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Veröffentlicht am 06.11.2018

Dramatisches Finale

Constellation - In ferne Welten
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Meinung:
Wow. Was für ein dramatisches Finale.
Auch wenn ich mir gut noch einen weiteren Teil vorstellen kann, der erzählt was danach geschieht ist der Abschluss einfach sagenhaft gewesen.
Und obwohl ich ...

Meinung:
Wow. Was für ein dramatisches Finale.
Auch wenn ich mir gut noch einen weiteren Teil vorstellen kann, der erzählt was danach geschieht ist der Abschluss einfach sagenhaft gewesen.
Und obwohl ich Band 1 wirklich richtig toll und stark fand war Band 2 um Längen besser.

Das Setting hat mich noch mehr in seinen Bann gezogen, es war andersartig, fremd und durch Band 1 aber dennoch vertraut. Die Planeten, die Raumschiffe und all die technischen Details haben all dem eine unverwechselbare Atmosphäre gegeben.
Der Titel ''In ferne Welten'' passt nicht nur zum Buch sondern auch zu dem, wo man sich befindet, im Kopf, im Herz. Ich war immer irgendwo anders, wenn ich zwischen den Seiten von diesem Buch versunken bin. Ich durfte Abenteuer erleben und habe gemeinsam mit Abel versucht Noemi und ihren Planeten zu retten während ich mich total in ihn verliebte. Ich habe mit Noemi gehofft und gebangt und für Abel alles riskiert.
Diese beiden Figuren sind so unsagbar besonders, sie sind selbstlos, wo es eigentlich keine Selbstlosigkeit geben kann, sie sind bedingungslos füreinander da und das obwohl sie auch mal Dinge ganz anders sehen als der andere.

Diese Geschichte ist so fantastisch in all ihren Facetten, Wendungen und Settings.
Die Personen sind stark, besonders und einzigartig.
Und mich hat das ganze einfach restlos begeistert.
Oft war ich geschockt von dem was passierte, denn ich hatte eigentlich nie damit gerechnet. Es war unvorhersehbar wohin die Reise gehen würde, wie es enden würde und ich bin nicht nur schwer überrascht davon sondern auch verzaubert. Damit hätte ich nie gerechnet. Denn es kam anders als ich dachte.

Wenn ihr also etwas lesen wollt, was nicht nur ein zauberhaft galaktisches Setting sondern auch eine geniale Story, großartig tiefsinnige Protagonisten, unvorhersehbare Wendungen und tolle Details beinhaltet, dann solltet ihr euch unbedingt diese beiden Bücher angucken.

Leider kann ich euch nicht viel mehr dazu sagen ohne euch zu viel vorweg zu nehmen, denn die Komplexität dieser Geschichte sollte man selbst lesen und begreifen.
Ich kann nicht viel mehr tun als zu schwärmen und euch all die guten Dinge dieser Geschichte zu erzählen. Kritik habe ich keine zu äußern außer vielleicht, dass es viel zu schnell zu Ende gewesen ist.










Schreibstil:
Ich finde den Stil von Claudia Gray sehr komplex, sehr detailverliebt und einnehmend. Beim Lesen bleibt kein Platz für andere Gedanken, denn sie fesselt einen vollkommen.


Cover:
Schon Band 1 war ein Traum Band 2 hatte sogar ein noch schöneres, die Farbe war intensiver auffälliger. Beide zusammen sind einfach wunderschön.

Veröffentlicht am 06.11.2018

Ein Hauptgewinn für alle jungen Menschen

Sex
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Meinung:
Bei Jill von Letterheart [Jill's Rezension] und Sarah von Sarah Ricchizzi [Sarah's Rezension]
habe ich dieses Buch das erste Mal gesehen und man kann tun was man möchte es fällt einfach auf.
Nicht ...

Meinung:
Bei Jill von Letterheart [Jill's Rezension] und Sarah von Sarah Ricchizzi [Sarah's Rezension]
habe ich dieses Buch das erste Mal gesehen und man kann tun was man möchte es fällt einfach auf.
Nicht nur durch die Farbe sondern auch den Titel.
Ich habe es also dank den beiden mal mit diesem Buch versuchen wollen, was mehr ein Sachbuch als ein Roman ist aber dennoch kein reines Sachbuch.
Sex ist so viel mehr.

