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Veröffentlicht am 24.08.2018

Ein Buch, das definitiv zum Nachdenken anregt

Du wolltest es doch
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Inhalt:

Emma liebt es, wenn ihr alle sagen, wie hübsch sie ist und wenn sie mal nicht im Mittelpunkt steht, dann drängt sie sich irgendwie hinein. So auch auf Seans Party, als sie mit Paul rummacht und ...

Inhalt:

Emma liebt es, wenn ihr alle sagen, wie hübsch sie ist und wenn sie mal nicht im Mittelpunkt steht, dann drängt sie sich irgendwie hinein. So auch auf Seans Party, als sie mit Paul rummacht und sich Pillen einwirft.

Doch was dann passiert, bringt Emma eine Aufmerksamkeit, die sie sicher nicht gewollt hat. Plötzlich tauchen auf Facebook nämlich Fotos von ihr auf und sie soll auf der Party nicht nur mit Paul, sondern mit mehreren Jungs gleichzeitig im Schlafzimmer verschwunden sein. Doch wieso kann die junge Frau sich nicht mehr daran erinnern und ist sie nicht selbst schuld an allem, was da passiert ist?

Meine Meinung:

Das Buch beginnt ein paar Tage vor der Party und man lernt Emma kennen, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist. Sehr spannend finde ich dabei, dass die Autorin Louise O’Neill hier kein Mädchen erschafft, das von Grund auf gut ist und sich alle Sympathien sichert. Im Gegenteil, ich muss sagen, ich mochte Emma eigentlich überhaupt nicht. Sie drängt sich ständig in den Mittelpunkt und macht ihre Freundinnen schlecht, um selbst besser dazustehen. Dabei möchte sie immerzu hören, wie hübsch sie ist. Ehrlich gesagt fand ich sie ziemlich arrogant und kein bisschen sympathisch. Vielleicht ist das aber genau so von der Autorin gewollt, denn trotz aller Fehler die Emma hat: NIEMAND, absolut NIEMAND hat es verdient so behandelt zu werden, wie es der jungen Frau passiert.

Ich war vollkommen entsetzt, was dem Mädchen wiederfährt und obwohl ich die Protagonistin nicht wirklich mochte, habe ich zu keinem Zeitpunkt gedacht, dass sie selbst schuld ist oder es ihr zurecht passiert ist. Doch genau so denken ihre Klassenkameraden, viele Leute aus ihrer Ortschaft und sogar so manche Freundin. Da fragt man sich wirklich, was Emma noch alles durchmachen muss. Die Autorin Louise O’Neill nimmt dabei kein Blatt vor den Mund, sondern schildert authentisch und schonungslos, dass die Vergewaltigung erst der Anfang des ganzen Martyriums ist. Gerade bei diesem Thema finde ich es wichtig, nichts zu beschönigen und deshalb habe ich großen Respekt vor der Leistung der Autorin.

Ebenfalls sehr authentisch schildert Louise O’Neill, wie die Familie und Freunde von Emma auf das reagieren, was ihr passiert. Von Schuldzuweisungen, über Hilflosigkeit bis hin zu Hilfsangeboten ist alles dabei. Natürlich hatte ich Mitleid mit Emma und wünschte mir, dass sie Gerechtigkeit erfährt, aber genauso viel Mitgefühl hatte ich mit den Leuten, die es gut mit Emma meinten und doch immer wieder weggestoßen wurden. Man darf nicht vergessen, dass auch die Angehörigen von Emma unter der Situation leiden. Nicht nur das Leben der Protagonistin ändert sich, sondern auch deren Leben. Nicht jede Reaktion kann man verstehen und nachvollziehen, aber ich denke, das muss man auch nicht. Es geht meiner Meinung nach eher darum aufzuzeigen, was alles passieren KÖNNTE, wie die Umwelt auf so eine Tat reagiert. Dabei zeigt die Autorin meiner Meinung nach auch deutlich die Missstände auf, die immer noch in unserer Gesellschaft herrschen. Opfer werden plötzlich zu Tätern, sind schlimmstem Mobbing ausgesetzt, müssen mit Ausgrenzung und Beschimpfung kämpfen und häufig wird ihnen einfach nicht geglaubt. Ich finde es sehr wichtig, dass Louise O’Neill dieses Thema anspricht, denn genau diese Umstände sind es doch, die dazu führen, dass nur eine sehr geringe Anzahl der Taten wirklich zur Anzeige und später zur Verhandlung kommen. Es muss endlich ein Umdenken geben, das die Opfer schützt und unterstützt, was sicher eine der wichtigsten Aussagen dieses Buches ist.

