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Veröffentlicht am 23.08.2018

Unvollkommen.

Die Unvollkommenheit der Liebe
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Es hat ein bisschen gedauert, bis ich in die Geschichte hinein gefunden habe. Lucy Barton ist eine Autorin, die aus ihrem Leben erzählt. Von ihrer ärmlichen Kindheit spricht sie ebenso emotionslos, wie ...

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich in die Geschichte hinein gefunden habe. Lucy Barton ist eine Autorin, die aus ihrem Leben erzählt. Von ihrer ärmlichen Kindheit spricht sie ebenso emotionslos, wie von ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter. Dennoch spürt man die vielen ungesagten Worte. Die Liebe zur Mutter kommt in dieser Geschichte besonders groß zu tragen. Die verschiedenen Zeitebenen waren ziemlich bunt gewürfelt. Das fand ich manchmal irritierend. Nach vielen Jahren ist Lucy überglücklich, ihre Mutter wieder zu sehen. Sie sitzt am Fußende ihres Krankenbetts. Sie führen nächtelang Gespräche, die im ersten Moment oberflächlich anmuten. Liest man jedoch genauer zwischen den Zeilen, so spiegelt sich das eigene Leben der Mutter wider. Sie erkennt die Defizite von sämtlichen Freunden und Nachbarn. Spricht deren Fehler unverblümt an. Doch ihr eigenes trauriges Leben erwähnt sie mit keinem Wort. Lucy ist trotzdem glücklich. Ihre Mutter kann ihre Liebe nicht offen zeigen. Dennoch spürt sie deren Zuneigung.

Der Schreibstil ist schnörkellos. Lucy erzählt sachlich. Ich hatte das Gefühl, sich traut sich keine Emotionen zu zeigen. Ihre Starre fällt aber mit jedem Tag mehr von ihr ab, in der ihre Mutter zu Besuch ist. Lucy ist sich nie sicher, ob sich bestimmte Ereignisse wirklich so zugetragen haben, wie sie sie in Erinnerung hat. Lucy ist sich nicht sicher, ob ihr Mann sie öfter im Krankenhaus besucht hat. Lucy entwickelt eine Liebe zu ihrem behandelnden Arzt.

Irgendwie kamen mir alle Protagonisten ein bisschen sonderbar vor. Die berühmte Autorin, bei der Lucy an Workshops teilnahm und die ständig total ausgepowert rüberkam. Die Mutter, die das Wort Liebe nicht über die Lippen bringt. Der Vater, der keine Deutschen akzeptiert, was dem zweiten Weltkrieg geschuldet ist. Auch Lucys Geschwister muten sonderbar an. Lucys Mann und ihre Kinder blieben auch blass in der Geschichte.

Sie liebt mich, sie liebt mich nicht. Lucy war sich nie sicher, ob ihre Mutter sie liebt. Sie spürt die Zuneigung ihrer Mutter, nachdem eine harmlose Blinddarmoperation sie für Wochen an’s Bett fesselt. Lucy hat Angst davor, dass ihre Mutter wieder heimfährt. Lucy will ihre Mutter sprechen hören. Diese Familiengeschichte und ihr Schreibstil sind sehr speziell. Obwohl nur 200 Seiten lang, war es für mich kein Buch, welches ich flott durchgelesen habe. Mich konnte die Geschichte leider nicht so fesseln, wie ich es erwartet hätte. Meine Gedanken sind oft abgeschweift. Der Schreibstil ist schon etwas Besonderes. Die Handlung war mir jedoch etwas zu langweilig. Lucys Verhalten fand ich oft nicht nachvollziehbar. Eigentlich empfand ich das bei allen Protagonisten so. Eine komische Familie.

Wenn mich die Geschichte auch nicht komplett überzeugen konnte, so kann ich mir durchaus vorstellen, ein weiteres Buch der Autorin zu lesen. Der Schreibstil hat absoluten Erkennungswert.

Danke Elizabeth Strout.

Veröffentlicht am 29.07.2018

Das Schönste an uns sind WIR!

Das Schönste an uns sind wir
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Dieses Buch hat mich nicht komplett überzeugen können. Selbstverständlich braucht man im höheren Alter sinnvolle Aufgaben. Doch, muss man wirklich mit Mitte 50 beruflich nochmal durchstarten? Das mag ...