Es klärt auf. Und das tut es gründlich. Es geht weit über das hinaus, was ich in der Schule zu diesem Thema gelernt habe und es richtet sich an alle jungen Menschen. Was ich absolut großartig finde. Ich habe das so noch nie gesehen. Du kannst dieses Buch also lesen wenn du ein Mädchen oder ein Junge bist, dabei ist es egal ob du Mädchen, Jungs oder beide Geschlechter magst. Wie toll ist das denn?
Und vor allem ist es so wichtig.
Ich finde dieses Buch ist eine Wertschätzung für jeden jungen Menschen und es ist längst an der Zeit, dass Teenager wissen und vor allem wissen dürfen, was da genau mit ihnen passiert, warum plötzlich alles anders ist und das es genauso normal ist als Junge Mädchen zu mögen wie als Junge Jungs zu mögen. Denn das sollte nicht mehr im Raum stehen.

Dieses Buch klärt über alle wichtigen Punkte auf. Nicht nur das WAS wird thematisiert sondern auch WIE es geht. Dazu gibt es nicht nur trockenen Text sondern viel mehr. Durch den wirklich schönen Comic Stil wird das ganze für jeden ansehnlich und entspannt zu lesen und damit nicht genug, denn Chusita räumt auf. Fragen werden geklärt, die sich sicher jeder bereits gestellt hat.
Toll ist dabei das auch solche Dinge aufgeklärt werden die vollkommen daneben sind und den Jugendlichen oft nur eingetrichtert werden um sie [meiner Meinung nach] vom Sex fernzuhalten. Was keine gesunde Aufklärung ist sondern nur darauf zielt Panik zu verbreiten.

Es gibt Test's und Kuriositäten, die das wichtige und ziemlich schwierige Thema locker und witzig gestalten ohne es ins lächerliche zu ziehen.
Es fängt beim bei den ersten Erklärungen über Mädchen und Junge an, hört erst auf wenn alles gesagt wurde. Es begleitet von Anfang der Pupertät bis zu dem Punkt an dem Sex gehabt wird. Es wird nicht nur kurz angerissen sondern man ist mitten drin, man lernt über seinen Körper und den des anderen Geschlechts ohne sich dabei komisch oder peinlich berührt zu fühlen. Man fühlt sich ganz normal, weil Sex ganz normal dargestellt wird. Ich kann nur immer wieder loben, weil ich es wirklich wirklich toll finde!
Natürlich bin ich jetzt schon gute 10 Jahre älter als die Zielgruppe, kann aber sagen, dass auch ich mir so ein Buch gewünscht hätte, damals. Denn das was hier steht lernt man nicht in der Schule und es steht auch nicht in der Bravo.

Kauft es euch, kauft es für eure Kinder, Enkel, Cousinen - wie auch immer. Es wird so vieles einfacher machen, es ist quasi eine kleine oder auch große Erleuchtung für Teenager.


Schweigt nicht länger - redet. Redet über Sex. Und wenn ihr das nicht könnt, wollt oder es doch noch viel zu unangenehm ist, dann wird dieses Buch auch helfen. Es ist ein Gewinn.





Cover:
Es leuchtet, es springt einen an und es ist auffällig. Für mich sagt es aus, dass dieses Thema präsent sein soll und muss - genau wie die Farbe, man kommt nicht daran vorbei ! Und dann die Gestaltung. Das gibt es in keinem Schuldbuch!
Mir gefällt es extrem gut.





Schreibstil:
Chusita nimmt kein Blatt vor den Mund, alles wird offen und Detailgetreu erzählt und ihr bekommt nicht nur einen Einblick sondern seid mitten drin. Ihr wisst danach bescheid und so ist dieses Buch auch geschrieben. Es erklärt nicht trocken sondern klärt auf, macht die Gedanken frei und füllt den Kopf mit all dem was man darüber wissen will und muss.