Das Ende hätte ich mir persönlich anders gewünscht, aber es passt perfekt zu Emma und ihrer Geschichte und die Erklärung der Autorin im Nachwort macht es noch einmal deutlicher, wieso das Buch nur so enden konnte. Sicher gibt es viele Leser, die mit dem Ende gar nicht zurecht kommen und auch ich selbst musste lange darüber nachdenken, doch leider ist es sehr authentisch und oftmals die harte Realität, deswegen ist es meiner Meinung nach richtig gewählt. Ich denke, dieses Buch ist nicht dazu gemacht, Opfern solcher Taten Mut zu machen, sondern eher dafür, dass die Menschen nachdenken, reflektieren, dass Missstände aufgezeigt und Diskussionen angeregt werden. Mich hat es jedenfalls sehr beschäftigt und dafür möchte ich der Autorin danken.

Etwas Schwierigkeiten hatte ich anfangs jedoch mit dem Schreibstil. Ich fand ihn ehrlich gesagt etwas chaotisch. Manche Szenen enden plötzlich, ohne, dass das optisch ersichtlich wäre. Oder man findet sich in der Vergangenheit wieder, taucht in Emmas Erinnerungen ein und ist dann auch sofort wieder in der Gegenwart, ohne, jegliche Vorwarnung. Gedanken der Protagonistin werden in Klammern geschrieben und mitten in den Text geworfen. Ich brauchte eine zeitlang, bis ich den Schreibstil für mich sortiert hatte und mich darauf einlassen konnte. Nach einigen Kapiteln hatte ich mich jedoch daran gewöhnt und konnte besser in die Geschichte eintauchen.



Fazit:

„Du wolltest es doch“ ist keine leichte Kost, aber es gehört sicher zu den Büchern, die einen nicht mehr los lassen. Mich hat es nach dem Lesen noch lange beschäftigt und ja, auch aufgewühlt. Emmas Geschichte zeigt, dass sich in unserer Gesellschaft dringend etwas ändern muss. Die Opfer werden plötzlich zu Tätern und erleben auch nach der Vergewaltigung noch ein nicht enden wollendes Martyrium. Und doch wünsche ich mir, dass mehr den Mut aufbringen, sich ihren Peinigern entgegenzustellen und dass sie Gerechtigkeit erfahren, ohne sich dafür schämen zu müssen. Denn wenn sich jemand schämen muss, dann die Täter! Louise O’Neill macht mit ihrem Buch einen Schritt in diese Richtung und hat dafür die volle Punktzahl verdient.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Veröffentlicht am 24.08.2018

Eine sehr gelungene Fortsetzung

Beautiful Liars, Band 2 - Gefährliche Sehnsucht
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Inhalt:

Nach dieser einen Nacht auf dem Dach des Towers ist nichts mehr, wie es einmal war. Das Leben aller Beteiligten hat sich für immer verändert.
Avery und Atlas haben sich zwar endlich ihre Gefühle ...

Inhalt:

Nach dieser einen Nacht auf dem Dach des Towers ist nichts mehr, wie es einmal war. Das Leben aller Beteiligten hat sich für immer verändert.
Avery und Atlas haben sich zwar endlich ihre Gefühle gestanden, aber ihre Liebe ist immer noch verboten und ihre Beziehung wird dadurch auf eine harte Probe gestellt.

Watt könnte wieder seiner Wege gehen, wüsste Leda nicht von seinem Quant und hat nicht vor, diese Möglichkeiten einfach zu ignorieren.

Riley lernt die Welt der Highlier noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen und taucht tiefer in diese gefährliche Welt der Geheimnisse und Intrigen ein, als ihr lieb ist.

