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Veröffentlicht am 13.09.2018

Diese Reihe hat das Zeug zum Highlight

Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern
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Inhalt:

In England gibt es Leute mit „Geschick“, also mit besonderen Fähigkeiten und ganz normale Menschen. Während der magische Adel das Land regiert, müssen die anderen zehn Jahre Sklavenarbeit leisten.

Lukes ...

Inhalt:

In England gibt es Leute mit „Geschick“, also mit besonderen Fähigkeiten und ganz normale Menschen. Während der magische Adel das Land regiert, müssen die anderen zehn Jahre Sklavenarbeit leisten.

Lukes Eltern haben sich überlegt, dass sie gemeinsam mit ihren drei Kindern diese Zeit auf dem Anwesen der mächtigen Familie Jardine abdienen wollen. Doch dann geht etwas schief und sie werden von Luke getrennt. Dieser muss in der Sklavenstadt Millmoor in einer Fabrik arbeiten und erlebt dort hautnah mit, was es bedeutet ganz unten in der Hierarchie zu stehen.

Doch auch im Herrenhaus der Jardines läuft nicht alles reibungslos. Der Vater und seine drei Söhne haben alle ihre Eigenheiten und verfolgen ihre eigenen Ziele. Ein paar Sklaven zählen da nur zu den Kollateralschäden, die man auf dem Weg nach oben eben in Kauf nehmen muss. Und Lukes Schwestern Abi und Daisy geraten unweigerlich in die Schusslinie … .

Meine Meinung:

Als ich das erste Mal von diesem Buch las, war für mich sofort klar, dass ich es lesen muss. Für mich klang es nach einer spannenden, aber auch tiefgründigen Geschichte und so stürzte ich mich sofort in dieses Abenteuer.

Das Buch beginnt sofort sehr aufregend. Es wird aus der Sicht einer Person erzählt, die nirgendwo im Klappentext vorkommt, deshalb war ich umso neugieriger, was es damit wohl auf sich haben würde. Am Ende des Prologs kann man diesen zwar etwas einordnen, weiß aber immer noch nicht, was wirklich dahinter steckt, was dazu führt, dass man noch gespannter auf alles ist, was noch kommen wird.

Danach taucht man in Lukes Leben ein und erlebt hautnah mit, wie seine Eltern sich zu der Entscheidung durchringen, die Sklavenzeit gemeinsam abzuleisten. Sofort wird klar, dass die Familienmitglieder trotz kleiner Reibereien doch sehr miteinander verbunden sind. Es gefiel mir sehr gut, dass sich diese Geschichte einmal um eine komplette Familie dreht. Zwar geraten die Eltern im Laufe des Buches dann doch etwas in den Hintergrund, aber zumindest gibt es sie hier einmal, was in vielen anderen Büchern nicht der Fall ist, da sich da meist alles um eine einzelne Person dreht oder die Eltern ganz plötzlich ins Nirvana verschwinden. Jedenfalls mochte ich die einzelnen Familienmitglieder auf Anhieb, auch wenn sie anfangs noch etwas „unentwickelt“ sind. Luke ist auf jeden Fall noch sehr unbedarft. Er hat zwar im Geschichtsunterricht von all den Geschehnissen die zur Sklavenzeit geführt haben, gehört, aber das scheint für ihn ewig weit weg zu sein. Seine ältere Schwester Abi macht sich dagegen sehr viele Gedanken darum. Sie scheint sehr vernünftig zu sein und sich für ihre jüngere Geschwister verantwortlich zu fühlen. Daisy ist ein fröhliches, kleines Mädchen, das mit der Ungerechtigkeit noch nicht wirklich in Berührung gekommen ist und deshalb sehr unvoreingenommen an das Ganze herangeht. So treten die drei eigentlich mit ganz unterschiedlichen Erwartungen an die Sklavenzeit heran, was ich persönlich sehr interessant fand. Ich hätte ja wirklich enorm viel Angst vor dem Antritt, egal, wohin man mich stecken würde.