Veröffentlicht am 06.11.2018

Mega geiles Finale

Die Vereinten
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Meinung:
Das Finale. Es war grandios, schnell und wichtig.
Dieses Buch hat eine wahnsinnig laute Stimme und will gehört werden. Zwar ist die Geschichte dystopisch verpackt und erzählt etwas, das sein könnte, ...

Meinung:
Das Finale. Es war grandios, schnell und wichtig.
Dieses Buch hat eine wahnsinnig laute Stimme und will gehört werden. Zwar ist die Geschichte dystopisch verpackt und erzählt etwas, das sein könnte, dennoch nimmt es einen gefangen. Es lässt einen nachdenken und es sendet Botschaften die ankommen.

Als ich Band eins endlich zur Hand nahm dachte ich an eine Dystopie, die vielleicht etwas neues ist, dass es eine meiner liebsten werden würde hätte ich nicht gedacht. Aber genau das ist passiert.

Bei Dystopien ist es ähnlich wie bei anderen Geschichten. Das Rad wird nicht neu erfunden und doch gibt es diese, die nichtssagend sind und andere, die sich von der Masse abheben. Die Perfekten ist so eine Geschichte, eine Geschichte die sich abhebt und zwar sehr klar. Die Autorin hat sich große Mühe gegeben etwas ganz besonderes daraus zu machen, diese merkt man Wort für Wort. Es gibt kleine Details, die aber von unschätzbarem Wert für die Geschichte sind, kleine Dinge die den ganzen Charme ausmachen.
Und ich liebe diese kleinen, wichtigen Details, die dank Caroline's ausladendem Schreibstil perfekt zur Geltung kommen.

Ich bin ein absoluter Liebesgeschichtenjunkie und trotzdem muss ich genau hier sagen, dass diese Geschichte bestens ohne eine im Vordergrund stehende Liebegeschichte auskommt. Natürlich gibt es eine aber sie ist nicht essentiell für diese Geschichte, nicht das wichtigste. Das hat mir gut gefallen,. es hat hervor gehoben worauf es hier ankommt, was vermittelt werden soll.

Die Charaktere, vor allem natürlich Rain und Lark fand ich große Klasse. Beide hatten ihre kleinen oder größeren Macken, beide waren keinesfalls perfekt, aber ich fand sie in ihrem Handeln realistisch, nachvollziehbar und sehr, sehr liebenswürdig.
Am meisten hat es mir Lark angetan, er selbst wusste nie recht wo er steht, durch die ganzen Umstände wurde er zu Dingen gezwungen, die ihm seinen festen Platz in der Welt genommen haben und ich habe es bewundert, dass dieser Junge nicht zerbrochen ist, das er jemand war der Leben wollte, der beschützen wollte, lieben wollte und es besser haben wollte.
Rain ist über sich hinaus gewachsen, wieder und wieder und sie hatte einen ganz großartigen Humor, ich konnte andauernd mit ihr lachen. Vor allem, wenn sie sich mal wieder mit ihrer Fuchsmanguste in den Haaren hatte, zu genial.

Ein richtig tolles Finale, das eine Menge zu bieten hat. Aber vor allem, keine Enttäuschungen.

Außerdem bekommt ihr eine Handlung voller Action. Alle sind ständig Gefahr, nichts ist gewiss und es wendet sich ständig etwas in eine ganz andere Richtung und das ist so, so, so gut.






Schreibstil:
Eigen und witzig, bunt und detailreich. Ein ganz toller Stil, der einen durch die Seiten liegen lässt und das obwohl es nicht gerade wenig sind.


Cover:
Ich liebe es. Es ist passend, hübsch und fällt direkt auf. Die großen Buchstaben machen das ganze noch mal richtig cool und geheimnisvoll.

Veröffentlicht am 06.11.2018

Aufrüttelnd

Es wird keine Helden geben
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Kennt ihr dieses Gefühl wenn es ganz eng im Hals wird, der Bauch sich anspannt und die Luft nur ganz langsam aus der Nase kommt?

