Profilbild von Judiko

Judiko

Lesejury Star
offline

Judiko ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Judiko über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.09.2018

Kam emotional nicht an den Vorgänger ran

Der Sommer der blauen Nächte
0

Nachdem „Mein schlimmster schönster Sommer“ von Stefanie Gregg, im letzten Jahr, zu meinen Lieblings Roadtrip Romanen gehörte, stand für mich fest, ich muss ihr neuestes Buch auch unbedingt lesen.

Dieses ...

Nachdem „Mein schlimmster schönster Sommer“ von Stefanie Gregg, im letzten Jahr, zu meinen Lieblings Roadtrip Romanen gehörte, stand für mich fest, ich muss ihr neuestes Buch auch unbedingt lesen.

Dieses Mal geht es um die junge Psychologin Jule, die bereits ihren Vater verloren hat und nun, zu Beginn der Geschichte auch ihre Mutter Marie. Gemeinsam mit ihrem Bruder lässt sie die Zeit Revue passieren. Dabei stellen beide fest, dass ihre Mutter zwar sehr liebevoll war, aber nicht immer gedanklich bei ihnen. Da gab es Tage, wo sie sich zurückgezogen hat, um zu malen oder sogar Tage manchmal weg war.

Jetzt, nachdem Marie verstorben ist und nachdem Jule mit ihrem Bruder die Wohnung ausräumt, kommen Fragen auf. Wo zum Beispiel sind die „Blauen Bilder“, eine Serie, die ihrer Mutter so viel bedeutet haben? Wer ist der Mann, der weinend am Grab stand oder auf einem Foto zu sehen ist?

Jule möchte Antworten und reist deswegen an den Ort, wo ihre Mutter sich einst zurückgezogen hatte, – nach Manarola in Italien.

Auf ihrer Reise findet sie nicht nur Antworten, sondern sie findet auch etwas über sich selbst heraus.



Für mich kam dieses Buch leider nicht an den Vorgänger ran.

Ich erkenne zwar die Autorin wieder im Schreibstil, dennoch fehlte mir hier einfach die Prise Humor und das Emotionale.

Am allermeisten hatte ich aber meine Probleme mit Jule. Ich wurde einfach nicht warm mit dem Charakter. Ich fand, dass sie sich oft in Selbstmitleid ertränkt hat. Im Gegensatz zu ihr habe ich z.B. mit einer Patientin von ihr, die eine kleine Rolle in der Geschichte bekam, viel mehr mitgefühlt.

Hinzu kommt, die Geschichte war absolut vorhersehbar. Gleich zu Beginn hatte ich, was Jule betraf, schon eine Ahnung, die sich auch bestätigte.

Am Ende kann ich sagen, dass es zwar eine ganz nette Geschichte über Selbstfindung und Trauerbewältigung war, die mich aber leider nicht emotional gepackt hat, wie durch den Vorgänger erwartet.

Veröffentlicht am 10.09.2018

Gefühlsmäßig konnte mich diese Geschichte nicht so packen wie "Liebe findet uns"

Solange der Fluss uns trägt
0

Eine Liebesgeschichte so kraftvoll und unberechenbar wie das Leben…

Dieser Satz geht dem Klappentext voraus, aus dem wir sonst noch entnehmen, dass Cobb und Mary sich in Maine am Allagash River zum ersten ...

Eine Liebesgeschichte so kraftvoll und unberechenbar wie das Leben…

Dieser Satz geht dem Klappentext voraus, aus dem wir sonst noch entnehmen, dass Cobb und Mary sich in Maine am Allagash River zum ersten Mal treffen. Dort eine gemeinsame Nacht am knisternden Lagerfeuer verbringen, sich das erste Mal unterm Sternenhimmel küssen und sich unsterblich ineinander verlieben.
Doch das Leben stellt diese Beziehung auf eine harte Probe, denn Mary leidet unter einer schweren Krankheit, womit sie Cobb nicht belasten will. Doch Cobb schwört ihr, sie auf ihrem Weg ins Ungewisse zu begleiten.

