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Veröffentlicht am 22.08.2018

Filmreife Geschichte

Darwin City
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Meine Meinung

Der US-amerikanische Autor Jason Hough bringt in „Darwin City“ viel diskutierte Themen der Sci-Fi-, bzw. Zukunftsliteratur zusammen: Eine Seuche, die den größten Teil der Menschheit vernichtet ...

Meine Meinung

Der US-amerikanische Autor Jason Hough bringt in „Darwin City“ viel diskutierte Themen der Sci-Fi-, bzw. Zukunftsliteratur zusammen: Eine Seuche, die den größten Teil der Menschheit vernichtet und Außerirdische. Zudem fügt er noch das aktuelle Thema „Weltraumlift“ hinzu und hat direkt eine explosive Mischung von Themen, die in dieser Kombination viel Potential für Action und Spannung bieten. Dem wird der Autor auch gerecht, lässt aber die Verschwörungen und Mysterien einen wichtigen Teil des Buches einnehmen. Das Miträtseln und Kombinieren hat mir viel Spaß gemacht. Die Geschichte „begleitet“ verschiedene Protagonisten und Jason Hough nutzt geschickte Perspektivenwechsel, um zusätzliche Spannung zu erzeugen.

Auf der Rückseite des Buches zieht ein Satz sofort die Aufmerksamkeit auf sich: „Das Ende der Menschheit ist erst der Anfang“. Leider trifft das nicht nur auf das Setting, sondern auch auf „Darwin City“im Allgemeinen zu. Es ist der erste Teil einer Trilogie und konzentriert sich somit hauptsächlich auf die Vorstellung der Protagonisten, Schauplätze und die Einleitung der Konflikte. Mit 605 Seiten ist „Darwin City“ zudem nicht gerade kurz und auch der Grund, weshalb ich im Nachhinein etwas frustriert war. So viele Seiten, so viel Lesezeit, aber die eigentliche Geschichte fängt gerade erst an! Während des Lesens ist mir die Länge des Buches aber nicht wirklich aufgefallen, da die Handlung dennoch voller Action ist und mich ständig animiert hat, weiterzulesen. Dazu trägt der Schreibstil des Autors einen wesentlichen Teil bei: Die Sätze sind selten lang und ausschweifend, dafür aber bildhaft und zielgerichtet. Wie ein Film liefen die Bilder in meinem Kopf ab, die Jason Hough mit seiner Geschichte erzeugt. Man sollte sich also von der Dicke des Buches sollte nicht abschrecken lassen.

Es ist kein Einzelband!
Leider hat der Verlag nicht darauf geachtet, in irgendeiner Art auf oder im Buch darauf hinzuweisen, dass es sich bei „Darwin City“ um den ersten Teil einer Trilogie handelt. Der Untertitel „Die Letzten der Erde“ soll der Reihentitel sein, was mir aber erst nach kurzer Recherche im Internet klar wurde. Ein Hinweis wäre auf jeden Fall von Vorteil gewesen, um mögliche Enttäuschungen von Lesern zu vermeiden, die erst am Ende des Buches merken, dass die Geschichte dort eigentlich erst anfängt.

Physische Merkmale des Buches
Normalerweise achte ich nicht so stark auf die physischen Merkmale eines Buches, es geht ja schließlich um den Inhalt. Doch bei diesem Buch möchte ich anmerken, dass es sehr angenehm in der Hand liegt. Die Seiten sind recht weich und biegsam, was bei dieser Dicke des Buches sehr zum Lesekomfort beiträgt.

Fazit

Alles in allem kann ich „Darwin City“ weiterempfehlen. Die vielen verschiedenen Themen, die Jason Hough verknüpft, bieten eine aufregende Ausgangslage und somit viel Potential für Action und Spannung.

Mein einziger Kritikpunkt ist die Länge des Buches und der fehlende Hinweis darauf, dass es sich um eine Trilogie handelt. Doch wie ich schon gesagt habe: Die Länge habe ich beim Lesen nicht wirklich wahrgenommen. Das Buch endet natürlich mit einem Cliffhanger, der förmlich nach „mehr davon“ schreit. Ich bin sehr gespannt darauf, wie es weitergehen wird.

Veröffentlicht am 22.08.2018

Noch spannender und vielfältiger als der erste Teil!

Exodus Towers
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ACHTUNG! Diese Rezension enthält Spoiler zum ersten Teil!