So ging es mir auf den ersten Seiten. Und ich habe von Anfang an leidenschaftlich ...

Kennt ihr dieses Gefühl wenn es ganz eng im Hals wird, der Bauch sich anspannt und die Luft nur ganz langsam aus der Nase kommt?

So ging es mir auf den ersten Seiten. Und ich habe von Anfang an leidenschaftlich gehasst. Nicht den Täter. Versteht mich nicht falsch aber in diesem Fall war der Täter ebenfalls ein Opfer auch wenn das die Tat nicht beschönigt oder rechtfertigt oder weniger schlimm macht.
Ich habe es gehasst, dass es real ist. Ich habe es unendlich gehasst, dass so etwas passiert, nicht nur in Amerika so wie es auch Miriam gedacht hat. Nein es passiert in Deutschland. Es kann in jeder Stadt passieren egal wie groß oder wie klein.

Wisst ihr ich habe mir viele Gedanken gemacht, ob ich dieses Buch wirklich lesen möchte.
Vor einiger Zeit hat es hier bei uns einen Morgen gegeben an dem angeblich ein Amoklauf angekündigt worden ist. Das ganze war nicht wahr und es ist auch nicht passiert. Ich habe es auch nur am Rande mitbekommen aber es hat mich in Angst und Schrecken versetzt. Die Fragen die man sich stellt auch wenn man gar nicht davon betroffen ist sind immer die gleichen. Es sind viele. Aber sie alles führen zu dem Punkt: WARUM?
Warum hat die Person eine Waffe mit zur Schule gebracht?
Warum hat die Person mehrere Schüler erschossen?
Warum hat niemand etwas unternommen?
Warum konnte es so weit kommen?
Warum...
Warum...?
Die Antwort ist folgende: Ich weiß es nicht.
Oft weiß es niemand. Es wird nicht immer ein Abschiedsbrief hinterlassen um den Hinterbliebenden zu erklären warum man getan hat was man getan hat. Natürlich nicht. Würden es Erklärungen für irgendjemanden besser machen?
Deshalb fand ich dieses Buch grandios. Es zeigt den schmerzhaften Weg, den Weg der wirklich weh tut, der einen nicht atmen lässt und der keine Fragen beantwortet. Der Weg der auch Miriam dazu gebracht hat sich selbst zu fragen, was passiert ist, dass es soweit kommen konnte? Traf sie eine Mitschuld? Warum hat sie den Amokläufer gemobbt?
Hätte sie ihren Freund retten können?
Das sind nur ein paar der Fragen, die sie sich im Laufe des Buches versucht zu beantworten. Ich fand es authentisch, denn Miriam hat keine heile Welt bekommen, man konnte nicht spüren wie alles in ein Happy End mündet wie bei vielen Romanen. Im Gegenteil. Es war hoffnungslos, schonungslos, traurig. Es war echt.

Was mich besonders fertig gemacht hat ist, dass alles irgendwie wieder auf das Thema mobbing hinaus läuft - ich hasse es, weil ich es nicht verstehe. Natürlich ärgern sich Kinder, sie streiten und beleidigen sich und sagen sich gemeine Dinge. Das gehört dazu, zum groß werden zum sich entwickeln. Aber wie kann es möglich sein, dass viele Kinder/Jugendliche keine Grenzen kennen und gesteckt bekommen in ihrem Handeln? Wieso kann es sein, dass jemand jemand anderen jeden Tag bis aufs schlimmste mobbt über Jahre.?




