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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.09.2018

Der will nur spielen...

Zoo
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Mal etwas ganz anderes dachte ich - und ich wurde nicht enttäuscht. Denn dies ist sicher kein gewöhnlicher Thriller mit einem Mörder und einigen Ermittlern etc. Es geht eher in die Richtung Dystopie, obwohl ...

Mal etwas ganz anderes dachte ich - und ich wurde nicht enttäuscht. Denn dies ist sicher kein gewöhnlicher Thriller mit einem Mörder und einigen Ermittlern etc. Es geht eher in die Richtung Dystopie, obwohl es doch irgendwie in der Gegenwart spielt. Also irgendwie schwer zu erklären...

Auf jeden Fall verhalten sich auf einmal alle Tiere merkwürdig. Sie arbeiten zusammen, scheinen sich irgendwie abzusprechen und greifen Menschen an. Dass das auf der ganzen Welt passiert wird sehr gut herübergebracht, da man immer wieder an einen anderen Ort springt und dort Menschen begleitet, die von Tieren - egal ob Haus- oder Wildtiere - gejagt werden. Und meistens dabei sterben.

Trotzdem gibt es eine Hauptfigur. Jackson Oz hat sich schon vorher mit dem komischen Tierverhalten beschäftigt und den hier stattfindenden Super-Gau vorhergesagt. Sein eigener Affe, den er aus einem Tierlabor gerettet hat und wie ein Kind bei ihm aufwuchs, wird zum Mörder. Das bringt das Ganze auch auf eine persönliche Ebene und da man Jackson gut verfolgt, hat die Geschichte auch einen roten Faden. Das macht es sehr spannend.

Gut hat mir auch gefallen, dass das Problem nicht innerhalb einiger Tage gelöst wird, sondern es auch Zeitsprünge nach vorne gibt. Dadurch wirkt alles glaubwürdiger, denn natürlich kann man Ursachen für so etwas nicht innerhalb weniger Stunden lösen.

Ein bisschen langatmig war das Buch aber für meinen Geschmack ab und zu schon. Vor allem wenn sich alles wiederholt hat, außer dass die angreifenden Tiere gewechselt haben. Klar kommt man beim Lesen so ein bisschen um die Welt, allerdings sind die dort auftauchenden Figuren nicht wirklich wichtig, sodass es hier nicht in die Tiefe geht, sondern eher die Blutlust des Lesers befriedigt :D Hätte ich nicht so oft gebraucht.

Das Ende war dann für mich ein bisschen drüber: Sehr dramatisch und irgendwie endgültig... Aber es zeigt die Dummheit der Menschheit auf, was auch wieder irgendwie sympathisch war.

Insgesamt hat mir das Buch aber sehr gut gefallen und ich habe es kaum aus der Hand gelegt. Von mir gibt es deswegen 4 Sterne!

Veröffentlicht am 28.09.2018

Alte Dinge...

Die Blütenmädchen
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Ich finde es ja ganz toll, wenn man mit alten Dingen kreativ umgeht, etwas selbst baut oder upcycelt. Leider bin ich selbst viel zu unbegabt, deswegen habe ich mich gefreut, durch die Protagonistin Dafne ...

Ich finde es ja ganz toll, wenn man mit alten Dingen kreativ umgeht, etwas selbst baut oder upcycelt. Leider bin ich selbst viel zu unbegabt, deswegen habe ich mich gefreut, durch die Protagonistin Dafne ein bisschen in diese Welt hineinschnuppern zu können.

Sie ist wirklich eine tolle, sympathische Protagonistin. Sie hat schon vieles im Leben durchmachen müssen, den Krebs besiegt und jetzt endlich die Kraft, sich aus einer Beziehung ohne Zukunft zu lösen. Zurück in ihrer Heimat will sie neu beginnen.

Schon ziemlich schnell kristallisiert sich heraus, dass sie - obwohl eher eine Einzelgängerin - nicht lange allein bleiben wird. Milan wird ja bereits im Klappentext angekündigt, was ich ein bisschen schade fand, da man kaum überrascht wurde. Allerdings ist es schön, wie sich die Beziehung zwischen den Beiden entwickelt. Zumindest am Anfang. Denn hier komme ich auch schon zu einem meinen Kritikpunkte: Es war mir einfach zu viel hin und her. Es sind zwei Erwachsene Menschen, die bereits viel erlebt haben und keine Teenager, die so einen Eiertanz veranstalten müssen. 100 Seiten weniger hätten deswegen dem Buch gut getan, ohne das mir etwas gefehlt hätte. So war es doch mit der Zeit ein bisschen nervig.

