Clever konstruiert und nachvollziehbar, hilft nebenbei gegen Fernweh
Gefährlicher Lavendel (Ein-Leon-Ritter-Krimi 3)Frühling in der Provence. Die Eidechsen sonnen sich auf den Steinen, der alljährliche Blumenkorso steht bevor. Scheinbar nichts kann diese Idylle zerstören. Wäre da nicht der wochenlang ausbleibende Regen, ...
Frühling in der Provence. Die Eidechsen sonnen sich auf den Steinen, der alljährliche Blumenkorso steht bevor. Scheinbar nichts kann diese Idylle zerstören. Wäre da nicht der wochenlang ausbleibende Regen, der die Bewohner von La Lavandou zwingt, die Blumen für das Fest in Italien zu besorgen, der verschwundene Richter, die übel zugerichteten Leichen.. Dr. Leon Ritter, deutscher Rechtsmediziner, mittlerweile fast waschechter Südfranzose, ist in Gefährlicher Lavendel nun schon zum dritten Mal am Ermitteln.
Ich hatte vor Lesebeginn kleine Bedenken, da mich Krimireihen, die vielversprechend begonnen hatten, mit ihren Fortsetzungen in letzter Zeit etwas enttäuscht haben. Nicht so Remy Eyssen: Nach dem fulminanten ersten Teil Tödlicher Lavendel und dem tollen Nachfolger Schwarzer Lavendel, überzeugt mich Eyssen auch im dritten Band. Mit seinem Schreibstil fällt es sehr leicht, der Geschichte zu folgen, die Beschreibungen der Provence wecken einmal mehr Fernweh.
Auch in Gefährlicher Lavendel stehen die Ermittlungen wieder im Vordergrund, die Personen machen deshalb wenige Entwicklungen durch:
Isabelles Tochter Lilou macht ein paar Scherereien – ein Teenager halt. Schön, dass sie sich verhält wie viele anderen und ihre Grenzen austestet. Um dabei auch auf die Nase zu fallen.
Isabelle selbst muss herausfinden, wem sie mehr glaubt: ihrem Freund oder einer seiner Patientinnen?
Angesprochener Freund Leon Ritter hingegen merkt, dass er nicht unfehlbar ist, und keineswegs (immer) schlauer als die anderen. Sehr sympathisch, oft sind die Protagonisten zu perfekt und zu clever. Gefiel mir gut!
Mehr möchte ich auch gar nicht verraten, es sei nur so viel gesagt: Gefährlicher Lavendel ist definitiv lesenswert, vor allem als Krimi, aber auch als Mittel gegen Fernweh. Clever konstruiert, nachvollziehbar und manchmal etwas brutal in den Beschreibungen, wobei bei letzterem wahrscheinlich lediglich die Realität wiedergegeben wird. Und die ist nun mal oft brutal.
Vier Sterne für diesen tollen Krimi!