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Veröffentlicht am 15.10.2018

Definitiv kein 08/15-Thriller

Bösland
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Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: btb Verlag (1. Oktober 2018)
ISBN-13: 978-3442756384
Preis: 20,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Definitiv kein 08/15-Thriller

Inhalt:
Der dreizehnjährige ...

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: btb Verlag (1. Oktober 2018)
ISBN-13: 978-3442756384
Preis: 20,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Definitiv kein 08/15-Thriller

Inhalt:
Der dreizehnjährige Ben landet nach dem Mord an seiner Freundin in der Psychiatrie. Er ist total traumatisiert und kann und will sich nicht an die Tat erinnern. Nach seiner Entlassung versucht er, im Leben wieder Fuß zu fassen, bis ihn ein Ereignis dazu bringt, das damalige Geschehen mit Hilfe seiner Therapeutin aufzuarbeiten. Langsam kommen die Erinnerungen ans Tageslicht …

Meine Meinung:
Bernhard Aichners Schreibstil mag man oder man mag ihn nicht. Er schreibt recht minimalistisch. Ausufernde Beschreibungen findet man hier nicht. Der Autor beschränkt sich auf das Wesentliche, das oft sogar nur zwischen den Zeilen zu lesen ist. Ganze Kapitel bestehen aus reinem Dialog, wobei die einzelnen Reden nur jeweils mit Bindestrich abgesetzt sind. Ich mag dieses knappe, prägnante Schreiben sehr, und deshalb hat mich auch „Bösland“ leicht in seinen Bann ziehen können.

Die Handlung ist durchweg spannend. Das Böse ist unterschwellig ständig zu erahnen, sodass ich quasi mit angehaltenem Atem durch dieses Buch gerauscht bin. Aichner hat immer wieder kleine Wendungen eingebaut, die ich so nicht vorhergesehen habe. Der Ich-Erzähler Ben war mir trotz oder vielleicht auch gerade wegen seiner psychischen Defizite von Anfang an sympathisch. Ich habe mit ihm gefühlt, als nach und nach seine Erinnerungen an das Böse und das „Bösland“ wieder einsetzten, denen er sich nicht gewachsen fühlte.

Ein kleines Manko sind - wie schon bei der Toten-Trilogie - die vielen leeren Seiten in diesem Buch. Ich habe 105 ganz leere gezählt und 71, auf denen jeweils nur eine Kapitelüberschrift steht. Arme Bäume, die unnötig sterben müssen!

Veröffentlicht am 14.10.2018

Spannender Abschluss der Trilogie

Eliminiert (Bd. 3)
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Gebundene Ausgabe: 478 Seiten
Verlag: Coppenrath (5. September 2018)
ISBN-13: 978-3649626015
Originaltitel: Evolution
Übersetzung: Petra Knese
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Preis: 20,00 €
auch als E-Book ...

Gebundene Ausgabe: 478 Seiten
Verlag: Coppenrath (5. September 2018)
ISBN-13: 978-3649626015
Originaltitel: Evolution
Übersetzung: Petra Knese
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Preis: 20,00 €
auch als E-Book erhältlich

Spannender Abschluss der Trilogie

Inhalt:
Shay hat sich von Kai getrennt, um Callie zu finden. Sie schließt sich Xander und den Anhängern des Multiversums zum Schein an, doch Kai hält sie für eine Verräterin. Freja, die über Shays wahre Gründe informiert ist, hält diese Information vor Kai geheim, da sie ihn für sich haben will.

Meine Meinung:
Man sollte die beiden Vorgängerbände unbedingt gelesen haben, um der Handlung folgen zu können. Zwar werden die Erinnerungen daran hier und da wieder nebenbei aufgefrischt, doch als Grundlage reicht das sicher nicht.

Ich habe schon „Infiziert“ und „Manipuliert“ geradezu verschlungen, und auch mit „Eliminiert“ ging es mir nicht anders. Der dynamische Schreibstil Teri Terrys entwickelt einen Sog, dem ich mich einfach nicht entziehen kann. Ich kann hier ganz tief in die Handlung und diese chaotische Welt eintauchen und alles um mich herum vergessen.

Wie gewohnt, ist das Buch in verschiedene Teile aufgeteilt, denen jeweils ein Zitat aus Xanders Manifest des Multiversums voransteht. In den einzelnen Teilen begleitet man entweder Kai und Freja oder Shay und Callie, wobei von Kapitel zu Kapitel der Ich-Erzähler wechselt. So kann man auch ohne die Gabe der Überlebenden in die Köpfe der einzelnen Protagonisten hineinschauen.

