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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.10.2018

Wunderschön herzzerreißend, traurig und tiefgründig - dieses Buch vergisst man nicht so schnell!

All In - Tausend Augenblicke
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Dieses Buch ist mein neues Jahreshighlight! Ich habe es bereits vor zwei Wochen beendet und kann mich gedanklich noch immer nicht davon lösen. Diese Geschichte hat ganz tief in mir etwas bewegt und mich ...

Dieses Buch ist mein neues Jahreshighlight! Ich habe es bereits vor zwei Wochen beendet und kann mich gedanklich noch immer nicht davon lösen. Diese Geschichte hat ganz tief in mir etwas bewegt und mich emotional komplett in ihren Bann gezogen.

»Das ist außergewöhnlich, so nah am Ende anzufangen.«

Kacey und Jonah könnten unterschiedlicher nicht sein - sie eher draufgängerisch und nicht auf den Mund gefallen, er der ruhige Typ, der oftmals lieber schweigt. Der Rockstar und der Glasbläser, die eine steht am Anfang ihres Lebens, während der andere bereits am Ende steht. Und trotzdem haben sie beide etwas gemeinsam - sie können einander nämlich genau das geben, was sie brauchen / sich schon lange wünschen.

In beide Charaktere habe ich mich absolut verliebt und beide haben auf mich durch und durch authentisch gewirkt.

Kacey ist auf den ersten Blick tatsächlich zunächst "nur" ein Rockstar, der ständig Party macht und Unmengen Alkohol trinkt. Zudem ist sie alles andere als zurückhaltend und liebenswert. Dieser Eindruck von ihr ändert sich aber schlagartig als sie auf Jonah trifft und es bei ihm schafft, ihr Rockstar-Image abzulegen und einfach mal sie selbst zu sein. In Wirklichkeit ist sie sich nämlich vollkommen einsam und verloren. Sie hat keinen wirklichen Plan für ihr Leben, aber sie weiß, dass das, was sie sich am meisten wünscht, das Gefühl von Zuhause, Nähe und Liebe ist. Und da ist sie bei Jonah genau richtig.

»Ich hasse es, wenn Leute gehen, die eigentlich bleiben sollten.«

Jonah ist einer der liebenswertesten und tollsten Charaktere, die ich jemals kennengelernt habe. Er liebt seine Familie und Freunde und ihm liegt alles daran, dass sie glücklich sind. Jonah's Lebens ins komplett durchstrukturiert und jeder Tag verläuft bei ihm genau nach Plan - zumindest bis Kacey in sein Leben tritt. Er hat einen Traum, den er verfolgt - er liebt die Glasbläserei und möchte der Welt etwas aus Glas und Licht hinterlassen. Hierbei hat mir ganz besonders gut gefallen, wie seine Arbeit mit Glas immer wieder mit in die Geschichte einbezogen worden ist und was für eine wichtige Rolle sie für die Beziehung von Kacey und Jonah, sowie für das gesamte Buch spielt. So etwas in der Art habe ich vorher noch nie gelesen und ich muss sagen, dass es nicht nur wunderschön, sondern auch echt interessant zu lesen war.

»Lass die Schönheit von dem, was du liebst, zu dem werden, was du tust.«

Obwohl Kacey und Jonah auf den ersten Blick so verschieden sind, merkt man direkt bei ihrer ersten Begegnung, dass die Chemie einfach stimmt und es von Anfang an eine besondere Verbindung zwischen ihnen gibt. Die Liebesgeschichte der beiden ist eine der echtesten, schönsten und gleichzeitig herzzerreißendsten überhaupt! Mich hat dieses Buch so sehr berührt; ich habe jeden Moment mit den beiden zusammen erlebt. Ich habe gelacht, geweint, mich gefreut, habe gelitten, hatte Hoffnungen und habe diese Hoffnungen auch wieder verloren. Die beiden geben sich am Anfang das Versprechen, jeden Augenblick voll und ganz auszukosten und ich finde, genau das merkt man auch. Jede Szene mit den beiden steckt so voller Emotionen und hat eine enorme Wichtigkeit, die man beim Lesen deutlich spüren kann. Nichts ist überflüssig, es gibt keine langatmigen Phasen und es ist auch nicht so, dass du unbedingt wissen musst, wie diese Geschichte endet. Du genießt dieses Buch einfach nur und erlebst es ganz und gar.

