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Veröffentlicht am 08.08.2018

Schlaf nicht ein

Das Morpheus-Gen
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Die Nacht soll wieder mal lang werden, weil der junge Anwalt David Berger von seinem Chef dazu verdonnert wird, einen Fall durchzuarbeiten. Da fallen ihm die Tabletten gegen Müdigkeit ein, die ihm sein ...

Die Nacht soll wieder mal lang werden, weil der junge Anwalt David Berger von seinem Chef dazu verdonnert wird, einen Fall durchzuarbeiten. Da fallen ihm die Tabletten gegen Müdigkeit ein, die ihm sein bester Freund und Kollege Alexander Bishop gegeben hat. Und mit der Einnahme beginnen Davids Probleme: Er verspürt tagelang keine Müdigkeit mehr, seine Verlobte und sein Freund werden ermordet und er gerät als Verdächtiger in den Fokus der Polizei. Zudem machen mehrere Organisationen Jagd auf ihn. Doch was steckt wirklich dahinter?

Tibor Rode hat kein Buch erschaffen, sondern ein Rätselpuzzle. Denke ich einen Faden gefunden zu haben, kappt er diesen und es geht in eine andere Richtung weiter. Nur langsam und teilweise auch mühsam erschließt sich mir der Sinn hinter den Geschehnissen, da Rode mehr Andeutungen macht, statt Fakten präsentiert. Und dies alles in einem wahnwitzigen Tempo, der das Geschriebene spannend und lebendig hält. Es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen, da ich immer dachte, dass sich auf der nächsten Seite die Wahrheit offenbart! Während in der einen Ecke ein Stück der Lösung offenbart wird, taucht hinter dem nächsten Vorsprung ein weiterer Feind auf. Der Spannungsbogen ist enorm straff gespannt und es machte mir einfach Spaß, der Handlung zu folgen. Führte sie mal hier und mal dorthin, aber kontinuierlich nach vorne.
Nach der Einnahme einer mysteriösen Tablette, dessen Zusammensetzung und Hersteller unbekannt sind, kann David ohne Ausfallerscheinungen unbegrenzt wach bleiben. Ein gefundenes Fressen für militärische Organisationen weltweit, die stets bemüht sind, Super-Soldaten zu erschaffen. Doch noch eine weitere Organisation, die Bruderschaft, jagt David und diese sind viel älter, als es auf den ersten Blick scheint.
Die Mischung aus Mythologie, politischem Ränkespiel und Agententhriller ist Rode gut gelungen!

Im Mittelpunkt der Geschehnisse steht der Anwalt David Berger. Aufgewachsen bei seinem Großvater, der ihm Vater und Mutter ersetzte, sucht er Liebe und Geborgenheit bei seiner Verlobten Sarah. David ist für mich ein gelungener Charakter, da er bodenständig und besonnen ist, was sein Beruf mit sich bringt. Gleichzeitig genießt er sein Leben und schätz die üblichen Werte wie Familie, Treue und Fleiß; eigentlich recht konservativ, ist David doch offen für Neues. Die Geschehnisse drohen ihn zu zerbrechen, wenn der brennende Wunsch des Verstehens nicht wäre. Warum mussten die wichtigsten Menschen in seinem Leben sterben und was hat das alles mit Schlaf zu tun?
Gestört hat mich einzig die Verbindung zu Nina. Plötzlich taucht sie auf und David vertraut ihr bedingungslos und ohne Zögern. Gerade in seiner Situation als Gejagter, sollte Misstrauen an erster Stelle stehen und so fiel es mir denkbar schwer, das nachvollziehen zu können! Nina ist ein undurchsichtiger Charakter, mit dem ich nicht warm wurde. Ihre wirklichen Beweggründe blieben lange im Dunkel und so konnte ich ihren Handlungen nur schwer folgen.

Mein Fazit
Durchweg spannend und fesselnd!

Veröffentlicht am 08.02.2026

Protagonist in der eigenen Geschichte

Böser, böser Wolf
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Der Grimm-Ripper geht um. Ein besonders grausamer Mörder, der seine Opfer gleich Grimm-Märchen hinrichtet.
Ein Fall für Detective Inspector Lyla Rondell, die immer tiefer und tiefer in die Ermittlugen ...