Überhaupt fand ich die Idee mit der Sklavenzeit sehr spannend, aber auch gruselig. So weit entfernt ist dieser Gedanke gar nicht, dass Leute, die anders sind, ausgegrenzt und zu niederen Arbeiten gezwungen werden, all ihre Rechte verlieren und nur noch als „Ware“ gelten. Es war richtig erschreckend, das zu lesen, gleichzeitig finde ich es gut, wenn dieses Thema in ein aktuelles Buch verfrachtet und durch eine neue spannende Handlung ergänzt wird. So kann man sich mit diesem Thema einmal auf andere Weise auseinandersetzen.

Doch auch die Idee mit dem Geschick gefiel mir sehr gut. Es gibt Menschen, die besondere Fähigkeiten haben, die unterschiedlich stark ausgeprägt sind und unterschiedliches bewirken. Interessant ist, dass selbst die Mitglieder nicht genau wissen, wie das Ganze vererbt wird und was es mit dem Geschick wirklich auf sich hat. Dadurch kommt noch einmal eine andere Problematik in die Geschichte und es dreht sich nicht nur alles um die Menschen, die Sklavenarbeit leisten müssen.

Das wird zusätzlich noch dadurch verstärkt, dass das Buch aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. So kann man quasi am Leben und an den Einzelschicksalen teilhaben und auch, wenn der Schreibstil immer in der dritten Person bleibt, ist man doch irgendwie hautnah dabei und kann die Gedanken, Gefühle und Handlungen der Personen nachvollziehen oder manchmal eben auch nicht, aber das ist dann auch so gewollt.

Für mich war die Geschichte von Anfang bis Ende durchgehend spannend. Man muss immer damit rechnen, dass etwas passiert und auch, wenn ich manche Wendung schon vorausgeahnt habe, wurde ich von anderen total überrascht. Ich liebe es, wenn Bücher bzw. deren Handlung nicht immer sofort klar durchschaubar sind. Und das ist hier sowohl bei der Handlung an sich, als auch bei den einzelnen Protagonisten so. Am Ende war ich nämlich genauso schlau, wie am Anfang und hab nicht wirklich eine Ahnung, wohin mich die Reise weiter führen wird. Doch eines ist klar: Ich werde auf jeden Fall sofort weiterlesen, denn das Buch ist einfach nur mitreißend und genial.

Fazit:

Mit „Dark Palace“ hat Vic James ein ernstes Thema in eine völlig neue Geschichte gepackt. Die Handlung und die Protagonisten sind undurchsichtig, es gibt unvorhersehbare Überraschungen und die Geschichte ist von Anfang bis Ende spannend. Mich hat das Buch in doppelter Hinsicht nicht mehr losgelassen: Zum einen musste ich viel über den Bezug der Sklavenzeit zu unsere Vergangenheit nachdenken, zum anderen haben mich die Geschehnisse völlig mitgerissen. Diese Reihe hat definitiv das Zeug zu einem Highlight.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Veröffentlicht am 13.09.2018

Dieses Buch macht echt Spaß

Der Dämonenprinz und ich
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Inhalt:

Chloe Sanchez ist Halb Dämonin, halb Mensch, was ihr jedoch bei ihrem Job als Privatdetektivin keinerlei Vorteil bringt. Sonst hätte sie sicher schon längst Mr. Allingston beim Fremdgehen überführt. ...

Inhalt:

Chloe Sanchez ist Halb Dämonin, halb Mensch, was ihr jedoch bei ihrem Job als Privatdetektivin keinerlei Vorteil bringt. Sonst hätte sie sicher schon längst Mr. Allingston beim Fremdgehen überführt. Stattdessen läuft ihr ein Dämon blutüberströmt vors Auto. Doch nicht irgendein gewöhnlicher Dämon, sondern ausgerechnet der Prinz Mason höchstpersönlich.

Um ihn zu retten, quartiert sie ihn spontan bei sich ein, nichtsahnend, dass damit ihre Probleme erst anfangen, denn jemand hat es auf Masons Leben abgesehen. Wie schön, dass er da ausgerechnet einer Privatdetektivin in die Arme gelaufen ist. Kurzerhand engagiert er Chloe seinen Widersacher zu finden und stellt damit ihr ohnehin schon chaotisches Leben erst recht auf den Kopf … .

