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Veröffentlicht am 24.07.2018

Reise nach England

Familie und andere Trostpreise
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Das Buch "Familie und andere Trostpreise" ist der Debütroman von Autorin Martine McDonagh.

Sonny ist ein 21-jähriger, aussergewöhnlicher, Mann. Er hasst laute Geräusche, leisere Geräusche, wie zum Beispiel ...

Das Buch "Familie und andere Trostpreise" ist der Debütroman von Autorin Martine McDonagh.

Sonny ist ein 21-jähriger, aussergewöhnlicher, Mann. Er hasst laute Geräusche, leisere Geräusche, wie zum Beispiel Kussgeräusche, erwecken bei ihm den Wunsch, die Flucht zu ergreifen. Wenn Sonny von Fremden auf der Strasse angesprochen wird, findet er dies sehr suspekt. Dazu kommt noch eine Briefumschlagsphobie. Veränderungen, egal welcher Art, mag Sonny absolut nicht.
An seinem 21. Geburtstag erbt Sonny ein Vermögen und bekommt (oh Schreck!) fünf geheimnisvolle Briefe (natürlich in einem Briefumschlag).

So beginnt Sonnys Reise in die Vergangenheit. Er will die Geschichte erfahren, die mit seinen Eltern zu tun haben. Bisher hat Sonny bei seinem Vormund Thomas gemütlich, ohne jegliche Veränderung im Alltag, gelebt.
Sonny fliegt dafür nach England, was für ihn eine grosse Überwindung kostete. In England traf er die Menschen, die seinen Eltern nahe gestanden haben und ihm berichten können. Die Konfrontation kosten Sonny Überwindung und er ist nicht erpicht, seiner Vergangenheit zu nahe zu kommen.
Zu Ruth, eine Bekannte von der Mutter, bekommt Sonny einen guten Draht.
Was Sonny am Ende der Geschichte erfährt, ist happig. Aber Sonny kann die lehrreiche Erkenntnisse am Ende gut verarbeiten und in den letzten Zeilen fasst er seine Emotionen schön zusammen.

Die Geschichte ist im ICH Stil erzählt (Sonny an seine Mutter). Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zum Lesen, ist aber teilweise recht umschweifend.
Sonny, mit seinen Neurosen, wird anfangs sehr gut beschrieben und man ahnt, wie Sonny denkt und fühlt. Daher tut es dem Leser fast leid, was Sonny alles von der Vergangenheit erfährt.

Veröffentlicht am 23.07.2018

Achtsamer Ratgeber

Die Kunst, einfache Lösungen zu finden
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in guter, manchmal skurriler Ratgeber wie man seine Probleme lösen kann.

Das Buch "Die Kunst einfache Lösungen zu finden" von Christian Ankowitsch ist ein Augenöffner. Zunächst war ich skeptisch, was ...

in guter, manchmal skurriler Ratgeber wie man seine Probleme lösen kann.

Das Buch "Die Kunst einfache Lösungen zu finden" von Christian Ankowitsch ist ein Augenöffner. Zunächst war ich skeptisch, was ich oft gegenüber Sachbücher bin.
Aber ich war positiv überrascht..
Christian Ankowitsch fasst solide, aber alles andere als trocken, viele Studienergebnisse aus der wissenschaftliche Forschung humorvoll zu einem grossen Ganzen zusammen. Im Buch lernen wir viel über die zwischenmenschliche Beziehungen, wie Konflikte entstehen und diese können wir mit teilweisen einfachen Methoden aus dem Rhythmus bringen.
Es gibt in dem Buch Tipps, die wir eigentlich innerlich alle wissen, aber die uns wieder vor Augen geführt werden. Z.B "Stehen sie gerade, wenn sie sich sicherer fühlen wollen" oder "Lächeln=gute Stimmung.
Ob diese, teilweise skurrile, Tipps immer klappen, bleibt fraglich. Aber Gedankenanstösse bekommt man in diesem Buch auf jeden Fall!

Veröffentlicht am 15.10.2018

Glück mit Sauerteigbrot

Ca. 750 g Glück – Das kleine Buch über die große Lust sein eigenes Sauerteigbrot zu backen
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Das Buchcover ist schlicht gehalten, aber mit der roten Schrift sticht es einem trotzdem ins Auge.

Als ich das Buch begann zu lesen, war ich enttäuscht. Die ersten 60 Seiten werden geht es vor allem ...

Das Buchcover ist schlicht gehalten, aber mit der roten Schrift sticht es einem trotzdem ins Auge.