Der Grimm-Ripper geht um. Ein besonders grausamer Mörder, der seine Opfer gleich Grimm-Märchen hinrichtet.
Ein Fall für Detective Inspector Lyla Rondell, die immer tiefer und tiefer in die Ermittlugen eindringt. Und bald schon feststellen muss, dass der Mörder eine enge Verbindung zu ihr und ihrer Vergangenheit hat. Ein wahrhaft mörderisches Katz und Maus Spiel beginnt.

Das Cover ist sehr dunkel gehalten. Es zeigt Rotkäppchen, das in ihrem blutroten Mantel mutig durch die Dunkelheit geht. Umgeben von Rosenranken, die ebenfalls blutrot sind. Ich mag das Cover, da es von Dunkelheit und Blut kündet, genauso, wie ich Thriller liebe.

Alexandra Benedict konnte mich mit der Idee des Grimm Ripper ködern und für ihr Buch begeistern. Die Morde sind perfide, die Ermittler intelligent und authentisch und die Idee, dass ein Autor entführt wird und der Mörder die blutigen Taten nach dessen Regieanweisungen ausführt interessant. Die Autorin schreibt lebendig und absolut mitreißend! Jede Seite flog an mir vorbei und ich steckte tief in den Ermittlungen drin.

Bis, ja bis ca. zur Hälfte des Buches. Dann offenbarte sich langsam aber sicher, was hinter den Morden und dem Täter steckt. Leider muss ich gestehen, dass mich Alexandra Benedict dann verloren hat. Mir wurde die Handlung zu abstrus, zu verwirrend und auch zu durcheinander. Sie verlor mich in dem Moment, als sie das erste Mal von der Zahnfee schrieb. Statt einem packenden Thriller rutscht die Handlung für mich ins Unglaubwürdige ab. Zudem schien sich der Schreibstil zu ändern, denn ich fühlte mich lange nicht mehr so gut unterhalten, wie zu Beginn des Buches. Immer öfter musste ich zurück blättern, weil mir Zusammenhänge fehlten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.11.2025

KI und Klimakriese

2050 – Überleben hat einen Preis
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Die Klimakriese hat ihren Preis gefordert. Hunderte, tausende, hunderttausende Menschen sind gestorben, Millionen auf der Flucht und noch immer ist die Erde nicht fertig mit ihrer Rache an der Spezies ...

Die Klimakriese hat ihren Preis gefordert. Hunderte, tausende, hunderttausende Menschen sind gestorben, Millionen auf der Flucht und noch immer ist die Erde nicht fertig mit ihrer Rache an der Spezies Mensch. Zu viel wurde abgebaut, zu viel verbraucht, zu viel Schindluder mit Mutter Erde getrieben. Und der Preis war hoch. Sehr hoch. Jetzt, wo es fast zu spät ist, will sich die Welt endlich zusammen schließen und gegen den Klimawandel vorgehen und retten, was noch zu retten ist.
Ein schier aussichtsloser Kampf, den entweder eine KI oder ein ehemaliger Präsident bestreiten soll. Gewählt von der Weltbevölkerung, ausgestattet mit der gesamten Macht aller.

Das Cover zeigt eine Großstadt. Versunken in einem Sand- und Feuersturm, ist ein Überleben nicht mehr möglich. Das Ende ist nicht nah. Es ist da!
Dieses Bild, zusammen mit dem Klapptext haben mich zu dem Buch greifen lassen.

Thomas R. Weaver zeichnet ein Szenario, das mir unter die Haut geht. Er lässt jede Katastrophe vor meinem inneren Auge erscheinen, auf die wir tatsächlich zu steuern. Nur wann ist gerade die Frage, die der Autor für sich schon beantwortet hat. Nicht irgendwann, sondern 2050 sind schon Hunderttausende an den Folgen des Klimawandel und den selbst herbeigeführten Katastrophen gestorben. Über den ganzen Globus rasen nicht nur Naturgewalten, sondern auch die Trauer über die verstorbenen.
Endlich scheint es ein Einsehen zu geben! Die Menschheit schließt sich zusammen, um eine Art Weltenherrscher zu wählen, der die Kriese endlich beenden soll. Ein Weg in eine lebenswerte Zukunft muss gefunden werden! Zusammen! Für jeden und nicht nur für die Superreichen! Das alles zeigt Thomas R. Weaver schonungslos auf. Es macht mich wütend, das zu lesen!
Und doch konnte mich das Gelesenen nicht wirklich an das Buch fesseln. Mir war es einfach viel zu politisch. Die Ränkespiele, so durchdacht sie auch waren, ermüdeten mich. Ich hatte mit einem Aktion geladenen Endzeit-Thriller gerechnet und mich auch darauf gefreut. Leider wurde ich von Politik und dem ewigen Hin und Her, den Spielchen der Reichen und Mächtigen überrascht. Oder eher heimgesuchte, denn das haben wir auch jetzt schon.