Ich will nicht sagen, dass ich verstehe, wenn das Fass überläuft man sich eine Waffe besorgt und jeden beseitigt, der einem jemals weh getan hat, denn nein das verstehe ich nicht. Aber was ich verstehe ist, dass es keiner verdient Jahrelang seelisch misshandelt zu werden, ausgegrenzt zu werden und die gesamte Schulzeit allein verbringen zu müssen. Das ist nicht fair. Man muss nicht jeden mögen, aber man sollte vor jedem menschlichen Wesen das sich auch wie ein Mensch verhält Respekt haben und dieses Buch zeigt auf, was sein kann wenn dies nicht der Fall ist.
Dieser Junge hat Jahre lang seelische Folter erfahren, denn nichts anderes ist Mobbing und als er nicht mehr konnte fasste er diesen Entschluss. Einen Entschluss den ich nicht verstehe, den ich niemals gut heißen kann. Jemand, der vielleicht etwas stärker gewesen wäre hätte vielleicht mit jemandem geredet, das versucht zu klären oder woanders neu angefangen aber das darf nicht die Voraussetzung sein. Grundlegend ist, dass niemand so behandelt werden darf. Niemand verdient das. Nicht wenn er dick, dünn, groß oder klein ist. Auch nicht wenn seine oder ihre Haare fettig sind oder er/sie nicht gut riecht. Niemand hat das Recht mit einem anderen so umzugehen! Das sind meine Gedanken, die mich während des Lesens gequält haben. Wirklich gequält.
Und auch der Gedanke, der zwischen jeder Zeile trieft: ''Ihr hattet Schuld'' - der Gedanke ist nicht fair, denn niemand konnte sich das Ausmaß dessen was durch dieses Mobbing passieren wird vorstellen aber jeder hat sich die Frage gestellt und in meinem Kopf haben sie alle eine Mitschuld, das ist es was ich denke. Ich sage zwar nicht, dass sie es verdient haben ihre Freunde sterben zu sehen oder solcher Angst ausgesetzt zu sein, denn das hat niemand. Doch sie alle haben sich für das Mobbing entschieden und somit trifft ein kleines Stück der Schuld sie, egal wie man es dreht und wendet. Es lässt sich nicht schön reden, aber ich denke auch, dass wenn all das einigermaßen verarbeitet ist, dass diese jungen Menschen dann im weiteren Verlauf ihres Lebens anders, besser mit Menschen umgehen. Auch wenn dafür etwas furchtbares passieren muss, das man nicht rechtfertigen darf.

Am Ende habe ich keine Lösung für mein inneres Chaos bekommen. Ich habe nur Realität, nichts als bittere Realität bekommen. Aber ich habe die Geschichte einer Autorin gelesen, die es geschafft hat ein Mädchen auf den richtigen Weg zu bringen, eine Person zu erschaffen, die sich selbst dazu bringt sich die richtigen Fragen zu stellen, zu bereuen und zu verstehen, dass manche Dinge nicht mehr zurück zu nehmen sind, dass man die Konsequenzen für sein Handeln tragen muss und wenn es zu spät ist, ist es zu spät. Miriam hat in meinen Augen eine zweite Chance bekommen und hat einen Weg gefunden sich selbst ein Stückchen besser zu machen.

Dieses Buch ist kein Buch, was man mal nett nebenbei lesen kann. Es regt zum nachdenken an, es löst Chaos und enorme Wut aus und es lässt einen verstehen. Jedes Handeln hat Konsequenzen, alles berührt alles. Un genau DU bist dafür verantwortlich was DU tust, du kannst entscheiden was du für ein Mensch sein willst und DU bist in der Lage auf andere Respektvoll zu zugehen, sie als Menschen zu achten.

Danke Anna Seidl, dass du es geschafft hast mich verstehen zu lassen.
Danke das du meine Sicht auf die Dinge mit diesem Buch noch weiter verändert hast. Ich lasse dieses Buch mit dem Gefühl etwas gewonnen zu haben zurück.

Es sollte übrigens wie ich finde Pflichtprogramm in Schulen sein.

Veröffentlicht am 06.11.2018

Eins der besten Bücher - jemals

Ain't Nobody 2: Befreie mich
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Ich muss euch nicht sagen, worum es geht, denn es ist Band 2 und ich hoffe, dass ihr nur weiter lest, wenn ihr Band 1 schon kennt. Falls nicht, lest Band 1 bestellt es am besten direkt. Es ist so wichtig ...

Ich muss euch nicht sagen, worum es geht, denn es ist Band 2 und ich hoffe, dass ihr nur weiter lest, wenn ihr Band 1 schon kennt. Falls nicht, lest Band 1 bestellt es am besten direkt. Es ist so wichtig und wunderbar!