Nicht, wegen dem wunderschönen Cover und nicht wegen dem vielversprechenden Klappentext wollte ich dieses Buch lesen, sondern auch, weil der Vorgänger „Liebe findet uns“ zu meinen Highlights gehört.

Als das Buch bei mir einzog, war ich ziemlich irritiert, da ich dann erst erfuhr, dass es sich hiermit um den Vorgänger handelte. „Solange der Fluss uns trägt“ erschien bereits vor sieben Jahren unter einem anderen Verlag.

Das zweite Mal war ich irritiert, als ich die erste Seite gelesen habe und feststellte, diese Geschichte beginnt damit, dass der Leser gleich weiß, am Ende ist Mary tot. Das fand ich zu Anfang etwas Schade, aber vielleicht habe ich auch einfach nur etwas anderes erwartet, nämlich, dass die zwei gemeinsam erst einmal kämpfen, bis zum Ende und der Leser die Hoffnung auf Leben behält.

Nun wusste ich also Mary ist tot, ertrunken im Allagash River. Am Ufer steht der sehr verstörte und traurige Cobb. Eine Polizistin nimmt sich seiner an und er erzählt ihr seine Geschichte...

…seine Geschichte über, Thoreau, Bären, Krähen, Schildkröten, den Chungamunga-Girls, Marys Krankheit und die große Liebe zu ihr.

Nun machte die Geschichte wieder einen Sinn, der Autor möchte es also von hinten aufziehen. Aber…

Leider hat mich diese Geschichte nicht so gepackt, wie der Vorgänger. Emotional konnten die Zwei mich nicht überzeugen, auch wenn ich zum Schluss tatsächlich doch noch ein paar Tränchen verdrückt habe. Ganz oft hatte ich das Gefühl, jetzt wird es gut und kurz danach war ich wieder in diesem emotionslosen Runterlesen.

Was ich mir aber komischerweise sehr gut vorstellen könnte, dass diese Geschichte sich hervorragend eignet verfilmt zu werden. Ich hatte oft den Gedanken, dass ich fand, diese Szene würde visuell besser rüber kommen. Normalerweise gefallen mir in der Regel aber die Bücher besser. Hier könnte ich mir aber tatsächlich eine Ausnahme vorstellen.

Wer glaubt, mit diesem Buch wieder so eine schöne Geschichte zu finden, wie „Liebe findet uns“, den muss ich leider enttäuschen. Man erkennt zwar den Autor wieder, aber die großen Gefühle flackern nur kurz und oberflächlich auf. Am Ende kamen sie dann wenigstens doch noch etwas mehr, wie gesagt…

am Ende!

Veröffentlicht am 31.08.2018

Spannender Anfang, spannendes Ende, aber in der Mitte gab es noch Luft nach oben

Die im Dunkeln
0

Jede Minute zählt, jede Minute kann tödlich sein…

Dies könnte der Auftakt einer neuen Thriller Reihe sein, wo die FBI Expertin Elsa Meyers ermittelt.

Sie ist eine junge Frau, dessen Vater im Sterben ...

Jede Minute zählt, jede Minute kann tödlich sein…

Dies könnte der Auftakt einer neuen Thriller Reihe sein, wo die FBI Expertin Elsa Meyers ermittelt.

Sie ist eine junge Frau, dessen Vater im Sterben liegt und ihre Mutter bei einem Einbruch ermordet wurde. Gemeinsam mit ihrer Schwester und dessen Tochter hüten sie das Krankenbett des Vaters, bis eines Tages wieder ein junges Mädchen als vermisst gemeldet wird.

Nur ungern verlässt Elsa den Vater, doch als ein neuer Kollege ihre Hilfe braucht ist sie zur Stelle.

Vermisst wird die fast 18jährige Ruby. Nach ersten Ermittlungen weiß Elsa, dass Ruby nicht einfach nur weggelaufen ist, sondern scheinbar entführt wurde, wie bereits häufig Mädchen, in letzter Zeit. Junge Mädchen, von denen immer noch jede Spur fehlt.

Zeitgleich in einer Höhle im Wald. 3 Mädchen starren ängstlich auf eine Werkzeugkiste.