Meine Meinung:

Der Klappentext klang zu genial, um dieses Buch nicht zu lesen, deshalb stürzte ich mich auch sofort in dieses Leseabenteuer.

Schon als die Geschichte mit „ich fluchte …“ begann, war ich ihr total verfallen. Die Protagonistin ist wirklich alles andere als ein „everybodys darling“. Ich denke, Chloe würde super in die Sparte „Badass-Heldin“ passen. Sie flucht und pfeift auf „Dinge, die man tut oder eben nicht tut“, sie ist taff und kämpferisch und trieft teilweise nur so vor Sarkasmus. Ja, die Protagonistin ist wirklich herrlich erfrischend und doch hat sie natürlich das Herz am richtigen Fleck, was man vor allem daran merkt, dass sie sich zu 100 % für ihre Freunde einsetzt. Was soll ich sagen, ich mochte Chloe auf Anhieb und freute mich sehr auf ihr Abenteuer.

Es geht auch relativ schnell zur Sache, denn schon auf den ersten Seiten läuft Mason ihr über den Weg und beauftragt sie, denjenigen zu finden, der ihn töten möchte. Damit kommt gleich jede Menge Spannung in die Geschichte und an allen Ecken und Enden warten Gefahren auf die beiden. So wird es nie langweilig und es gibt auch keinerlei Längen in dem Buch. Jedes Detail scheint wichtig zu sein, jeder Charakter spielt eine Rolle in der Geschichte.

Doch nicht nur die spannende Jagd auf den möglichen Mörder macht dieses Buch zu einem echten Pageturner, sondern auch die Welt, die Johanna B. Becking erschaffen hat: Da gibt es depressive Engel, Feen, die im Müll wühlen und Vampire, die zu dummen Lehmhaufen mutieren. Hier gibt es wirklich kein typisches Klischee, sondern eine Welt voller bekannter Wesen, die jedoch so ganz anders sind, als man es erwarten würde. Ich hatte wirklich richtig viel Spaß beim Kennenlernen dieser einzigartigen, verrückten Welt.

Was mir zusätzlich gut gefallen hat ist, dass Johanna B. Becking nicht nur mit den Klischees bricht, auch sonst ist ihre Welt alles andere als kitschig. Da gibt es nicht die verbotene Liebe oder das ständige Hin und Her zwischen den Protagonisten. Jeder weiß, was er will und nimmt sich das einfach. Zusätzlich geht die Autorin nicht zimperlich mit den Figuren in der Geschichte um. Nein, hier ist nichts rosarot oder in Zuckerwatte gepackt und auch das fand ich einfach nur erfrischend und absolut herrlich.

Leider war ich jedoch viel zu schnell durch mit dieser Geschichte. Das liegt zum einen vielleicht daran, dass Johanna B. Becking auf große Ausschmückungen und Lückenfüller verzichtet, zum anderen aber sicher auch daran, dass dieses Buch so kurzweilig ist und einfach nur Spaß macht. Am Ende ist die Story zwar in sich geschlossen, lässt aber auch Platz für eine Fortsetzung. Ich finde ja, dass es ein großartiger Auftakt für ein Serial rund um die Halbdämonin Chloe Sanchez wäre und hoffe von ganzem Herzen auf einen zweiten Teil.

Fazit:

Was soll ich zu dem Buch sagen: Wow, einfach nur wow. Johanna B. Becking hat mit „Der Dämonenprinz und ich“ ein wirklich herrlich erfrischendes, humorvolles, spannendes und kreatives Werk geschaffen. Ich hatte so viel Spaß beim Lesen und habe mich sowohl in diese außergewöhnliche Welt, die mit allen Klischees bricht, als auch in die einzigartigen Protagonisten verliebt. Ich wünsche mir wirklich von Herzen, dass es doch eine Fortsetzung dazu geben wird.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Veröffentlicht am 28.08.2018

Erneut hat mich die Autorin richtig verzaubert

Träume der Provence
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Inhalt:

Die Liebe hat es mit Marie nicht gut gemeint: Von ihrem Ehemann betrogen und sitzengelassen, konzentriert sie sich ganz auf ihren Sohn Robin. Als dieser krank wird, ist klar, dass sie für ihn ...