Dieses Buch hat mich nicht komplett überzeugen können. Selbstverständlich braucht man im höheren Alter sinnvolle Aufgaben. Doch, muss man wirklich mit Mitte 50 beruflich nochmal durchstarten? Das mag in einigen Bereichen wirklich sinnvoll sein. Da, wo es schwer ist, Nachfolger zu finden. Besonders im sozialen Bereich. Wenn es um Menschen geht, mag das höhere Alter sicher von Vorteil sein. Weiterbildungen auch für ältere Jahrgänge sinnvoll. (Pflegerinnen usw.) Auch in anderen Bereichen sind ältere Frauen/Männer hilfreich, da der Erfahrungsschatz enorm ist. Jedoch sollte man, meiner Meinung nach, jüngeren ehrgeizigen Menschen den Weg ebnen. Den Erfahrungsschatz einfach weiter vermitteln. Nicht mehr die Nummer eins sein wollen. Ich denke, mit dieser Meinung stehe ich ziemlich allein da. Ich denke gerade an die Queen ….. ?

Wie die eine oder andere Lebenskrise bewältigt worden ist, fand ich interessant. Die Passagen über das ältere Aussehen bodenständig. Die direkte Art der Autorinnen hat mir gefallen. Bei dem Thema Erotik nehmen sie kein Blatt vor den Mund. Es war schon interessant, vom Frontalhirn-Sex und Stammhirn-Sex zu erfahren. Wenn die Eltern sterben! Ja, das ist wirklich einer sehr emotionaler Lebensabschnitt. Es verändert das ganze Leben.

Die vielen Fallbeispiele konnten mich nicht fesseln. Solche Begebenheiten kann man in sämtlichen Klatschzeitungen lesen.

Erwähnenswert sind die die wunderschönen Zitate bei jedem Kapitelanfang. Die Kapitel, in denen sich Ärzte zu Wort melden, enthalten hilfreiche Infos.

Der flüssige Schreibstil lässt einem das Buch sehr schnell lesen. Es birgt nicht viel Neues; jedoch ist der eine oder andere wertvolle Tipp enthalten. Wer nicht vor hat, mit Anfang- mitte 50 beruflich durchzustarten, wird eine Zeit lang von dem Buch genervt sein.

Geschmäcker sind verschieden. Meinen hat dieses Buch nur bedingt erreicht. Ich starte nochmal richtig durch! Hobbymäßig!



>>Das Alter, das man haben möchte, verdirbt das Alter, das man hat.<< (Pos. 344, 11% auf dem Reader) @Paul Heyse

Die Antwort einer Frau auf eine Frage, worauf sie besonders stolz ist. >>Auf meine Kinder nicht – die habe ich ja nicht gemacht, sondern sie sich selbst, und sie haben allen Grund, auf sich stolz zu sein.<<

Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber man muss es vorwärts leben.<< (Pos.2525, 84% auf dem Reader)

Danke Christiane Hastrich – Barbara Lueg.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Zu viele Ungereimtheiten und platte Dialoge

Der Lehrer – Will er dir helfen oder will er deinen Tod?
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Nach "Der Freund" habe, habe ich mich sehr auf "Der Lehrer" gefreut. Leider konnte mich diese Geschichte nicht überzeugen. Warum das so ist, werde ich nun berichten.

Sämtliche Figuren blieben mir fremd, ...


Nach "Der Freund" habe, habe ich mich sehr auf "Der Lehrer" gefreut. Leider konnte mich diese Geschichte nicht überzeugen. Warum das so ist, werde ich nun berichten.

Sämtliche Figuren blieben mir fremd, da ich mir keine bildlich vorstellen konnte und ihre Handlungen in keinster Weise für mich nachvollziehbar waren.

Die Mathematiklehrerin Eve Bennett und ihr Mann, der Englischlehrer Nate, führen eine lieblose Ehe. Warum das so ist, hat sich mir am Ende erschlossen.

Die 16-jährige Addie umgibt ein Geheimnis, welches sie in der Schule zum Mobbingopfer macht. Einzig der Englischlehrer Nate bringt ihr Wertschätzung entgegen. Sie hegen beide eine große Leidenschaft für die Dichtkunst.