Und Leda versucht mit ihrer Schuld zu leben und weiterhin die Kontrolle über alle zu behalten. Doch diese scheint ihr nach und nach immer mehr zu entgleiten, vor allem als ein neues Mädchen namens Calliope im Tower auftaucht und das selber einiges zu verbergen hat … .

Wo Intrigen gesponnen und Geheimnisse um jeden Preis gewahrt werden müssen gibt es immer Opfer und auch dieses Mal wird nicht jeder mit dem Leben davonkommen … .

Meine Meinung:

Da mich Band 1 schon total begeistert hat, wollte ich natürlich unbedingt wissen, wie es mit den Jugendlichen im Tower von New York weitergeht und freute mich schon sehr auf neue Lügen und Intrigen.

Ehrlich gesagt war ich über den Einstieg sehr erstaunt: Das Leben aller scheint nach Eris‘ Tod einfach so weiterzugehen. Ich dachte, es würde sich alles viel mehr darum drehen, dass jemand dem Geheimnis der Jugendlichen um diese eine Nacht auf dem Dach, auf die Spur kommt. Doch stattdessen kehrt Alltag ein und die jungen Leute kämpfen mit ihren eigenen Problemen.

Bei Avery dreht sich natürlich alles um ihre Gefühle zu Atlas. Sie versuchen ihre Beziehung geheim zu halten, was sich jedoch als schwieriger erweist, als gedacht. Vor allem, da Avery immer Angst hat, dass Leda ihr Geheimnis lüftet. Doch diese hat ganz eigene Probleme. Sie kann ihrem Vater einfach nicht verzeihen und hat jede Nacht Albträume, die sich um die Nacht auf dem Dach drehen.

Watt hofft endlich nichts mehr mit den Highliern zu tun haben zu müssen, doch dann taucht Leda wieder in seinem Leben auf und zieht ihn erneut in die Intrigen der Oberen hinein.

Rylin bekommt währenddessen die Chance, ihr Leben von Grund auf zu ändern, aber ist das überhaupt möglich?

Schnell war ich wieder mitten in der Geschichte, was vor allem auch daran lag, dass die Ereignisse aus dem Vorgänger bei mir noch immer sehr präsent waren und ich mich nicht erst wieder neu orientieren musste. Die Story schließt nahtlos an und es gibt wieder jede Menge neuer Lügen und Intrigen, so dass es wieder richtig spannend wird. Hach, ich liebe einfach dieses besondere Flair der Geschichte, vor allem, da in diesem Band die Karten noch einmal ganz neu gemischt werden. Das liegt auch ein bisschen an dem Neuzugang Calliope, die ihre ganz eigenen Ziele verfolgt und damit noch eine andere Richtung in die Story bringt.

Ich mag es ja auch ganz besonders, dass die Geschichte jeweils aus verschiedenen Sichten erzählt wird. Da bekommt man Averys, Ledas, Watts und Rylins Gedanken hautnah mit und auch, wenn manch einem das zu viele Sichtweisen sein könnten, konnte ich immer gut den Überblick behalten und liebte die verschiedenen Blickwinkel.

Allerdings hätte ich nicht mit diesem Ausgang der Geschichte gerechnet. Irgendwie hatte ich im Kopf, dass es nur eine Dilogie wäre und sich am Ende alles auflösen würde. Dabei sind wir zum Schluss des 2. Bandes wieder mal ganz am Anfang, so wie es beim Vorgänger auch schon war. Es bleibt also weiter spannend und ich freue mich riesig auf den letzten Band und könnte noch ewig von den reichen Jugendlichen im Tower von New York lesen.

Fazit:

Auch Band 2 der „Beautiful Liars“ Reihe hat mich wieder vollkommen in seinen Bann gezogen. Die Ereignisse aus dem Vorgänger waren mir noch sehr präsent und ich konnte nahtlos anschließen und erneut in die Welt der reichen Kids voller Lügen und Intrigen eintauchen und hatte wieder richtig viel Spaß beim Lesen.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Veröffentlicht am 22.08.2018

Ein echtes Highlight

The Crown's Game
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Inhalt:


Vika hat magische Kräfte und wird darin von ihrem Vater ausgebildet, um die Magierin des Zaren zu werden. Doch so einfach ist das nicht, denn es gibt einen weiteren Magier: Nikolai. Da es jedoch ...

