich selbst zurück und entdeckt neue Gaben. Neben der Aromatherapie, die sie schon in München ausprobiert hat, beginnt sie plötzlich bei einigen Personen dessen Aura zu sehen. Dies ängstigt und überfordert Aurelia zuerst. Als sie sich mehr damit zu beschäftigen beginnt und bemerkt, dass sie mit ihren Aromen und Düften helfen kann, ist sie glücklich und baut sich damit ein zweites Standbein auf.
Wer den etwas esoterischen Touch in Büchern nicht mag, könnte hier vielleicht ein bisschen Probleme bekommen. Ich fand die Prise davon gerade richtig, denn Aromatherapie und Auren sehen, ist meiner Meinung nach genauso eine Art zu sich zu finden und zu gesunden, wie vieles andere. Es geht außerdem mit "Wohlfühlen" einher und spiegelt auch das Erstarken der Hauptprotagonistin wieder.

Den Sterneabzug gibt es für das Ende bzw. das sehr wohlgefällige Auflösen der Probleme von Aurelia. Mir war das zu viel "Friede, Freude, Eierkuchen". Auch das Geheimnis des Hausbootes kam für mich zu kurz. Ansonsten konnte mich die Geschichte aber wieder überzeugen.
Am Ende des Buches findet man noch tolle Rezepte rund um Rosen, die nicht nur im Titel, sondern auch im Roman eine große Rolle spielen.

Charaktere:
Die Charaktere sind goßteils sehr liebenswerte Figuren, vielschichtig und direkt aus dem Leben gegriffen. Neben Aurelia, die sich zur Kämpferin entwickelt, die nicht so schnell aufgibt, hat sie mit ihrer Freundin und ehemaligen Chefin Coco eine bezaubernde und auch sehr exzentrische Unterstützerin gefunden. Aber auch in ihrer neuen Heimat schließt Aurelia bald Freundschaft mit der reizenden Künstlerin Lola und mit dem alten Torkind, der ihr von Beginn an hilft vor den Toren Hamburgs Fuß zu fassen. Sein Sohn Stefan, ein Rosenzüchter, teilt die gemeinsame Liebe zu den Rosen und ermutigt Aurelia zum Verkauf ihrer Düfte und Öle.

Besonders bildhaft sind wieder die wundervollen Landschaftsbeschreibungen der Autorin. Am liebsten würde ich sofort den Koffer packen und Hamburg (und Umgebung) einen Besuch abstatten - eine Stadt, die ich schon sehr lange auf meiner Reisewunschliste habe.

Fazit:
Ein kurzweiliger Wohlfühlroman, der den Leser in die Welt der Düfte und Blumen entführt. Eine schöne Sommerlektüre für zwischendurch zum Träumen und dahinschmelzen, mit sympathischen Charakteren und einem Hauch Esoterik.....

Veröffentlicht am 15.09.2016

Toller Krimi

Und am Morgen waren sie tot (Jan-Römer-Krimi 2)
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"Und am Morgen waren sie tot" ist der zweite Fall des Kölner Reporters Jan Römer. Leider habe ich Band 1 "Die Lichtung" noch nicht gelesen, werde das aber nachholen.

Im Oktober 1997 verschwinden zwei ...

"Und am Morgen waren sie tot" ist der zweite Fall des Kölner Reporters Jan Römer. Leider habe ich Band 1 "Die Lichtung" noch nicht gelesen, werde das aber nachholen.

Im Oktober 1997 verschwinden zwei junge Pärchen im deutsch-belgischen Grenzgebiet nach einem Camping-Ausflug. Ein Pärchen wird tot aufgefunden, das zweite bleibt verschwunden. In seiner Rubrik "Ungelöste Mordfälle" berichtet Jan Römer über das ungeklärte Verschwinden des zweiten Paares und bringt einen Stein ins Rollen, der ungeahnte Ausmaße erreicht.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir leicht gefallen, obwohl ich den ersten Band nicht gelesen habe. Journalist Jan Römer ist mir sympathisch und seine Rubrik zu ungelösten Mordfällen ein spannender Plot. Als sich einige Personen zum Pärchenmord aus den Neunziger Jahren melden, scheint auch eine wirklich heiße Spur dabei zu sein. Als sich Jan Römer allerdings mit dem Informanten trifft, kommt es zu einem ungeplanten Ereignis. Jan ist sich sicher, dass der Täter auch heute noch nicht vor weiteren Morden zurückschrecken wird und beginnt mit seiner besten Freundin Stefanie Schneider, genannt "Mütze", selbst zu ermitteln. Bald schon erkennen die Beiden, dass die Spur zu einer rechtsradikalen Gruppe führt und bald befinden sich die Beiden in großer Gefahr.
Der Bezug zur deutschen Geschichte und zum Nationalsozialismus ist der rote Faden durch die Geschichte, steht allerdings nicht im Vordergrund. Der Autor hat hier eine gute Balance gefunden.

Die Schauplätze sind eher düster und sehr bildhaft beschrieben. Man merkt, dass sich der Autor in der Gegend auskennt. Ich hatte die Vulkanlandschaft der Eifel bildlich vor mir und "schnüffelte" mit Jan und Mütze im Wald und in den umliegenden Dörfern herum. Ich liebe es mit den Ermittlern mitzurätseln und zu versuchen dem Täter auf die Spur zu kommen.

Linus Geschke punktet mit überraschenden Wendungen und unvorhersehbaren Ereignissen. Die Spannung steigt kontinuierlich an und am Ende gibt es eine große Überraschung bei der Auflösung des Kriminalfalles.
Hier passt alles: die Handlung, Charaktere, Schauplätze, Atmosphäre und besonders wichtig für mich: eine überraschende und logische Auflösung, die nicht an den Haaren herbeigezogen wurde.

Schreibstil:
Der Schreibstil des Autors ist flüssig, fesselnd und atmosphärisch. Die Hintergrundgeschichte wurde sehr gut recherchiert. Auch die Charaktere sind realitätsnah und nicht überzogen. Der Leser begleitet die Geschehnisse nicht nur aus der Sicht von Jan Römer, sondern es gibt auch interssante Einblicke aus der Sicht des Mörders.

Fazit:
Ein Krimi, der alles zu bieten hat, was der Krimileser wünscht: Spannung, ein guter Plot, einzigartige Schauplätze und ein Ende, das es in sich hat. Sehr gute 4 1/2 Sterne von mir!