Was ich zu sagen habe weiß ich gar nicht recht, denn ich muss mich hier blind auf meine Gefühle verlassen, was gar nichts so einfach ist. Anastasia hat mich gemeinsam mit Anna und Karim auf eine Achterbahnfahrt geschickt und damit nicht genug.

Diese Geschichte ist mehr. Viel mehr.

Ihr bekommt ungeschönt, roh und echt Themen präsentiert, die unbequem und furchtbar sind. Es geht um Missbrauch. Magersucht. Gewalt. Rassismus.
Im Normalfall keine Themen über die man beim Frühstücksei diskutiert. Sollte man aber. Sollten wir alle. Reden ist unverzichtbar. Nur weil nicht jeder Mensch davon betroffen ist heißt es nicht, dass wir deswegen nicht darüber reden sollten, denn reden verändert so viel. Und dann betrifft es uns nämlich alle. Und das sollte es sein, was sich ändert. Das all diese Themen nicht still und heimlich erduldet werden müssen, sondern das offen und ehrlich gesprochen wird, das Opfer keine Opfer sein müssen.

Aber fangen wir beim Rassismus an, denn dieser ist es, der für so viel Unfrieden sorgt. Schon immer. Aber im Moment wird er dramatisch hochgepusht und das sollte uns allen nicht schmecken.

Es geht nicht um das deutsche Mädchen, das sich in einen ausländischen Jungen verliebt, der ihr hilft ihren Alltag durchzustehen, NEIN. Es geht um ein Mädchen das sich in einen Jungen verliebt. Punkt. Ein Mädchen das viel durchmachen muss und ein Junge, der ihr Gegenstück ist. Der ihr hilft, der sie versteht und sie wahrnimmt, sie wirklich sieht. Der ihr Sicherheit gibt. Zwischen ihnen interessiert es nicht ob sie aus Deutschland sind oder nicht und welche Hautfarben sie haben. Und das ist es was es sagt. ES IST EGAL. Liebe ist Liebe. Niemand ist mehr wert nur weil er aus einem bestimmten Land stammt. Man ist genau das wert, was man selbst wert sein will, wozu man sich macht. jeder hat die Macht darüber etwas Gutes zu tun, jemandem Halt zu geben, für jemanden durchs Feuer zu gehen so wie Anna und Karim es für einander tun. Nur das zählt. Es zählt WER du bist nicht welche Hautfarbe du hast.

Das ist ein großer und wichtiger Punkt, den die Autorin hier ganz nah an den Leser heran trägt indem sie die beiden Seiten drastisch gegeneinander prallen lässt und aufzeigt, wie es sein kann, wie es teilweise abläuft und das man es selbst in der Hand hat wer man ist. Die HK aus dem Buch (Hitlers Kinder) sind das furchtbare Bild einer nationalistischen Gang aus meiner Meinung nach unreifen, gewaltsüchtigen Kindern, die keine Ahnung vom Leben und von werten haben und ihren Hass dazu nutzen um ihre Gewaltfantasien auszuleben. Ich würde soweit gehen sie als vollkommen unmenschlich zu bezeichnen und noch einen drauf setzen in dem ich sage sie sind Monster.
Und wenn ihr denkt, Buchdeckel zu damit die Monster euch nicht finden, dann falsch, denn es ist die Realität die uns vor Augen geführt wird. Drastisch. Und das ist gut so.




Ebenfalls kein Geheimnis. Anna ist Magersüchtig. Anna wurde missbraucht in Band 1. Mehrfach und brutal.
Das möchte und kann ich nicht schöner ausdrücken weil es daran nicht schönes gibt. Und auch keine milderen Worte. Es passiert Mädchen und auch Jungen in der ganzen Welt, wie viele von ihnen schweigen? Aus Gründen wie die Gründe von Anna. Und wie viele gibt es, die keinen Karim und keinen Engel an ihrer Seite haben, es nie schaffen auch nur darüber zu reden. Ja es ist ein sehr bedrückendes Thema und es macht mich wütend und traurig, dass es Menschen gibt die zu sowas fähig sind.
Aber gibt sie und wird sie immer geben.
Wenn dieses Thema kein Tabuthema mehr bleibt wäre damit schon ein großer Schritt gegangen.