Diese Geschichte begann mit einem spannenden Prolog, der Raum für Fantasie ließ.

Danach lernten wir Elsa kennen. Sie hat wie viele andere Ermittlerinnen, aus Serien, auch ihre ganz eigene Geschichte. Grundsätzlich gefällt mir so etwas gut, denn dadurch fühlt man sich mit der Hauptprotagonistin mehr verbunden. Zu Anfang war es auch so, doch beim Fortschreiten der Story, gab es einige Szenen um Elsa, die mich ein bisschen verwirrt haben. Ich wusste nicht mehr wirklich, ob es mir gefällt oder nicht. Die Autorin hat natürlich dadurch versucht, den Leser auf eine andere Fährte zu locken, ihn in die Irre zu führen, aber wenn man so sehr darüber grübelt, dass man das Gelesene nochmal lesen muss, ist das natürlich nicht so gut.

Das hat mich auch am meisten an der Geschichte gestört, dass es Szenen gab, die mich so manches Mal verwirrt haben und ich nicht so richtig den Zusammenhang mehr verstanden habe, der sich aber zum Ende hin dann endlich aufgeklärt hat. Dazwischen habe ich mich leider oft ablenken lassen, wegen des Wechsels der Szenerie, wo man nicht wusste, wer das nun ist.

Grundsätzlich möchte ich das Buch jetzt nicht schlecht werten, denn es hat einen angenehmen Schreibstil und macht auch Spaß ein bisschen mitzufiebern, ob Elsa es schafft gegen die Zeit anzukämpfen.

Also, ein guter 3 Sterne Thriller, wo noch ein bisschen Luft nach oben wäre.

Veröffentlicht am 27.08.2018

Für mich ihr schwächster Roman bisher

Wie heiß ist das denn?
0

Wie heiß ist das denn?

Drei Frauen, drei Generationen ganz viel Liebe und jede Menge Missverständnisse.

In dem neuen Roman von Ellen Berg, die übrigens zu meinen „Must read“ Autorinnen gehört, geht ...

Wie heiß ist das denn?

Drei Frauen, drei Generationen ganz viel Liebe und jede Menge Missverständnisse.

In dem neuen Roman von Ellen Berg, die übrigens zu meinen „Must read“ Autorinnen gehört, geht es um die 44jährige Bea, die sich ein paar Gedanken bezüglich ihres Alters macht.

Da gibt es Tage, da fühlt sie sich jung und knackig, vor allem wenn ihr On/Off Freund Fred es gerade mal wieder gut mit ihr meint und da gibt es Tage, da melden sich Hitzewellen und Stimmungsschwankungen an.

Ein schlechter Tag kommt gleich zu Beginn der Geschichte, als der Versöhungssex mit Fred sich als endgültiger Abschiedssex herausstellt. Der Moment, wo Bea sich schwört, dieses ganze Beziehungsgedönse besser sein zu lassen. Wenigstens erstmal für eine gewisse Zeit, um „die“ dann lieber mit ihrer 19jährigen Tochter und ihrer Mutter zu verbringen.

Doch als genau die Zwei jeweils mit einem neuen Freund auf Beas Geburtstagsparty erscheinen, zieht es Bea immer weiter runter, denn die neuen Lover der Zwei sind genauso alt wie Bea selbst.

Völlig vor den Kopf getroffen, versteht sie die Welt nicht mehr. Ab nun heißt es, wie sie es schafft, Omma von der rosa Wolke zu holen und den neuen Freund der Tochter zu vergraulen, denn so ein alter Knacker kann es wohl nicht ernst mit ihr meinen.

Circa zweimal im Jahr erscheint ein neuer Ellen Berg und wie immer bin ich ganz gespannt darauf, was die Autorin sich dieses Mal hat einfallen lassen. Der Klappentext klang schon mal vielversprechend.
Leider konnte mich diese Geschichte nur mittelmäßig überzeugen. Ich fand sogar, dass es ihr schwächstes Buch bisher war.

Den Einstieg war wie gewohnt noch gut, doch danach war die Story eher zäh. Ab Seite 200 nahm die Geschichte dann aber, Gott sei Dank, wieder Fahrt auf.