Inhalt:

Die Liebe hat es mit Marie nicht gut gemeint: Von ihrem Ehemann betrogen und sitzengelassen, konzentriert sie sich ganz auf ihren Sohn Robin. Als dieser krank wird, ist klar, dass sie für ihn die beste Behandlung möchte, die es gibt.

Das bedeutet aber auch, dass sie eine Reise nach Amerika zu einem Spezialisten finanzieren muss und das ohne richtige Ausbildung und ohne Job.

Eine Chance sieht Marie, als sie in den Hinterlassenschaften ihrer Mutter ein Foto von einem Gemälde findet. Das Bild ist von einem bekannten Maler aus Saint-Paul-de-Vence und der Verkauf könnte ihre finanziellen Sorgen lösen. Doch leider weiß Marie nicht, wer gerade im Besitz des Gemäldes ist.

Deshalb macht sie sich kurzerhand gemeinsam mit ihrem Sohn Robin und ihrem besten Freund Bennett auf in die Provence und auf die Suche nach dem Bild ihrer Mutter. Im kleinen Künstlerdorf findet sie bald jedoch mehr als nur ein gut gehütetes Familiengeheimnis … .

Meine Meinung:

Ich liebe die Bücher von Anja Saskia Beyer und musste natürlich auch ihr neuestes Werk lesen.

Im Prolog treffen wir auf Marie und ihre Mutter und finden uns im Jahr 2011 wieder. Dort merkt man sofort, dass die beiden eine besondere Beziehung zueinander haben, erfährt aber vorerst nicht mehr.

Danach springt man ins Jahr 2018. Maries Mutter ist gestorben und sie müssen wegen finanzieller Probleme das Haus räumen. So finden sie das Foto von dem Gemälde und der Leser wird über Robins Krankheit informiert.

Marie gefiel mir auf jeden Fall sehr gut. Sie ist eine liebende Mutter, wenn auch teilweise etwas überfürsorglich. Nach der Trennung von ihrem Mann und dem Tod ihrer Mutter hat sie ihr ganzes Leben auf Robin eingestellt. Da wundert es mich fast etwas, dass sie überhaupt noch Zeit für ihren besten Freund Bennett hat. Auf jeden Fall hab ich mich sehr gefreut, dass sie ihn mit auf die Reise nimmt, denn er ist ein wirklich lieber Kerl.

Bald schon reist man nicht nur ins malerische Künstlerdorf in der Provence, sondern auch in die Vergangenheit. Ich liebe diese Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit und wie sich nach und nach die Geschichte von Maries Mutter Anne ergibt. Als Leser bekommt man immer wieder kurze Sequenzen aus Annes Leben und versucht natürlich, all die Puzzleteile zusammenzusetzen und des Rätsels Lösung zu finden. Doch die Autorin Anja Saskia Beyer schafft es immer wieder mich an der Nase herumzuführen und mich auf falsche Fährten zu locken. Jedenfalls hatte ich keine Ahnung, wohin mich die Geschichte führen würde und genau das macht es so spannend.

Doch auch die Gefühle kommen in diesem Buch nicht zu kurz. Ob es um die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern geht, um Freundschaft oder die Liebe zwischen Mann und Frau. Es gab einige Situationen, die mir ein Seufzen entlockt und in denen ich richtig mitgefiebert, gelitten und geliebt habe. Der Autorin gelingt es, die Emotionen direkt an ihre Leser zu transportieren. Man steckt mitten in der Geschichte, fast so, als wäre man selbst dabei und würde sie nicht nur von außen miterleben.

Und dann ist da noch dieses wundervolle Setting. Die Beschreibungen, der Landschaft, des Essens, der Gerüche und Geschmäcker. Es werden wirklich alle Sinne angesprochen und auch, wenn es nur in meiner Vorstellung war, hatte ich doch das Gefühl, ich würde es selbst erleben und mich hat ein unglaubliches Fernweh gepackt. Wie gerne würde ich jetzt nach Saint-Paul-de-Vence reisen und mir all die Orte im realen Leben ansehen.

