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Veröffentlicht am 08.10.2018

Fesselnde Geschichte aber nichts für schwache Nerven

Als das Leben unsere Träume fand
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Zum Inhalt:

Die drei jungen Menschen Raechel, Rosetta und Rocco fliehen vor einem grausamen Leben in ihrer Heimat und machen sich auf den Weg in die neue Welt nach Argentinien. Im Gepäck haben sie viele ...

Zum Inhalt:

Die drei jungen Menschen Raechel, Rosetta und Rocco fliehen vor einem grausamen Leben in ihrer Heimat und machen sich auf den Weg in die neue Welt nach Argentinien. Im Gepäck haben sie viele Hoffnungen und den Traum von einer besseren, selbstbestimmten Zukunft. Schon bald müssen sie aber feststellen, dass „die neue Welt gar nicht neu ist“, sondern auch hier Regeln, Hierarchien und Vorurteile gelten. Der Weg zur Verwirklichung ihrer Träume ist für die drei jungen Menschen hart und steinig und stellt sie immer wieder vor schier unüberwindliche Herausforderungen.

Meine Meinung:

Luca die Fulvio ist ein großartiger Erzähler. Er entführt den Leser in die neue Welt (Argentinien) zu Beginn des 20. Jahrhunderts, mit all ihren Versprechungen auf ein besseres Leben.
Diesem Ruf folgen auch die drei überaus sympathischen Protagonisten. Zu viel möchte ich über die drei gar nicht schreiben, um nicht zu spoilern.

Raechel ist eine 13jährige Jüdin, die nach dem Tod des Vaters vor einer schrecklichen Zukunft mit der Stiefmutter aus Russland flieht und schnell lernen muss erwachsen zu werden. Raechel war mir von Anfang an sehr sympathisch und ihr Schicksal hat mich sehr mitgenommen. Sie ist ein unglaublich intelligentes, starkes und mutiges Mädchen. Manchmal wirkte sie mir allerdings zu erwachsen für ihr Alter.

Rosetta flieht aus Sizilien vor Demütigungen, Vergewaltigungen und einem psychopatischen Baron, der ihr nicht nur das Land sondern auch das Leben nehmen will. Rosetta ist stark und mutig. Sie wünscht sich ein selbstbestimmtes Leben, in dem Frauen genauso viel Wert sind wie Männer und nicht wie Tiere behandelt werden. Trotz allem was sie erlebt hat, hat sie den Glauben an das Gute und Gerechtigkeit nicht verloren und setzt sich selbstlos und mit viel Mitgefühl für andere Frauen ein.

Rocco weigert sich wie seine Vorfahren der sizilianischen Mafia beizutreten und flieht vor ihr und seiner Vergangenheit. Rocco war für mich zunächst etwas blass im Vergleich zu den beiden Frauen, wurde mir im Lauf der Geschichte aber immer sympathischer. Er hält an seinem Traum Mechaniker ohne die Hilfe der Mafia zu werden fest und bleibt sich selbst und seinen Werten treu.

Die drei Erzählstränge (einer für jeden Protagonisten) laufen nebeneinander her und treffen hier und da zusammen, was einen besonderen Reiz der Geschichte ausmacht.

Di Fulvios Schreibstil ist so flüssig, bildhaft und spannend, dass man nur so durch die Seiten fliegt. Leider brauchte ich trotzdem immer mal wieder eine Pause, um die Geschichte zu verarbeiten. Die Grausamkeiten und die Gewalt, die in nahezu jedem Kapitel beschrieben werden, sind sicherlich nichts für schwache Nerven. Insbesondere wie die Kinder behandelt werden hat mich sehr bestürzt. Sicher, so oder ähnlich war es vermutlich wirklich, aber muss man dies alles so detailreich beschreiben? Hier hätten mir oft oberflächliche Andeutungen genügt und einige Szenen hätte man auch weglassen können, ohne der Geschichte zu schaden. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass der Autor von Szene zu Szene nochmal einen draufsetzen musste und es somit immer grausamer wurde.

Am Ende der Geschichte hatte ich den Eindruck, dass der Autor schnell fertig werden musste. Es kam viel zu schnell und nach allem was vorher geschehen war wirkte es doch etwas unrealistisch. Mehr möchte ich hierzu wegen der Spoilergefahr aber nicht verraten.

