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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.10.2018

Was für ein böser Thriller!

Bösland
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Max Broll war toll. Die Totenfrau kenne ich nicht. Aber Bösland? Naja... so lala. Doch worum geht es?
1984: Bens Vater hat sich auf dem Dachboden erhängt, nachdem er seinen Sohn immer wieder genau dort, ...


Max Broll war toll. Die Totenfrau kenne ich nicht. Aber Bösland? Naja... so lala. Doch worum geht es?
1984: Bens Vater hat sich auf dem Dachboden erhängt, nachdem er seinen Sohn immer wieder genau dort, im sogenannten Bösland, misshandelt hat. Damals war Ben gerade einmal 10 Jahre alt. Ein Schicksal, das berührt.
Sommer 1987: Auf dem Dachboden eben dieses Bauernhauses wird nun Mathilda brutal ermordet. Ben schlägt sieben Mal mit einem Golfschläger auf seine Mitschülerin ein und richtet ein Blutbad an. Aber, stimmt das auch?
Dreißig Jahre lang bleibt die Geschichte im Verborgenen, denn Ben kann sich an nichts erinnern - bis sie plötzlich mit voller Wucht zurückkommt und alles mit sich reißt. Offenbar hat Ben nun seine Therapeutin ermordet.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Ben. Bernhard Aichner liebt knappe, schlichte Sätze und noch knappere Dialoge, bei denen er sogar auf Einleitungssätze und Anführungszeichen verzichtet.
Nichtsdestotrotz war mir schnell klar, wer der wirkliche Täter ist. Die Geschichte ist zudem leidlich spannend und vorhersehbar. Somit ist Bösland für mich nur ein mittelmäßiges Werk, das man lesen kann, aber nicht muss.

Fazit: Vorhersehbare Thriller machen keinen Lesespaß.

Veröffentlicht am 23.09.2018

Es wird hart für Emma

Die Tote und der Polizist
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„Die Tote und der Polizist“ von Sofie Sarenbrant ist bereits der dritte Band um die Stockholmer Polizistin Emma Sköld. Die Vorgänger hatten mich überzeugt. Doch diesen Teil fand ich etwas schwächer. Worum ...


„Die Tote und der Polizist“ von Sofie Sarenbrant ist bereits der dritte Band um die Stockholmer Polizistin Emma Sköld. Die Vorgänger hatten mich überzeugt. Doch diesen Teil fand ich etwas schwächer. Worum geht es?
Emma wird begraben - zumindest wird eine Trauerfeier für sie abgehalten. Fast gleichzeitig wird ein Bettler erschlagen. Eine junge Frau sieht den Mord, kann jedoch fliehen. Einer der Täter scheint Gunnar Olauson zu sein, der Polizeichef, der auch Emma töten wollte.
In Wahrheit versteckt sich Emma, die den Anschlag überlebt hat, im Sommerhaus ihres Vaters. Die Rumänin Soraya, die den Mord an dem Bettler gesehen hat, gerät per Zufall an Emma, die sie bei sich aufnimmt. Mit ihr als Zeugin glaubt Emma, Gunnar überführen zu können.
Sofie Sarenbrant hat ihren neuen Roman, eher ein Krimi als ein Thriller, wieder packend in Szene gesetzt. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Nur mit Emma bin ich auch in diesem Band nicht wirklich warm geworden.
Eine Geschichte, die sich flott und flüssig lesen lässt, die für meinen Geschmack aber spannender hätte sein können.

Fazit: Durchschnittlicher Schwedenkrimi. Ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss.

Veröffentlicht am 19.09.2018

Codewort Erdbeere

Er will dein Herz (Ein Marina-Esposito-Thriller 7)
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„Er will dein Herz“ von Tania Carver aka Martyn Waites ist bereits der siebte Band der Marina Esposito-Reihe. Mal mehr, mal weniger spannend. Diesmal wurde ich enttäuscht. Worum geht es?
Gemma will mit ...


„Er will dein Herz“ von Tania Carver aka Martyn Waites ist bereits der siebte Band der Marina Esposito-Reihe. Mal mehr, mal weniger spannend. Diesmal wurde ich enttäuscht. Worum geht es?
Gemma will mit ihrer siebenjährigen Tochter in ein Frauenhaus flüchten. Kurz danach wird Carly alleine aufgegriffen. Wenig später wird DI Phil Brennan zu einem Tatort gerufen. Gemmas Leiche wurde gefunden. Besonders grausam, ihr wurde das Herz entfernt.
Über das Wiedersehen mit Marina habe ich mich sehr gefreut. Sie kümmert sich rührend um Carly. Als auch Janine tot und ohne Herz aufgefunden wird, müssen Marina und Phil sich zusammenraufen, um den Killer zu stoppen, obwohl sie sich eigentlich getrennt haben.
Dem spannenden Einstieg folgt ein schwacher Mittelteil. Wechselnde Perspektiven, auch aus Tätersicht, sollen für Dynamik sorgen. Nichtsdestotrotz habe ich schnell geahnt, wer der Herzensbrecher ist und dann nur noch quer gelesen, um zu erfahren, ob ich recht habe und ob Marina und Phil wieder zusammenkommen.

