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Ritja

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.08.2018

Passt.

Trotzkis Narr
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Endlich mal wieder Kommissar Berndorf. Eigentlich ja Ex-Kommissar Berndorf und nun Detektiv Berndorf, aber so richtig will das noch nicht passen. Ich kenne Berndorf noch als mürrischen, eigenwilligen ...

Endlich mal wieder Kommissar Berndorf. Eigentlich ja Ex-Kommissar Berndorf und nun Detektiv Berndorf, aber so richtig will das noch nicht passen. Ich kenne Berndorf noch als mürrischen, eigenwilligen Kommissar, der seine Kollegen gern im Dunkeln ließ. Regeln, Vorgaben und Richtlinien waren für ihn quasi nicht vorhanden.
Jetzt als Detektiv schnüffelt er auch wieder mit Vorliebe zwischen den Zeilen und findet so manchen Hinweis schneller als der Polizei liebt ist. Seine Art mit den Menschen umzugehen, ist zwar speziell, jedoch auch wirksam. Und mit der Unterstützung von Tamar Wegenast kann er seine Informationen meistens vor der ermittelnden Polizei/Staatsanwaltschaft abholen.

Ulrich Ritzel schreibt wie gehabt sehr gut und schafft es seine verschiedenen Handlungsstränge geschickt zu verbinden und eine interessante Geschichte daraus zu weben. Das Thema ist, wie bei fast allen Ritzel-Krimi, sehr nah an der Realität, so auch hier die Verquickung von Politik und Wirtschaft. Die Machtstellung einzelner Personen, die diese für sich nutzen und ihre Vorteile dabei herausziehen. Und der immer größer werdende Kreis der Verdächtigen und Mitwisser.

Es ist vom Vorteil, wenn man die vorherigen Ritzelbücher kennt und somit auch den Ex-Kommissar. Es lässt sich dann leichter in die Geschichte einsteigen und so manche Nebenbemerkung hat dann eine andere Wirkung. Ulrich Ritzel löst nicht alles auf. Manches lässt er offen und den Leser dadurch mit einer Frage zurück. Vielleicht wird die Frage in dem nächsten Fall von Berndorf wieder aufgegriffen.

Veröffentlicht am 20.08.2018

Lesenswerte Geschichte

Das rote Adressbuch
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Ich hatte mich schon lange auf dieses Buch gefreut und es hat mich nicht enttäuscht. Es ist eine wunderbare Geschichte über eine ältere Dame, die ein bewegtes Leben hatte und nun am Ende ihres Lebens alles ...

Ich hatte mich schon lange auf dieses Buch gefreut und es hat mich nicht enttäuscht. Es ist eine wunderbare Geschichte über eine ältere Dame, die ein bewegtes Leben hatte und nun am Ende ihres Lebens alles noch einmal Review passieren lässt. Sie möchte nicht, dass die Menschen, die ihr etwas bedeutet haben, vergessen werden und sie möchte ihrer Nichte etwas zurücklassen, wenn sie stirbt.

Doris erzählt anhand ihres Adressbuches von den Stationen in ihrem Leben und warum hinter jedem Namen steht das Wörtchen TOT steht. Welche Bedeutung hatten sie in ihrem Leben, welchen Einfluss hatten sie und warum ist Doris jetzt allein in einer schwedischen Wohnung ohne Familie und ohne Freunde?

Das Leben von Doris ist erstaunlich, bunt, laut, entbehrungsreich, traurig und hart und mit einer großen Liebe. Sofia Lundberg packt alles in diese wunderbare Geschichte und sie trifftet nie ins kitschige oder rührselige ab. Sie zeigt die Schattenseiten des Lebens genauso offen wie die Sonnenseiten. Sie lässt Doris tief sinken und nicht mehr ganz so hoch aufsteigen. Es gibt viele Narben, Wut, Tränen und Angst und genauso viele schöne Erlebnisse und Glück.

Mir hat der trockene und ironische Humor von Doris gefallen, die Art, wie sie mit der Situation umgeht und wie sie den Stier (das Leben) stets an den Hörnern gepackt hat. Sie hat sich nicht aufgegeben und immer nach vorn geschaut. Der Schreibstil von Sofia Lundberg machte es leicht das Buch zu lesen und in die verschiedenen Lebenstationen von Doris abzutauchen.

Für mich war es eines der Lesehighlights des Jahres.

Veröffentlicht am 18.07.2018

Der magische vierte Band

Kuschelflosse - Die mächtig magische Glitzerbohne
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Noch einmal Kind sein und einfach nur zuhören und abschalten.
Mit Kuschelflosse, Sebi, Herrn Kofferfisch und Emmi klappt dies wunderbar. Ich habe mich auf den vierten Band sehr gefreut und bin direkt ...

Noch einmal Kind sein und einfach nur zuhören und abschalten.
Mit Kuschelflosse, Sebi, Herrn Kofferfisch und Emmi klappt dies wunderbar. Ich habe mich auf den vierten Band sehr gefreut und bin direkt mit den vier Unterwasserfreunden abgetaucht. Diesmal verstecken sich die kleinen Abenteuer in Aufgaben, die es zu lösen gilt. Die Pflanze mit den Aufgabenblättern hat mich an die Geschichte von Rainhard Lakomy "Der Traumzauberbaum" erinnert. Dort gab es die Geschichtenlieder und hier gibt es spannende Aufgaben, die nur gemeinsam zu schaffen sind.

Die Abenteuer sind spannend, aber auch unterhaltsam und witzig und nie zu lang. Das Hörbuch ist in kleine Kapitel eingeteilt, so dass man die Geschichte gut zwischendurch stoppen kann.