Die Protagonisten sind Thomas R. Weaver authentisch gelungen. Ich konnte mich ohne Probleme in sie hineinversetzen und ihren Handlungen folgen. Wobei hier Können nicht gleich Wollen war. Ich liebte die Reisen und die Beobachtungen, wie sich die Welt verändert hat. Die Cocktailpartys und Diskussionen hingegen nicht.
Die Idee, die Weltherrschaft einer KI zu überlassen und sie gegen einen alternden US Präsidenten antreten zu lassen, hat mir sehr gut gefallen! Denn gerade jetzt, im Hinblick auf die albanische Ministerin Diella, die ebenfalls eine KI ist, scheint die Zukunftsmusik gar nicht mehr so weit entfernt zu sein. Und ja, ich bin in vielen Bereichen ein Befürworter, denn rein objektiv betrachtet, wird eine KI bessere Entscheidungen treffen. z.B. im Baugewerbe, ob dort ein Haus entstehen darf oder nicht; oder wenn es um Berechnungen der Statik oder der gleichen geht. Sobald jedoch ein emotionaler Aspekt hinzukommt, verliert die KI. Dieses ungleiche Gleichgewicht in einem Buch herauszuarbeiten ist dem Autor sehr gut gelungen, vor allem im Hinblick auf den teils korrupten Gegner. Mir macht es Freude, die Gedanken schweifen zu lassen und mir Szenarien auszudenken, zu erweitern und weiter zu spinnen.

So spannend das Thema auch ist; mich konnte der Autor leider nicht abholen.

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 26.08.2025

Vampire und Liebe

Pearls & Skulls, Band 1 - Unsterblich
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Paige wächst als Nachfolgerin des berüchtigten Motorradclubs in New Orleans auf. Als Frau muss sie doppelt hart sein, wie die Männer. Doppelt klug, doppelt brutal und doppelt so viele Vampire töten. Und ...

Paige wächst als Nachfolgerin des berüchtigten Motorradclubs in New Orleans auf. Als Frau muss sie doppelt hart sein, wie die Männer. Doppelt klug, doppelt brutal und doppelt so viele Vampire töten. Und Paige hasst die Blutsauger mit jeder Pore ihres Körpers, haben die Bestien ihr doch in jungen Jahren die Mutter geraubt.
Deswegen ist sie nicht nur schockiert sondern regelrecht angewidert, als ihr Vater ihr den Auftrag gibt, gemeinsam mit dem charismatischen Vampir Lavaughn eine gestohlene Perlenkette zurück zu bringen. Koste es, was es wolle.
Doch der Preis ist höher, als Paige und ihr Vater es sich in ihren schlimmsten Albträumen vorstellen konnten...

Das Cover zeigt ein kleines, tropfenförmiges Amulett, aus dem Blut rinnt. Das tiefdunkle Blut hebt sich gespenstisch von dem weißen Cover ab. Ich fühlte mich sofort zu dem Buch hingezogen und verspürte den Wunsch, es zu lesen.

Sandra Grauer hat einen netten und gut zu lesend Schreibstil. Sie entführt mich in die dunklen Gassen New Orleans; in dessen Hinterhöfe, den Musikklängen und der drückenden Hitze. Es gelang der Autorin wunderbar, mich in diese einzigartige Stadt zu locken und ich ging gerne mit.
Die Welt der Magischen, der Hexen, Vampire, Drachen und Co brachte sie mir auch näher. Ich fand die Idee gut, dass sie anfangs neben uns lebten und sich jetzt offenbarten. Leider fehlt mir hier die Verknüpfung zur realen Welt. Sandra Grauer schildert zwar, dass sich die magischen Wesen den Menschen gezeigt haben, wirklich merken konnte ich das jedoch nicht. Hier hätte ich mir eine wesentlich intensivere Ausarbeitung gewünscht und gut gefunden, um dem Buch mehr Tiefe und Glaubwürdigkeit zu schenken.