Fazit: Vorhersehbare Thriller machen keinen Lesespaß.

Veröffentlicht am 20.08.2018

Sex und Drogen und Gewalt

Dreckiger Schnee
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Der Einstieg ist etwas verwirrend. Danach ein Rückblick in die Vergangenheit. Detective Aidan Waits arbeitet undercover im Drogenmilieu. Außerdem soll er die verschwundene Tochter eines Abgeordneten wiederfinden. ...


Der Einstieg ist etwas verwirrend. Danach ein Rückblick in die Vergangenheit. Detective Aidan Waits arbeitet undercover im Drogenmilieu. Außerdem soll er die verschwundene Tochter eines Abgeordneten wiederfinden. Isabelle war zuletzt als Geldeintreiberin für einen Drogenboss im Einsatz.
Joseph Knox zeigt in seinem Debütroman ein gewalttätiges Manchester. Mit dreckigem Schnee ist dreckiges oder schmutziges Heroin gemeint. Also Heroin von schlechter Qualität. Heroin verschnitten mit einer toxischen Mixtur. „Dreckiger Schnee“ ist ein dreckiger Krimi. Es geht um ein tödliches Netz aus Bestechung und Korruption, in das auch Politiker und Polizei verstrickt zu sein scheinen.
Aidan Waits tappt im Dunkeln, wird überfallen und bedroht. Doch er überlebt. Dabei lässt es der Autor richtig krachen. Waits ist ein interessanter Charakter. Kein Superheld. Aber er verbeißt sich in den Fall. Und so fiebert und leidet man mit ihm mit. Nebenbei klärt er auch noch einen alten Fall.
Eigentlich hat „Dreckiger Schnee“ alles, was einen guten Thriller ausmacht - und das in einer kraftvollen Sprache. Aber es liest sich auch ein bisschen wie eine Gebrauchsanleitung für Drogen. Interessant fand ich, dass in manchen Bars UV-Licht verwendet wird, damit Süchtige, die spritzen wollen, ihre Venen nicht finden können. Nichtdestotrotz lässt mich das Ende etwas zwiespältig zurück.

Fazit: Drogen. Drogen. Drogen. Sex und Gewalt. Ein Detective auf Speed. Nee, nee, nee. Das war mir ein bisschen "too much".

Veröffentlicht am 01.05.2018

Fünf Freunde 2.0

Der Kreidemann
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Krimis und Thriller interessieren mich immer, neue Autoren sowieso. Deshalb musste ich „Der Kreidemann“ unbedingt haben. Doch ich wurde enttäuscht. Worum geht es?
Schauplatz ist eine englische Kleinstadt. ...


Krimis und Thriller interessieren mich immer, neue Autoren sowieso. Deshalb musste ich „Der Kreidemann“ unbedingt haben. Doch ich wurde enttäuscht. Worum geht es?
Schauplatz ist eine englische Kleinstadt. Zwei Handlungsstränge gilt es zu verfolgen: Einer in den 80er Jahren, ein weiterer 30 Jahre danach. Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus Sicht von Ed erzählt.
Eddie war zwölf Jahre alt, als alles begann. Zu seiner Gang gehören Fat Gav, Metal Micky, Hoppo und Nicky, das einzige Mädchen. Eines Tages bekommt Fat Gav zum Geburtstag einen Eimer mit Kreidestiften. Ein Lehrer, der wegen seiner bleichen Haut „Kreidemann“ genannt wird, bringt die fünf Freunde auf die Idee, Strichmännchen zu zeichnen und mittels geheimer Botschaften zu kommunizieren. Als Eddie im Wald ein totes Mädchen findet, ist nichts mehr, wie es war.
„Der Kreidemann“ von C.J. Tudor ist eher ein Jugendroman als ein Thriller. Es geht um Freundschaft und Verlust. Eds Mutter ist Ärztin in einer Abtreibungsklinik, Nickys Vater Pfarrer. Auch hier sind Konflikte vorprogrammiert. Zudem wird Alzheimer thematisiert.
30 Jahre danach. Ed ist ein Eigenbrötler und lebt noch immer in seinem Elternhaus. Er arbeitet inzwischen selbst als Lehrer und ist noch immer ein leidenschaftlicher Sammler. Als Ed einen geheimnisvollen Brief erhält, scheint sich die Geschichte zu wiederholen.
Dem grausigen Prolog folgt ein schwacher Mittelteil. Doch die Autorin versteht es, den Leser mit unvorhergesehenen Wendungen zu überraschen. Die Auflösung ist unerwartet und beantwortet alle offenen Fragen. Eine Geschichte mit diversen Schock-Effekten, die für meinen Geschmack aber spannender hätte sein können.

Fazit: Gelungener Debütroman. Unheimlich und unterhaltsam. Aber kein Thriller!