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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2018

Tolle Familiengeschichte

Die Schnitzlers
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Auch wenn ich ehrlich zugeben muss, dass ich von Arthur Schnitzler vor diesem Buch noch nichts gehört, geschweige denn gelesen habe, fand ich die Geschichte dieser Familie doch sehr faszinierend. Schon ...

Auch wenn ich ehrlich zugeben muss, dass ich von Arthur Schnitzler vor diesem Buch noch nichts gehört, geschweige denn gelesen habe, fand ich die Geschichte dieser Familie doch sehr faszinierend. Schon das Cover gefiel mir sehr gut und ich finde es auch passend, weil es ja eben um die gesamte Familie Schnitzler ab Johann Schnitzler geht und nicht nur um eine einzige Person. Genau das gefiel mir an dem Buch auch sehr gut. Eine Geschichte über eine Person wird schnell langweilig, vor allem, wenn man sich nicht schon vorher genau für diese Person interessiert hat. Das war aber in diesem Buch gar nicht der Fall, weil durch die verschiedenen und teils auch sehr unterschiedlichen Personen, die beschrieben wurden, eine gute Abwechslung gegeben war. Diese Personen wurden auch oft sehr detailliert beschrieben, was das Buch aber nicht langweilig machte, weil es eben wirklich eine Geschichte zu diesen Menschen zu erzählen gibt.

Gerade die gute und lange Beschreibung zeigt sehr deutlich, dass die Autorin für dieses Buch sehr gut recherchiert hat, was mir bei solchen Büchern immer mit am wichtigsten ist. Trotzdem ist das Buch nicht unbedingt wie ein Sachbuch geschrieben, jedenfalls ist es nicht so trocken geschrieben. Teilweise lässt es sich lesen wie ein Roman, weil der Schreibstil schon richtig gut ist. Außerdem gefällt es mir sehr gut, dass es nicht nur um die Familiengeschichte der Schnitzlers geht, sondern auch zu einem großen Teil um die Geschichte Europas zu der jeweiligen Zeit und vor allem natürlich auch um die Geschichte der Juden. Das alles macht das Buch zu einem interessanten Leseerlebnis.

Veröffentlicht am 24.10.2018

Ein Brite in Deutschland

Make me German! Zweisprachiges Wendebuch Deutsch/ Englisch
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Ich habe noch nie ein Buch in der Art gesehen, dass da einmal der deutsche Text ist und wenn man es wendet, hat man die gleiche Geschichte nochmal in englischer Sprache. Daher fand ich es schon sehr interessant, ...

Ich habe noch nie ein Buch in der Art gesehen, dass da einmal der deutsche Text ist und wenn man es wendet, hat man die gleiche Geschichte nochmal in englischer Sprache. Daher fand ich es schon sehr interessant, als ich es auspackte und in Händen hielt. Erst mal wusste ich gar nicht recht, wie ich es nun lesen soll. Ich habe es dann so gemacht, dass ich mit dem deutschen Teil des Buches begonnen habe und mir immer mal wieder auch die Textstelle im anderen Teil herausgesucht und auf englisch weitergelesen habe. So habe ich es immer abgewechselt, damit ich von beiden Sprachen etwas hatte und trotzdem nichts doppelt gelesen habe. Ich denke eigentlich, dass das eine gute Möglichkeit ist, ein solches Buch zu lesen.

Das Buch selber handelt von einem Briten, der seit 7 Jahren in Deutschland lebt und als Schriftsteller sein Geld verdient. Dabei handeln seine Bücher wohl alle von seiner neuen Heimat Deutschland. Das Buch "Make me German" handelt von vielen kleinen Geschichten im Leben des Autors und wie er versucht hat, der deutschen Mentalität auf die Spur zu kommen, um uns besser zu verstehen. So ist er zum Beispiel einige Male als Mitfahrer in andere Städte gereist, um neue Menschen kennenzulernen und auch die Orte zu entdecken. Auch hat er sich eine Woche lang täglich 10 Stunden mit deutschem Fernsehen beschäftigt.

Wie er solche Dinge beschreibt, hat mich manches Mal zum Schmunzeln und auch einige Male zum Lachen gereizt. Der Schreibstil des Autors ist schon sehr angenehm zu lesen und auch seinen Humor mag ich sehr. So hatte ich das Buch in nicht ganz zwei Tagen ausgelesen. Mir gefällt es sehr, dass der Autor nicht mit dem erhobenen Zeigefinger über Deutschland schreibt, sondern sich wirklich auf das Land und die Menschen hier eingelassen hat, um das alles direkt kennenzulernen.