Inhalt:


Vika hat magische Kräfte und wird darin von ihrem Vater ausgebildet, um die Magierin des Zaren zu werden. Doch so einfach ist das nicht, denn es gibt einen weiteren Magier: Nikolai. Da es jedoch nur einen geben darf, müssen die beiden im „Spiel der Krone“ gegeneinander antreten.

Der Zar wird schließlich einen Sieger küren, der ihn fortan in allen wichtigen Fragen beraten wird. Der Verlierer dagegen muss sterben.

Als Vika und Nikolai sich jedoch immer besser kennenlernen und sich näherkommen, wird das Spiel immer schwieriger, denn bald entsteht zwischen den beiden eine ganz eigene Magie. Doch wie kann einer von ihnen leben, wenn der andere sterben muss?

Meine Meinung:

Bei diesem wunderschönen Cover war es echt Liebe auf den ersten Blick und als ich dann den Klappentext gelesen habe, wusste ich, dass ich dieses Buch lesen muss.

Die Geschichte spielt in Russland im Jahr 1825. Damit hatte sie für mich ein ganz besonderes Setting, denn ich kenne nur wenige Geschichten, die in einem historischen Russland, aber gleichzeitig in einer Fantasywelt spielen. Die Autorin Everlyn Skye verbindet gekonnt geschichtliche Fakten mit Fiktion und erschafft damit eine ganz eigene, faszinierende Welt, in die ich sofort eintauchen konnte.

Der Einstieg fiel mir also wirklich einfach und ich hatte weder mit der Zeit, noch mit diesem einzigartigen Setting oder einigen russischen Begriffen und Namen Probleme.

Schnell lernt man auch Vika und Nikolai kennen, die beide ihre ganz eigene Magie haben. Die Protagonistin nahm ich als selbstbewusste, starke junge Frau wahr, die genau weiß, was sie will. Ihre magischen Kräfte setzt sie mit Liebe und Leidenschaft ein, verliert aber auch nie ihr Ziel aus den Augen: Die Magierin des Zaren zu werden. Denn dafür wurde sie von klein auf trainiert, durfte jedoch gleichzeitig ein liebevolles Zuhause durch ihren Vater kennenlernen.

Nikolai dagegen hat eine völlig andere Geschichte. Als Waisenkind kam er früh zu seiner Mentorin, die ihn zwar ebenfalls gut auf seine mögliche Zukunft vorbereitet, ihn jedoch immer auf Abstand hält. Er hat nie wirklich Liebe erfahren, ist aber trotzdem nicht verbittert. Im Gegenteil, er kam mir sehr verletzlich, aber auch loyal vor. Er versucht das Beste aus seinem Leben zu machen und seine Aufgabe zu erfüllen. Beide Protagonisten haben sich sofort in mein Herz geschlichen, jeder auf seine eigene Weise.

Doch auch die Nebenfiguren sind wirklich sehr interessant. Ob es sich um Vikas Vater oder Nikolais Mentorin handelt, den Sohn des Zaren und zukünftigen Herrscher, seine Schwester Juliana, die Zuckerbäckerin Ludmilla oder die Dienerin Renata. Jeder hat seine eigene Geschichte, bringt seinen Charakter mit ein und macht damit die Geschichte noch ein bisschen besonderer.

Und besonders ist dieses Buch auf jeden Fall, allein schon wegen der Magie in der Geschichte. Nachdem ich den Klappentext las und vom „Spiel der Krone“ erfuhr, hatte ich eigentlich damit gerechnet, dass es einen Kampf, ein Duell geben würde und sich die beiden Protagonisten mit ihren Kräften bekriegen würden. Doch es ist ganz anders. Viel friedlicher. Anstatt sich zu bekämpfen, erschaffen die beiden mit ihrer Magie wundervolle Dinge, so dass es ein Duell der ganz anderen Art ist, was mir wirklich sehr gut gefiel. Es ist ein Zauber, der einen direkt gefangen nimmt und so eine einzigartige Atmosphäre schafft.