Ich weiß, in der Schule ist Mobbing nicht selten. Addie wurde jedoch so öffentlich attackiert, dass ich mir die Passivität der Lehrerschaft nicht erklären konnte. Egal was sich in der Vergangenheit ereignet hat, rechtfertigt dieses Verhalten, gegenüber einer Schutzbefohlenen, nicht.

Die Dialoge empfand ich als ziemlich steif und manche Sätze waren unglücklich formuliert.


>>Ich bin überrascht, Mr. Bennett hinter mir stehen zu sehen. Ich schätze, er musste auch auf die Toilette. Ich wusste, dass wir dieselbe Wellenlänge haben. << Seite 130.
War das von der Autorin so gewollt; oder handelt es sich um eine unglückliche Übersetzung? Soll mit dieser Aussage die Naivität eines jungen Mädchens unterstrichen werden?

Sämtliche Geschehnisse kommen konstruiert und unglaubwürdig daher. Für mich muss in einem Buch nicht immer alles nachvollziehbar sein, aber hier waren es mir entschieden zu viele Ungereimtheiten. Besonders das Ende verlief mir zu reibungslos und unlogisch. Nur eine Sache hat mich dann doch positiv überrascht, die ich natürlich nicht verrate. Von "Der Freund" war ich begeistert. "Der Lehrer" konnte mich nicht überzeugen. Jetzt bin ich gespannt, ob es "Die Kollegin" kann.

Was ich jedoch wieder als sehr positiv empfand, dass sich auch dieses Buch, trotz meiner Kritikpunkte, gut weglesen ließ. Durch Freida McFaddens Bücher rast man förmlich.

Danke Freida McFadden.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Konnte mich leider nicht überzeugen

Water Moon
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Meine Meinung
🌕

Im Herzen von Tokio betreiben Hana und ihr Vater Toshio ein Pfandhaus, bei dem keine üblichen Wertgegenstände verpfändet werden und das nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Es verbirgt ...

Meine Meinung
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Im Herzen von Tokio betreiben Hana und ihr Vater Toshio ein Pfandhaus, bei dem keine üblichen Wertgegenstände verpfändet werden und das nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Es verbirgt sich hinter der Tür eines Ramen-Restaurants.

🌕

Nachdem Hana das Pfandhaus übernimmt, findet sie dieses an ihrem ersten Tag in totalem Chaos vor und ihr Vater ist unauffindbar. Da erscheint der Wissenschaftler Keishin und macht sich mit ihr auf die Suche.

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Die Idee von einem Pfandhaus, in dem man seine Wünsche und Erinnerungen tauschen kann, fand ich sehr interessant. Bedauerlicherweise hat mich die Umsetzung nicht überzeugen können. Die Hauptfiguren Hana und der Wissenschaftler Keishin haben bei mir kein Kopfkino erzeugt; vielmehr blieben sie mir fremd. Auch alle anderen Person konnten mich nicht berühren.

Die Suche nach Hanas Vater erzeugte bei mir keinerlei Spannung. Die Liebe zwischen Hana und Keishin berührte mich nicht. Insgesamt tröpfelte die Geschichte so vor sich hin, ohne eine Pfütze zu hinterlassen.

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Ich mag Geschichten, die in Japan spielen. "Water Moon" befindet sich auch stellenweise in einer Parallelwelt, was ich normalerweise ansprechend finde; in dieser Geschichte jedoch bei mir keinerlei Interesse weckte.

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Ich ertappte mich immer wieder dabei, dass ich mit den Gedanken total abschweifte und das Gelesene sofort wieder vergessen habe.

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Erwähnenswert ist der originelle Schutzumschlag, aus dem ich ein Origami falten konnte.

Fazit
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Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, da ich gerne Romane lese, die in Japan spielen. Leider konnte mich die Geschichte von Anfang bis Ende nicht abholen. Weder die Liebesgeschichte, noch die Parallelwelt haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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War es für mich und dieses Buch der falsche Zeitpunkt? Die Autorin hat hier sicherlich nichts falsch gemacht. Geschmäcker sind verschieden und "Water Moon" hat bisher schon einige begeisterte Leser*innen gefunden.

Danke, Samantha Sotto Yambao

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Konnte mich leider nicht überzeugen

Dem Sturm entgegen
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Meine Meinung

Konnte mich leider nicht überzeugen.

