Profilbild von danielamariaursula

danielamariaursula

Lesejury Star
offline

danielamariaursula ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit danielamariaursula über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.08.2018

Spannung auf dem Reiterhof

Drei Pferdefreundinnen - Filmpferd in Not
0

Mila ist mit ihren Eltern gerade vom Land auf die Stadt gezogen und die Reitstundenpreise in der Stadt können sie sich nicht leisten. Wie gut, daß die Inhaberin ihres alten Reitstalls als Praktikantin ...

Mila ist mit ihren Eltern gerade vom Land auf die Stadt gezogen und die Reitstundenpreise in der Stadt können sie sich nicht leisten. Wie gut, daß die Inhaberin ihres alten Reitstalls als Praktikantin an das renommierte Gestüt Casparon vermittelt hat. Dort hofft sie nicht nur noch viel zu lernen, sondern für tatkräftige Unterstützung darf sie auch umsonst reiten. Die Pferdemädchen des Gestüts Nelly und Kata sind ihr auf Anhieb sympathisch und der Hof ist einfach toll. Sogar die Pferde der Tierfilmschule, die oft bei Dreharbeiten in den benachbarten Filmstudios eingesetzt werden, sind dort untergebracht. Allerdings gerät Mila schon bald mit Leo, dem Sohn des Leiters der Tierfilmschule wegen des Hengstes Rashun aneinander. Warum befindet sich Rashun in einer abgedunkelten Box abseits. Ist er wirklich so gefährlich und verstört? Was verbirgt der unnahbare Gutsverwalter Ansgar? Mila riskiert bei ihrem Einsatz für artgerechte Tierhaltung eine Menge, auch die Sympathien ihrer neuen Freundinnen. Ist es das wert? Kann sie was erreichen?

Der Einstieg in die Geschichte gelingt sehr gut, man kann sehr gut mit der armen Mila mitfühlen, die alles richtig machen will, aber einfach die Wege und Entfernungen in der Stadt unterschätzt. Keine perfekte Heldin, sondern ein ganz normales Pferdemädchen, aber eines voller Elan und Überzeugungen, wenn es um das Wohl der Tiere geht. Noch bleiben im ersten Band Nelly und Kata etwas blass. Ihre große Stunde wird voraussichtlich in den nachfolgenden Bänden schlagen, in diesem Abenteuer steht eindeutig die „Neue“ Mila im Mittelpunkt. Wahrscheinlich macht sich hier auch die Kürzung der Geschichte für die Hörbuchfassung bemerkbar. Langsam lernt mal alle wichtigen Personen auf dem Gestüt kennen, wenn auch erst behutsam, um das Augenmerk nicht von dem eigentlichen Problem abzuwenden, mit dem Mila sich beschäftigt. Dennoch kann ich sagen, daß Saskia, Nellys ältere Schwester, für einen originellen Touch sorgt. Sie ist kein Pferdemädchen im eigentlichen Sinne mehr, sondern Influencerin, die nur noch überlegt, wie sie für ihre Follower im Netz Pferdeschnickschnack besonders ansprechend präsentieren kann. So ist sie stets perfekt gestyled, um jederzeit ein eindrucksvolles Selfie schießen zu können. Da können doch echte Pferdemädchen nur mit den Augen rollen! Ohne spoilern zu wollen, aber die hier offengelegten Missstände, waren mir so noch nicht bekannt.

Wie auch Mila liegt auch Autorin Antje Szillat, die artgerechte Haltung und ein liebevoll-respektvoller Umgang mit Pferden sehr am Herzen. Sie ist ebenso wie ihre Töchter passionierte Vollblutreiterin und so bin ich zuversichtlich, daß auch in den kommenden Bänden die Mädels gemeinsam mit Leo weitere „Schweinereien“ in der Welt der Reitställe und Pferde aufdecken werden. Ich bin gespannt, welche mögliche Verbrechen noch auf uns zukommen werden.