Die Charaktere haben mir wieder alle sehr gut gefallen. Sie sind tiefgründig angelegt und immer wieder für eine Überraschung gut. Von Band zu Band und auch innerhalb dieses letzten Bandes der Trilogie entwickeln sie sich stets weiter. Im letzten Teil des Buches treffen dann endlich alle wichtigen Personen aufeinander und es kommt zu einem packenden Endspurt. Doch auch vorher wird die Spannung durchgehend hoch gehalten.

Am Ende klärte sich für mich alles zufriedenstellend. Es bleiben keine gravierenden Fragen offen.

Die Reihe:
1. Infiziert
2. Manipuliert
3. Eliminiert

★★★★★

Veröffentlicht am 16.09.2018

Kurz, aber äußerst intensiv

Loyalitäten
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Gebundene Ausgabe: 174 Seiten
Verlag: DuMont (17. September 2018)
ISBN-13: 978-3832183592
Originaltitel: Les loyautés
Übersetzung: Doris Heinemann
Preis: 20,00 €
auch als E-Book erhältlich

Kurz, aber ...

Gebundene Ausgabe: 174 Seiten
Verlag: DuMont (17. September 2018)
ISBN-13: 978-3832183592
Originaltitel: Les loyautés
Übersetzung: Doris Heinemann
Preis: 20,00 €
auch als E-Book erhältlich

Kurz, aber äußerst intensiv

Inhalt:
Théos Eltern sind geschieden und verfeindet. Der Zwölfjährige reibt sich zwischen den Fronten auf, sorgt mehr für die Eltern als diese für ihn. Zusammen mit seinem Freund Mathis flüchtet er sich in den Alkohol. Nur seine Lehrerin Hélène erkennt, dass mit dem Jungen etwas nicht stimmt. Doch kann sie ihm helfen?

Meine Meinung:
Wer meint, dass eine dramatische Geschichte einen riesigen Umfang braucht, wird von Delphine de Vigan eines Besseren belehrt. Sie verliert nicht viele Worte, doch jedes davon sitzt perfekt an der richtigen Stelle und drückt präzise aus, was passiert. So könnte man dieses Büchlein innerhalb kürzester Zeit lesen. Da es aber in der Wirkung doch sehr intensiv ist, empfehle ich, ab und an eine Pause einzulegen und die Handlung erst einmal zu verdauen.

Die Autorin entwickelt ein komplexes Netz von Loyalitäten, in denen die Charaktere einerseits geborgen, aber vor allem auch gefangen sind. Es stellt sich den Protagonisten immer wieder die Frage, ob sie das Richtige tun. Oder ob es besser ist, aus den richtigen Gründen eventuell etwas Falsches zu tun, als einfach stillzuhalten und zuzusehen, wie ein Mensch zugrunde geht.

Aus verschiedenen Perspektiven wird dieses Dilemma betrachtet. Hierbei spielt natürlich Théo eine große Rolle, der sowohl seine Mutter als auch seinen Vater liebt und keinen von ihnen bloßstellen will. Aber auch seine Lehrerin Hélène ist eine vielschichtige Figur, die mit ihrer eigenen Vergangenheit zu kämpfen hat und vom Kollegium wenig Unterstützung erhält. Mathis will seinen Freund nicht verraten, sorgt sich aber um ihn. Cécile, Mathis’ Mutter, schließlich kümmert sich vorrangig um sich selbst und um ihren eigenen Sohn als um dessen Freund.

So spitzt sich die Handlung immer mehr zu. Ich habe beim Lesen fast den Atem angehalten, weil ich so in dieses Drama versunken war und dabei untätig auf dem Sofa sitzen musste, anstatt eingreifen zu können.

Manche Leser werden den Schluss vielleicht als zu offen empfinden - für mich war er perfekt.

★★★★★

Veröffentlicht am 01.09.2018

Ein Klassiker, den man einfach gelesen haben muss

Die unendliche Geschichte
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Ein Klassiker, den man einfach gelesen haben muss

Inhalt:
Als der etwa zehnjährige Bastian Balthasar Bux im Antiquariat des Karl Konrad Koreander ein Buch sieht, das ihn magisch anzieht, ist dies der ...

Ein Klassiker, den man einfach gelesen haben muss

Inhalt:
Als der etwa zehnjährige Bastian Balthasar Bux im Antiquariat des Karl Konrad Koreander ein Buch sieht, das ihn magisch anzieht, ist dies der Beginn einer phantastischen Reise. Das Buch erzählt die Geschichte von Phantásien, das durch das große Nichts bedroht ist, seit die Kindliche Kaiserin krank ist. Nur ein Menschenkind kann Phantásien retten …

Meine Meinung:
„Die unendliche Geschichte“ ist ein Klassiker, den man einfach gelesen haben muss, egal in welchem Alter. Ich habe das Buch erstmals vor etwa 35 Jahren gelesen, und nun war es endlich einmal Zeit für eine Wiederholung. Ein bisschen bange war mir schon bei der Überlegung, wie mir diese phantastische Geschichte wohl in meinem Alter gefallen würde, ob sie mich wohl immer noch so begeistern kann wie damals als Jugendliche. Eines ist nun klar: Ja, ich bin immer noch fasziniert und begeistert von diesem wunderbaren Werk Michael Endes. Es bietet einfach so viel: eine abenteuerliche Reise, phantastische Gestalten, philosophische Ansätze und vieles mehr. Hier kommt jeder auf seine Kosten.