Ich liebe die Bücher von Cecelia Ahern. Leider konnte mich diese Geschichte nicht überzeugen. Warum das so ist, werde ich noch begründen.

Anfangs ...

Meine Meinung

Konnte mich leider nicht überzeugen.

Ich liebe die Bücher von Cecelia Ahern. Leider konnte mich diese Geschichte nicht überzeugen. Warum das so ist, werde ich noch begründen.

Anfangs konnte mich das Geschehen in seinen Bann ziehen, da es etwas Geheimnisvolles hat, nachts auf einer verregneten Bergstraße mit dem Auto unterwegs zu sein.

Nach einem nächtlichen Hausbesuch fährt Enya unter schwierigsten Bedingungen nach Hause. Starker Regen erschwert ihr die Sicht, und ein Taxifahrer hält sie auf. Vor dem Taxi liegt ein 15-järiger Junge und muss von Enya reanimiert werden. Der Taxifahrer beteuert immer wieder, dass nicht er den Jungen angefahren hat.

Enya fühlt sich sofort mit dem Unfallopfer verbunden, da er im gleichen Alter wie ihr eigener Sohn Finn ist und einen ähnlichen Kleidungsstil hat. Der Junge überlebt und Enya stellt ihre gesamte Lebenssituation in Frage. Sie verlässt ihren Mann und die gemeinsame Hausarztpraxis, um ganz von vorne anzufangen und die Arztpraxis eines pensionierten Hausarztes auf dem Land zu übernehmen.

Ich wusste nicht, was ich von Enya halten sollte. Dass sie mit ihrem Ehemann nicht mehr glücklich war, konnte ich gut nachvollziehen. Er gab ihr keinerlei Herzenswärme und hielt auch den gemeinsamen Sohn Finn von ihr fern - besonders nachdem sie ihn verlassen hatte.

Als sie zwölf Jahre alt war, ertrank ihre Mutter im Meer - mit47 Jahren. Seither lebt Enya in der Überzeugung, im selben Alter wie ihre Mutter sterben zu müssen - und das bereits in einem Jahr.

Stellenweise konnte ich kaum glauben, dass dieses Buch von Cecelia Ahern geschrieben wurde. Mir fehlte die Emotionalität, die ihre Bücher normalerweise zu einem schönen Leseerlebnis macht. Vieles erschien mir unlogisch und völlig an den Haaren herbeigezogen. Ich konnte wirklich nicht nachvollziehen, warum eine Ärztin eine so starke Verbundenheit zu einem Unfallopfer verspüren sollte – selbst dann nicht, wenn es sie an ihren eigenen Sohn erinnert. Überhaupt fehlte es ihr auch im weiteren Verlauf an der Professionalität, die man von einer Ärztin erwarten würde. Der Klappentext verspricht Wärme und Klugheit, die ich jedoch beide vermisst habe.

Ein Wunschbaum sollte etwas Mystik in die Geschichte bringen, was jedoch nur bedingt gelungen ist – zumal sie den Baum fällen lassen wollte, nachdem sie in das Haus ihres Vorgängers eingezogen war. Sie betrachtete ihn als gärtnerischen Unfall.

Die Dialoge fand ich oftmals ziemlich platt und unlogisch.

>>Es ist schön, dass sie sich Zeit für ein Treffen genommen haben<<, sagt er. Nach einem Kompliment klingt das nicht. - Ca. Seite 162 auf dem Reader .

Ich weiß nicht, ob es sich um Übersetzungsfehler handelt, aber mit diesem Satz konnte ich absolut nichts anfangen. Unglückliche Formulierungen tauchen immer wieder auf.

Im letzten Drittel haben ungeahnte Wendungen für mehr Spannung gesorgt. Das Ende hatte ich so nicht erwartet.

Fazit

Unglückliche Formulierungen und eine nervige Hauptfigur haben meinen Lesefuss gestört. Allen Charakteren fehlt die Authentizität - keiner wirkt wirklich glaubwürdig.

Eine Empfehlung kann ich nicht aussprechen. Wer Cecelia Aherns Bücher kennt, könnte bei "Dem Sturm entgegen" enttäuscht sein. Das ist natürlich Geschmackssache.

Danke Cecelia Ahern

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