Leonie Landa, Jahrgang 1994 hat eine passend junge Stimme, der ich gerne zugehört habe. Sie spricht mit ihrer Stimme, ohne die einzelnen Charaktere herauszuarbeiten. Das ist mir allerdings deutlich lieber, als künstlich verstellte Stimmen, die auch deutlich verstellt klingen. Insofern finde ich sie eine gute Wahl.

Veröffentlicht am 07.08.2018

Ist es wirklich ein Traum Prinzessin zu sein, oder ein Albtraum?

Prinzessin undercover - Geheimnisse
0

Eleanor Woolfson, genannt Ellie ist die Prinzessin von einer kleinen alten Monarchie. Bisher ist sie öffentlich nicht in Erscheinung getreten und das möchte sie vorerst auch vermeiden, sie liebt es „normal“ ...

Eleanor Woolfson, genannt Ellie ist die Prinzessin von einer kleinen alten Monarchie. Bisher ist sie öffentlich nicht in Erscheinung getreten und das möchte sie vorerst auch vermeiden, sie liebt es „normal“ zu sein, wild, frei und rebellisch. Daher setzt sie ihren Willen durch und bricht mit der Familientradition das Internat E. zu besuchen, wo man sie perfekt schützen könnte, es um ihre Anonymität jedoch geschehen wäre. Sie entscheidet sich das Internat Rosewood inkognito zu besuchen, lediglich von ihrem mit ihr aufgewachsenen, gleichaltrigen Beschützer (Partist) Jamie begleitet.
Charlotte (genannt Lottie) Pumpkin hingegen, träumt wie ihre verstorbene Mutter davon eine Prinzessin zu sein. Zu ihrem 7. Geburtstag bekam sie ein Diadem geschenkt und sie setzt all ihren Ehrgeiz daran den Traum ihrer Mutter zu erfüllen und ein Stipendium für das Elite-Internat Rosewood zu ergattern. Auf Rosewood werden die zwei Mädchen die ungleicher nicht sein könnten, Freundinnen. Als Lottie Ellie offenbart, welche seltsame Drohungen und „Geschenke“ sie seit ihrer Ankunft im Internat erhält, legt Ellie ihre wahre Identität offen, es ist klar, daß jemand Ellie nach dem Leben trachtet, aber nicht weiß, wer die wahre Prinzessin ist. Mutig und mit vereinten Kräften versuchen Ellie, Lottie und Jamie den Komplott aufzudecken und die Gefahr für Ellie zu bannen.
Anfangs wird die Geschichte in zwei Erzählsträngen erzählt, in dem von Lottie und dem von Ellie, bis diese sich wirklich anfreunden und zu einer Einheit werden. Das finde ich erzählerisch geschickt gemacht.
Die wilde raue Ellie, die Rebellin, die gerne auf die Hofetikette pfeifen würde und lieber Rockkonzerte als Adelsbälle besuche würde, habe ich auf Anhieb gemocht. Lottie war mir hingegen etwas zu rosa und naiv, lebt mir zu sehr in einer Märchenwelt, dennoch ist sie liebenswert und durchaus sympathisch, aber halt sehr brav (das bin ich ja schon selbst ;)).
Man begleitet die Mädchen und ihren persönlichen Beschützer durch den Internatsalltag, wobei das Internatsleben nicht so sehr im Vordergrund steht wie die Bedrohung von unbekannter Seite, die das Leben der Mädchen in Gefahr bringt. Gut gefällt mir, daß bei Mädchen Stärken und Schwächen habe, aber keine von beiden ist ein Superstar und kann alles. Sie sind stets auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. So ist es auch mehr eine Geschichte über Freundschaft und Verschwörung, als eine Internatsgeschichte.
Die Geschichte ist schön und hat mir gut gefallen, aber völlig mitgerissen hat sie mich leider nicht. Vielleicht liegt das an der gekürzten Lesefassung. Mit 5 CD’s und über 6 Stunden Laufzeit ist die Geschichte zwar nicht verstümmelt worden, aber einige Nebenrolle sind doch ziemlich blass geblieben. Dadurch habe ich sie als Hauptverantwortliche der Intrige gleich ausschließen können, was ein wenig die Spannung aus der Geschichte nahm.
Sehr gut gefallen hat mir jedoch die Idee, daß die Reichen und Ganz schön Reichen von klein auf eigene, speziell für sie ausgebildete Beschützer (Partisten) wie Leibeigene der loyalsten Sorte zur Seite gestellt bekommen und Doubles genannt Porter, ihre Identität vorspiegelt, um eventuelle Angriffe auf sich umzuleiten. Dieses auf die Spitze Treibens des Mottos der Musketiere „Einer für alle, alle für einen“ und ihre Bedeutung für eine noch junge Freundschaft, fand ich wirklich interessant. Daher bin ich schon gespannt, wie es im 2. Teil weitergehen wird.