Als ich das Buch begann zu lesen, war ich enttäuscht. Die ersten 60 Seiten werden geht es vor allem darum, wie viel und welche Philosophie hinter dem Brotbacken steckt. Im Fokus steht Achtsamkeit und Zeit. Es wird aufgezeigt, was Achtsamkeit und Brotbacken verbindet und das viel Befriedigung es dem Bäcker verschafft, wenn man seinen eigenen Sauerteig hegt und pflegt. Der Ansatz Glück=Brot backen führt über die ersten 60 Seiten.
Dann wurde das Rezept präsentiert. Für mich als absolutem Sauerteigneuling blieben jedoch einige Fragen offen. Was mache ich mit dem Rest des Sauerteigansatzes? Was mit dem Rest des Anstellgutes? Für mich zuwenig genau!

Fazit: Wenn jemand sich mit Sauerteigbrot schon auskennt, ein schönes Rezeptbuch!

Veröffentlicht am 05.09.2018

Melancholisches Moskau

TEXT
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Ich habe den Autor Dmitry Glukhovsky bisher nicht gekannt und der Roman "Text" war für mich das erste Buch.

Im Glukhovsky`s Roman "Text" geht es um Ilja. Dieser sass sieben Jahre im Straflager. Als Ilja ...

Ich habe den Autor Dmitry Glukhovsky bisher nicht gekannt und der Roman "Text" war für mich das erste Buch.

Im Glukhovsky`s Roman "Text" geht es um Ilja. Dieser sass sieben Jahre im Straflager. Als Ilja wieder in die Freiheit kommt, ist nichts mehr wie es vor sieben Jahren war. Seine Mutter stirbt, wenige Tage vor seiner Entlassung, an einem Herzinfarkt und seine Freunde haben sich längst von ihm abgewandt. Ilja ist enttäuscht und ertränkt seine Frust im Alkohol. Ilja sucht in seiner Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit seinen Fahnder, Petja, der ihn vor sieben Jahren zu Unrecht hinter Gitter brachte und ersticht diesen im Affekt. Ilja nimmt das Handy von Petja an sich und entdeckt im Handy von Petja verstörende Spuren aus dessen Vergangenheit. Ilja beginnt, Nachrichten, die eigentlich an Petja gehen, zu beantworten und seine Identität verschmilzt immer mehr mit der jenes Mannes, die Ilja getötet hat.

Das Buch war recht melancholisch, trist und hoffnungslos. Weitere Themen sind Alkohol, Drogen und Illegales. Schmierige und käufliche Polizisten, leichte Mädchen und korrupter Staatsapparat. Es sind zu viele triste Themen auf einmal und das Herz für ein dieser Charaktere zu öffnen, wird unheimlich schwer. Mich hat das Buch regelrecht zermürbt. Das spricht, in gewisser Sicht, für die Fähigkeit des Autors, aber ein gegenteiliges Resultat wäre für das persönliche Lesevergnügen um einiges besser.

Veröffentlicht am 11.08.2018

RAF Thriller

Die letzte Terroristin
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Das Buchcover gefällt mir sehr gut. Das Bild in rot und weiss mit schwarzer Schrift ist gelungen und passend zum Buch.

Zum Inhalt des Buches:
Die Rote Armee Fraktion (RAF) hat vor zwanzig Jahren ihre ...

Das Buchcover gefällt mir sehr gut. Das Bild in rot und weiss mit schwarzer Schrift ist gelungen und passend zum Buch.

Zum Inhalt des Buches:
Die Rote Armee Fraktion (RAF) hat vor zwanzig Jahren ihre Selbstauflösung bekannt gegeben. Doch nur wenige Täter und Täterinnen sind in diesem Zeitabschnitt bekannt und verhaftet worden. (1985-1993). Da viele Geschmissen in dieser Zeit (Morde, Attentate) etc. noch unaufgeklärt sind, lässt dies viel Raum für Fiktionen.

Genau dieses hat der Autor, André Georgi im Buch "die letzte Terroristin" gemacht. Das Resultat ist teilweise verwirrend, da es so nahe an den tatsächlichen Ereignissen anbindet.

Der Schreibstil des Autors, finde ich, ist für dieses Genre ein sehr ungewöhnlicher Schreibstil. Teilweise ist dies totaler Sarkasmus, Ironie und auch ein bisschen Bösartigkeit. Teilweise hatte ich im Thriller das Gefühl, dass die Sätze zu kompliziert geraten sind.

Fazit: Ich wurde mit dem Buch nicht wirklich warm, aber wenn jemand über die RAF noch nicht Bescheid weiss, ist dieses Buch sicherlich empfehlenswert.