»Du hättest gehen können und dich retten. Stattdessen hast du entschieden, zu bleiben, und mich gerettet.«

Mit das Schönste an dem Ganzen war aber, dass man mit ansehen durfte, wie viel die beiden einander geben, wie sie sich ergänzen, wie sie sich gegenseitig guttun. Kacey findet in Jonah endlich ein Zuhause, Geborgenheit und Nähe und Jonah lernt dank ihr das Gefühl kennen, von dem er dachte, er würde es niemals wirklich spüren - nämlich wahre Liebe. Und auch wenn das jetzt vielleicht etwas kitschig klingen mag, so ist es das ganz und gar nicht. Es ist echt, genau wie die gesamte Geschichte der beiden.

»Von Tag zu Tag. Von Augenblick zu Augenblick.«

"All In - Tausend Augenblicke" ist wirklich ein Buch bei dem ich sagen würde, dass es perfekt ist. Nicht auf die klassische Art perfekt, sondern so, wie man sich ein Buch eben wünscht. Du lernst die Charaktere kennen und lieben, du erlebst jeden Moment mit ihnen und tauchst in ihre Welt ab. Du fieberst mit und durchlebst während des Lesens die verschiedensten Emotionen, während du immer tiefer in den Bann der Geschichte gezogen wirst. Du kannst unglaublich viel für dein eigenes Leben aus diesem Buch mitnehmen und auch noch nach Beenden des Buches lässt es dich nicht los. Und genau das ist es doch, was ein gutes Buch ausmacht, oder nicht?

Ob das Ende nun ein Happy End ist, das liegt im Auge des Betrachters. Auf jeden Fall sorgt es, zusammen mit dem Klappentext von Band 2, für ordentlich Spekulationen. Ich freue mich auf jeden Fall unglaublich auf die Fortsetzung 2019 und bin mir sicher, dass auch sie emotional sehr ergreifend und absolutes grandios sein wird. Ich kann euch dieses Buch auf jeden Fall wirklich nur ans Herz legen - ich bin mir sicher, es wird euch nicht enttäuschen!

»Er war ein Universum. Und meine Liebe zu ihm war genauso grenzenlos.«

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Gefühl
Veröffentlicht am 06.10.2018

Eine wirkliche Überraschung!

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Nachdem ich letztes Jahr "Bossmann" von der Autorin gelesen und es geliebt habe, war für mich klar, dass ich dieses Buch hier ebenfalls unbedingt lesen muss. Der Schreibstil von Vi Keeland ist flüssig ...

Nachdem ich letztes Jahr "Bossmann" von der Autorin gelesen und es geliebt habe, war für mich klar, dass ich dieses Buch hier ebenfalls unbedingt lesen muss. Der Schreibstil von Vi Keeland ist flüssig und leicht und sorgt dafür, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Sie schreibt nicht wirklich tiefgründig, sondern eher locker und humorvoll, wobei sie es aber trotzdem schafft, an den richtigen Stellen auch ernste Gefühle rüberzubringen.


Vielleicht, nur vielleicht, hatte keiner von uns bislang den Richtigen gefunden … weil wir uns noch nicht getroffen hatten.

Schon die erste Begegnung von Emerie und Drew könnte chaotischer nicht sein, und trotzdem merkt man gleich, dass da etwas zwischen den beiden ist. Sie haben den gleichen Humor und sticheln sich gerne gegenseitig. Man kann zwar ab da an schon einigermaßen den Verlauf der Geschichte erahnen, aber dafür erwarten einen andere Überraschungen, die das Buch für mich so besonders gemacht haben.
Sehr interessant fand ich, dass die Berufe von Emerie und Drew unterschiedlicher nicht hätten sein können - die Paartherapeutin und der Scheidungsanwalt. Die eine sorgt dafür, dass Paare zusammenbleiben und die Aufgabe des anderen ist es, sie auseinander zu bringen. Dass die beiden daher anfangs auch völlig unterschiedliche Meinungen über Beziehungen haben, liegt dabei auf der Hand.