Fazit:

Anja Saskia Beyer lässt ihre Geschichte „Träume der Provence“ richtig lebendig werden. Es war fast so, als würde ich die Protagonisten kennen, als wäre ich mitten in der Geschichte und würde die Provence selbst und mit allen Sinnen erleben. Außerdem liebe ich den Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit und versuchte, dem Rätsel um Annes Geschichte auf die Spur zu kommen.

Ach, was soll ich sagen: Die Bücher von Anja Saskia Beyer sind immer wieder ein wahrer Lesegenuss, ich liebe sie und greife jederzeit gerne danach.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Veröffentlicht am 26.08.2018

Eine zauberhafte und einzigartige Geschichte

Der letzte Liebesbrief
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Inhalt:

Nell ist bei ihrer Tante Bernadette aufgewachsen und wurde von dieser immer liebevoll umsorgt. Jetzt möchte sie ihr etwas zurückgeben und sie auch glücklich wissen. Helfen soll ihr dabei ein Liebesbrief, ...

Inhalt:

Nell ist bei ihrer Tante Bernadette aufgewachsen und wurde von dieser immer liebevoll umsorgt. Jetzt möchte sie ihr etwas zurückgeben und sie auch glücklich wissen. Helfen soll ihr dabei ein Liebesbrief, den sie in den Sachen ihrer Tante gefunden hat.

Dieser soll sie zu dem geheimnisvollen Briefeschreiber führen und Bernadette die Liebe zurückbringen.

Auf ihrer Suche lernt Nell den Mode-Fotografen Sam kennen. Auch er kam mit den Liebesbriefen in Berührung, ist aber selbst ein Suchender und zwar nach seiner verloren gegangenen Muse. Er denkt, wenn er Nell begleitet, könnte er nicht nur ihr helfen, sondern auch sich selbst. Schließlich ist es ihr Lächeln, das ihn zu neuen Bildern inspiriert.

Am Ende finden die beiden nicht nur mehr über den geheimnisvollen Briefeschreiber heraus, sondern auch über sich selbst. Doch ist dieses Wissen stark genug, um die Vergangenheit hinter sich zu lassen und in eine neue Zukunft zu schauen?



Meine Meinung:

Zu Beginn des Buches hat Nell schon den ersten Brief gefunden und ist auf der Suche nach dem nächsten. In der verfallenen Villa findet sie nicht nur diesen, sondern auch Sam, der dort gerade ein Fotoshooting abhält. Ehrlich gesagt hätte ich gedacht, dass Nell den ersten Brief erst findet, wenn man anfängt zu lesen, aber so wird man direkt in die Geschichte hineingeschmissen, was mir sehr gut gefiel, da es den Einstieg schon spannend machte, ohne langes Vorgeplänkel.

Die Begegnung der beiden Protagonisten hat mich auch richtig überrascht, was vor allem an der Vergangenheit von Nell lag. Die junge Frau hat nämlich ein ganz schönes Päckchen zu tragen und trotzdem lernte ich sie taff und mutig kennen. Sie scheint ihre wahren Gefühle zwar hinter einer Maske von Selbstsicherheit zu verbergen, aber ich mochte sie auf Anhieb, sowohl ihr Auftreten in der Öffentlichkeit, als auch ihr Denken und Handeln. In ihr steckt einfach so viel mehr, als ich aufgrund des Klappentextes gedacht hatte. Ehrlich gesagt hatte ich eher mit einer schönen kleinen Liebesgeschichte gerechnet, habe aber so viel mehr bekommen.

Der männliche Protagonist Sam ist eigentlich wirklich zu gut für diese Welt, aber ich habe mich sofort ein bisschen in ihn verliebt. Er ist durch und durch ein Familienmensch und sieht immer nur das Gute in jedem, was vor allem daran liegt, dass er hinter die Fassade blickt und sich nicht von Äußerlichkeiten leiten lässt. Leider macht er damit jedoch auch nicht immer nur positive Erfahrungen und muss deshalb ebenfalls für eine Zukunft kämpfen.