Das wahre Highlight dieses Hörbuches war für mich jedoch Sprecherin Monika Oschek, die u.a. aus der ARD-Serie „Charité“ bekannt ist. Sie schafft es Ellie und Lottie vielschichtig von einander akustisch abzugrenzen. Während Ellie sehr viel rauer und unbezähmbarer klingt, ist ihre Verkörperung von Lottie viel weicher und angepasster, wobei unter ihrer braven Schale der Kampfgeist einer Löwin, äh Wölfin lauert.

Die Schauspielerin Monika Oschek, u. a. bekannt aus der ARD-Serie "Charité", spielt ihre Rollen alles andere als süßlich und sticht als charismatischer Typ hervor. Eine ideale Voraussetzung, den vielschichtigen Persönlichkeiten von Ellie und Lottie stilvoll gerecht zu werden.

Die Tonqualität ist einwandfrei, ohne Schwankungen oder „Veratmer“ mit angenehm gesetzten Tracks.

Ein schönes Hörbuch das ich ab 11 Jahren gut und gerne weiterempfehle mit 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 06.08.2018

Braune Gesinnung hinter elitärer Fassade

Elitewahn
0

Dies ist der 2. Fall für die selbstständige Gärtnerin Malie Abendroth und ihre Freundin, die Archivarin und Umweltaktivistin Lioba Hanfstängl.
Malie ist glücklich über ihren neuen Auftrag, den Park der ...

Dies ist der 2. Fall für die selbstständige Gärtnerin Malie Abendroth und ihre Freundin, die Archivarin und Umweltaktivistin Lioba Hanfstängl.
Malie ist glücklich über ihren neuen Auftrag, den Park der Schlossanlage des Eliteinternats Schloss Waldesruh am Bodensee umzugestalten. Die Schüler sind wohlerzogen und gehen ihr mit ihrem jungen Sport- und Biologielehrer Malte Jansen kräftig zur Hand. Doch Malte Jansen fühlt sich im Internat immer unwohler und äußert Malie gegenüber, daß er den Eindruck habe, daß an der Schule mit militärischen Drill und rechtem Gedankengut gearbeitet würde. Eigentlich könne er es nicht mit seiner Einstellung vereinbaren dort zu arbeiten und überlegt, seine Beobachtungen zu melden. Doch dazu kommt er nicht mehr, er wird tot in seinem Internatszimmer aufgefunden.
Lioba erhält als Archivarin im Umweltamt eine schriftliche Anfrag eines emeritierten Professors, der sich für die Güter jüdischer Familien rund um Konstanz interessiert. Er möchte daher Einblick in die Bauunterlagen von Schloss Waldesruh nehmen, um mehr über den Bauherren zu erfahren.
Lioba kniet sich für den reizenden älteren Herren gerne in ihre Aktenberge und fördert erstaunliches zu Tage. Als sie sich mit ihm treffen will, um die neuesten Erkenntnisse auszutauschen, findet sie den Professor tot in seinem Wohnzimmer. Wem gehörte nur die 2. benutzte Kaffeetasse auf dem Tisch?

