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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2018

KOnrad von Velten ermittelt wieder

Aberglaube und Geschäfte
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Im dritten und letzten Band der Trilogie rund um Konrad von Velten kommt es zum großen Showdown zwischen Konrad und seinem erklärten Feind Martin von Kaltenburg. Doch bis dahin ist der Verbrecher dem Advokaten ...

Im dritten und letzten Band der Trilogie rund um Konrad von Velten kommt es zum großen Showdown zwischen Konrad und seinem erklärten Feind Martin von Kaltenburg. Doch bis dahin ist der Verbrecher dem Advokaten immer mindestens einen Schritt voraus. Martins kriminelle Machenschaften machen vor nichts und niemandem Halt.

Meine Meinung:

Der Titel irritiert ein wenig. Ich habe mir etwas anderes erwartet: Korrupte Geistliche, Reliquienhandel oder ähnliches. Meistens werden die Titel und Titelbilder vom Verlag vorgegeben und Autoren haben hier wenig Mitspracherecht.

Susanne Gantert lässt Martin wieder ein engmaschiges Netz von Intrigen spinnen, indem sich auch honorige Bürger und einfache Menschen verstricken. Trotz seiner Verunstaltungen durch den Brand im Roten Kloster hat Martin wenig von seinem einlullenden Charme verloren und umgarnt die einsame Annabelle. Er macht sie zu einem willfährigen Instrument seiner Rache genauso wie die enttäuschte ehemalige Geliebte von Konrad.

Konrad ist für mich diesmal nicht der toughe Ermittler. Er ist vielmehr mit sich selbst und seinen Liebschaften beschäftigt, sodass er nicht so scharfsinnig wie sonst agiert.
Dass es trotz allem gelingt, Martin von Kaltenburg das Handwerk zu legen, ist vor allem Martins Halbschwester Laura und der abermals entführten Kaufmannstochter Elise zu verdanken.

Fazit:

Ein spannender historischer Krimi, der Machtgier, Intrigen und verwundete Seelen zum Thema hat. Gerne gebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 19.08.2018

Ein gutes Sachbuch

Welten der Antike
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Dieses Buch versucht dem Leser die längst vergangenen Welten der Antike näherzubringen. Und zwar nicht isoliert, wie wir die Geschichte des antiken Griechenlands, Roms und China kennen, sondern im Zusammenhang. ...

Dieses Buch versucht dem Leser die längst vergangenen Welten der Antike näherzubringen. Und zwar nicht isoliert, wie wir die Geschichte des antiken Griechenlands, Roms und China kennen, sondern im Zusammenhang. Im Allgemeinen sind ja Griechenlands und Roms antike Welten bekannt, von China weiß der geneigte Leser schon ein bisschen weniger.

Dieses Buch zeigt deutlich, dass die Zeit der Antike eine Epoche der wechselnden Herrscher und Herrschaftssysteme sowie der Territorialkriege war. Sie war brutal, kriegerisch und dennoch war Zeit philosophische Werke hervorzubringen.

Meine Meinung:

Der britische Altertumsforscher Michael Scott hat den Versuch gewagt, die antiken Weltreiche Griechenlands, Roms und Chinas miteinander zu vergleichen. Dabei hat er Gemeinsamkeiten und Unterschiede festgestellt.

Das Buch, das mehr als 500 Seiten umfasst erfordert vom Leser Konzentration und einiges geschichtliches Interesse und Vorwissen. Das eine oder andere wird wohl nachgeschlagen werden. Scotts Werk ist detailreich und wird immer wieder durch Anekdoten und Mythen ergänzt.

Einigen Lesern wird der Schreibstil dennoch zu trocken bzw. zu faktenlastig sein.

Fazit:

Ein sehr detailliertes, gut recherchiertes Sachbuch über eine längst vergangene Zeit. Nichts für zwischendurch.

Veröffentlicht am 19.08.2018

Fesselnder Agenten-Thriller

Sibirien-Transfer
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Man schreibt den Herbst des Jahres 1918. Die Zarenfamilie ist längst ermordet, der Bürgerkrieg zwischen roten und weißen Truppen wird mit erbitterter Härte geführt. Der Große Krieg, wie der Erste Weltkrieg ...

Man schreibt den Herbst des Jahres 1918. Die Zarenfamilie ist längst ermordet, der Bürgerkrieg zwischen roten und weißen Truppen wird mit erbitterter Härte geführt. Der Große Krieg, wie der Erste Weltkrieg damals bezeichnet wird, ist zu Ende und drei große Dynastien Europas gestürzt. Die diversen Geheimdienste müssen sich ebenfalls neu ausrichten …

Da taucht das Gerücht auf, das Gold des Zaren sei auf einen Eisenbahnzug verladen worden und irgendwo zwischen St. Peterburg und dem Ural verschollen. Nun jagen alle den sagenumwobenen Eisenbahnzug, der die wertvolle Fracht enthalten soll.

Oliver Quinn, ein englischer Geologe, der einst für einen russischen Fürsten ein Gutachten über dessen Goldmine verfasst hat, wird in die Suche nach dem Schatz hineingezogen. Quinn gerät zwischen alle Fronten und weiß nicht mehr, wem er vertrauen kann. Manchmal trügt der Schein und ein Feind entpuppt sich zwar nicht unbedingt als Freund, doch zumindest nicht als Verräter, während Freunde ihre eigene Suppe kochen und Oliver nach dem Leben trachten.


Meine Meinung:

Ein brillant erfundener Thriller vor dem Hintergrund des russischen Bürgerkriegs. Hauptdarsteller in dieser packenden Story ist neben dem russischen Winter und den diversen Wirrköpfen, die nur das Gold vor Augen haben, die Transsibirische Eisenbahn.