Bastian, der kleine, dicke Junge, der in unserer Welt keine Freunde hat, ist in Phantásien ein Held, besteht so manche Abenteuer, wächst daran, verirrt sich aber auch in seinen Wünschen und hat doch immer Freunde an seiner Seite, die ihm beistehen und ihn wieder auf den rechten Weg bringen, vor allem den Jungen Atréju und seinen Glücksdrachen Fuchur. Am Ende ist Bastian ein ganz anderer und doch noch derselbe.

Zum Glück besitze ich noch eine alte Ausgabe, die einfach wesentlich liebevoller gestaltet ist als die aktuell im Handel erhältliche. Die Handlung in der realen Welt ist rot gedruckt, die in Phantásien grün. Dies sorgt besonders auch für Übersicht an den Stellen, wo sich beide Welten berühren. Zudem sind die Anfangsbuchstaben der 26 Kapitel (das Alphabet in der richtigen Reihenfolge von A bis Z) ganzseitig und wunderschön bebildert. Die Illustrationen stammen von Roswitha Quadflieg.

Fazit:
Wer diese wunderbare Geschichte noch nicht kennt, sollte dies schleunigst nachholen. Für mich ist dieses Buch eines der wichtigsten im Bereich der Jugendliteratur und der Phantastik.

★★★★★

Veröffentlicht am 17.08.2018

Thommie Bayer erzählt wieder mal großartig

Das innere Ausland
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Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Piper (1. August 2018)
ISBN-13: 978-3492057271
Preis: 20,00 €
auch als E-Book erhältlich

Thommie Bayer erzählt wieder mal großartig

Inhalt:
Andreas lebte mit seiner ...

Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Piper (1. August 2018)
ISBN-13: 978-3492057271
Preis: 20,00 €
auch als E-Book erhältlich

Thommie Bayer erzählt wieder mal großartig

Inhalt:
Andreas lebte mit seiner Schwester Nina im Süden Frankreichs. Doch vor Kurzem starb Nina - für Andreas völlig überraschend. Der 64-Jährige wird sich immer mehr seiner Einsamkeit bewusst. Da steht eines Tages eine Frau vor seiner Tür und behauptet, Ninas Tochter zu sein. Andreas lässt die 40-jährige Malin gerne in sein Leben und lernt mit ihr eine neue Seite seiner geliebten Schwester kennen.

Meine Meinung:
Thommie Bayer beherrscht die Kunst, auf wenigen Seiten eine komplette Geschichte zu erzählen, die den Leser fesselt und berührt. Hier ist es die Geschichte zweier Geschwister, deren Leben im Rückblick aufgerollt wird. Aber auch die Geschichte einer neuen zwischenmenschlichen Beziehung, die sich langsam, aber ganz unkompliziert entwickelt. In seiner Nichte lebt Andreas’ Schwester weiter - die beiden sind sich sehr ähnlich, was Andreas schmerzt, aber auch tröstet. Und Andreas, der mit der Zeit erkennen muss, dass er Nina nicht vor allem beschützen konnte, bekommt eine neue Chance, als Malin in sein Leben tritt.

Wie ich es von diesem Autor gewohnt bin, ist jedes Wort wohl platziert und treffend, keines überflüssig. Die Erzählung wirkt rund und plastisch, man hat sofort ein klares Bild von den Personen und den Orten vor Augen. Und da die beiden Protagonisten Andreas und Malin sehr sympathisch wirken, begleitet man sie gerne bei ihrem Neuanfang.

Fast noch interessanter als Andreas und Malin ist Nina, die man nur in den Rückblenden kennenlernt. Sie war eine quirlige Person, die ein schweres Päckchen zu tragen hatte. Stück für Stück kommt ihre Vergangenheit, von der Andreas nichts wusste, ans Tageslicht. Sie war eine starke Frau, die das Beste aus ihrem Schicksal gemacht hat. Mir gefielen alle drei Charaktere sehr gut.

Die Handlung entwickelt sich ruhig und behutsam, aber doch kraftvoll. Immer wieder wartet Thommie Bayer mit einer Überraschung auf, die für eine sehr kurzweilige Lektüre sorgt.

★★★★★