Fazit:

Luca die Fulvio ist ein meisterhafter Roman gelungen, der den Leser in seinen Bann zieht und mit den drei sehr sympathischen Charakteren mitfiebern lässt.

Leider kommt fast kein Kapitel ohne sehr grausame Gewaltszenen aus, die in vielen Details beschrieben werden. Dies hat für mich den Lesegenuß extrem geschmälert. Auch gibt es innerhalb der Geschichte einige Unstimmigkeiten, die aber nicht weiter stören, wenn man das Ganze nicht zu sehr hinterfragt.

Daher gibt es von mir leider nur drei Sterne.

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  • Emotionalität
  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Spannung
Veröffentlicht am 19.08.2018

Nette Unterhaltung mit einigen Längen

Cathys Traum
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Cathy und Tom haben einen gemeinsamen Traum: Sie wollen den besten Catering Service Irlands aufbauen. Beide arbeiten hart für diesen Traum und lassen sich auch von Rückschlägen nicht davon abbringen.

Der ...

Cathy und Tom haben einen gemeinsamen Traum: Sie wollen den besten Catering Service Irlands aufbauen. Beide arbeiten hart für diesen Traum und lassen sich auch von Rückschlägen nicht davon abbringen.

Der Roman ist nett geschrieben und lässt sich gut lesen. Zwischendurch gab es für mich immer mal wieder ein paar Längen und Wiederholungen, die die Geschichte streckten, aber nicht wirklich voran brachten.

Die zwei Protagonisten Cathy und Tom waren mir sehr sympathisch. Es war toll zu lesen, wie sehr sie sich für ihren Traum einsetzen und wirklich nichts unversucht lassen, um ihre Firma zum Erfolg zu bringen. Für keinen Auftrag sind sie sich zu schade und oft bieten sie ihren Kunden mehr als nur einen schlichten Catering Service. So retten sie so manche Feier und verleihen ihren Kunden den Glanz eines wunderbaren Gastgebers.

Interessant sind auch die Beziehungen der Beiden. Cathy ist mit Nick, einem erfolgreichen aber für sie leider unzuverlässigen Anwalt verheiratet, dessen Mutter sie nie akzeptiert hat. Während Toms Freundin nur auf Ihr Aussehen bedacht ist und von einer Modelkariere träumt. Man merkt bald, dass beide Beziehungen nicht wirklich passen und wünscht sich das Offensichtliche - das Cathy und Tom ein Paar werden.

Fazit:
Der Roman war nett für Zwischendurch, konnte mich aber nicht so richtig mitreißen. Die Handlung blieb mir zu oft an der Oberfläche.

Veröffentlicht am 27.12.2025

Sex, Dämonenkämpfe und ein perfider Plan

Velvet Falls, but the Gods forgot to die (Velvet-Dilogie 1)
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Dämonenreiterin Velvet verdient ihren Lebensunterhalt damit, für die Gilde Dämonen aufzuspüren und zu töten. Als sie von düsteren Visionen heimgesucht wird, benötigt sie ausgerechnet die Hilfe ihres ...



Dämonenreiterin Velvet verdient ihren Lebensunterhalt damit, für die Gilde Dämonen aufzuspüren und zu töten. Als sie von düsteren Visionen heimgesucht wird, benötigt sie ausgerechnet die Hilfe ihres Ex-Freundes Kash, um die Welt vor dem Untergang zu retten. Allerdings ahnt sie nicht, dass dies alles Teil eines perfiden Plans ist…

Velvet Falls ist der erste Band einer Dilogie, deren zweiter Band voraussichtlich im Herbst 2026 erscheinen wird.
Das optische Erscheinungsbild des Buches ist wunderbar. Der Umschlag, das Hardcover, Vor- und Nachsatz haben mir außerordentlich gut gefallen.