Zu dem Schreibstil muss man nicht mehr viel sagen, da sprechen meine einleitenden Sätze für sich.

Aber woran lag es jetzt vor allem, dass mich diese Geschichte nicht wirklich begeistern konnte?

Zuerst die zähen Stellen im Mittelteil, wo die Geschichte für mich nicht voran ging und zum Zweiten, die Tochter mit ihrem Freund. Mit den Beiden konnte ich so gar nicht warm werden. Ich glaube auch nicht, dass Ellen Berg sich mit der Ausdrucksweise der Tochter einen Gefallen getan hat. Dieses Englischgequatsche hat mich genervt und ich bin der Meinung, dass Zwanzigjährige heute auch nicht so extrem so sprechen, nach dem Motto „Keep Calm & enjoy your Life, Mum“. Stellen, wo ich regelmäßig die Augen verdreht habe. Das hatte auch nichts mehr mit dem Humor von Ellen Berg zu tun.
Zum Dritten fehlten mir einfach die gewohnten Fettnäpfchen. Gerade dieses Fremdschämen liebe ich so in ihren Romanen.

Nun gut, - Geschmackssache, aber abschließend kann ich sagen, dass man ihr neuestes Buch lesen kann, aber nichts versäumt, wenn man es nicht getan hat. Sie hat so viel bessere Stories in ihrem Repertoire!

Veröffentlicht am 11.08.2018

Eine ganz nette Geschichte, die für mich, wesentlich besser hätte herausgearbeitet werden können

Wir beide, nach all den Jahren
0

„Wir beide, nach all den Jahren“, klingt, wenn man sich den Klappentext anschaut, absolut nach einer Geschichte für mich.

Es geht um die junge Flawie, die an einem Dienstagabend, in ihrem Briefkasten, ...

„Wir beide, nach all den Jahren“, klingt, wenn man sich den Klappentext anschaut, absolut nach einer Geschichte für mich.

Es geht um die junge Flawie, die an einem Dienstagabend, in ihrem Briefkasten, einen alten Brief vorfindet, mit einem Anschreiben der Post, die sich für die späte Zusendung entschuldigen möchten.

Allerdings ist der Empfänger eine Amélie und der Brief schön 43 Jahre alt. Was soll Flawie nun damit tun?
Amélie wohnt schließlich längst nicht mehr hier.

Sie ist zu neugierig und öffnet ihn. In dem Brief geht es um einen jungen Mann, der Amélie bittet alles hinter sich zu lassen, um mit ihm gemeinsam ein neues Leben zu beginnen. Unterzeichnet mit…

…Ich liebe dich, Dein E.

Nachdem dieser Brief wohl nie Amélie erreicht hat, macht Flawie sich auf die Suche nach ihr und den geheimnisvollen „E“.

Wie ich bereits zu Beginn schon erwähnte, waren meine Erwartungen hoch, hier eine Geschichte zu finden, wofür ich Taschentücher brauche.

Allerdings blieben die Tränen aus. Lediglich einen kleinen Kloß im Hals, hatte ich zum Schluss.

Der Schreibstil war zwar leicht und flüssig, wie ich es mag, aber die Geschichte war mir an manchen Stellen einfach nicht spannend genug und plätscherte ein wenig vor sich hin.

Ich mochte vor allen die Kapitel wo es um die Suche von Amélie und „E“ ging. Meistens jedoch ging es um Flawie und um ihre Liebe. Was auch nett war, aber der Drang, zu erfahren, was damals wirklich geschehen ist und ob das Schicksal die beiden tatsächlich nochmal zusammen bringt, war einfach größer.

Wenn ich jetzt die Geschichte Revue passieren lasse, kann ich sagen, sie hatte einen guten Start, der Mittelteil war eher mittelmäßig und das Ende war zwar schön, kam aber dann ziemlich abrupt.

Alles in allem kann ich sagen, es war eine ganz nette Geschichte, die für mich wesentlich besser herausgearbeitet hätte werden können, sodass auch bei mir kein Auge trocken geblieben wäre.