Ralf Schmitz hat auch diesmal wieder alles gegeben und die vier Unterwasserfreunde und die neuen Charaktere toll gesprochen. Was mir ebenfalls gut gefallen hat, war die Musik und die vielen kleinen und großen, leisen und lauten Geräusche, die die Aktionen der Figuren gut unterstrichen haben.

Es war wieder sehr unterhaltsam, kurzweilig und mit den charmanten Charakteren möchte man direkt in den nächsten Band schwimmen.

Veröffentlicht am 22.06.2018

Ein starkes Buch

Zwei bemerkenswerte Frauen
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Ein tolles Buch. Es lässt sich so leicht lesen und bindet den Leser mit einer einfachen und interessanten Geschichte an die Seiten, dass man das Buch nicht aus der Hand legen will. Erst recht nicht, wenn ...

Ein tolles Buch. Es lässt sich so leicht lesen und bindet den Leser mit einer einfachen und interessanten Geschichte an die Seiten, dass man das Buch nicht aus der Hand legen will. Erst recht nicht, wenn es noch in diesem tollen kleinen (Handtaschen-)format ist.

Ich interessiere mich nicht für Fossilien und lese auch nur selten historische Bücher, aber diese Geschichte hat es mir angetan. Zwei Frauen, aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, die das gleiche Hobby betreiben und damit auch recht erfolgreich werden. Leider sind ihre Erfolge, bis heute, wenig bekannt. Denn diese Frauen gab es wirklich. Es ist also auch eine kleine Biografie über Mary Annings und Elisabeth Philpot.

Tracy Chevalier beschreibt ihre Hauptcharaktere so liebevoll und detailliert, dass man sie sich sofort bildlich vorstellen kann. Auch die gesellschaftlichen Normen und Werte werden sehr gut dargestellt, so dass dem Leser auch schnell bewußt wird, warum diese beiden Fossiliensammlerinnen es so schwer haben. Während für Elisabeth Philpot anfangs das Sammeln von Fossilien eher ein Freizeitspaß war, musste Mary Annings damit eine kleine Familie ernähren. Doch bei beiden bricht schon bald eine Leidenschaft aus, die einen mitnimmt. Und schon ist man selbst im "Dinofieber" und buddelt und kratzt mit.

Interessant fand ich das Ringen der einzelnen Personen mit ihrem Weltbild. Die Religion spielte zu dieser Zeit eine große Rolle und die Kirche hatte einen großen Einfluss auf das Leben und Denken der Menschen. Doch nun wurden Knochen von ausgestorbenen Tieren gefunden. Wie passt das mit dem Weltbild zusammen? Lange haben sich die verschiedenen Gruppen und Forscher gewehrt, dass Gott Tiere erschafft, um sie wieder aussterben zu lassen. Doch mit jedem weiteren Fund müssen sie ihre Ansichten ändern und anpassen.
Diesen Prozess zu verfolgen, fand ich spannend und auch von Tracy Chevalier gut beschrieben.

Die Geschichte ist also keine ganz so detaillgenaue Biografie oder ein Kapitel aus dem Geschichtsbuch, aber auch keine so richtige Liebesgeschichte (was ich gut fand).

Dafür ist es eine rundum gelungene Geschichte über zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die jedoch eine gemeinsame Leidenschaft haben und deshalb so manche Konvention ignorieren, um gemeinsam etwas zu erreichen.

Veröffentlicht am 10.06.2018

Spannend und der bisher beste Fall

Die Strömung
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Vorweg, wer das Buch lesen möchte, sollte unbedingt die ersten beiden Bücher lesen, da sich das Autorenpaar immer wieder auf die Vergangenheit der Hauptcharaktere bezieht. Die eigentlichen Fälle sind ...


Vorweg, wer das Buch lesen möchte, sollte unbedingt die ersten beiden Bücher lesen, da sich das Autorenpaar immer wieder auf die Vergangenheit der Hauptcharaktere bezieht. Die eigentlichen Fälle sind einzelne und abgeschlossene Geschichten, die Figuren wie Tom Stilton, Olivia Rönning und Mette Olsäter werden jedoch immer komplexer und ausgereifter. Die symphatischen und sehr gut entwickelten Charaktere machen die Geschichte so spannend und interessant. Mittlerweile kann man sich sehr schnell in sie hineinersetzen und mitfühlen. Man bekommt immer mehr das Gefühl, sie zu kennen.

Der Fall selbst ist diesmal sehr beklemmend und sehr aktuell. Kinder werden ermordet und die verzweifelte Suche nach dem Täter beginnt. Die Suche deckt den schwedischen Rassismus und den aufkeimenden Rechtsextremismus auf und zeigt, wie sehr es unter der Oberfläche brodelt. Das Autorenpaar baut zuden "echte" Ereignisse und Namen mit ein. Dadurch wirkt die Geschichte noch realer, noch greifbarer und beklemmender. Auch diesmal werden mehrere Handlungsstränge (ein alter und ein neuer Fall) nach und nach miteinander verbunden. Die Spannung bleibt durch die gesamte Geschichte konstant erhalten und durch den sehr guten flüssigen Schreibstil kann man das Buch kaum aus der Hand legen.

Für mich gibt es endlich wieder eine schwedische Krimi-Serie, die sich sehr gut lesen lässt und spannende Fälle beinhaltet. Der dritte Fall von Cilla & Rolf Börjlind war für mich bisher der interessanteste und beste Fall aus ihrer Serie.