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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2019

hat Spaß gemacht

Frauen, die Bärbel heißen
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Ein skurrieles Buch mit schrägem Humor und ständig neuen Wendungen, bei dem sich aber auch Abgründe auftun, insbesondere was Bärbels Kindheit angeht und wie abgeklärt sie damit umgeht.
Bärbel ist ein ...

Ein skurrieles Buch mit schrägem Humor und ständig neuen Wendungen, bei dem sich aber auch Abgründe auftun, insbesondere was Bärbels Kindheit angeht und wie abgeklärt sie damit umgeht.
Bärbel ist ein besonderer Mensch. Früh auf sich allein gestellt, hat sie die Schrullen und bizarren Anschauungen ihrer Eltern übernommen und meidet andere Menschen, wo sie nur kann. Als sie jedoch eine Leiche findet, überschlagen sich die Ereignisse und sie muß sich laufend mit immer neuen Menschen auseinandersetzen und Entscheidungen trreffen, wie sie mit all den Situationen und Leuten umgeht.
Es ist kein ernst zu nehmender Krimi, aber trotzdem sehr spannend und vor allem überrascht er mit ständig neuen Figuren und Wendungen. Nichts und Niemand ist so, wie es auf den ersten oder zweiten oder manchmal auch dritten Blick scheint. Die arme Bärbel. Ich fand Bärbels Art zu denken und zu handeln faszinierend (später weniger) und sie tut mir leid mit ihrem einsamen, eintönigen, tristen Leben. Aber als sie da rausgerissen wird, ist alle noch viel schlimmer.
Ich mochte den trockenen Humor, die nüchterne Art, mit der Bärbels Kindheit knapp umrissen wird, was das Ganze irgendwie noch erschreckender macht und die vielen Überraschungen. Auch wenn manches etwas Slapstickartig war und zu dick aufgetragen (bes. all die Zufälle), hat das Buch großen Spaß gemacht.

Veröffentlicht am 11.01.2019

beeindruckend

Geständnisse
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Hier tun sich menschliche Abgründe auf.
Eine Lehrerin, die vor einem Monat ihr Kind verloren hat, hält einen langen Monolog vor ihrer Klasse. Sie erzählt, wer an dem Tod Schuld war und hat einen perfiden ...

Hier tun sich menschliche Abgründe auf.
Eine Lehrerin, die vor einem Monat ihr Kind verloren hat, hält einen langen Monolog vor ihrer Klasse. Sie erzählt, wer an dem Tod Schuld war und hat einen perfiden Racheplan. Einige Dinge machen echt Gänsehaut (z.B.hat ein Schüler eine Exekutionsmaschine erfunden). Im nächsten Kapitel lesen wir in einem Brief einer Schülerin an die inzwischen ausgeschiedene Lehrerin wie sich deren Racheplan weiterentwickelt. Die Selbstjustiz der Kinder ist furchtbar und wer nicht mitmacht, wird selbst so bestraft. Die Folgen der Rache sind immer weitreichender und werden von verschiedenen Betroffenen erzählt. z.B. in Form von Tagebuchaufzeichnungen der Mutter eines Schülers oder durch eine Webside. So erfahren wir nicht nur von den Auswirkungen, sondern auch mehr und mehr, was die Täter eigentlich dazu gebracht hat und wie es ihnen nun geht.
Nichts ist, wie es scheint. Man merkt selbst, wie schnell man ein Urteil und eine Meinung gebildet hat und Dinge falsch interpretiert. Habe das Buch quasi am Stück gelesen, weil ich es nicht aus der Hand legen konnte. Großartig !

Veröffentlicht am 29.12.2018

Was hab ich mich amüsiert

Totenstille im Watt
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Was hab ich mich amüsiert !
Wer die Ostfrieslandkrimis von diesem Autor mag, wird auch hieran seinen Spaß haben. Diesmal aus Sicht eines Serienkillers, der erstmal gar nicht so unsympathisch ist. Er erklärt ...