Emerie kann man eigentlich nicht nicht mögen, weil sie einfach ein sympathischer und aufgeweckter Mensch mit einem großen Mundwerk ist. Sie redet viel und gerne, aber genau damit verbreitet sie irgendwie automatisch gute Laune. Sie steht auf eigenen Beinen und weiß, was sie will - zumindest meistens. Ich würde nicht sagen, dass sie ein besonderer Charakter ist, der hervorsticht, aber man schließt sie einfach ins Herz.

Anders ist es allerdings bei Drew, der für mich eine der größten Überraschungen in diesem Buch war. Zu Beginn denkt man zu wissen, dass er zum typischen Bad Boy / Charmeur Klischee gehört. Er macht ständig sexuelle Anspielungen, zieht Emerie gerne auf und bringt sie auf die Palme. Dabei macht er ihr aber auch immer wieder Komplimente, die sie rot werden lassen. Je mehr Zeit die beiden aber miteinander verbringen, desto besser lernt man ihn kennen und desto mehr verliebt man sich in ihn. Denn auch, wenn die obszönen und neckenden Bemerkungen zu ihm gehören, hat er eine völlig andere Seite - eine liebevolle, herzliche Seite, die Angst hat, sich zu verlieben und verletzt zu werden. Hinzu kommt ein weiter Aspekt, den ich euch aber nicht verraten werde, da ich euch sonst den Überraschungseffekt nehme - aber durch diesen Aspekt hat man ihn noch einmal mehr ins Herz geschlossen.

»Vier Stunden Schlaf an deiner Seite sind besser als acht in einem leeren Bett.«

Generell bewegt sich die Geschichte zwar schon in eine Richtung, die man erahnt, aber dies tut sie auf vollkommen andere Art und Weise und das hat mich an diesem Buch so beeindruckt. Es gab immer wieder kleine Überraschungen, ebenso wie tiefgründige und gefühlvolle Momente. Drew war dabei immer derjenige, über dessen Handlungen ich mich am meisten gewundert habe - positiv gesehen - und der für mich immer mein kleiner Wow-Effekt war. Die Chemie zwischen ihm und Emerie hat einfach gestimmt und genau das kann man als Leser / Leserin auch deutlich spüren.

»Du bist der rote Tupfer in meiner schwarz-weißen Welt.«

Das Ende gehört eigentlich zu der Sorte, die ich in Büchern nicht gerne sehe, aber komischerweise hat es hierbei einfach gepasst. Ich würde sogar fast sagen, dass es einfach so kommen musste, wie es gekommen ist und deshalb hat es mich auch diesmal überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil - ich fand es einfach wunderschön.
Und für mich ist dieses Buch auch ein 5-Sterne-Buch, aber auf andere Art und Weise. Es ist nicht die Art 5-Sterne-Buch die einem total unter die Haut geht, einen nachdenklich macht und noch Tage danach beschäftigt, sondern eines, das einfach als Gesamtpaket toll ist. Die Chemie der Charaktere stimmt, die Liebesgeschichte überzeugt einen, es sind authentische Gefühle im Spiel und es gibt viele Überraschungsmomente.
Alles in allem also einfach eine wirkliche schöne Geschichte, die ich euch nur weiterempfehlen kann. :)

Veröffentlicht am 30.09.2018

Mehr aus Little Springs!

175 Tage mit dir
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Wie auch im ersten Band, hat mir der Schreibstil der Autorin unfassbar gut gefallen. Sie schreibt flüssig, leicht zu verstehen und dabei trotzdem mit sehr viel Gefühl und Intensität. Man verliert sich ...