Die Handlung von „Exodus Tower“ setzt einige Zeit nach den Ereignissen von „Darwin City“ ein. Die Kolonie in Belém findet sich langsam zurecht ...

ACHTUNG! Diese Rezension enthält Spoiler zum ersten Teil!

Die Handlung von „Exodus Tower“ setzt einige Zeit nach den Ereignissen von „Darwin City“ ein. Die Kolonie in Belém findet sich langsam zurecht und Routine kehrt in den Alltag ein. Nachdem Skyler Darwin und auch Sam zurücklies, tut er sich schwer, da er der Meinung ist, die Kolonie halte sich an unnötigen Bürokratien auf.

Im Laufe des Buches teilen sich die Erzählperspektiven auf: Zum einen begleitet man Skyler auf seinen Streifzügen, zum anderen Tania, die den neuen Weltraumlift, leitet und verwaltet. Zu guter Letzt bleibt Sam für den Leser die Verbindung nach Darwin, das nun, da Neil Platz nicht mehr da ist, einige Machtspielchen ertragen muss.
Diese Aufteilung hat mir gut gefallen, da Skyler, Tania und Sam drei unterschiedliche Geschichten erzählen, die aber alle einen guten Einblick in die Welt, die Hierarchien und Prozesse im Inneren liefern. Ich hatte somit das Gefühl, dass mehr passiert, an dem man als Leser teilhat. Die Entwicklungen einer jeden Handlung sind dramatisch und packend.

Doch wie kann Jason M. Hough die Spannung über die Bücher hinweg konstant halten? Ein Trick, der zugegeben nicht neu ist: Das große Geheimnis um die Erbauer, die Alien-Rasse. Sie verfolgen einen Plan und niemand weiß, was als nächstes ansteht und was noch alles auf die letzten Überlebenden zukommt. Zwar mag es ein simpler Trick sein, doch er funktioniert und ich bin so gefesselt von der Geschichte, dass ich am liebsten direkt weiterlesen möchte!
Jason Hough kann erzählen! Seine Bücher bedienen sich an Film- und Videospielelementen und genau das macht die Bücher so greifbar und visuell. Ich brauche nur wenige Zeilen zu lesen, bevor mein Kopfkino einsetzt und ich die zerstörte Erde, die Weltraumlifte und die Alien-Schiffe vor mir sehe. „Exodus Towers“ macht Spaß!

Es gibt meinerseits nur eine klitzekleine Kritik an den Büchern: An manchen Stellen wirkt der Text etwas undurchdacht. Dies ist nur sehr, sehr selten anzutreffen und ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob es sich hierbei um „Fehler“ im Original handelt oder ob es an der Übersetzung liegt. Wenn aber in einer Welt, die das Jahr 2283 schreibt, von „pfenniggroßen“ Objekten die Rede ist, dann wundere ich, die das Buch im Jahr 2017 (fast 17 Jahre nach der Einführung des Euro) liest, mich doch etwas über die Wortwahl.

FAZIT

„Exodus Tower“ ist eine sehr gelungene Fortsetzung zu „Darwin City“. Ich würde sogar sagen, dass er noch besser als sein Vorgänger ist. Die verschiedenen Perspektiven, die neuen Geheimnisse, die neuen Handlungen sind so vielversprechend und spannend, das es richtig Spaß macht, das Buch zu lesen!

Habt ihr also „Darwin City“ gelesen, dann könnt ihr ohne Scheu zu „Exodus Tower“ greifen. Das Buch ist definitiv sein Geld wert. Ich bin nun sehr gespannt auf den dritten Teil und hoffe, die deutsche Übersetzung lässt nicht lang auf sich warten!

Veröffentlicht am 22.08.2018

Wunderschöne Geschichte über Freundschaft, Musik und die Macht der Erinnerung

Die Unvergesslichen
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Joan, das kleine Mädchen mit dem erstaunlichen Gedächtnis, hat sich durch und durch der Musik verschrieben. Ihr Vater, der ein Tonstudio besitzt, hat diese Leidenschaft in ihr gefördert und diese tiefgreifende ...

