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Veröffentlicht am 06.11.2018

Diese Rezepte bringen neuen Wind in die Küche und Kochmuffel wieder an den Herd

Das Plus-3-Prinzip – Einfach Kochen mit wenig Zutaten
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Sternekoch Mario Kotaska ist durch seine Auftritte im Fernsehen bekannt und mit seiner lockeren Art auch sehr beliebt. Er kocht so unkompliziert und einfach, wie man es von ihm erwartet. "Das Plus-3-Prinzip" ...

Sternekoch Mario Kotaska ist durch seine Auftritte im Fernsehen bekannt und mit seiner lockeren Art auch sehr beliebt. Er kocht so unkompliziert und einfach, wie man es von ihm erwartet. "Das Plus-3-Prinzip" erklärt sich ganz simpel, mit wenigen Grundzutaten plus 3 frischen Zutaten kann man eine kreative Alltagsküche zaubern.

Die Rezepte basieren auf Standard-Grundzutaten, die man in seinen Vorräten findet, wie Kartoffeln, Nudeln, Milch, Eier, Zwiebeln und Öl, Mehl, Butter und Gewürze.



Als Einführung erfährt der Leser wie man sich einfach gesund ernähren und eine gute Balance halten kann. Hier geht es um Informationen über energiespendende Lebensmittel, viel eiweißreiche und zuckerarme Kost, gesunde Gemüseküche und reichlich Trinken von Wasser. Wer diese Dinge in seinem Ernährungsplan einbaut, sich zusätzlich noch viel bewegt, wird einen Weg finden, um fit und gesund zu bleiben. Damit das Kochen stressfrei abläuft und auch noch reichlich Zeit für die Familie oder Freizeitunternehmungen bleibt, zeigt Mario Kotaska in den Rezepten einfache, schnell zuzubereitende, aber dennoch vielseitige und schmackhafte Gerichte.

Sein Plus-3-Prinzip arbeitet mit der Grundlage von Dauervorräten, die dann durch 3 frische Spezial-Zutaten zu neuen Gerichten ergänzt werden.

Der Rezeptteil beginnt mit dem Kapitel Frühstück und zu jedem Kapitel gibt es eine Übersichtsseite mit der Abbildung der Zutaten.

Als Frühstück finde ich die Orangen-Feigen-Pancakes, Obstsalat-Bowl und das Rote Katerfrühstück besonders nachahmungsvoll.

Im Kapitel Klassiker wird mit Basics wie Kartoffeln, Zwiebeln, Eier, Pasta, Milch, Öl, Butter, Dinkelmehl und Parmesan gearbeitet. Das hat man immer im Haus. Und los geht´s! Potsdamer Schmorgurken, Senfeier mit Rote Beete, Butterlachs mit Paprikapasta und Fisch mit Kirschtomaten. Das schmeckt lecker und weil Fisch eiweißreich und gesund ist, wird er hier häufig eingesetzt.

Das Kapitel Exotisch setzt auf Basics wie Quinoa, Süsskartoffel, Couscous, Kichererbsen, Kokosmilch, Harissa, rote Zwiebel. Das klingt jetzt für mich nicht sonderlich exotisch, es ist für Kochanfänger aber vielleicht schon eine ganz neue Erfahrung, diese Lebensmittel in die Kochroutine einzubauen. Möhren-Kokos-Süppchen mit Huhn und Kichererbsensalat mit Sardinen sind meine Tipps.



Im Kapitel Fit Food sind die Basics: Buttermilch, Tk-Beeren, Chia-Samen, Rote Linsen, Eier, Ingwer, Basilikum. Damit lassen sich gesunde Gerichte wie Gemüsepfanne mit Ei, Hokkaido-Eintopf, Süßer Beerenhüttenkäse und Chickenballs mit Linsencurry zaubern.



Das Kapitel Festlich braucht Basics wie Butter, Risotto, Rotwein, Kartoffeln, Sahne, Parmesan, Scharlotten. Das muss man jetzt noch aufpeppen mit Lamm, Kalbsfleisch und Fisch. Zitronenhähnchen mit Kartoffelsalat, Tafelspitz, Zanderfilet und mein geliebter Heringstipp mit Äpfeln und Pellkartoffeln werden hier vorgestellt.