Malie ist Halbasiatin, liebt die fettarme asiatische Küche, asiatische Kampfsportarten und überhaupt Sport im Allgemeinen. Dazu veranstaltet sie in ihrer alten Villa gerne entgeltliche exklusive Dinners, für die Lioba schon mal gerne Probeessen darf. Da Lioba seit dem Mordanschlag auf sie in Band 1 deutlich an Gewicht zugelegt hat, will Malie sie mit gemeinsamem Sport und bewußter Ernährung zur Gewichtsreduktion animieren. Aus diesem Grunde wird in diesem Buch viel Sport getrieben und gekocht. Lioba bewundert Malie dafür, daß sie essen kann was sie will und nicht zunimmt. Aber ehrlich, wer so viel Boden umgräbt, Sport treibt und sich wie beschrieben ernährt, kann gar nicht zunehmen, schon gar nicht in dem Alter. Ich finde die Protagonistinnen schon sympathisch, aber da ist mir Malie dann doch etwas zu belehrend. Für mich ist es unerklärlich, wie sie sich als Gärtnerin solch eine freistehende Villa am Bodensee leisten kann und wie sie als Halbasiatin und Gärtnerin an einen derartigen Auftrag kommt. Ich hätte angenommen, daß eine Einrichtung mit solch rechter, elitärer Gesinnung dann doch eher einen blonden Landschaftsarchitekten engagiert. Aber auch nicht alle im Internat sind Malie gegenüber wohlgesonnen und beurteilen sie nach ihrer Leistung, sondern sind mehr oder wenig offen rassistisch ablehnend. Gerade mit dem Tod von Malte Jansen wird die Stimmung ihr gegenüber nicht unbedingt besser, schon gar nicht, weil sie bisweilen unangekündigt in verschiedenen Teilen des Internats auftaucht und Reden belauscht, die nicht für ihre Ohren bestimmt sind. Mir persönlich liegt die idealistische Umweltschützerin Lioba mehr, da mir Malie einfach etwas zu glatt und perfekt ist.

Da dieser Bodenseekrimi im Milieu moderner rechter Parteien mit mehr oder weniger faschistischen Ansichten spielt und es auch um das Schicksal der großen Vermögen während des 3. Reichs emigrierter Juden geht, wird in der Erzählperspektive auch mit Rückblenden gearbeitet. Wie war es für den Sohn der ehemaligen Schlossherren damals, als in Deutschland die Synagogen brannten? Was ist inzwischen aus ihm geworden und aus seinem Freund, dem Sohn des Gutsverwalters? Der historische Teil und Liobas Recherchearbeit zu dem Schicksal jüdischer Emigranten gefällt mir ausgezeichnet. Die Feinheiten der nationalsozialistischen Steuerverwaltung waren mir in ihrer Perfidie nicht bekannt. Mir wurde mal gesagt, daß kein Volk den Völkermord so akribisch organisiert hat, wie die Deutschen. Ein Aspekt, der einem beim Lesen gerade dieses Krimis immer wieder bewusst wird. Durch die gründlich Verwaltung und Buchführung ist es aber auch wiederum möglich Ungereimtheiten aufzufinden, wenn man erst einmal danach sucht.

Auch menschlich hat dieser Krimi viel zu bieten, hier liegen Tragödie und große Freundschaft nah beieinander, ohne daß es kitschig wird. Dafür wird dem Leser aber auch Wohlstandsverwahrlosung, Standesdünkel, rechte Überheblichkeit und die Macht von Geld aufgezeigt. Eine wirklich interessante Mischung, auch wenn man den Vorgängerband nicht kennt.

Für mich lag der Reiz gerade in der von den zwei Freundinnen ausgegrabenen Geschichte der Bodenseeregion, zu Zeiten des 3. Reichs. Die Krimispannung lässt etwas auf sich warten, wobei ich mich bei den Nachforschungen zur Geschichte überhaupt nicht gelangweilt habe. Der Showdown wird allerdings selbst für mich als absoluten Handymuffel etwas unglaubwürdig. Es gibt Momente, da gehe selbst ich nicht ohne Handy aus dem Haus. Wenn ich nachschnüffeln wollte, wo ich nicht wirklich willkommen bin, würde ich niemals alleine und ohne Handy hingehen, dass ist selbst für Kampfsportler unverantwortlich in Zeiten in denen im Darknet alles erhältlich ist. Allerdings werden offene Fragen geklärt und es gibt auch ein zum Teil sehr versöhnliches Ende, was mir wiederum gut gefallen hat.