Joan, das kleine Mädchen mit dem erstaunlichen Gedächtnis, hat sich durch und durch der Musik verschrieben. Ihr Vater, der ein Tonstudio besitzt, hat diese Leidenschaft in ihr gefördert und diese tiefgreifende Verbindung spürt man während des Lesens. Die Leidenschaft zur Musik nimmt den zentralen Teil des Buches ein. Es ist nicht technisch oder komplex – es geht eher um die Gefühle und Emotionen, die hinter dem Songwriting stehen. Val Emmich, der selbst in der Musikbranche tätig ist, hat in diesen Passagen bestimmt auch seine eigenen Gefühle mit eingebracht, was dem Buch wohl unter Anderem seine Authentizität verleiht.

Insgesamt hat mir die Geschichte aus Joans Sicht ausgesprochen gut gefallen. Val Emmich schafft es, ihre kindliche Naivität und Unschuld perfekt mit dem reiferen Auftreten und ihren besonderen Fähigkeiten zu verbinden. Von der ersten Seite an war sie mir sympathisch und im Verlaufe des Buches habe ich mich auch von ihrem Optimismus und ihrer Hoffnung anstecken lassen.

An Gavin, den älteren Protagonisten, musste ich mich zunächst etwas gewöhnen, da er am Anfang einen so krassen Gegensatz zur so optimistischen und jungen Joan darstellt. Er steht mitten im Leben, als sich die schlimme Tragödie ereignet. Als er das erste Mal auf Joan, die Tochter seines Studienfreundes, trifft, wird etwas in Gang gesetzt, was ihm hilft, mit der Trauer zurecht zu kommen und sich selbst ein wenig mehr zu verstehen.

Es könnte natürlich die Frage aufkommen, ob es nicht etwas merkwürdig ist, wenn ein erwachsener Mann sich mit einem Kind anfreundet. Jedoch spielt dies in „Die Unvergesslichen“ absolut keine Rolle. Die freundschaftliche Beziehung zwischen Joan und Gavin ist in keiner Weise verwerflich. Es ist eine Freundschaft, die sich über Leidenschaft für die Musik, die Erinnerungen und eben auch Menschlichkeit definiert.

Cover
Der Schutzumschlag ist farbenfroh gestaltet und hat eine Aussparung in der Mitte. Nimmt man den Schutzumschlag ab, so sieht man eine Schallplatte auf deren Mitte der Titel geschrieben steht. Das Ganze wirkt als gelungener Eyecatcher und gefällt mir sehr gut.

FAZIT

Alles in allem ist „Die Unvergesslichen“ ein schönes und sehr lebensbejahendes Buch. Joan ist eine unglaublich lustige und besondere Protagonistin und ihre Freundschaft zu dem so viel älteren Gavin ist sehr feinfühlig beschrieben. Über die Leidenschaft zur Musik vereint finden beide ihren Weg und es macht als Leser viel Spaß, diesen Weg zu verfolgen. Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen und lege es jedem nahe, der nach einer berührenden Geschichte mit Humor und Optimismus sucht.

Veröffentlicht am 22.08.2018

Drei Königinnen im tödlichen Kampf um den Thron

Der Schwarze Thron 1 - Die Schwestern
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Natürlich ist das Thema des Wettkampfes um den Thron kein neues Konzept und momentan sind Bücher, die sich dessen bedienen keine Seltenheit. Doch der erste Teil der Reihe „Der schwarze Thron“ konnte mich ...

Natürlich ist das Thema des Wettkampfes um den Thron kein neues Konzept und momentan sind Bücher, die sich dessen bedienen keine Seltenheit. Doch der erste Teil der Reihe „Der schwarze Thron“ konnte mich überzeugen. Es ist nicht nur die düstere und außergewöhnliche Welt, deren Weiten zu entdecken sehr viel Spaß gemacht hat, sondern auch die drei Schwestern sind interessante Protagonistinnen, von denen jede einen ganz eigenen Charakter hat. Da das erste Kapitel mit der „Giftmischer“-Schwester beginnt, dachte ich auch zunächst, dass dies wohl die Favoritin des Lesers werden soll, doch Kendra Blake lässt die Perspektive jedes Kapitel wechseln, sodass man von allen drei Schwestern die hellen und dunklen Seiten kennenlernt. Zum Ende hin hatte mich die Autorin so weit, dass ich Sympathien zu jeder Protagonistin entwickelt habe und tatsächlich keine bestimmte Schwester als Favoritin herausstach.
Umso gespannter bin ich auf die Fortsetzung, die ganz bald erscheint.

Fazit

Wer sich also an den Wettkampf-um-die-Krone-Plot noch nicht sattgelesen hat, sollte diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben. Zudem ist es düster, sarkastisch und die Schwestern alles andere als verwöhnte Königinnen – immerhin wurden sie seit der Kindheit zum Töten erzogen.