Der Schreibstil ist mitreißend, spannend und durch die immer wieder wechselnde Perspektive zwischen Vel und Kash bleibt der Spannungsbogen bis zum Schluss erhalten, insbesondere da das Geheimnis um Vels Schicksal erst ganz am Ende etwas gelüftet wird. Die Wortwahl hat mich allerdings oft abgestoßen, da sie mir zu vulgär war.
Außerdem dreht sich die Geschichte für meinen Geschmack eindeutig zu viel um Sex und Gewalt. Sex oder sexuelle Andeutungen kommen auf gefühlt jeder zweiten Seite vor und wenn nicht das, dann bestimmt Gewalt das Geschehen. Da ist kaum Platz für eine Entwicklung der Charaktere und dafür eine Verbindung zu ihnen aufzubauen. Spicy Szenen finde ich durchaus nicht schlecht, sie sollten aber die Handlung und Entwicklung der Charaktere unterstützen und nicht wie hier die eigentliche Geschichte überlagern.
Die zwei Hauptcharaktere Vel und Kash bleiben bis zum Ende für mich oberflächlich und triebgesteuert und konnten mich nicht wirklich überzeugen. Hin und wieder blitzt in Rückblenden die alte Vel durch, die mir sehr sympathisch erscheint, sich aber durch die Geschehnisse in eine eiskalte, durch reinen Überlebensdrang geprägte Dämonenkillerin verwandelt hat. Kash ist der Inbegriff eines undurchsichtigen, knallharten Mafiabosses, der es bis zum Ende nicht schafft Vel gegenüber seine Karten auf den Tisch zu legen, auch wenn er durchaus seine Gefühle für sie durchblicken lässt.

Der Roman endet mit einem wirklich fiesen Cliffhanger und der macht es fast unmöglich, den zweiten Teil - trotz aller Kritikpunkte - nicht lesen zu wollen.

Fazit:
Velvet falls ist ein Roman mit einer guten Idee und einem tollen Schreibstil. Leider war die Wortwahl nicht so mein Fall und die eigentliche Handlung wird viel zu sehr von sexuellen Anspielungen und Gewaltszenen überlagert.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Mobbing aus zwei Blickwinkeln

Nachklang der Hoffnung
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Nachklang der Hoffnung erzählt die Geschichte von zwei Jugendlichen Marlon und Alenia, die jeder auf seine Art zu kämpfen haben. Kapitelweise abwechselnd wird die Geschichte von Marlon und Alenia erzählt, ...

Nachklang der Hoffnung erzählt die Geschichte von zwei Jugendlichen Marlon und Alenia, die jeder auf seine Art zu kämpfen haben. Kapitelweise abwechselnd wird die Geschichte von Marlon und Alenia erzählt, wobei die zwei Handlungsstränge unabhängig voneinander sind und die zwei Personen bis auf ein paar kurze Kontakte in einem Chat nichts miteinander zu tun haben.

Alenia ist eine nette, zuverlässige Person, die sich für ihre Familie aufreibt und sich für Alles und Jeden verantwortlich fühlt. Da ihre Familie arm ist, wird sie in der Schule auf üble Weise gemobbt. Zuflucht findet sie nur bei ihrer Trompete, die sie über alles liebt. Sie geht in ihrem Hobby auf und setzt alles daran, erfolgreich zu sein. Schön fand ich Alenias Entwicklung in dem Roman. Sie lernt für sich und ihre Träume einzustehen und wächst über sich selbst hinaus. Dabei bleibt sie immer empathisch und zielstrebig.

Marlon hingegen hat mich unheimlich aufgeregt. Er ist das verwöhnte Einzelkind einer reichen, aber immer viel arbeitenden Mutter. Im elitären Musikinternat ist er als Externer ein Außenseiter, der sich aber auch nicht wirklich bemüht, auf Andere zuzugehen. Er ist immer der Meinung, die Anderen sind an seiner Misere schuld und die Anderen müssten doch auf ihn zukommen und seine Probleme lösen. Auf mich wirkte er unheimlich egoistisch, naiv und unreif. Seine Gedanken waren so sehr von Neid und Missgunst geprägt, dass er mir am Ende auch nicht wirklich Leid tun konnte. Gar nicht gefallen haben mir die vielen sexuellen Anspielungen und Passagen, die ich für Marlons Alter sehr unpassend empfand.

Da sowohl Alenia als auch Marlon ein Blasinstrument spielen, wurden viele musikalische Feinheiten und Begriffe im Roman verwendet, die von nicht (Blas-)Musikern eher schwer nachzuvollziehen sind. Das hätte es für die Geschichte nicht gebraucht.

Der Farbschnitt des Romans hat mir gut gefallen, da man je nachdem wie man das Buch hält, eine Klarinette oder eine Trompete erkennen kann. Eine schöne Idee!