Obwohl das „Spiel der Krone“ friedlicher abläuft, als gedacht, heißt das nicht, dass das Buch nicht durchaus spannend wäre. Es gibt so viele Verwicklungen, immer wieder überraschende Wendungen und alles arbeitet auf das Ende hin, in dem es noch einmal einen spannenden und mitreißenden Showdown gibt, der es wirklich in sich hat und dieses Buch für mich endgültig zu einem Highlight machte. Selten trauen sich Autoren so mutige Wege in ihren Büchern zu gehen und deshalb freue ich mich wirklich sehr auf alles, was noch von Evelyn Skye kommen wird.

Fazit:

Obwohl das „Spiel der Krone“ für mich friedlicher ablief, als erwartet, konnte mich die einzigartige Magie sofort gefangen nehmen. Die Zeit, das Setting und die wundervollen Protagonisten und Nebencharaktere haben ihr übriges getan und dieses Buch für mich zu einem echten Highlight gemacht.

Dieses Buch ist erfrischend, mutig und voll spannender Wendungen. Ich freue mich auf alles, was noch von Evelyn Skye kommen wird.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Veröffentlicht am 23.06.2018

Dieses Buch hat mich richtig verzaubert

Die Frauen von Ballycastle
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Inhalt:

Fina Ramsay hat sich einen kleinen Traum erfüllt, als sie die kleine Buchhandlung „The Reading Corner“ eröffnet hat. Dieser Traum droht jedoch zu platzen, als gegenüber eine Filiale der McClary’s-Books-Kette ...

Inhalt:

Fina Ramsay hat sich einen kleinen Traum erfüllt, als sie die kleine Buchhandlung „The Reading Corner“ eröffnet hat. Dieser Traum droht jedoch zu platzen, als gegenüber eine Filiale der McClary’s-Books-Kette aufmacht. Seitdem versucht sie sich dagegen zu wehren, indem sie dem Besitzer Liam McClary böse Mails schreibt.

Während Fina mit ihrem Laden ums Überleben kämpft, muss sie auch noch feststellen, dass die McClarys plötzlich überall sind. So findet sie z.B. den Namen in einem Brief, den ihre an Alzheimer erkrankte Großmutter einst an ihre beste Freundin geschrieben hat. Doch woher kannte ihre Granny die McClarys und warum klingt der Brief so verzweifelt?

Um Antworten zu bekommen bleibt der jungen Frau nur eines übrig: Sie muss sich dem „Feind“ Liam McClary nähern. Dabei ahnt sie nicht, welch ungeahnte Folgen das haben wird … .

Meine Meinung:

Da ich ein Fan von Familiengeschichten bin und gerne Geheimnisse lüfte war dieses Buch ein absolutes Muss für mich.

Im Prolog findet man sich in Belfast im Jahr 1970 wieder und erlebt Finas Großmutter als junge Frau. Dieser kurze Einblick in das Leben von Bridget wirft natürlich mehr Fragen auf, als sie zu beantworten und macht damit schon einmal richtig neugierig auf die kommenden Ereignisse.

Danach trifft man auf Fina, die gerade erst ihre Granny in ein Pflegeheim bringen musste, da sie wegen ihres Buchladens nicht rund um die Uhr für die ältere, an Alzheimer erkrankte Frau sorgen kann. Sofort wird klar, dass Fina ihre Großmutter sehr am Herzen liegt und dass sie eine besondere Beziehung zu ihr hat. Damit war mir die junge Frau sofort sympathisch. Obwohl sie sehr für ihren kleinen Traum kämpft, vergisst sie trotzdem ihre Familie nicht. Sie scheint meist eher vernünftig an Situationen heranzugehen und diese erst einmal mit dem Kopf anzugehen und trotzdem ist sie auch voller Emotionen. Das merkt man nicht nur in ihrem Umgang mit ihren Familienangehörigen, sondern auch in ihren Emails an Liam. Die fand ich richtig klasse. Es macht Spaß, den kleinen Kleinkrieg zwischen den Protagonisten zu verfolgen und ich musste sogar mehrmals schmunzeln.

