Platzhalter für Profilbild

Gisel

Lesejury Star
offline

Gisel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gisel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.10.2018

Atmosphärisch düster

Ins Dunkel
0

Bei einer Teambildungsmaßnahme im australischen Busch geht etwas ganz gewaltig schief, und eine der Teilnehmerinnen kehrt nicht mehr zurück. Aaron Falk und seine Kollegin von der australischen Polizei ...

Bei einer Teambildungsmaßnahme im australischen Busch geht etwas ganz gewaltig schief, und eine der Teilnehmerinnen kehrt nicht mehr zurück. Aaron Falk und seine Kollegin von der australischen Polizei müssen die vermisste Alice unbedingt finden, denn sie war seine Informantin bei ihrem Unternehmen, das unter dem Verdacht der Geldwäsche steht. Die anderen vier Frauen aus ihrem Team berichten, dass Alice sich auf eigene Faust allein durch den Busch schlagen wollte, entgegen der Absprachen untereinander. Ob Alice wohl noch lebend aufgefunden werden kann?

Was ist wohl mit Alice passiert? Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass die Vermisste keine einfache Frau ist. Sie kannte sowohl die dunklen Machenschaften ihrer Firma wie auch die dunklen Geheimnisse ihrer Kolleginnen, mit denen sie unterwegs war. Dabei konnte sie recht skrupellos ihre Ziele verfolgen. Beliebt war sie überhaupt nicht. Aber sind die Kolleginnen bei der Teambildungsmaßnahme wirklich so geradlinig, wie sie es vorgeben, oder haben sie auch das eine oder andere Geheimnis, das sie auf keinen Fall preisgeben wollen? Aus dieser Geheimniskrämerei lebt das Buch, in zwei Zeitschienen werden die Ereignisse während der Suche nach Alice wie auch während der Wanderung durch den Busch abwechselnd aufgerollt.

Ich kenne den ersten Teil der Reihe um Aaron und Carmen nicht, doch die Geschichte ist in sich selbst abgeschlossen, man kann sie gut für sich allein lesen. Bezeichnend für diesen Band ist die düstere Stimmung, in der dieser Krimi spielt, sowohl von den Ereignissen her wie auch von der Befindlichkeit der Frauen. Sehr schnell taucht der Leser ein in die Situation der Frauen und erlebt mit ihnen die scheinbar ausweglose Situation, die Verzweiflung, in der sie sich schnell wiederfinden.

Mir fehlte dennoch ein wenig die Spannung, zumindest im größten Teil der Erzählung. Deswegen möchte ich diesem Krimi vier von fünf Sternen geben und empfehle das Buch gerne weiter.

Veröffentlicht am 10.10.2018

Ein lesenswertes Buch

Das weibliche Prinzip
0

Als Greer Kadetsky an ihren ersten Collegetagen Faith Frank trifft, verändert das ihr Leben: Diese gilt seit Jahrzehnten als Schlüsselfigur der Frauenbewegung, und ihr charismatisches Wesen berührt die ...

Als Greer Kadetsky an ihren ersten Collegetagen Faith Frank trifft, verändert das ihr Leben: Diese gilt seit Jahrzehnten als Schlüsselfigur der Frauenbewegung, und ihr charismatisches Wesen berührt die junge Studentin bis ins Innerste. Jahre später trifft Greer erneut auf Faith Frank, und ihr Traum geht in Erfüllung, sie wird mit Faith eng zusammenarbeiten. Gleichzeitig ist sie immer auch auf der Suche nach sich selbst…

Meg Wolitzers hochgelobtes Werk über die charismatische Feministin Faith Frank hat auch mich neugierig gemacht. Gespannt habe ich Greers Geschichte gelesen, die so eng mit der von Faith Frank verbunden ist. Die Autorin schafft es sehr schnell, Sympathie zu wecken für ihre beiden Protagonistinnen, ja überhaupt für die Frauenbewegung an sich wie auch für die weiteren Personen der Geschichte. Etwas schwer getan habe ich mich dabei mit den Zeitsprüngen, die nicht immer sofort einzuordnen waren, und mit vielen Details, die mir ein bisschen zu sehr von der Geschichte selbst abgewichen sind.

Sehr spannend ist der Bezug der Autorin zur feministischen Szene in Amerika. Faith Frank und Greer Kadetsky entspringen der Fantasie der Autorin, doch ist es ihre Idee, den Gedanken der Feminismusbewegung in verschiedenen Generationen darzustellen. Um dieses Thema herum gruppiert sie die Erzählung, wobei manche Erzählstränge etwas ins Hintertreffen geraten, die ich wichtig gefunden hätte. So sind mir manche Figuren letztendlich ein bisschen zu blass geblieben, ihre Intentionen konnte ich nicht immer nachvollziehen.

Trotz aller Kritik regt das Buch zum Nachdenken an, jede Frau wird sicherlich während der Lektüre zumindest kurz ihren eigenen Lebensweg reflektieren. Mich hat das Buch nicht so ganz überzeugt wie ich es zunächst gedacht hatte. Dennoch ist es ein lesenswertes Buch, auch wenn ich den Hype dazu nicht ganz verstehen kann.

Veröffentlicht am 01.10.2018

Prosecco zum Hören

Ich hab's auch nicht immer leicht mit mir
0

Anne Vogd ist Kabarettistin. Sie erzählt aus ihrem Leben, nimmt sich dabei selbst auf die Schippe. Vielerlei Themen streift sie dabei, aus ihren verschiedenen Lebensabschnitten. Manche Anekdote kommt bekannt ...