Leider konnte mich das Buch aber nicht wirklich überzeugen. Alenias Geschichte fand ich wesentlich ansprechender und überzeugender, als Marlons. Etwas schade war, dass die beiden Geschichten unabhängig voneinander, nebeneinander herlaufen und eigentlich nichts miteinander zu tun haben.

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Veröffentlicht am 03.05.2024

Vorhersehbare Liebesgeschichte mit unspektakulären Charakteren

Die Telefonistinnen - Stunden des Glücks
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Köln, 1948: der Krieg ist vorbei, aber die Bevölkerung leidet immer noch unter den Nachwirkungen. So langsam geht es aber aufwärts. Auch für Gisela, die sich mit ihrem 12jährigen Sohn Peter allein durchschlagen ...

Köln, 1948: der Krieg ist vorbei, aber die Bevölkerung leidet immer noch unter den Nachwirkungen. So langsam geht es aber aufwärts. Auch für Gisela, die sich mit ihrem 12jährigen Sohn Peter allein durchschlagen muss, seitdem ihr Mann einberufen wurde. Als Telefonistin arbeitet sie zusammen mit ihrer Freundin Hanni in einer großen Versicherung.

Dies ist der erste Band einer dreiteiligen Reihe über vier Frauen im Köln der Nachkriegszeit, die gemeinsam in einer großen Versicherung als Telefonistinnen arbeiten.

Nachdem ich die ersten Seiten des Romans gelesen hatte, habe ich mich auf die Geschichte einer starken Frau gefreut, die es schafft, sich nach dem Krieg wieder ein gutes Leben aufzubauen. Gerne hätte ich Gisela auf diesem Weg begleitet und anfangs war sie mir auch sehr sympathisch.

Leider tritt der Roman über viele Kapitel auf der Stelle, es geschieht gefühlt nichts. Giselas Geschichte dümpelt vor sich hin und auch von ihrer Arbeit als Telefonistin erfährt man eigentlich relativ wenig. Dafür umso mehr von ihrer teenagerhaften Schwärmerei für den Finanzchef der Firma. Hier wandelte sich Gisela für mich von der starken Frau, die die Kriegszeiten allein mit ihrem Kind gemeistert hat, zu einem hormongesteuerten Teenager. Wie sie den Finanzchef bei jeder Gelegenheit angeschmachtet hat, war schwer zu ertragen und irgendwann ging sie mir nur noch auf die Nerven.

Giselas Freundin Hanni wirkte da auf mich schon etwas realistischer. Sie versucht ihrem tyrannischen Vater zu entkommen und näht nachts in einem Kellerraum wunderbare Kleidungsstücke. Ob sie ihren großen Traum von einer Arbeit als Schneiderin erfüllen kann bleibt offen. Dies ist vielleicht dann Thema in einem Folgeband.

Erna, die Rezeptionistin, ist ein richtiges kölner Urgestein und die Klatschzentrale der Firma. Sie lockert die doch recht eintönige Geschichte immer mal wieder auf und brachte mich zum Schmunzeln. Für mich war sie noch der farbigste Charakter der Geschichte.

Von den zwei „neuen“, Julia und Charlotte, erfährt man nicht viel. Das hat sich die Autorin wohl für die nächsten Bände der Reihe aufgehoben.

Leider wirken die Figuren in diesem Roman auf mich hölzern und farblos. Richtig warm geworden bin ich mit ihnen und der Geschichte nicht. Auch die Dialoge waren oft sehr bemüht und gewollt. Da halfen auch die übertrieben vielen, bildhaften Vergleiche nichts, die mich aufgrund ihrer Masse dann eher störten.

Wirklich mitgerissen hat mich die Geschichte nicht und es kam auch keine Spannung auf. Daran konnte auch ein dramatischer Schicksalsschlag gegen Ende des Buches nichts ändern, der auf mich sehr konstruiert wirkte und wohl nur als Sprungbrett für Giselas Liebesleben dienen sollte. Schade, auch hieraus hätte man mehr machen können.

Fazit:
Ich hatte hier die Geschichte einer starken, mutigen, selbständigen Frau erwartet und bin daher sehr enttäuscht, dass es eher eine seichte, vorhersehbare Liebesgeschichte gab. Die Charaktere empfand ich flach und farblos und die Handlung vorhersehbar und langweilig. Die Folgebände werde ich daher sicherlich nicht lesen.

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