Allerdings wird das durch das vermittelte Flair wieder wett gemacht. Denn die Atmosphäre ist von der ersten Seite total schön. Man bekommt richtig Lust, in ein kleines italienischen Dorf zu fahren und durch kleine Antiquitätenläden zu schlendern. Auch wie die beiden Protagonisten die alten Schätze aufarbeiten und etwas Neues entstehen lassen ist einfach super. Von meiner Seite aus hätten noch viel mehr alte Dinge umgearbeitet werden können.

Dafnes Gabe wurde von der Autorin gut eingebaut. Sie nimmt nicht zu viel Raum ein und die Nebengeschichte mit ihren Großeltern ist einfach sehr schön zu lesen, ohne dass sie sich in den Vordergrund spielt.

Nur mit dem Titel werde ich nicht warm, denn eine Beziehung zum Inhalt kann ich irgendwie nicht herstellen.

Insgesamt hat mir das Buch schöne Lesestunden beschert. Von mir gibt es 4 Sterne!

Veröffentlicht am 28.09.2018

Die Vorgeschichte

Run
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Im Hauptbuch geht es um John Wallace, einem Journalisten, der umgebracht werden soll und vor seinem Mörder flüchtet. Wie man bereits hier lesen kann, war er in Afghanistan und hat dort ein Massaker fotografiert, ...

Im Hauptbuch geht es um John Wallace, einem Journalisten, der umgebracht werden soll und vor seinem Mörder flüchtet. Wie man bereits hier lesen kann, war er in Afghanistan und hat dort ein Massaker fotografiert, dass er nicht hätte sehen dürfen. Ohne Beweise glaubt ihm allerdings keiner.

Die Vorgeschichte setzt genau hier an: Der Leser kann die Ereignisse in Afghanistan komplett miterleben. Insgesamt ist es aber eher eine längere Kurzgeschichte, was bei Prequels aber ja üblich ist.

Es war spannend, die Erlebnisse von John Wallace "aus erster Hand" mitzubekommen. Zwar hat man sich beim Lesen von "Pendulum" schon so seine Gedanken gemacht, aber das war nochmal etwas ganz anderes. Kurzweilig, aber dennoch sehr fesselnd, wird über das missglückte Manöver der britischen Armee berichtet. Außerdem wird der Leid eines unnötigen Krieges sehr gut herübergebracht.

Mit dem Hauptbuch Mithalten kann "Run" allerdings nicht. Es ist ganz nett und schon ein Muss, wenn einem "Pendulum" gefallen hat. Das sollte man vorher auch unbedingt gelesen haben, um alles gut nachvollziehen zu können. Allerdings verpasst man auch nicht so viel, wenn man die Vorgeschichte weglässt.

Insgesamt aber eine schöne Idee und sehr kurzweilig, deswegen 4 Sterne!

Veröffentlicht am 21.09.2018

Hüte dich vor dem Einbrecher

Nachts in meinem Haus
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Erstmal ein großes Lob an die Menschen, die den Klappentext verfasst haben: Es wird nämlich nicht zu viel verraten - deswegen werde ich auch nicht zu viel zum Inhalt verraten. Das Cover finde ich allerdings ...

Erstmal ein großes Lob an die Menschen, die den Klappentext verfasst haben: Es wird nämlich nicht zu viel verraten - deswegen werde ich auch nicht zu viel zum Inhalt verraten. Das Cover finde ich allerdings nicht so passend, aber es fällt auf jeden Fall auf.

Das Buch geht sehr gediegen los, man lernt die relevanten Personen kennen und hat so einen sehr leichten Einstieg. Überhaupt hat mir gefallen, dass die Autorin nicht mit Massen an Figuren um sich schmeißt - so kennt man jeden und kommt nicht durcheinander.

Dann kommt es zu der Nacht der Nächte, die im Klappentext angedeutet wird - und auch wenn man als Leser schon eine Vorahnung hat, was passieren wird, wird man doch überrascht. Was dann folgt ist ein sehr spannend aufgebauter Roman, der gut durchdacht ist und der kaum Wünsche offen lässt.

Es handelt sich hier nicht um einen klassischen Thriller, weil es nicht das typische "Finde den Mörder"-Muster gibt. Trotzdem sterben Leute und es wird ermittelt, aber das ist nicht das Hauptaugenmerk des Buches. Es geht viel mehr um die Psychologie dahinter, wie sich Menschen verhalten, wem man trauen kann und wie weit man zu gehen bereit ist. Einfach super!