Wie lässt schon Geheimrat Goethe Margarethe in „Faust, der Tragödie Erster Teil“ so treffend sagen:

„Nach Golde drängt,
Am Golde hängt doch alles
Ach wir Armen“

Der Schreibstil ist packend, mancher Charakter ist ein wenig klischeehaft. Doch das macht gar nichts. Agententhriller gehören zur Unterhaltungsliteratur. Und gut unterhalten hat mich das Buch jedenfalls.

Veröffentlicht am 09.08.2018

Ein ernstes Thema humvorll betrachtet

Scharfstellung
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In diesem Sachbuch richtet die Sexual- und Paartherapeutin Heike Melzer ihren Fokus auf das geänderte Sexualverhalten der Menschen.

Ständig verfügbare sexuelle Inhalte von Internetseiten stellen ein ...

In diesem Sachbuch richtet die Sexual- und Paartherapeutin Heike Melzer ihren Fokus auf das geänderte Sexualverhalten der Menschen.

Ständig verfügbare sexuelle Inhalte von Internetseiten stellen ein Überangebot dar, dem viele Menschen überfordert gegenüberstehen. Die Inhalte von Pornos werden für bare Münze genommen und ein natürliches Verhalten als unzulänglich empfunden. Bei manchen entwickelt sich eine regelrechte verhaltensabhängige Sucht (ähnlich wie Spiel- oder Kaufsucht), der schwer beizukommen ist.

Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche, die (trotz aller Jugendschutzbestimmungen) mehr oder weniger heimlich Pornos auf Smartphone & Co sehen. Dadurch erhalten sie ein verzerrtes Bild der Sexualität, das ihnen in ihrer Zukunft möglicherweise Schwierigkeiten bereitet.

Die Autorin spricht mit Augenzwinkern über dieses Problem, das sie in ihrer Praxis immer häufiger antrifft.

Ein kleiner Exkurs in die Suchtprävention erklärt die Zusammenhänge. Echte Lösungsansätze können natürlich nicht angeboten werden. Dennoch ist das Buch empfehlenswert, weil es einige Dinge wieder ins rechte Lot rückt.

Veröffentlicht am 09.08.2018

EIn rasanter Agententhriller im geteilten Berlin

Die Watson Legende
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Für diesen Thriller begeben wir uns in das Jahr 1964 in das durch die Mauer geteilte Berlin. Es sollen heimlich jeweils ein Agent von Ost nach West ausgetauscht werden.

Der mit der Aktion beauftrage ...

Für diesen Thriller begeben wir uns in das Jahr 1964 in das durch die Mauer geteilte Berlin. Es sollen heimlich jeweils ein Agent von Ost nach West ausgetauscht werden.

Der mit der Aktion beauftrage Carl Janson ist ein kühler Kopf, der keinen Lustgewinn am Töten findet. Dennoch ist er ein Spezialist in seinem Metier. Er tötet schnell, meist lautlos des schnöden Mammons zuliebe und, weil er nichts anderes gelernt hat. Immerhin sind seine Eltern ebenfalls Geheimagenten für die „Organisation“ gewesen und bei einem feigen Bombenanschlag, den man den Nazis zurechnet, ums Leben gekommen. Und Watson, der Mann, der den kleinen verwaisten Carl wie einen Sohn aufgezogen hat, ist ebenfalls Spion. Dummerweise steht dieser auf einer anderen Seite, nämlich nur auf seiner eigenen und hat deswegen die „Organisation“ für seine Zwecke unterwandert. Und so beginnt bei Carls aktuellem Auftrag in der geteilten Stadt Berlin ein Katz-und-Maus-Spiel, das Carls Weltbild gehörig ins Wanken bringt, muss er doch mit den verhassten Alt-Nazis zusammenarbeiten.


Meine Meinung:

Der Agententhriller ist, wie für das Genre üblich, rasant geschrieben. Von einer Verfolgungsjagd in die andere, Kugel pfeifen den Protagonisten und dem Leser um die Ohren. Man prügelt sich und Dutzende Menschen sterben. Ich höre förmlich die Wirbelsäulen knacken, wenn dem Gegner das Genick gebrochen wird und habe den metallischen Geschmack von Blut auf den Lippen.
Natürlich dürfen schöne Frauen nicht fehlen. Die Venusfalle - ein Trick, der so alt ist wie die Geheimdienste selbst. Und es zeigt sich, jeder Mensch ist erpressbar.

Im Dunstkreis der unterschiedlichen Geheimdienstorganisationen ist Carl ein richtiger Sympathieträger. Er behandelt Frauen respektvoll, schreckt aber vor konsequentem Handeln nicht zurück. Die anderen Agenten von West und Ost handeln recht vorhersehbar und stereotyp. Aber wahrscheinlich sind die unteren Chargen wirklich einfach gestrickt und haben Lust am Foltern und Töten.

Da einem Teil der Bösewichte die Flucht gelingt, ist ein Nachfolger zu erwarten.

Der Schreibstil ist dem Genre angepasst. Feine Ironie ist hier vergeudete Liebesmüh‘. Wenn fein, dann eine feine, aber scharfe Klinge.
Gut gefällt mir, dass historische Personen sowie Zahlen, Daten, Fakten ihren Niederschlag finden. Wer Berlin kennt, wird die eine oder andere Straße wiedererkennen. Der „Kalte Krieg“ hat auf allen Seiten viele Opfer gefordert.

Fazit:

Ein rasanter Agententhriller, der mit einem Cliffhänger endet, sodass ein Nachfolgeband wohl in absehbarer Zeit zu erhalten sein wird.