Was hab ich mich amüsiert !
Wer die Ostfrieslandkrimis von diesem Autor mag, wird auch hieran seinen Spaß haben. Diesmal aus Sicht eines Serienkillers, der erstmal gar nicht so unsympathisch ist. Er erklärt uns, wie es dazu kam, dass er sich als Arzt in Ostfriesland niederließ, wir mögen ihn, weil wir auch so gerne lesen wie er und wir schmunzeln, weil uns alte Bekannte wiederbegegnen. Ermittlerin Ann Kathrin Klaasen ist eine seiner Patientinnen. Und zu guter Letzt, erfüllt es uns mit Genugtuung, dass er für Gerechtigkeit sorgt. Aber so langsam läuft alles etwas aus dem Ruder...
Mir hat das Buch viel Freude gemacht, es liest sich leicht und man kann sich in alle Figuren gut reinversetzen. Allerdings habe ich mich schon gefragt, wieviele nackte Männer in Ostfriesland nachts im Watt rumstehen.... Die Osfrieslandkrimis sind spannender, aber hier habe ich mich mehr amüsiert. Daher freue ich mich auf Band Zwei und auch, dass dieser im Pott beginnt.

Veröffentlicht am 27.10.2018

spannend, aber die Nanos sind nur Kulisse

Nanos - Sie bestimmen, was du denkst
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Bewertet mit 5 Sternen
In diesem Buch kommen mehrere Horrorszenarien zusammen. Die Nazizeit mit dem Gruß und dem "In Kehlis", dem blinden Gehorsam dem Staatsoberhaupt gegenüber, aber auch die DDR. Beides ...

Bewertet mit 5 Sternen
In diesem Buch kommen mehrere Horrorszenarien zusammen. Die Nazizeit mit dem Gruß und dem "In Kehlis", dem blinden Gehorsam dem Staatsoberhaupt gegenüber, aber auch die DDR. Beides mit Deportieren von Andersdenkenden und Regimekritikern, denunzieren selbst in Familien, Verfolgung, Bespitzeln von Nachbarn, Freunden, Kollegen und Familienmitgliedern usw. Ob die Schergen nun SS, Stasi oder Konfessoren und Gardisten heißen, der Alptraum ist der gleiche.
Das zweite Horrorszenario ist die Machtübernahme durch Lebensmittelhersteller oder andere Großkonzerne. Das ist ja bereits in vollem Gange. Durch Lobbyisten werden unsere Politiker mehr oder weniger zu Marionetten (man denke an TTIP oder andere Handelsabkommen und sogar Gesetze, die hinter verschlossenen Türen von Industrie und Wirtschaftsbossen ausgehandelt werden und die die Politiker dann nur noch unterschreiben, oder wie die EU vorschreiben will, wie gerade eine Gurke zu sein hat und der Rest auf dem Müll landen muß, weil er nicht verkauft werden darf oder wie die Lebennsmittellobby sich erfolgreich wehrt, wenn es um Kennzeichnungspflicht mancher Inhaltsstoffe geht oder um die Nahrungsampel). Es ist ja jetzt schon so, dass Konzerne in vielen Dingen das Sagen haben und mit Umweltsünden, Steuerschlupflöchern usw. davon kommen. Der Gier und dem Einfluß der Konzerne kann man kaum was entgegensetzen. Wie schwer war es den Hambachger Wald zu retten, den RWE aus Profitgier roden wollte. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Und wenn man allein den Zucker, der sich in fast allen Lebensmitteln der Industrie versteckt, durch Nanoteilchen ersetzen würde, dann hätten wir diesen Alptraum in Wirklichkeit. Denn allein dem Zucker kann man kaum und nur mit viel Aufwand und Mühe entgehen. Nestle will das Wasser privatisieren, obwohl es ein Grundrecht ist. Die Liste ist unendlich.
Das dritte Horrorszenario ist die Überwachung. In der digitalisierten Welt kann man ihr kaum entgehen. Handys etc. können geortet werden, Googelsuchen .werden gespeichert ( "weil" man ja personifizierte Werbung schalten will ), Drohnen werden eingesetzt. Und in der Wirklichkeit kommt noch hinzu, dass es bald kein Bargeld mehr geben soll, sondern nur noch elektronischen Zahlungsverkehr usw. Hinzu kommen freiwillige Angaben (Paybackkarten, Alexa oder wie das Ding heißt etc.)
Das grottenschlechte Fernsehprogramm, was zur Volksverdummung beiträgt (ich muß Sender und Sendungen ja nicht nennen, oder ?) und die Medien, die Einfluß auf die Meinung der Menschen nehmen, indem sie manchen Themen (z.B. Flüchtlingen) viel Raum geben, aber wichtigen Dingen, die die meisten Menschen betreffen, deutlich weniger Sendezeit oder Artikel zukommen lassen (Pflegenotstand, Rente, Steuertricks, die Deutschland Milliarden kosten), haben wir ja jetzt auch schon.
Dieses Buch packt wirklich viele Horrorszenarien zusammen und macht einen richtigen Alptraum daraus, der hoffentlich nie Wirklichkeit wird. Gut, dass einige Leute free sind. Wie grauenhaft es ist, in so einer Diktatur zu leben, sieht man an Maria gut. Ohne ihren Sohn, könnte sie vielleicht flüchten (aber wohin ?). Was macht man in solch einer Situation ? Wie trifft man die richtige Entscheidung ?
Das Buch liest sich gut und ist spannend, aber es ist auch sehr bedrückend und beängstigend und es wird am Schluß etwas James Bond mäßig. Und das Ende ist abrupt und lässt viele Fragen offen. Gemeiner Cliffhanger.
Mit Maria kann ich mich am ehesten identifizieren. Sie lebt in dem Regime und muß ihren Alltag meistern. Besonders perfide, dass man zwar anders denken kann und aufpassen muß, was man sagt, aber dass sich das auch in körperlichen Syptomen äußert, die man nicht immer vor anderen verstecken kann. Welche Angst,. dass der Sohn sich verplappert ! Und wie schwer eine Entscheidung zu treffen, sich jemandem amzuvertrauen. Ich muß an all die mutigen Widerstandskämpfer denken, die Leute ansprechen mußten, ohne ihre wirkliche Gesinnung zu kennen. Was für ein vorsichtiges Herantasten das jedesmal war. Und auch die Menschen in der DDR, die fliehen wollten. Wem kann man trauen ? Und was wird aus dem Kind, wenn man geschnappt wird ? Wie erziehe ich mein Kind in solchen Zeiten ? Mund halten, tun was der Diktator sagt oder sich die Menschlichkeit und das Mitgefühl bewahren ? Muß ich das kritische Denken unterbinden und mein Kind zum stumpfen Gehorsam erziehen ?
Das Buch hat mir gut gefallen. An manchen Stellen habe ich laut gelacht . Es gibt auch überraschende Wendungen und immer wieder temporeiche Stellen. Habe das Buch verschlungen. Aber irgendwie hätte ich mir den Fokus mehr auf die Nanos und deren Beeinflussung gewünscht. Statt den Rebellen hätte ich es spannender gefunden, mehr über den Alltag der Leute zu erfahren, vor allem, als alles anfing. Wie wirkten sich die ersten Beeinflussungen aus ? Was haben die Leute bemerkt, die erst später davon betroffen waren ? Ich finde dieses interessante Thema hätte man mehr vertiefen können. So ist es ein spannender Thriller geworden, aber die Nanos sind mehr oder weniger nur Kulisse.
Lesenswert ist es auf jeden Fall.