Ein bisschen ermittelt wird aber dennoch und hier habe ich mich gefreut, auf einen Kommissar zu treffen, den man schon aus vorherigen Büchern der Autorin kennt: Commissario Neri. Er wurde geschickt in die Geschichte mit eingebaut und ich habe mich gefreut, zu erfahren, was bei ihm gerade so los ist. Natürlich muss man aber die anderen Bücher nicht kennen, um diesen Handlungsstrang zu kennen, aber es ist ein Bonus.

Nicht so wirklich überzeugt hat mich das Ende. Zum einen zieht es sich etwas hin, hier hätte ich mit einen schnelleren Abschluss oder noch eine Handlungsschleife gewünscht. Zum anderen ist es irgendwie unbefriedigend, auch wenn es zum gesamten Roman passt.

Insgesamt habe ich einige sehr schöne und spannende Lesestunden mit "Nachts in meinem Haus" verbracht, deswegen gibt es von mir 4 Sterne!

Veröffentlicht am 28.08.2018

Die Vergangenheit holt dich ein...

Heute wirst du sterben - The Teacher
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Dieser Thriller ist wirklich nichts für schwache Nerven! Er beginnt auf den ersten Seiten recht harmlos - aber das erste Mordopfer lässt nicht lange auf sich warten.
Anders als man es von anderen Thrillern ...

Dieser Thriller ist wirklich nichts für schwache Nerven! Er beginnt auf den ersten Seiten recht harmlos - aber das erste Mordopfer lässt nicht lange auf sich warten.
Anders als man es von anderen Thrillern kennt, erhalten die Opfer einen Hinweis und bereiten sich dann schon darauf vor, zu sterben. Am Anfang habe ich mich noch gefragt, warum sie nicht versuchen zu fliehen oder das ganze abzuwenden, anstatt ruhig zu bleiben und dem Tod ins Auge zu blicken - aber mit der Zeit erklärt sich das.

Auch wenn die schauerlichen Mordmethoden nicht über Seiten hinweg beschrieben werden, hatte ich doch ganz schön Gänsehaut. Wer Kinder hat und in dieser Beziehung empfindlich ist, sollte das Buch besser nicht in die Hand nehmen. Denn die Vergangenheit, die die Opfer einholt, ist wahrlich nicht rühmlich.

Ermittelt wird in den Mordfällen von DS Imogen Grey und DS Adrian Miles. Die Beiden tappen im Dunkeln und können lange keine Verbindung zwischen den Toten herstellen, noch erkennen sie ein Motiv. Ein bisschen Privates wird auch eingestreut, aber überlagert den Fall nicht. Das hat mir sehr gut gefallen. Dass die Zwei nicht die typischen Ermittler sind, zeigt sich am Ende. Absolut überraschend und sehr positiv.

Ein Kritikpunkt ist für mich allerdings, dass gerade am Anfang sehr viele Personen und Namen vorkommen. Kaum hat man jemanden kennengelernt, stirbt er auch schon und ich habe mich mehr als einmal gefragt, wer denn jetzt gleich wieder diese Person ist, die gerade aufgetaucht ist. Trotzdem bin ich aber ganz gut mitgekommen, auch wenn ich das ein oder andere Mal zurückblättern musste.

Zwei Charaktere, die man zu Beginn nicht so wirklich einordnen kann, bilden eine Art dritten Handlungsstrang. Dieser hat sich anfangs etwas losgelöst von der eigentlichen Geschichte gelesen, vor allem weil es hier viel um die Vergangenheit ging. Es war fast ein bisschen viel, hat aber am Ende Sinn gemacht und die Geschichte abgerundet.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Kapitel fliegen nur so dahin. Nochmal betonen möchte ich, dass es mir sehr gut gefallen hat, dass die Morde zwar sehr brutal waren, aber vielen dann doch der Phantasie überlassen wurde. Man hat also keine seitenlangen Schilderungen von Blut und Schmerz. Das ist nämlich gar nicht meins.

Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich allerdings der Titel: Auch wenn das erste Mordopfer ein Schuldirektor ist, kann ich sonst keinen Zusammenhang zur Story herstellen. Hier hätte ich mir doch etwas aussagekräftigeres gewünscht.

Insgesamt wurde ich gut unterhalten und der Thriller fällt etwas aus dem üblichen Schema, deswegen von mir 4 Sterne!

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