Die Autorinnen Liliane Skalecki und Biggi Rist sind inzwischen ein eingespieltes Team und haben mindestens 5 Krimis gemeinsam geschrieben, oft mit brisantem politisch/historischen Hintergrund, allerdings zu ganz unterschiedlichen Themen.

Ein guter Krimi der mir einige gut recherchierte Aspekte deutscher Geschichte vor Augen führte.

4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 01.08.2018

Kleine Eltern, große Sorgen

Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft
0

Nach dem Abenteuer mit Schmitti, der geschrumpften Mathelehrerin, fühlt sich Felix Vorndran an seiner neuen Schule, dem Otto-Leonhardt Gymnasium richtig wohl. Was er nicht ahnt: sein Vater ist beruflich ...

Nach dem Abenteuer mit Schmitti, der geschrumpften Mathelehrerin, fühlt sich Felix Vorndran an seiner neuen Schule, dem Otto-Leonhardt Gymnasium richtig wohl. Was er nicht ahnt: sein Vater ist beruflich unzufrieden und möchte nun auch endlich karrieremäßig durchstarten, nachdem er seiner Frau den USA-Aufenthalt ermöglicht hat. Er träumt von einer Stelle als Statiker in Dubai, mit seiner Familie! Felix ist nicht bereit, seine Freunde nach nur einem Jahr schon wieder zu verlassen. Er fühlt sich hundeelend und bemerkt dabei gar nicht, daß auch Kumpel Mario echt unglücklich ist und daher viel Zeit mit Ella verbringt. Als seine Eltern zur neuen Direktorin gerufen werden, weil immer neue Risse im Gemäuer der Schule auftreten, bahnt sich neues Unheil an. Otto Leonhardt soll voll Hulda Stechbarth, seiner längst vergessenen Nachfolgerin, ins Vergessen geschickt werden, mit unheilvollen Kräften. Während die magische Kugel erneut in der Schale des Otto-Leonhardt-Museums rotiert, wünscht sich Felix im Beisein seiner Freunde, daß doch bitte seine Eltern so klein und hilflos ein sollen, wie er sich fühlt. Seine Freunde wollen ihm diesen Wunsch ausreden, nicht ahnend, daß er sich in der Schule schon längst bewahrheitet hat. Damit ist das Chaos nun perfekt und der Kampf gegen die bösen Kräfte der Hulda Stechapfel beginnen.

Anfang des Jahres haben wir den Film nach dem Roman von Sabine Ludwig im Kino gesehen und meine Töchter hatten einen riesigen Spaß und auch wir Eltern haben uns amüsiert (mein Mann leidet ja bisweilen bei Kinderfilmen, weshalb wir ihn auch manchmal gleich zu Hause lassen). Ohne die Buchvorlage zu kennen, kann man sagen, daß sie nicht total verhunzt wurde. Es ist zwar eine aufregende Komödie, aber kein furchtbarer Klamauk geworden.

Es geht diesmal um die Sorgen, die Eltern ihren Kindern bereiten. Trennungsschmerz, wenn Eltern sich trennen oder auch wenn Kinder für die Karrierepläne ihrer Eltern umziehen sollen. Das ist ein wirklich einschneidendes Erlebnis für sie und mit großen Ängsten verbunden. Im Vergleich zu diesen Sorgen ist das Abenteuer, das die Freunde gemeinsam meistern gar nicht furchteinflößend. Dabei muß Felix diesmal wieder an seine Grenzen gehen und über sich selbst hinaus wachsen, aber es steht so viel auf dem Spiel, daß er gemeinsam mit seinen Freunden den Mut dazu findet. Dabei ist es aber nicht nur spannend, wie die Kinder die Schule vor dem Verfall retten und versuchen Felix Eltern und Schmitti wieder in ihre normale Größe zurück zu bringen. Die Erlebnisse der Eltern in Miniformat sind schon sehr lustig. Denn wo sollen die Winzlinge schlafen? Was kann man ihnen zu Essen geben, es ist ja alles viel zu groß und wie soll er sie waschen und auf Toilette bringen? Hieraus ergeben sich zahlreiche lustige Situationen, über die Kinder herzlich lachen können.