Wie auch im ersten Band, hat mir der Schreibstil der Autorin unfassbar gut gefallen. Sie schreibt flüssig, leicht zu verstehen und dabei trotzdem mit sehr viel Gefühl und Intensität. Man verliert sich beim Lesen vollkommen in der Geschichte und die Seiten fliegen nur so dahin.

Little Springs sorgt beim Lesen für ein ganz besonderes Feeling. Man kann sich super gut vorstellen, wie es dort aussieht und wie es sich anfühlt, durch die Straßen zu laufen und die vielen kleinen Läden zu sehen. Für mich ist Little Springs ein Ort, bei dem ich mir wünschen würde, es gäbe ihn wirklich. Ich würde dort auf jeden Fall sofort Urlaub machen!

»Es soll mich daran erinnern, dass ich, bevor mich jemals jemand anderes besitzen kann, zuallererst mir selbst gehöre.«

Amelia ist ein Charakter, der einem beim Lesen etwas überrumpelt - auf positive Art und Weise. Sie ist jemand, der nach außen hin unnahbar und schmerzfrei wirkt. Ihr Erscheinungsbild ist cool, genauso wie sie sich immer gibt. Sie redet nicht gerne um den heißen Brei herum - generell redet sie nicht gerne viel - und schon gar nicht über ihre Gefühle. Von sich selbst hat sich ein vollkommen falsches Bild und nach und nach merkt man, dass auch ihr cooles und lässiges Äußeres mehr Schein als Sein ist. Denn in Wirklichkeit ist sie verunsichert und ängstlich, will sich dies aber nicht eingestehen. Trotz ihrer scheinbaren Unnahbarkeit wächst sie einem ans Herz, je mehr Einblick man in ihre Gedanken und Gefühle bekommt. Sie ist etwas Besonderes, jemand, den man nicht mehr so schnell vergisst und der einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Sie entspricht nicht dem Klischee und genau das liebe ich.

»Er ist zu sehr ein Herzmensch, um auf die Vernunft zu hören.«

Riley habe ich schon in "125 Tage Leben" total sympathisch gefunden, aber in diesem Buch habe ihn erst so richtig in mein Herz geschlossen. Auch er entspricht absolut keinem Klischee und ist ebenso wenig ein Standardcharakter. Er ist etwas nerdig, aber trotzdem enorm attraktiv. Er strahlt so viel Wärme und Herzlichkeit aus, dass man sich in seiner Nähe einfach wohlfühlen muss. Zu Beginn hat man den Eindruck als wäre er eine sehr ruhige und in sich gekehrte, fast schon schüchterne Person, aber je mehr man ihn kennenlernt, desto klarer wird, dass er auch anders kann. Riley ist der perfekte Freund - er ist super lieb, unglaublich herzlich und ehrlich und dabei sieht er aber so gut aus, dass man kaum glauben kann, dass Charakter und Aussehen zu ein und derselben Person gehören. Und damit ist er das genaue Gegenteil von Amelia.

Die Liebesgeschichte der beiden konnte mich vom Anfang bis zum Ende vollkommen überzeugen und ich habe die ganze Zeit über mitgefiebert. Dadurch, dass die beiden so verschieden sind, meint man zunächst gar nicht, dass sie überhaupt zueinander passen könnten. Aber es heißt ja nicht umsonst - Gegensätze ziehen sich an. Und das stimmt auch. Amelia und Riley verstehen sich von Anfang an wirklich gut und freunden sich auch schnell an. Die weitere Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden mitverfolgen zu können, war eine Achterbahnfahrt der Gefühle und hat mir unglaublich gut gefallen. Riley hilft Amelia dabei, aus sich herauszukommen und sich ihm zu öffnen. Durch ihn lernt sie, dass Gefühle keine Schwäche sind und wie schön es sein kann, engere Bindungen zu Menschen aufzubauen und sie in sein Leben zu lassen.