Den Abschluss vom Essen bildet der Nachtisch. Im Kapitel Süßes arbeitet man mit Kuvertüre, Quark, Eier, Milch, Zucker, Butter, Vanilleschote. Hier verlocken die Mandel-Schokokuchen mit Apfelkompott, Kaiserschmarrn mit Himbeerquark und Quark-Kirsch-Muffins. Süßes geht immer und die Vorschläge sind nicht so altbacken wie man es sonst kennt.

Zu allen Rezepten gibt es eine Nährwerttabelle, die Anzahl der Portionen (meistens für 4 Personen) und Angabe über die Dauer der Zubereitung. Die Rezepte sind übersichtlich, nicht zu kompliziert und bringen immer mal wieder neuen Wind in den Speiseplan. Nix was so gar nicht geht, alles gut nachkochbar und lecker. Die ansprechenden ganzseitigen Fotos gibt es nicht zu allen Gerichten, sie machen Appetit und sehen einfach verlockend aus. Das weckt die Lust am Nachkochen.



Gelungen ist auch der spezielle Veggie-Wochenplan, er sorgt für Übersicht der im Buch enthaltenen vegetarischen Gerichte. So kommen auch Vegetarier bei diesem Buch auf ihre Kosten. Ein Menüplaner und eine Garzeitentabelle komplettieren das Buch. Für jedes Kapitel gibt es eine Einkaufsliste und einen Saisonkalender und ein Inhaltsverzeichnis gibt es natürlich auch.

Wenn man vielleicht mal wieder nicht weiß, was man kochen soll oder sich mangels Kocherfahrung unsicher ist, ob das Gericht auch gelingt, bietet dieses Buch eine tolle Grundlage für zahlreiche Vorschläge aus der klassischen deutschen Küche, viele Rezepte sind aber auch angelehnt an die Töpfe anderer Länder. So entsteht Vielfalt auf dem Teller, man kann die Leidenschaft von Mario Kotaska hinter seinen Gerichten erkennen und bekommt außerdem Einblicke in seine Familienküche. Er kocht so, wie er auch selbst lebt. Einfach, unkompliziert, mit vielen guten Basis-Zutaten und durch die Zugabe von nur 3 Zutaten entstehen schnelle und gelingsichere Gerichte. So kann man Pepp in die Küche bringen, ohne vorher viel einkaufen zu müssen.

Ich habe das Gefühl, das Mario Kotaska seine Leser zu einem aufmerksamen Umgang mit Lebensmitteln und gesunder Küche anhalten möchte. Weniger ist häufig mehr. Er will zeigen, dass Kochen keine Wissenschaft ist, sondern, dass man mit den richtigen Rezepten gesundes Essen zubereiten kann, satt wird und sich mit Abwechslung ernähren kann. Einige private Tipps sorgen bei manchen Rezepten für zusätzliche Wissensvermittlung, die ich zu schätzen weiß.



Dieses Buch gibt gute Anleitungen zu einem bewussten Umgang mit Lebensmitteln. Gutes Kochen ist auch für Anfänger oder Kochmuffel kein Problem. Bei diesen 90 Rezepten wird jeder fündig.



Mario Kotaskas Rezepte bringen alltägliche Gerichte, mit Multi-Kulti-Produkten aber auch neuen Wind in die Küche und Kochmuffel wieder an den Herd. Generell kein Standardwerk als Kochschule, aber ein Kochbuch, das man gerne als Anleitung in die Hand nimmt.


Veröffentlicht am 04.11.2018

Der Aufbau West-Berlins wird hier lebendig und nachfühlbar erzählt

Die Schwestern vom Ku'damm: Jahre des Aufbaus
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Berlin im Mai 1945: Der Krieg ist überstanden, die Stadt ist besetzt von den Siegermächten, Trümmer beherrschen das Stadtbild und die Menschen leiden an ihren persönlichen Verlusten und an Hunger und Entbehrung. ...

Berlin im Mai 1945: Der Krieg ist überstanden, die Stadt ist besetzt von den Siegermächten, Trümmer beherrschen das Stadtbild und die Menschen leiden an ihren persönlichen Verlusten und an Hunger und Entbehrung. Auch das alteingesessene Kaufhaus Thalheim wurde bei einem Bombenangriff zerstört. Der Vater Friedrich Thalheim ist inhaftiert und ihr Bruder Oskar ist verschollen. Die Familienvilla wurde beschlagnahmt und die Töchter Ulrike, Silvie und Florentine Thalheim arbeiten als Trümmerfrauen, um nicht zu hungern. Rike träumt vom Wiederaufbau des Kaufhauses und möchte mit farbenfrohen Kreationen die Modebranche wieder ankurbeln. Nach der Währungsreform scheint dieser Traum sich immer mehr zu erfüllen, doch ein dunkles Geheimnis wirft seine Schatten auf die Familie Thalheim.