Veröffentlicht am 19.10.2018

guter Krimi

Knochenjagd
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In einer Wohnung wird ein totes Baby gefunden. Wo ist die Mutter ? Hat sie ihr Kind getötet ? Die Spur zieht sich bis in den Norden Kanadas, aber was steckt eigentlich dahinter ? Tempe Brennan und Ryan ...


In einer Wohnung wird ein totes Baby gefunden. Wo ist die Mutter ? Hat sie ihr Kind getötet ? Die Spur zieht sich bis in den Norden Kanadas, aber was steckt eigentlich dahinter ? Tempe Brennan und Ryan fahren in den Norden und jeder ermittelt auf seine Weise. Die Fernsehreihe Bones wird irgendwie immer abstruser und ich gucke sie nicht mehr, aber die Bücher sind immer noch gut. Am Anfang haben mich die vielen französischen Ausdrücke genervt (Gebäude, Behörden, Titel, EInrichtungen etc.). Da ich kein französisch kann, hat es den Lesefluß doch etwas behindert. Aber zum Glück hörte das schnell auf und der Rest lies sich schnell und flüssig lesen. Der Krimi ist spannend und man muß weder die Fernsehserie kennen, noch die anderen Bücher. Der Autorin gelingt es, manchmal mir nur wenigen Worten, eine bestimmte Athmosphäre zu schaffen, z.B. Trostlosigkeit. Es ist schon erschreckend was für ein Leben/Schicksal manche Menschen haben und wie sie sich angesichts der Gegebenheiten (Ort, Familie, Umstände etc.) in ihrem Leben einrichten. Alles in allem ein guter Krimi, der aber auf die Action oder den Showdown am Schluß ruhig hätte verzichten können. Ich finde es schon nervig, wenn der Held/die Heldin am Schluß in Gefahr geraten, wo man doch eh weiß, dass sie gerettet werden, wie in Millionen anderer Geschichten auch. Also auch ohne diese Dramatik wäre es ein guter Krimi.