Die Geschichte zwischen der Bikerin Paige und dem Vampire Lavaughn fand ich interessant und stellenweise recht ermüdend und vorhersehbar. Ihre Kabbellein die anfangs von Misstrauen, später immer mehr von Anziehungskraft geprägt sind waren süß und doch fehlte mir das gewisse etwas. Mir persönlich war es nicht intensiv genug, wie wenn die Autorin mit angezogener Handbremse schreibt. Und dass sich etwas zwischen den beiden entwickelt, stand fest und amüsierte mich stellenweise.
Die Jagd nach dem Artefakt konnte mich leider auch nicht wirklich begeistern. Mir fehlte einfach Tiefe und unvorhersehbare Wendungen.

Alles in allem ein netter Auftakt, der sich zügig liest.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Pandemie

All Better Now
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Eine neue Pandemie rast um die Welt: Crown Royale
Alle, die von der Krankheit genesen sind, sind glücklich, zufrieden und denken nicht mehr an sich, sondern einzig an das Gemeinwohl. Die Wirtschaft liegt ...

Eine neue Pandemie rast um die Welt: Crown Royale
Alle, die von der Krankheit genesen sind, sind glücklich, zufrieden und denken nicht mehr an sich, sondern einzig an das Gemeinwohl. Die Wirtschaft liegt am Boden, die bisher nicht Erkrankten haben Panik sich anzustecken, eine geteilte Gesellschaft ist auf dem Vormarsch. Die Genesenen und die Nichtumschlungenen.

Mitten in diesem Trubel der Alpha-Spreader Ròn, Millionärssohn und Genesener und die gegen Crown Royale immune Mariel. Beide verlieben sich ineinander und wollen die Welt ein kleines Stückchen besser machen. Doch alles kommt anders, als die beiden sich ausgemalt haben.

Das Cover zeigt einen dicken, knallgelb leuchtenden, lächelnden Smiley, der mich förmlich anstrahlt und mit seiner guten Laune ansteckt. Die schlecht gelaunten Smileys verschwinden im Hintergrund. Ich finde das Coverbild interessant zu Titel und Inhalt des Buches gewählt.

Neal Shusterman hat einen interessanten, in meinen Augen gesellschaftskritischen Roman geschaffen. Oft zog ich gedanklich Parallelen zu der Corona Pandemie, wie es vermutlich auch beabsichtigt war. Und aus diesem Grund muss ich leider sagen, dass mich das Thema nicht wirklich abgeholt hat. Vieles ist noch nicht aufgearbeitet und jeder geht mit der Sache anders um. Vielleicht ist das Neal Shustermans Weg, Corona zu verarbeiten. Oder auch uns eine Möglichkeit zu geben, sich erneut damit auseinander zu setzen. Mich hat er jedenfalls nicht damit abgeholt.
Zu Beginn des Buches fand ich es noch ganz nett, von den Genesenen zu lesen, die die Welt plötzlich aus einem Wir-Gefühl heraus betrachten und nicht mehr als egoistisches Individuum. Und dann irritierte mich die Dummheit, als sie wie die Lemminge ins Wasser sprangen, um jemanden zu retten, auch wenn sie nicht schwimmen konnten. Selbstaufgabe ist nicht immer gut, was der Autor zum Glück auch offen kommuniziert.
In diesen Wirren werden die zwei Parteien gut vorgestellt, denn die Egoisten werden egoistischer und wollen ihr Hab und Gut schützen. Auch wenn ich das eigentlich nicht so sehe, sondern es als natürliche Ordnung betrachte. Ja, ich gab dem Gedankenspiel eine Chance und versuchte mich damit anzufreunden. Meins war es trotzdem nicht.

Die Protagonisten konnten mich leider nicht so überzeugen, wie sie es in anderen Büchern des Autors taten. Ròn und Mariel sind zwar durchaus interessant, aber in meinen Augen auch recht durchschnittlich; haben wenig Ecken und Kanten. Die Umwelt prägt sie und gibt ihnen viel vor, sich selber entwickeln, eine Richtung suchen und ihren Weg finden, bleibt leider für mich noch etwas auf der Strecker. Es kann natürlich sein, dass in Teil zwei die beiden als glänzende Lichtgestalten auferstehen. Bei Neal Shusterman ist alles möglich und dafür schätze ich ihn!

All better now ist leider nicht mein Buch. Das Thema hat mich nicht abgeholt und dem Gedankenspiel des Autors mochte ich nicht recht folgen.

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