Über Magersucht möchte ich nicht zu viel sagen, denn ich kenne mich wirklich nicht aus und über eine Krankheit zu schreiben von der ich nur im Internet lesen kann traue ich mich nicht zu, denn es kann die unterschiedlichsten Gründe haben. Es kann im Grunde jeden betreffen und wie man an Anna sieht kommt man aus der Krankheit nicht einfach wieder raus. Man nimmt keine Antibiotika bis die Grippe zu ende ist, denn das ist Magersucht nicht. Magersucht ist ernst zu nehmen. Sehr ernst. Und nicht selten endet es tödlich.
Als Annas Mutter ihr sagt, dass sie nach Hause kommen soll und auch nichts essen braucht kam mir alles hoch. Mir wurde schlecht und ich habe geweint. Es war so ziemlich einer der bewegendesten Momente im Buch und einer der schlimmsten. Denn Annas Mutter hat die Augen zu gemacht. Sie wollte um jeden Preis ihren Willen. Aber ihr Wille war nicht ihrer Tochter zu helfen, denn im Grunde hat sie gesagt: ''Es ist okay das deine Magersucht dich umbringen wird''. Aber das ist nicht okay! Aber das sie es von Anfang an heruntergespielt hat und letztlich gar nicht gesehen hat oder es ihr egal war das war ein harter Schlag. Auch wenn ich niemanden kenne, der Magersüchtig ist, kenne ich aber zwei Kinder, die ich mit meinem Leben beschütze wenn nötig, das sind meine und es ist für mich in keinem Punkt nachvollziehbar wie diese Frau es schafft sich als Mutter zu betiteln.
Das, auch das ist echt. Nicht jede Mama beschützt ihre Kinder, nicht jede Mama ist auch wirklich eine.
Für Anna kam alles zusammen, das schlimmste war noch nicht schlimm genug und ich bin dankbar dafür, nicht weil Anna so leiden musste sondern weil Anastasia es geschafft hat die Realität zu schreiben.

Dennoch es ist nicht alles negativ. Denn dieses Buch hat mir auch sehr viel geschenkt. Auch wenn mir egal ist wer welche Hautfarbe hat und wer wen liebt so hat sie mir gezeigt, dass es immer noch ein bisschen mehr Akzeptanz und Respekt gibt. Denn das macht ihre Geschichte aus. Es geht immer noch ein bisschen menschlicher. Noch besser. Wir alle können besser sein. Und Karim ist ein absolut guter Mensch. Und wen interessiert dabei seine Herkunft? Mich nicht. Nie. Denn es liegt nicht daran sondern daran wer du sein möchtest. Du bestimmst dein Verhalten.
Karim beschützt was er liebt, er ist Hilfe, Beschützer, Freund und Mann und das macht ihn aus nicht die Farbe seiner Haut! Er hilft Anna ihre Ängste zu überleben, er rettet sie jeden Tag aufs neue, er befreut sie, er sorgt sich und notfalls kämpft er für sie und auch gegen sie für sie.
Die Liebe zwischen den beiden ist so krass, so bedingungslos, so echt und berührend. Jeder braucht einen Karim. Ganz klar.

Dieses Buch hat mir gesagt, dass es sich lohnt zu leben, zu kämpfen, sich lieben und helfen zu lassen. Das man es wert ist geliebt und beschützt zu werden, das man nicht aufgeben darf auch wenn der Weg hart ist. Vor allem hat es trotz allem, trotz den unglaublich bedrückenden Geschehnissen ein positives Gefühl bei mir hinterlassen. Ein Gefühl, das ich etwas mitgenommen habe, das etwas in mir bewegt wurde, etwas das mein denken nachhaltig verändert, zum Guten !

Jeder, wirklich jeder sollte Ain't Nobody lesen, aufmerksam auf viele Schicksale werden und versuchen an sich selbst zu arbeiten.