Anne Vogd ist Kabarettistin. Sie erzählt aus ihrem Leben, nimmt sich dabei selbst auf die Schippe. Vielerlei Themen streift sie dabei, aus ihren verschiedenen Lebensabschnitten. Manche Anekdote kommt bekannt vor, insbesondere beim Einstieg in das Hörbuch dachte ich sehr oft: Kenn ich, abgehakt. Doch es lohnt sich, weiter dabei zu bleiben, da kommen die Abschnitte, die originelle Ideen einbringen. Vieles davon erkennt man wieder von sich selbst, ihre Anekdoten kommen sehr pointiert und messerscharf daher. Da kamen dann bei mir auch die Lacher, die ich anfangs ein bisschen vermisst hatte.

Das Hörbuch ist eine gekürzte Lesung, von der Autorin selbst gelesen. Das gibt ihr die Möglichkeit, ihre Pointen selbst genau zu setzen, und das tut sie gekonnt mit ihrem rheinischen Sprachkolorit. Ihre Selbstironie bringt ihre Geschichten gut auf den Punkt. Da perlt tatsächlich der „Prosecco zum Hören“.

Ein vergnügliches Hörabenteuer aus dem Alltag der Frau ab 40, witzig-spritzig zum Gute-Laune-Gewinnen.

Veröffentlicht am 28.09.2018

Eine Liebesgeschichte für alle Liebespaare

Königskinder
0

Max und Tina werden eingeschneit auf einem Alpenpass. Um sich die Wartezeit zu vertreiben, bis der Schneepflug kommt, erzählt Max eine Geschichte. Er schildert die Liebesgeschichte des Hirten Jakob, der ...

Max und Tina werden eingeschneit auf einem Alpenpass. Um sich die Wartezeit zu vertreiben, bis der Schneepflug kommt, erzählt Max eine Geschichte. Er schildert die Liebesgeschichte des Hirten Jakob, der einsam im Greyerzerland wohnte und sich in die Bauerntochter Maria verliebte. Doch die Umstände sind gegen die Liebe der beiden, sie müssen sich wieder trennen. Wahre Liebe aber wird sie wieder zueinander führen, unter völlig anderen Umständen.

Max‘ Liebesbeweis für seine Frau Tina, mit der er bereits einige Jahre Gemeinsamkeit verbracht hat, zeigt sich in der Geschichte über Jakob, der genau in der Gegend gewohnt habe, in der die beiden eingeschneit sind. Eine Parabel über Liebende für ein Ehepaar, das ist eine Geschichte in der Geschichte, mal skurril, mal eher dramatisch, aber immer bleibt die Liebe im Fokus der Erzählung. Das heutige Ehepaar ist herrlich erfrischend dargestellt, man spürt trotz Tinas Ungeduld die Verbundenheit zwischen den beiden. Die Liebesgeschichte von Jakob und Maria hingegen wirkt kitschig, wird jedoch durch den historischen Rahmen in eine ganz andere Relation gesetzt.

Dieses Buch ist eine wunderschöne Liebeserklärung, für alle Liebespaare, seien sie jung verliebt oder schon miteinander in längerer Verbundenheit. Man muss sich ein bisschen auf die Geschichte einlassen, muss die Zwischentöne spüren. Dann aber wird man eine wunderschöne, überhaupt nicht alltägliche Liebesgeschichte vorfinden, die wie Balsam auf der Seele wirkt. Deshalb eine uneingeschränkte Leseempfehlung von mir.

Veröffentlicht am 27.09.2018

Hat mich sprachlos hinterlassen

Tu, was ich dir sage
0

Auf einem Parkplatz auf Gran Canaria wird ein Toter aufgefunden. Er wurde bereits vor sieben Jahren als vermisst gemeldet. Warum taucht er gerade jetzt auf? Wo war er die ganze Zeit? Dann verschwindet ...

Auf einem Parkplatz auf Gran Canaria wird ein Toter aufgefunden. Er wurde bereits vor sieben Jahren als vermisst gemeldet. Warum taucht er gerade jetzt auf? Wo war er die ganze Zeit? Dann verschwindet ein deutscher Tourist aus einer Diskothek. Inspektor Carlos Muñoz Díaz ermittelt – und muss bitter erkennen, dass der Fall für ihn persönlich wird.

Dies ist der zweite Band der Thriller-Trilogie der Autorin Drea Summer. Auch wenn der Fall in sich abgeschlossen ist, empfiehlt es sich eher, mit dem ersten Fall einzusteigen, dann tut man sich leichter mit den verschiedenen handelnden Personen. Die Gefahr schimmert latent von Anfang an durch die Geschichte, die Autorin verwendet Bilder, die einem schnell Schauer über den Rücken laufen lassen. Das Kopfkino läuft automatisch an. Dennoch hat mich die Auflösung kalt erwischt und erstmal richtig sprachlos hinterlassen. Mehr möchte ich nicht verraten, nur davor warnen, dass man kein bisschen zartbesaitet sein darf für dieses Buch. Die Geschichte selbst ist packend geschrieben, die Protagonisten gut dargestellt.

Ein spannender Krimi, für alle, die sich richtig gruseln wollen und dabei gerne Richtung Stephen King gehen. Dafür eine unbedingte Leseempfehlung von mir!