Veröffentlicht am 22.08.2018

Überraschend nachdenklich und sehr spannend!

Die Berufene
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Meine Meinung


Die Geschichte handelt natürlich von einer Zombie-Apokalypse und hat dementsprechend auch mehr als genug klischeehafter Gruselmomente, doch jenseits dieser Klischees sind mir besonders ...

Meine Meinung


Die Geschichte handelt natürlich von einer Zombie-Apokalypse und hat dementsprechend auch mehr als genug klischeehafter Gruselmomente, doch jenseits dieser Klischees sind mir besonders die Ausarbeitung und Wandlungen der Charaktere positiv aufgefallen. Außerdem wird zusätzlich Spannung erzeugt, da man unbedingt wissen will: Sind die infizierten Kinder gefährlich? Was wird aus der Welt? Gibt es eine Heilung? Und auch immer wieder die Frage: Wann ist ein Mensch ein Mensch?
Ich habe den Film zuerst gesehen und anschließend das Buch gelesen. Dies war eine Reihenfolge, die für mich gut funktioniert hat und die ich so auch weiterempfehlen kann.
Was ich auch dazu sagen kann: Solltet ihr das Buch zuerst lesen, dann werdet ihr wohl den Film trotzdem gucken können, ohne euch ständig über Änderungen zu ärgern.


Unterschiede zwischen Buch und Film


Natürlich gibt es Unterschiede zwischen Buch und Film - ein Buch hat nun einmal mehr Freiheit, den Stoff ausführlich und im Detail zu besprechen, während ein Film grob gesehen zeitlich beschränkt ist.
Eine große Änderung ist die Hautfarbe der Protagonistin Melanie. Im Buch wird sie als sehr, sehr blass bzw. hellhäutig beschrieben, was direkt auf der ersten Seite als Ironie dargestellt wird, da der Name Melanie „die Dunkle“ bedeutet. Stilistisch besonders wirkungsvoll wurde dies im Film aufgegriffen, indem sie als Kontrast mit Sennia Nanua besetzt wurde. Sie hat Melanie großartig dargestellt und ihr so viel Charakter, Tiefe und Emotionen gegeben, dass ich beim Lesen des Buches immer sie vor Augen hatte.
Eine weitere Änderung sind die „Schrottwühler“ - eine Gruppe von Menschen, die sich nicht in den sicheren Bastionen der Menschen verschanzt haben, sondern tagtäglich für ihr Überleben in der „Wildnis“ kämpfen müssen. Diese haben im Buch eine nicht ganz unwichtige Rolle, doch im Film wurden diese einfach rausgelassen. Eine Kürzung, die im Film aber nicht auffällt und auch nicht tragisch ist.
Im Großen und Ganzen halten sich die Unterschiede aber in Grenzen und schränken den Zuschauer nicht wirklich ein. Der Leser hat aber ganz klar den Vorteil, dass gerade der wissenschaftliche Hintergrund im Buch besser ausgeführt und erklärt wird.

Fazit

Das Buch bekommt von mir 5 Sterne, da es mich überzeugt hat und ich die Geschichte gerne gelesen habe. Durch die Perspektivenwechsel im Buch erfährt man als Leser viel mehr über die persönlichen Hintergründe der Protagonisten und auch über deren Wandlung im Laufe des Buches. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen und würde es jederzeit wieder lesen wollen!


Der Film bekommt von mir „nur“ 4 Sterne. Er wird dem Buch gerecht und ist eine tolle Verfilmung mit guter Besetzung. Jedoch fehlten einige Erklärungen und wissenschaftlichen Hintergründe. Dafür gibt es einen Stern Abzug, doch ansonsten konnte mich der Film ebenfalls überzeugen.
Der Film hat (zumindest in Deutschland) keine wirkliche Publicity bekommen. Sogar als der Film gerade erst erschien, lief er in Hamburg nur in einem großen Kino (um 23:30 Uhr) und in zwei kleinen Kinos 1-2 Mal die Woche, was ich für so einen guten Film sehr schade finde.


Man merkt dem Buch und dem Film definitiv an, dass sie gemeinsam entworfen und geschrieben wurden. Trotz der Änderungen wirken sie sehr stimmig. Ich kann euch nur empfehlen: Schaut euch den Film an oder lest das Buch! Am besten macht ihr einfach beides