Eines der größten Probleme von Amelia, und damit auch ein ganz wichtiges Thema, das in diesem Buch angesprochen wird, ist Selbstakzeptanz und Selbstliebe. Dadurch, dass sie in der Vergangenheit an die falschen Leute geraten ist und einige Fehler begangen hat, sieht sie sich selbst als schlechten Menschen. Sie ist der Meinung, dass sie schlecht für ihr Umfeld ist und schafft es deshalb auch anfangs nicht, jemanden an sich heranzulassen. Auch eine Beziehung mit Riley eingehen will sie zunächst nicht, weil sie nicht begreifen kann, was er in ihr sieht. Und das ist genau der Punkt.
Wie will man begreifen, dass jemand anderes einen liebt und akzeptiert, wie man ist, wenn man es nicht selbst schafft, sich zu lieben und zu akzeptieren?
Und Amelia auf ihrem Weg zur Selbstakzeptanz und Selbstliebe zu begleiten und zu sehen, was Riley dabei für eine Rolle spielt - das war mein absolutes Highlight in diesem Buch.

»Wenn du dich auf sie einlässt, wirst du feststellen, dass sie in deinem Leben gefehlt haben.«

Die perfekte Abrundung des Ganzen waren der Zusammenhalt der Freundschaft und der Familie. Harper und Grace habe ich im ersten Band schon kennen und lieben gelernt, weswegen ich mich jetzt umso mehr darüber gefreut habe, sie ein weiteres Stück auf ihrem Weg begleiten zu können. Mit was für einer Herzlichkeit sie Amelia in ihren Kreis aufgenommen haben und was für eine starke Freundschaft daraus entstanden ist, war einfach wunderschön zu lesen. Auch Amelia's Familie, ihre zwei Dads und ihre kleine Schwester, hätten herzlicher und offener nicht sein können. Bei ihnen war es genauso unmöglich, sie nicht ins Herz zu schließen, wie bei allen anderen Charakteren auch.

"175 Tage mit dir" ist ein Buch, das ich euch wirklich nur ans Herz legen kann. Es ist eine Geschichte über Familie, Freundschaft, Liebe, Selbstakzeptanz, Toleranz und Vertrauen. Man verliebt sich in den Ort, man verliebt sich in die Charaktere und man verliebt sich in die ganze Geschichte.
Ich wünschte, es gäbe weitere Bücher, die die Geschichten der Charaktere aus Little Springs erzählen, denn ich werde sie definitiv vermissen.

Veröffentlicht am 30.09.2018

Eine für Erin Watt untypische, aber absolut grandiose Geschichte!

One Small Thing – Eine fast perfekte Liebe
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Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich dieses Cover wirklich liebe! Die Farben zusammen mit den Regentropfen, die man erfühlen kann, finde ich echt klasse! Zudem kommt natürlich mal wieder der grandiose ...

Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich dieses Cover wirklich liebe! Die Farben zusammen mit den Regentropfen, die man erfühlen kann, finde ich echt klasse! Zudem kommt natürlich mal wieder der grandiose Schreibstil von Erin Watt, in den ich mich immer wieder neu verliebe.

Was bei diesem Buch besonders auffällt ist, dass es eine eher untypische Geschichte für Erin Watt ist. Direkt zu Beginn ist es schon emotionaler und tiefgründiger als man es sonst gewohnt ist und das Ganze entwickelt sich auch in diese Richtung weiter. Das hat mir, wenn ich auch sehr überrascht war, unglaublich gut gefallen, da ich ja jemand bin, der auf schwierigere und tiefgründigere Bücher steht!