Schnell findet Fina auch den Brief ihrer Großmutter und das Familiengeheimnis rückt erneut in den Vordergrund. Natürlich lässt die Autorin ihre Leser auch weiterhin im Dunkeln, was die beiden Familien verbinden. So stellte ich die wildesten Spekulationen an und versuchte, die einzelnen Bruchstücke zu kombinieren, um hinter das Geheimnis zu kommen. Ich liebe es einfach, wenn nicht die gesamte Geschichte sofort vor dem Leser ausgebreitet, sondern erst nach und nach das Rätsel gelöst wird. Das gelingt Sandra Binder wirklich sehr gut. Gemeinsam mit Fina setzt man also das Puzzle Stück für Stück zusammen und auch, wenn ich ein paar Dinge schon vor der Lösung erraten hatte, verlor das Buch trotzdem nichts an Spannung für mich. Bis zum Ende klebte ich an den Seiten und wollte einfach schwarz auf weiß lesen, was damals 1970 geschehen ist. Eigentlich hatte ich nach dem Prolog damit gerechnet, dass wir während der Geschichte häufiger die Zeitebene wechseln würden, aber die restliche Story spielt komplett in der Gegenwart. Doch obwohl ich eigentlich so einen Wechsel liebe, störte es mich in diesem Buch überhaupt nicht, denn der Autorin gelingt es auch so, ihren Leser richtig zu fesseln.

Das liegt jedoch nicht allein an der Familiengeschichte, die es aufzudecken gilt, sondern auch an der wirklich bezaubernden Liebesgeschichte. Die Protagonisten „zicken“ sich ja erst einmal richtig an, was ich schon herrlich fand. Dann lernen sie sich aber nach und nach besser kennen und man merkt sofort, dass sich zwischen den beiden etwas zu entwickeln scheint. Nur leider ist es nicht immer so einfach, wie man denkt und manchmal steht zwei Menschen auch ihre Vergangenheit im Weg. Ich hab wirklich sehr mitgefiebert mit diesen beiden. Was für ein süßes Pärchen, da kommt man richtig ins Träumen und Schwärmen.

Als besonderes „Zuckerl“ vermittelt uns die Autorin neben dem spannenden Familiengeheimnis und der süßen Liebesgeschichte auch noch die Geschichte Nordirlands und bringt uns nicht nur die Landschaft mit detailreichen und liebevollen Beschreibungen näher, sondern plädiert auch dafür, hinter die Kulissen zu sehen und sich nicht von Vorurteilen leiten zu lassen. So vermittelt Sandra Binder mit ihrer Geschichte neben der Unterhaltung auch noch eine wichtige Botschaft, was mich sehr berührt hat.

Fazit:

„Die Frauen von Ballycastle“ ist ein zauberhaftes Buch, das alles hat, was man sich als Leser wünscht: Eine spannende Familiengeschichte, die erst nach und nach enträtselt wird, eine gefühlvolle und süße Liebesgeschichte und eine schöne Botschaft, nämlich, dass es sich lohnt, einmal alle seine Vorurteile über Board zu werfen und hinter die Kulissen zu sehen.
Sandra Binder hat mich mit ihrer Geschichte auf jeden Fall verzaubert und ich möchte euch dieses tolle Buch wirklich sehr ans Herz legen.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Veröffentlicht am 20.05.2018

Eine originelle Märchenadaption mit ernsten Elementen

Der Axolotlkönig
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Inhalt:

Leonie wird von ihren Mitschülern ständig als Brillenschlange verspottet und auch sonst haben sie kaum ein nettes Wort für sie übrig. Natürlich ist Fynn, der beliebteste Mitschüler da auch sofort ...

Inhalt:

Leonie wird von ihren Mitschülern ständig als Brillenschlange verspottet und auch sonst haben sie kaum ein nettes Wort für sie übrig. Natürlich ist Fynn, der beliebteste Mitschüler da auch sofort mit dabei.

Doch plötzlich findet er sich als Axolotl in Leonies Aquarium wieder. Wie konnte das nur passieren?