Dieser Roman beschäftigt sich mit dem aufkommenden Wirtschaftswunder, mit Lebensmittelmarken und Währungsreform, mit Schwarzmarkthandel und mit neuen Lebensträumen der Menschen nach dem überstandenen Krieg. Die Zeitspanne umfasst die Jahre 1945 bis 1951.

Vater Thalheim ist noch in Gefangenschaft und so übernimmt die älteste Tochter Rike die Verantwortung für ihre Familie. Sie sorgt für einen Neustart eines Modegeschäftes und erfährt im Laufe der Handlung von einen Geheimnis, an dem die Familie zu zerbrechen droht.

Silvie Thalheim ist ein lebensfroher, aber sprunghafter Charakter, sie fällt durch ihre wechselnden Beziehungen auf, singt in verschiedenen Clubs und setzt ihre Reize auch erfolgreich auf dem Schwarzmarkt ein.
Die jüngste Schwester Flori liebt das Zeichnen und Malen und sie lehnt ihren Vater wegen seiner Mitgliedschaft in der NSDAP ab und arbeitet aktiv in der Entnazifizierung mit.


Rikes Freundin Miriam ist Jüdin, wie durch ein Wunder hat sie den Nationalsozialismus überlebt und nun nähen und entwerfen sie Kleidungsstücke aus Uniformen, Flaggen und alten Stoffresten. Die Schwestern starten eine Modenschau vor ihrem zerstörten Kaufhaus und wecken damit nach all der Entbehrung in den Menschen neue Träume. Sie wollen wieder Freude am Leben haben, bunte Kleidung ist da ein erster hoffnungsvoller Anfang.

Die Ausarbeitung der Figuren ist Brigitte Riebe ganz wunderbar gelungen, sie sind lebendig und erkennbar charakteristisch gezeichnet. Ich konnte gar nicht anders als mit ihnen zu fühlen und auf einen guten Ausgang zu hoffen.

Die Geschichte zeigt sehr anschaulich und glaubwürdig wie sich das alltägliche Leben dieser Nachkriegsgeneration abspielte. Auch wenn die Geschichte der Thalheims fiktiv ist, so baut sie Brigitte Riebe authentisch in das Zeitgeschehen ein und macht historische Ereignisse nachvollziehbar. Das alltägliche Leben im besetzten Berlin wird hier sehr realistisch in die Handlung eingearbeitet. Wer über diese zeitliche Entwicklung nähere Informationen benötigt, findet sie in einer ausführlichen Zeittafel am Ende des Buches.


Sehr lebendig und realistisch versteht es Brigitte Riebe, ihre Leser in das Zeitgeschehen einzuführen und den Aufbau West-Berlins mit Leben zu füllen. Mit Schicksalen, Entbehrungen, Hoffnungen, Nöten und die enorme Aufbaustimmung zu verdeutlichen.

Das allein macht ihr Buch zu einer wunderbaren Lektüre, die lebendig die Zeit darstellt und zusätzlich auch spannend unterhält.


Dieser Auftaktband der Schwestern vom Ku'damm weckt Interesse für die weiteren Bände, er informiert über das Zeitgeschehen und speziell den Aufbau West-Berlins und ist ein kurzweiliger Roman zum Eintauchen in die Zeit.


Veröffentlicht am 30.10.2018

Pippi kann alles, sie lebt ohne Eltern, schon als Kind...

Pippi Langstrumpf 2. Pippi Langstrumpf geht an Bord
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"Pippi Langstrumpf geht an Bord" ist der zweite Band der Pippi Langstrumpf-Reihe, den die schwedische Erfolgsautorin "Astrid Lindgren" 1950 geschrieben hat.

Bei diesem absoluten Kinderbuch-Klassiker werden ...

"Pippi Langstrumpf geht an Bord" ist der zweite Band der Pippi Langstrumpf-Reihe, den die schwedische Erfolgsautorin "Astrid Lindgren" 1950 geschrieben hat.

Bei diesem absoluten Kinderbuch-Klassiker werden bei mir Kindheitserinnerungen wach. Es sind meine ersten selbst gelesenen Bücher und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich sehr ich Pippi toll fand. Ich wäre gern an Annikas Stelle gewesen, denn dann hätte ich auch täglich mit Pippi im Limonadenbaum sitzen oder andere spannende Abenteuer erleben können.