Es spricht der Originalcast des Kinofilms mit so bekannten Schauspielern wie Andrea Sawatzki, Anja Kling, Otto Waalkes, Axel Stein... Ihre Stimmen sind so bekannt, daß es ein Leichtes ist, sie auseinander zu halten. Doch auch bei den Kindern, ist das überhaupt kein Problem.
Sprecherin Inga Reuters füllt sprachlich lebendig die Lücken, die durch die fehlenden Kinobilder entstehen. Bislang war uns ihre Stimme kein Begriff, aber meine Älteste, die ja kritisch Sprechern gegenüber ist, hat sie wirklich gut gefallen, das hat sie extra betont.

Ein wirklich tolles Thema für Kinder wie auch Eltern, sehr locker, lustig und spannend für die ganze Familie als Kinohörabenteuer.

Veröffentlicht am 13.07.2018

Hab Mut! Man ist nie zu jung oder zu alt, um was zu ändern!

Die Bremer Stadtmusikanten - was wirklich geschah: Oskar ganz nach oben
0

Habt Ihr auch schon mal in Bremen vor der Statue der Bremer Stadtmusikanten gestanden und gestaunt, wie sie das hinbekommen haben? Wenn wir im Sportunterricht Menschenpyramiden erschaffen sollten, war ...

Habt Ihr auch schon mal in Bremen vor der Statue der Bremer Stadtmusikanten gestanden und gestaunt, wie sie das hinbekommen haben? Wenn wir im Sportunterricht Menschenpyramiden erschaffen sollten, war es auf jeden Fall alles andere als einfach und die Tiere im Märchen waren doch alt! Das war wohl auch der Grund für Gerlis Zillgens mach genauer nachzuforschen, wie das eigentlich wirklich war....

Hundejunge Oskar sitzt nichts ahnend zu Hause und knabbert an einem Knochen, als ihm seine Eltern, zwei berühmte Forscher nach Neufundland reisen müssen, er solle solange zu Opa nach Bremen, dort werde er auch eine Zeitlang zur Schule gehen. In Bremen ist es alles andere als schön. Opa hängt mit seinen alten Kumpels, die wie er ihre Arbeit verloren haben, weil sie zu alt sind, träge und frustriert in seinem Haus herum. Die Eselin, die dicke Katze und der alte Hahn fühlen sich ebenso nutzlos wie Oskars Opa. Am nächsten Tag in der Schule kommt es noch schlimmer. Er ist der Neue, kennt niemanden und hat keine Freunde. Klar, daß die zwei Klassenrabauken Rambo und Honda ihn drangsalieren, sobald er es mit dem Bockspringen bei ihm nicht klappt. Nur das zarte Pudelmädchen Tiramisu lässt sich von den zwei Rüpeln nicht einschüchtern und ist sogar nett zu Oskar. Mit ihr gemeinsam entwickelt er einen Plan, wie man es den zwei Klassentyrannen mal so richtig zeigen kann und Opa und seine Freunde müssen dabei mit machen. Tiramisu erweist sich als ziemlich unerbittliche Trainerin, aber trotzdem werden die alten Lebensgeister wieder wach!