Anfangs suhlt er sich in Selbstmitleid und denkt nur daran, einen Ausweg aus seiner eigenen Misere zu finden, doch dann merkt er plötzlich, dass Leonie dringend Hilfe gebrauchen könnte. Seit dem Tod ihrer geliebten Großmutter zieht sich das Mädchen nämlich immer mehr in sich selbst zurück.

Und nicht nur Leonies Spiegel, den sie von ihrer Oma geerbt hat, ist zerbrochen, auch Leonies Seele bekommt immer mehr Risse. Risse, die bald vielleicht nicht mehr zu reparieren sind … .



Meine Meinung:

Anfangs begegnet man Fynn, wie er in der Schule mit Leonie zusammenstößt und diese sogleich als Brillenschlange verhöhnt. Man bekommt sofort mit, dass er sich selbst ziemlich wichtig nimmt und dabei auf Leuten wie Leonie herumtrampelt. Das machte ihn mir auf Anhieb unsympathisch. Ich gönnte es ihm richtig, dass er in einen Axolotl verwandelt wird :)

Leonie ist noch sehr jung und sehr intelligent. Sie hat ein paar Klassen übersprungen und scheint auch etwas exzentrisch zu sein. Deswegen hat sie auch nie so wirklich einen Platz in ihrer Klasse und auch keine Freunde gefunden. Im Gegenteil: Sie wird täglich verspottet und gemobbt. Das und ihr Familienleben hinterlassen bei Leonie Spuren. Spuren in ihrer Psyche, mit denen sie nicht umgehen kann..

Meiner Meinung nach nimmt Mobbing heutzutage wirklich Überhand und in Zeiten von Facebook und Co ist es auch leider sehr einfach geworden. So wie Leonie geht es sicher mehreren jungen Mädchen und ich finde, da muss dringend etwas passieren. Deshalb gefiel es mir sehr gut, dass Sylvia Rieß dieses Thema in ihrem Märchen aufgegriffen hat. Es zeigt, wie weit solche Spötteleien gehen können, was diese für die Opfer bedeuten und dass Eltern davon oft nichts mitbekommen. Einfühlsam führt die Autorin ihre Leser in Leonies Gefühlswelt ein und lässt diese hautnah am Schicksal des Mädchens teilnehmen. Oft wünschte ich mir Teil des Märchens zu sein und Leonie helfen zu können, so sehr berührte mich die Geschichte.

Als Fynn ein Axolotl wird und schließlich bei Leonie im Aquarium landet, bekommt er auch mit, was er und seine Freunde dem Mädchen antun. Erst da kommt er ins Grübeln und denkt über sein eigenes Verhalten nach. Dabei erfährt man auch mehr über Fynns eigene Geschichte, was ich wirklich super fand. Überhaupt machen die Charaktere in diesem Buch eine tolle Entwicklung durch, die jedoch nicht so schnell vonstatten geht, dass sie unglaubwürdig wird.

Doch neben all den ernsten Themen, die dieses Buch behandelt, ist es immer noch ein Märchen und enthält ein paar spannende Fantasy-Elemente, die der Geschichte noch einmal eine andere Richtung geben und versuchen, die Situation etwas aufzulockern. Man darf also nicht ganz so ernst nehmen, wenn ein Krebs z.B. am Computer eine Nachricht tippt. Doch ich denke, genau das macht auch ein bisschen den Charme dieser Geschichte aus. Hier werden ernste Themen in ein Märchen gepackt und sollen so die Leser auf unterhaltsame Weise etwas sensibilisieren, was meiner Meinung nach sehr gut gelingt.

Auch der Schreibstil der Autorin gefiel mir. Die Geschichte wird abwechselnd aus Leonies und Fynns Sicht erzählt und die Sprache passt super zu den beiden Jugendlichen. Sie ist flüssig und locker und das Buch lässt sich schön entspannt lesen.



Fazit:

„Der Axolotlkönig“ ist eine originelle Märchenadaption, die ernste Themen behandelt und mit ein paar fantastischen Elementen und einem lockeren Schreibstil den Leser dafür sensibilisieren soll. Mich hat die Geschichte von Leonie und Fynn wirklich berührt und ich finde, das hier ist definitiv ein Buch, das sehr gut in meine Kategorie „Hidden Treasure“ passt.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.