»Du bringst anderen bei, wie sie dich behandeln sollen.«

Beth hat bei mir ziemlich gemischte Gefühle ausgelöst. Auf der einen Seite konnte ich sie echt super gern leiden, weil man schnell merkt, dass sie ein großes Herz hat, sie Menschen vergeben kann und auch das in ihnen sieht, was andere einfach übersehen oder ausblenden. Auf der anderen Seite habe ich ihre Handlungen manchmal einfach nicht verstanden. Sie hat sich oft selbst widersprochen und den Eindruck eines bockigen Kindes erweckt. Allerdings stellt man im Laufe der Geschichte fest, dass sie manchmal einfach so handelt, wie sie es eben tut, weil sie selbst nicht so recht weiß, wer sie ist und wer sie sein will. Und anstatt dass man ihr die Freiheit lässt, sich auf den Weg zu machen und rauszufinden, wer sie sein möchte, schreibt ihr jeder - ganz besonders ihre Eltern - vor, wer und wie sie zu sein hat. Das war eine Sache, die mich beim Lesen oft wütend gemacht hat, weil mir vor allem das Verhalten der Eltern so auf den Keks gegangen ist.

»Ich habe mir jeden Tag eine Kleinigkeit gesucht, für die ich dankbar sein konnte.«

Chase hat auf mich beim Lesen eine enorme Ruhe ausgestrahlt. Das ist irgendwie schwer zu erklären und man kann es sicherlich besser verstehen, wenn man das Buch selbst liest, aber sein Verhalten und seine Worte haben mir ein beruhigendes Gefühl vermittelt. Er hat eine harte Vergangenheit, die ihn jeden Tag verfolgt und nicht loslässt - ebenso wenig wie er sie loslassen kann. Als man ihn am Anfang der Geschichte kennenlernt, meint man zu wissen, was für ein Typ Mensch er ist, aber da täuscht man sich. Nie hat er so reagiert, wie ich es erwartet hätte und nie hat er die Dinge gesagt, bei denen ich mir sicher war, dass sie von ihm kommen würden. Chase ist ein Charakter der mich wirklich überrascht hat. Er hat mir in manchen Situationen so leid getan, dass mein Herz beim Lesen geblutet hat. Rückblickend finde ich, dass er gar keine so präsente Person in diesem Buch war, obwohl er wirklich oft darin vorgekommen ist. Und trotz dessen, dass ich so empfinde, hat mir nichts gefehlt. Ich konnte ihn und seine Familie kennenlernen, ich habe viel aus seiner Vergangenheit erfahren und ich kann jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, genau sagen, wer Chase ist. Das ist etwas, das mich echt fasziniert - diese widersprüchlichen Gefühle, die ich selbst nicht so ganz verstehe.

»Dass du auf mich wartest, wird die Kleinigkeit sein, die mich jeden Tag motiviert, dranzubleiben.«

Die Liebesgeschichte der beiden ist ganz anders als man es von Erin Watt gewohnt ist. Sie ist echt harter Stoff, sie ist kompliziert und verwirrend und sie zerreißt einem das Herz. Die Voraussetzungen für eine Beziehung zwischen Beth und Chase könnten kaum schlechter sein und trotzdem spürt man direkt eine Verbindung zwischen ihnen. Genauso wenig wie die beiden sich ihre Gefühle füreinander erklären können, kann man es als Leser / Leserin. Man selbst schwankt beim Lesen zwischen Richtig und Falsch, steht unter Spannung und fiebert einfach total mit. Ich glaube auch, dass es hierbei individuell auf den Leser / die Leserin ankommt - also dass es vom jeweiligen Charakter des Menschen abhängig ist, wie man diese Geschichte auffasst. Ist man selbst jemand, der Probleme mit Vergebung hat und lange braucht, um zu verzeihen, der wird das Ganze zwischen Beth und Chase völlig anders sehen als jemand, der damit keine Probleme hat und den es nicht allzu viel Überwindung kostet, jemandem zu vergeben.
In meinen Augen ist die Liebesgeschichte der beiden absolut unperfekt, könnte aber schöner und emotionaler kaum sein. Besonders die Entscheidung, die die beiden kurz vor Ende der Geschichte treffen, hat mich berührt. Auch hierbei war es wieder etwas, das ich so nicht erwartet hätte.