Diese Geschichte zum Vorlesen und Selberlesen spielt mit den Fantasien der Kinder. Denn Märchen, so wie sie Kindern erzählt werden, werfen ja doch einige Fragen auf und sind bisweilen ziemlich gruselig. Hier werden keine gefährlichen Räuber verjagt, denn welches Kind ist schon bösen Räubern begegnet? Keins, eben, aber fiese Mitschüler kennen Kinder schon, leider. Doch wie soll man diesen begegnen? Sich bloß nicht unterkriegen lassen, wie die gewitzte Tiramisu dem eingeschüchterten Oskar zeigt und gemeinsam ist es sowie so viel leichter, mit Freunden traut man sich viel mehr. Tiramisu gibt Oskar aber nicht nur Selbstvertrauen, sie bringt auch Schwung in die frustrierte Rentnergang. Denn nachdem sie das Problem der zwei Schulhofrabauken analysiert haben, entwickeln sie einen listigen Plan, zu dessen Umsetzung sie die Hilfe der „Großen“ brauchen, doch die sind leider völlig aus der Form. Da hilft nur Übung und die fällt gerade am Anfang richtig schwer! Aber mit der Zeit wird es immer leichter und die Senioren sind auch echt stolz auf ihre beachtlichen Erfolge. Aber auch Oscar wird von Tiramisu nicht geschont. Ihre Trainingsmethode ist dabei sehr speziell und witzig, denn es erklärt mit frechem Augenzwinkern ein Wort, über das sich nicht nur Kinder bislang gewundert haben. Dabei macht Tiramisu auch den jungen Lesern Mut und Sport zum Durchhalten an. Auch Lesen ist anfangs anstrengend, fällt aber dann immer leichter!
Selbst ihre Kölner Wurzeln lassen sich beim Schulsport deutlich erkennen, gerade jetzt in wilden Fußballzeiten wird einigen großen oder kleinen Fußballfans auffallen, daß das Maskottchen des 1. FC Köln sich in die Geschichte hineingeschmuggelt hat. Keine Sorge, es ist nur ein kleines Bonbon am Rande und wird auch sicher Fußball uninteressierten nicht auffallen und nicht stören, für die anderen ist es weiter nur ein lustiges Extra.
Das Ende ist richtig klasse und lebensfroh! Es wird für alle eine sehr gute Lösung gefunden, die alle glücklich macht. Es wird den jungen Lesern vermittelt: hab Mut, trau Dich, halte durch Du schaffst es. Es lohnt sich in jedem Alter zu „kämpfen“, man ist nie zu alt oder zu jung, um etwas zu verändern.
Das Buch richtet sich an geübte Erstleser, das heißt, daß die Seiten wunderbar farbig illustriert sind, allerdings auch schon ordentlich Text auf den Seiten steht. Verwendet wird auch keine Fibelschrift und die Schrifttypen sind auch deutlich kleiner als in der Fibel oder auch im Lesebuch für das 2. Schuljahr. Die Seiten sind an und für sich schön groß, da wäre wirklich noch genug Raum für etwas größere und dickere Drucktypen, gerade wenn man bedenkt, daß Kinder oft weitsichtig sind. Die lesenden Kinder sollten also wirklich schon Spaß am Lesen gewonnen haben. Die lustige Geschichte, die mitten ins kindliche Forscherherz trifft, wird ihren Lesewillen belohnen.
Ach ja, was ich immer wieder vergesse, das Buch ist auch bei Antolin gelistet, wer also von der Schule her dort angemeldet ist, kann hiermit weitere Punkte sammeln.

Sowohl die Geschichte, als auch die umwerfenden Illustrationen von Katja Jäger sind wirklich toll. Witzig, frech und kurzweilig. Da aber aller Anfang schwer ist, ziehe ich einen Stern für den Schrifttypus und die Schriftgröße ab, weil meine Töchter anfangs Serifenschrift komplett verweigert haben und beide nun einhellig der Meinung sind, die Schrift wäre zu klein für Anfänger. Das ist ein Punkt, der uns sehr wichtig ist, weil meine Kinder deswegen ganz oft auf ebooks umsteigen, um die Schrift zu vergrößern und es hier nur die wunderschöne Printausgabe gibt, bei der es diese Möglichkeit leider nicht gibt.

Daher leider nur gute 4 von 5 Sternen, die Geschichte und die Illustration verdienen 5.