Zwar ist die Geschichte in der 3. Person geschrieben, man erfährt aber alles immer mal wieder aus Sicht von Nell und dann wieder aus Sams Perspektive und taucht so auch in die Gefühlswelt der beiden ein. Ich hatte nie das Gefühl, als hätte ich zu viel Abstand oder könnte nicht tief genug in die Geschichte eintauchen, was ich wirklich großartig fand.

Überhaupt erfährt man sehr viel über die Vergangenheit der Protagonisten. Ehrlich gesagt hatte ich eher damit gerechnet, dass die Liebesbriefe im Vordergrund stehen würden, aber diese werden geschickt mit den Geschichten von Nell und Sam verknüpft. Dadurch bekommt die Story in meinen Augen noch mehr Tiefgang und hebt sich dadurch von der süßen kleinen Liebesgeschichte ab, die ich eigentlich erwartet hatte. Es geht nicht nur um die ganz großen Gefühle, sondern auch um Familie, um Schuld und Vergebung, um Eifersucht und sogar Hass und um die Frage, was Schönheit wirklich ist. Ich war sehr berührt von den einzelnen Themen, die J. Vellguth in ihre Geschichte eingebaut hat. Einige davon haben mich sogar sehr nachdenklich gestimmt und ich finde, dass es der Autorin ausgesprochen gut gelungen ist, sich damit auseinanderzusetzen und diese an ihre Leser zu transportieren.

Sehr gerührt war ich auch von den wundervollen Worten aus den Briefen. Sie sind so voller Gefühl und ich habe sogar die ein oder andere Träne vergossen, so sehr habe ich mich in diese Geschichte fallen lassen. Ich wollte unbedingt wissen, wer diese Briefe verfasst hat und was hinter diesen steckt. Doch was J. Vellguth sich da einfallen hat lassen, damit hätte ich nie gerechnet. Es ist so viel mehr, so viel tiefgründiger und berührender, als ich mir vorgestellt hatte.

Und dann schlägt die Autorin einen tollen Bogen zwischen den Briefen und der Geschichte der Protagonisten und verknüpft Vergangenheit mit Gegenwart. Das machte die Story schön rund und das Buch am Ende für mich perfekt. Ich schlug es zu und war einfach nur glücklich.

Fazit:

In „Der letzte Liebesbrief“ steckt so viel mehr, als ich gedacht habe. Erwartet hatte ich eine süße kleine Liebesgeschichte, aber bekommen habe ich eine wundervolle Story über Liebe, Familie, Schuld und Hass, über Eifersucht und Vergebung und die Frage, was einen Menschen „schön“ macht. Dabei hat mich J. Vellguth sowohl mit ihren wundervollen Liebesbriefen, als auch den tiefgründigen Schicksalen der Protagonisten bewegt und berührt, welche sie perfekt miteinander verknüpft hat. Dieses Buch hat mich zum Weinen gebracht und am Ende doch glücklich zurückgelassen.

Vielen Dank an J. Vellguth für diese zauberhafte und einzigartige Geschichte, ich liebe sie.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Veröffentlicht am 24.08.2018

Eine wirklich schöne Liebesgeschichte

Mein (nicht ganz) perfektes Leben
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Inhalt:

Lila glaubt nicht an die wahre Liebe, wohl aber an ihren Plan, den sie als Kind geschmiedet hat: Sie möchte einen wohlhabenden Mann heiraten, der sie und ihre Mutter absichert, für den sie aber ...

Inhalt:

Lila glaubt nicht an die wahre Liebe, wohl aber an ihren Plan, den sie als Kind geschmiedet hat: Sie möchte einen wohlhabenden Mann heiraten, der sie und ihre Mutter absichert, für den sie aber keine Gefühle entwickeln wird. Ihr Freund Flo passt super in diesen Plan, bis er sie betrügt und sie ihn fast überfährt.

Danach läuft nichts mehr wie geplant: Lila muss in ein Mietshaus einziehen, ohne Möbel, ohne Geschirr und vor allem ohne Mann. Dafür freundet sie sich mit ihrem Nachbarn Fred an. Der ist zwar anfangs wenig begeistert über die quirlige, immer fröhliche junge Frau, die sein Einsiedlerdasein stört, lässt sich von ihr aber irgendwann doch aus der Reserve locken.