»Konzentriere dich nicht auf das, was du nicht tun kannst, sondern auf das, was du tun kannst.«

Das Buch behandelt mehrere wichtige Themen gleichzeitig und tut dies wirklich passend und authentisch. Es geht um Vergebung - sich selbst vergeben und anderen vergeben. Es geht um Verlust und die verschiedenen Arten zu trauern. Es geht um Familie und Freundschaft und darum, dass man an beidem arbeiten muss, um ein gutes Miteinander zu erzielen. Es geht um Selbstfindung, um die Frage "Wer bin ich und wer will ich sein?". Und es geht darum, auch die kleinen Dinge im Leben wertzuschätzen und dankbar für das zu sein, was man hat.

Ja, es gibt ein paar Kleinigkeiten die mich gestört haben, aber es sind wirklich Dinge, über die ich hinwegsehen kann, wenn ich das große Ganze betrachte. Mir hat die Idee der Geschichte und ihre Umsetzung so gut gefallen, dass es mir nicht fair erscheint, weniger als 5 Sterne zu vergeben. Außerdem nehme ich aus diesem Buch viele wichtige Dinge für mein eigenes Leben mit und das ist etwas, auf das ich sehr viel Wert lege.
Von mir gibt es also eine klare Leseempfehlung, aber mit der kleinen Warnung, dass diese Liebesgeschichte nun mal keine Typische ist und ihr sehr wahrscheinlich oftmals tief Luft holen müsst, wenn ihr dieses Buch lest.

Veröffentlicht am 19.09.2018

Bin absolut begeistert und brauche dringend Band 2!

Crown of Lies
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Wow, wow und nochmal wow!
Dieses Buch ist krass. Krass gut, krass spannend und krass krass.
Das Cover ist wunderschön, schon allein der Klappentext sorgt für Gänsehaut und der Inhalt haut einen einfach ...

Wow, wow und nochmal wow!
Dieses Buch ist krass. Krass gut, krass spannend und krass krass.
Das Cover ist wunderschön, schon allein der Klappentext sorgt für Gänsehaut und der Inhalt haut einen einfach vollkommen um.
Ich konnte das Buch von dem Moment an, als ich es aufgeschlagen habe, nicht mehr aus der Hand legen, weil mich die Geschichte SO in ihren Bann gezogen hat, dass es unmöglich war, sich von den Seiten loszureißen.

Aber wo Täuschung ist, da ist auch Vertrauen. Und machmal begegnet uns das eine im Gewand des anderen.

Die Handlung in diesem Buch gleicht eigentlich vielen anderen und doch ist sie so anders. Sie ist so viel spannender, tiefergehender und intensiver als jeder New Adult Roman, den ich bis jetzt gelesen habe. Das Ganze hat nichts zu tun mit Bad Boy und Good Girl, nicht mit charmantem, attraktivem Mann und schüchternem Mauerblümchen - nein, diese Geschichte ist frei von Klischees wie diesen. Ja, er ist attraktiv, aber alles andere als charmant. Und das Wort "Bad Boy" beschreibt nicht annähernd die Dunkelheit, die ihn umgibt.
Ja, sie ist wunderschön, aber alles andere als schüchtern. Sie ist die CEO eines der mächtigsten Kaufhausimperien und lässt sich von niemandem vorschreiben, was sie zu tun oder lassen hat.

Ich war nie allein, aber ständig einsam.

Noelle, die von allen Elle gennant wird, hatte nie eine richtige Kindheit oder Jugend. Schon ganz früh musste sie unglaublich viel Verantwortung übernehmen und viel schneller erwachsen werden als andere. Auf ihr lastet, seit sie denken kann, ein enormer Druck und auch, wenn ihr die große Verantwortung, die ihr Vater ihr mit der Leitung von Belle Elle, der größten Einzelhandelskette in den USA und Kanada, aufträgt, Angst macht, ist sie doch jemand, der sich gerne dieser Herausforderung stellt. Durch ihre Position als CEO spielt sich ihr ganzes Leben nur in den Räumen des riesigen Hochhauses ab und dreht sich ausschließlich um ihre Arbeit. Doch zweimal gerät ihr durchstrukturiertes und geordnetes Leben ins Schwanken - und zweimal hat ein Mann daran Schuld.