Veröffentlicht am 24.10.2018

Verschiedene Charaktere auf dem Spielplatz

Eltern, die auf Schaukeln starren
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Obwohl, oder vielleicht auch gerade weil ich noch keine Kinder habe, hat dieses Buch mich sehr begeistert. So konnte ich es einfach interessiert lesen, ohne darüber nachdenken zu müssen, zu welcher Mütterbeschreibung ...

Obwohl, oder vielleicht auch gerade weil ich noch keine Kinder habe, hat dieses Buch mich sehr begeistert. So konnte ich es einfach interessiert lesen, ohne darüber nachdenken zu müssen, zu welcher Mütterbeschreibung ich wohl am besten passen würde. Richtig toll werden von den Autoren die verschiedenen Mutter- und Vatertypen beschrieben. Auch wenn natürlich alles ein gutes Stück überspitzt formuliert wurde, ist die Einteilung und das beschriebene Verhalten der jeweiligen Eltern schon sehr gut gelungen. Es ist schon sehr gut auf den Punkt gebracht, wir sich die Helikopter-Mutter verhält und in allem ein drohendes Problem sieht oder wie der Kumpel-Papa sich freut, mit seinem Kind zu spielen.

Auch die Großeltern bekommen ihren Auftritt in dem Buch und sind vor allem erstaunt darüber, dass die Kinder heutzutage soviel Aufmerksamkeit bekommen, obwohl es früher mehr Kinder gab. Aber bei der Kindererziehung scheint sich in nur einer Generation doch so einiges geändert zu haben. Auch die verschiedenen Weltanschauungen, die in der Erziehung aufeinander prallen, werden sehr gut beschrieben. Natürlich denkt jede Mami, dass ihre Art der Erziehung die richtige ist und die anderen Mütter auf dem Spielplatz keine Ahnung haben.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und auch wenn es kein Ratgeber im eigentlichen Sinne ist, denke ich, dass es vielleicht einigen Müttern schon helfen kann, darüber nachzudenken, in welche Gruppe man sie einordnen kann und ob nicht vielleicht auch mal kleinere Veränderungen sinnvoll wären, bzw. ob nicht andere Erziehungsansätze auch ihre Daseinsberechtigung haben.

Veröffentlicht am 23.10.2018

Wissen, das man nicht wirklich braucht

What The Fact!
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Ich kannte die beiden Autoren noch nicht, bevor ich von diesem Buch erfahren habe, da ich nicht so wirklich häufig auf YouTube unterwegs bin. Aber wenn man dort mal schaut, scheinen die beiden auf jeden ...

Ich kannte die beiden Autoren noch nicht, bevor ich von diesem Buch erfahren habe, da ich nicht so wirklich häufig auf YouTube unterwegs bin. Aber wenn man dort mal schaut, scheinen die beiden auf jeden Fall schon sehr bekannt zu sein. Ich kenne nun aber nur das Buch, das mir gut gefallen hat. Einige der Fakten im Buch habe ich schon mal gehört, aber viele waren mir auch völlig neu. Dabei weiß ich nun nicht, ob ich mir diese Dinge merke, um sie irgendwann mal anbringen zu können, aber vielleicht fallen sie mir ja in der richtigen Gesprächssituation auch mal ein. Dann glaube ich schon, dass man mit dem eigentlich unnützen Wissen auch punkten kann.

Die Fakten im Buch sind eine gute Mischung aus skurrilen, lustigen, aber manchmal auch durchaus lehrreichen Dingen. So hätte ich zum Beispiel nicht gewusst, woher der Ausspruch "Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts" kommt, oder woher der Inbus-Schlüssel seinen Namen hat. Auch wenn man das Buch schnell durch hat und man die genannten Fakten nicht wirklich kennen muss, so macht es doch Spaß, es zu lesen. Auch die Passagen über die Autoren selbst sind interessant zu lesen.

Auch die Aufmachung ist sehr schön. Da gibt es Fotos der Autoren und auch mal ein Bild, bei dem man die Zahlen verbinden muss, um das Bild zu sehen. Am unteren Rand kann man wie bei einem Youtube-Video sehen, wie weit man schon ist und wie viel man noch vor sich hat. Einige Fakten sind fett gedruckt. Diese hielt ich erst mal für Überschriften, was aber nicht so ist, wahrscheinlich soll dadurch einfach die Seite aufgelockert werden. Das alles macht das Buch schon zu einem sehr guten Begleiter in Situationen, in denen man sich sonst langweilen würde, wie bei der Zugfahrt oder im Wartezimmer.