Pippi möchte auch in die Schule gehen, so wie Thomi und Annika. Die Mitschüler sind begeistert, denn mit Pippi wird es nicht langweilig. Aber so wie sich die Lehrerin das denkt, geht es bei Pippi schon lange nicht.

Da geht sie doch lieber auf den Jahrmarkt und zeigt wie stark sie ist. Pippi hat das Herz am rechten Fleck und so hilft sie auch hier wieder jemandem aus der Patsche.

Staunen, lachen und sich über Pippi freuen, das kann man immer wieder, wenn man dieses Buch liest.

Ein unterhaltsames Kinderbuch mit einer starken Protagonistin, die auch nur eine Kinderseele besitzt. Muss jedes Kind einmal im Leben gelesen oder vorgelesen bekommen.

Veröffentlicht am 30.10.2018

Sommerferien mit Pippi: mein Kindheitstraum

Pippi Langstrumpf 3. Pippi in Taka-Tuka-Land
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Pippi kann es kaum erwarten! Ihr Vater, Kapitän Langstrumpf kommt mit der "Hoppetosse", um seine Tochter mit auf die Taka-Tuka-Insel zu nehmen. Und weil Thomas und Annika krank waren und etwas Luftveränderung ...

Pippi kann es kaum erwarten! Ihr Vater, Kapitän Langstrumpf kommt mit der "Hoppetosse", um seine Tochter mit auf die Taka-Tuka-Insel zu nehmen. Und weil Thomas und Annika krank waren und etwas Luftveränderung gut brauchen können, erlaubt ihre Mama ihnen, Pippi zu begleiten. Damit beginnt für die drei ein aufregendes Abenteuer, bei dem auch Piraten nicht fehlen!

Diesen Band habe ich als Kind geliebt und auch meinen Kindern gern daraus vorgelesen. Auch dieses Mal gibt es wieder unglaubliche Abenteuer mit Pippi zu erleben. Sie fährt mit Thomas und Annika nach Taka-Tuka-Land, das liegt weit weg in der Südsee. Denn dort ist Pippis Vater König und Pippi ist Prinzessin. So eine Prinzessin hat die Welt vorher nie gesehen. Prachtvolle rote Haare, Sommersprossen und dabei so stark wie drei Männer.

Ach, wie gern wäre ich an Annikas Stelle gewesen und hätte meine Sommerferien mit Pippi verbracht!
Dann hätte ich mit den Kindern in Taka-Tuka-Land Murmeln spielen können. Sie verwenden dazu keine Glasmurmeln, sondern wertvolle Perlen.
Spannend wird es, als es einen Haiangriff gibt.


Dieses Buch eignet sich für Kinder zwischen 5 bis 8 Jahren und lässt die Fantasie bis ins ferne Taka-Tuka-Land schweifen. Ein schöner Abschluss der Pippi-Reihe und toll zum Vorlesen geeignet.

Veröffentlicht am 30.10.2018

Ein ganz zauberhaftes Buch mit viel Tiefsinn fürs Leben!

Insel der blauen Delfine
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Scott O’Dell schrieb seinen Roman nach der wahren Geschichte eines Indianermädchens.
Er wurde 1963 ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis.

Dieser Roman ist für die Altersklasse von 10-12 ...

Scott O’Dell schrieb seinen Roman nach der wahren Geschichte eines Indianermädchens.
Er wurde 1963 ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis.

Dieser Roman ist für die Altersklasse von 10-12 Jahren empfohlen. Doch auch als Erwachsener ist es eine wunderbare Lektüre.

Das Indianermädchen lernt mit der Natur umzugehen. Um zu überleben sucht sie sich Nahrung, lernt Jagen und Fischen und baut dafür Waffen und Werkzeuge. Als ihr ein wilder Hund zuläuft, richtet sie ihn ab.
Sie setzt ihr Kanu in Stand und freundet sich mit Seeottern an. Doch die Natur ist nicht immer wohl gesonnen. Es kommt zu einem Erdbeben. Mehr möchte ich aber nicht verraten.

Der Schreibstil ist flüssig und gut verständlich und zeigt interessante Einblicke in den Alltag der Indianervölker.

Eine anrührende Geschichte, die den Überlebenskampf eines Kindes kindgerecht darstellt. Nicht nur für Leseeinsteiger ein wunderbares Buch!