»Manchmal sind Lügen leichter zu akzeptieren.«

Penn Everett ist auf den ersten Blick ein Mann, den jede Frau haben will, auf den zweiten Blick jemand, den die wenigsten wollen und auf den dritten und jeden weiteren Blick der Mensch, den nur diejenigen kennenlernen, die so viel Ausdauer und vor allem Mut haben, überhaupt einen weiteren Blick hinter seine Fassade zu wagen. Er strahlt Macht und Arroganz aus, gepaart mit einer Dunkelheit, die einen sofort in Beschlag nimmt. Nichts an ihm scheint liebevoll, zärtlich, charmant oder auch nur ansatzweise menschlich zu sein. Penn ist grob, unnahbar, dominant und besitzergreifend. Aber er macht auch neugierig - neugierig auf das, was hinter den Mauern schlummert, hinter denen er sein wahres Ich versteckt. Und genau diese Neugier ist es, die Elle dazu bringt, ihr langweiliges und einsames, aber sicheres Leben aufzugeben.

»Seit du Ja gesagt hast, ist es nicht mehr von Belang, was du sagst. Das hier ist jetzt mein Speil.«

Eine wirkliche Liebesgeschichte gibt es in diesem Buch nicht, denn das, was zwischen Elle und Penn ist, kann man sicherlich nicht als Liebe bezeichnen. Die beiden können sich absolut nicht ausstehen, fühlen sich aber enorm zueinander hingezogen. Die sexuelle Spannung ist bei jedem Aufeinandertreffen deutlich zu spüren, ebenso wie etwas Dunkles und Gefährliches, von dem man nicht so genau weiß, woher es kommt. Der Beginn ihrer "Beziehung" ist auch alles andere als normal, denn er beginnt mit einem Angebot, das abschreckend und verführerisch zugleich ist.
Spätestens ab da ist es unmöglich, das Buch auch nur für eine Sekunde aus der Hand zu legen, wobei man gleichzeitig manchmal das Gefühl bekommt, eine Pause zu brauchen, um selbst einmal tief durchatmen zu können.

Ein stummes Eingeständnis, dass wir etwas begonnen hatten, das leider kein gutes Ende nehmen konnte.

Die Geschichte ist durchgehend spannend und enthält einen gewissen Nervenkitzel. Man ist auf der einen Seite vollkommen gefesselt und möchte auch gar nicht losgelassen werden, und auf der anderen Seite ist man so überrumpelt und überfordert, dass man das Gefühl bekommt, fliehen zu müssen. Auf jeden Fall ist klar, dass dieses Buch einen emotional berührt - auf welche Art und Weise auch immer. Man häppchenweise immer mehr Informationen, aber es ist nie genug. Beim Lesen gehen einem tausend Fragen durch den Kopf und an die Stelle jeder beantworteten Frage treten gleich drei Neue. Es ist ein purer Suchtfaktor und einfach nur grandios!
Aber egal wie viele Theorien man hat oder wie viel man auch spekuliert - auf das Ende wird man nicht vorbereitet sein.

Ich würde eine Krone aus Lügen tragen.
Und ich würde diese Schlacht gewinnen.

Am Ende des Buches steht man kurz vor einer großen Enthüllung und dann passiert etwas, mit dem man absolut nicht gerechnet hätte. Und alles passiert so schnell, dass man dieses Buch beendet und erstmal sprachlos ist. Und dann so langsam fügen sich dich Puzzleteile im Kopf zu einem klaren Bild zusammen und das Einzige, woran man noch denken kann, ist:
Ich BRAUCHE jetzt sofort den zweiten Band.

Und genau damit schließe ich meine Rezension jetzt auch ab. Ich bin überwältigt, verwirrt und begeistert zugleich. Dieses Buch gleicht einem Wirbelsturm, der deine Gedanken und Gefühle völlig durcheinander bringt und ein einziges Chaos hinterlässt. Und das Einzige, was dieses Chaos beseitigen kann, ist der zweite Band.