Mit Fred kommt schließlich nicht nur ein Freund, sondern auch ein neuer Job in Lilas Leben und dort lernt sie prompt den gutaussehenden und reichen Marcel kennen. Die junge Frau scheint ihrem Plan wieder näher zu kommen. Wäre da nicht Fred, der sich plötzlich immer häufiger in ihre Gedanken drängt und das ausgerechnet, als Lila bereits mit der Liebe abgeschlossen hat und ihrer eigenen persönlichen Deadline – ihrem 30. Geburtstag – immer näher kommt … .



Meine Meinung:

Nachdem mich Sandra Binder bereits mit ihrem Buch „Die Frauen von Ballycastle“ begeistert hat, wollte ich natürlich auch ihr neues Werk unbedingt lesen.

Das Buch startet damit, dass man Lila während ihrer letzten Therapiesitzung trifft. Sie hat vom Gericht ein Anti-Agressionstraining aufgebrummt bekommen, da sie fast ihren Ex-Freund überfahren hätte. Dabei erfährt man einiges über die Vergangenheit von Lila, aber auch von ihrem Plan fürs Leben. Was jedoch genau dahintersteckt, dass die junge Frau der Liebe abgeschworen hat, weiß man noch nicht.

Der Einstieg ins Buch fiel mir wirklich leicht, vor allem, weil es sehr humorvoll beginnt und ich Lila sofort in mein Herz schloss. Sie ist so eine quirlige junge Frau und mit ihrer fröhlichen und lockeren Art kann man sie einfach nur gernhaben. Natürlich merkt man als Leser sofort, dass hinter ihrer Lebensphilosophie doch etwas mehr steckt und ich freute mich darauf, Lila noch besser kennenzulernen, sie durchs Leben zu begleiten und von ihren wahren Hintergründen zu erfahren.

Als Lila schließlich in ihre neue Wohnung zieht, lernt man auch schnell Fred kennen. Er ist ein richtiger Exzentriker und anfangs echt gewöhnungsbedürftig, aber hinter seiner rauen Schale steckt ein weicher Kern und genau den kitzelt Lila mit ihrer einzigartigen Art heraus.

Ich mochte beide Protagonisten auf Anhieb. Sie sind wirklich speziell, aber genau das macht sie so liebenswert. Obwohl das Buch in der personalen Form, also in der 3. Person geschrieben ist, konnte ich die Gefühle beider Charaktere richtig mitfühlen und mich in sie hineinversetzen. Der Autorin Sandra Binder gelingt es außergewöhnlich gut, ihre Figuren authentisch darzustellen und ihnen Leben einzuhauchen. Es ist fast so, als würde man sie persönlich kennen, als wäre man mit ihnen befreundet. Das fand ich richtig klasse.

Besonders gut gefiel es mir, dass sich die beiden Protagonisten gegenseitig in das Leben des jeweils anderen gedrängt haben. Langsam bekam man mit, wie sie in den Gedanken des anderen immer mehr Raum annehmen und sich die Gefühle entwickelten. Natürlich wollen sie es selbst nicht sofort wahrhaben, aber als Leser wartet man nur darauf, dass sie dazu stehen. Ich war jedenfalls richtig in der Geschichte drin und hab total mit den beiden mitgefiebert. Natürlich sind solche Bücher meist sehr vorhersehbar, aber mit den Eigenarten ihrer Protagonisten gibt es immer etwas zu entdecken und es wird wirklich keine Seite langweilig.

Fazit:

„Mein (nicht ganz) perfektes Leben“ ist wirklich eine schöne und einzigartige Liebesgeschichte. Die Protagonisten haben ganz besondere Eigenheiten und schleichen sich mit ihrer liebevollen Art sofort ins Herz. Und obwohl solche Geschichten meist sehr vorhersehbar sind, gibt es hier doch einiges zu entdecken und es wird nie langweilig, vor allem, da man richtig mit den beiden jungen Leuten mitfiebert.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.