Veröffentlicht am 22.10.2018

Eine unfreiwillige Wohngemeinschaft

Allein kann ja jeder
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In dem Buch geht es um eine Wohngemeinschaft, die sich aus der Not heraus findet. Ellen und ihre Tochter Kim werden von Ellens Ex-Mann quasi auf die Straße gesetzt, weil dieser das Haus verkaufen möchte. ...

In dem Buch geht es um eine Wohngemeinschaft, die sich aus der Not heraus findet. Ellen und ihre Tochter Kim werden von Ellens Ex-Mann quasi auf die Straße gesetzt, weil dieser das Haus verkaufen möchte. Es muss auch schnell gehen, weil ein Käufer für das Haus bereit steht und nicht warten kann. Ellens Mutter Rosa hat ihr Häuschen verkauft und wollte gemeinsam mit ihrem Nachbarn und Partner Robert in eine neue Eigentumswohnung ziehen, die gerade erst gebaut sein sollte. Aber dann kommt alles anders. Rosa findet Robert eines Tages tot in seinem Haus liegend und die Polizei geht davon aus, dass er ermordet wurde.

Um Rosa auf andere Gedanken zu bringen, machen Ellen und Kim mit ihr einen Ausflug nach Kaiserswerth, um zu sehen, wo Rosa demnächst wohnen wird. Dabei erleben die drei Frauen dann aber schon die nächste Überraschung, denn das Haus gibt es noch gar nicht. Rosa und Robert sind offensichtlich einem Betrüger aufgesessen, der sich mit dem Geld der geprellten Wohnungskäufer aus dem Staub gemacht hat. So sitzt nun die ganze Familie auf der Straße und muss innerhalb von nur drei Wochen eine neue Wohnung finden. Da hat Rosa die zündende Idee und besetzt einfach die leerstehende Villa auf dem Grundstück, wo das Haus mit ihrer Wohnung darin gebaut werden sollte. Sie ist der Ansicht, dass ihr das zusteht.

Schon bei der ersten Besichtigung der Villa begegnet sie Konrad Schmitt, der auch von der Immobilienfirma geprellt wurde und der den gleichen Plan hat wie Rosa auch. Als sie sich kurz darauf in ihrem gewählten Zimmer einrichtet, lernt sie auch schon den nächsten Hausbesetzer kennen. Er stellt sich ihr als Hans Seefeld vor und ist einer der am wenigsten beliebten Lehrer ihrer Enkelin. Und diese Enkelin lernt dann zu guter Letzt auch noch Mardi kennen, der sich im Keller der Villa versteckt und den sie nun versorgt.

Damit wäre die Truppe der Hausbesetzer vollständig und von nun an meistern sie die Dinge gemeinsam, die auf sie zukommen. Es ist schon ein bunter Haufen, aber sie lernen sich immer besser kennen und werden zu einem guten Team, das auch die größten Schwierigkeiten sehr gut meistert. Am Ende wird dann auch der Mord an Robert aufgeklärt, aber das passiert quasi so nebenbei. Vor allem geht es um die Hausbesetzung und die Probleme, die dadurch entstehen.

Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn mir einige Dinge negativ auffielen. Zuerst einmal finde ich es merkwürdig, dass man erst weniger als einen Monat vor dem Umzug bemerken kann, dass das Haus, in dem man eine Wohnung gekauft hat, noch nicht gebaut ist. Ich würde doch meinen, dass man schon vorher mal gucken geht, vor allem, wenn man in der gleichen Stadt wohnt.

Der andere negative Aspekt hat mit der Geschichte nichts zu tun, aber mir sind einige Rechtschreibfehler aufgefallen und alle bei einem Namen. Der Chef der Immobilienfirma heißt wohl Weiterscheid, aber öfter wird auch von einem Herrn Winterscheid geschrieben und einmal von einem Herrn Weiterschweid. Es ist eindeutig aber immer der gleiche Mann. Ich hoffe sehr, dass das vor Erscheinen der nächsten Auflage noch einmal kontrolliert wird.

Von diesen Aspekten abgesehen gefiel mir das Buch sehr gut. Es ist locker geschrieben und man ist direkt mitten im Geschehen. Mit den Protagonisten wird man auch sehr schnell warm, auch wenn natürlich nicht alle sympathisch sind, aber genau so soll es in einem Buch ja auch sein. Schon das Cover, das vermutlich Rosa, Ellen und Kim zeigt, finde ich sehr gelungen, auch wenn im Buch eher selten mal eine Situation vorkommt, in der die drei Charaktere so entspannt beisammen sind.