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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.12.2018

Es wird sehr persönlich für Kommissar Wechsler ...

Mord in Babelsberg
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Die Autorin Susanne Goga hat mit Leo Wechsler einen Protagonisten kreiert, dem es einfach Spaß macht zu folgen. Im mittlerweile vierten Band dieser sympathischen Reihe scheint er mit Clara und den Kindern ...

Die Autorin Susanne Goga hat mit Leo Wechsler einen Protagonisten kreiert, dem es einfach Spaß macht zu folgen. Im mittlerweile vierten Band dieser sympathischen Reihe scheint er mit Clara und den Kindern seine innere Mitte gefunden zu haben. Es läuft gut für ihn – beruflich wie privat. Dann wird er zu einem Mordfall gerufen, der ihn völlig aus der Bahn wirft. Denn er kennt die Tote, sogar besser als im jetzt lieb ist. Es fällt ihm schwer, diesen Fall neutral zu behandeln … er ist befangen und wütend, eine gefährliche Mischung. Von Albträumen verfolgt hat er das Gefühl auf einem Pulverfass zu sitzen. Kann das gut gehen?
Susanne Goga hat einfach eine unheimlich leichte Art ihre Leser zu fesseln, die Seiten scheinen sich wie von selbst umzublättern. Wie musste ich schmunzeln als die drei Kollegen abends im Club den Untergang des „Kaninchen aus dem Hut zaubernden“ Darstellers verfolgten. Doch genauso habe ich mit Clara gelitten, als sie eine Hiobsbotschaft von ihrer Ärztin bekam. Ich freue mich, das Leben dieser liebenswerten Protagonisten bald weiterverfolgen zu dürfen, denn die nächsten beiden Bände der Reihe warten schon auf mich.
Manchmal ist es ja nicht einfach nicht zu vergleichen, diesmal war es sogar besonders schwer, denn ich hatte vor gar nicht langer Zeit den neuesten Roman „Marlow“ von Volker Kutscher gelesen. Dieser Roman spielt ebenfalls im historischen Berlin, allerdings 10 Jahre später … aber das wäre unfair. Ich glaube, die beiden Autoren spielen in unterschiedlichen Ligen aber jeder ist auf seine Art ein Star.

Veröffentlicht am 28.11.2018

Ein starker Wille, viel Mut und ein wenig Glück ...

Die Schwestern vom Ku'damm: Jahre des Aufbaus
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Mit „Jahre des Aufbaus“ hat die bekannte Schriftstellerin und Historikerin Brigitte Riebe einen wunderbaren Auftakt zu ihrer Ku’damm Trilogie kreiert. Während sie mir vor allem durch ihre Bücher bekannt ...

Mit „Jahre des Aufbaus“ hat die bekannte Schriftstellerin und Historikerin Brigitte Riebe einen wunderbaren Auftakt zu ihrer Ku’damm Trilogie kreiert. Während sie mir vor allem durch ihre Bücher bekannt ist, die vor hunderten von Jahren spielen, musste ich diesmal gar nicht so weit zurück. Diese fiktive Reise führte mich ins Nachkriegsdeutschland, nach Berlin, um genau zu sein. Der Familie Thalheim ging es damals wie vielen Anderen auch. Die Stadt war zerstört, Hab und Gut größtenteils verloren, sie hatten Hunger und ihnen war kalt. Doch aufgeben gab es nicht, besonders nicht im Wortschatz der ältesten Tochter Rike, die als Hauptprotagonistin das Cover ziert. Sehr bildhaft schildert Frau Riebe das Leben nach dem tragischen Krieg und flechtet wahre Begebenheiten wie z. B. die Vierzonenbildung, die Luftbrücke oder die Berlinale spielerisch in den Alltag der Thalheims mit ein. Die Figuren wirken alle sehr authentisch und müssen einiges an Kummer und Leid verarbeiten aber dürfen sich auch an kleinen und großen Erlebnissen freuen. Ich durfte dieses Buch in einer Leserunde lesen und besonders die Begleitung der Autorin und der rege Austausch zu geschichtlichen Zeitthemen hat mir ausgesprochen gut gefallen. Wieder mal ein Roman, bei dem ich viel Neues lernen durfte und der mich - trotzdem oder gerade deshalb - blendend unterhalten habe. Hierfür meinen herzlichen Dank!

Veröffentlicht am 26.11.2018

Wenn der Wind durch die Highlands pfeift ...

Die Melodie der Schatten
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Diesmal hat sich die Autorin Maria W. Peters mal in ein ganz anderes Metier begeben und einen Roman geschrieben, der passender nicht hätte veröffentlicht werden können, nämlich im nebligen, düsteren und ...

Diesmal hat sich die Autorin Maria W. Peters mal in ein ganz anderes Metier begeben und einen Roman geschrieben, der passender nicht hätte veröffentlicht werden können, nämlich im nebligen, düsteren und kalten November, wenn wir den auch hier in Deutschland und nicht im schönen Schottland erleben. Mit den Worten der Autorin gehört das Buch zur sogenannten „Gothic Fiction“, es handelt sich also um einen Schauerroman, der sehr typisch für die Zeit des frühen 19. Jahrhunderts in England war. Ein paar charakteristische Zutaten für diese Geschichten sind meistens ein altes Gemäuer, ein düsterer Mann, ein verschreckte Frau und viel Nebel und Sturm. Wer nun aber denkt, dass es bei Marias Story um einen kitschigen Gruselroman handelt, ist in der Tat schief gewickelt. Sie schafft es den Leser zu fesseln und auf immer neue Pfade zu schicken. Man muss einfach herausfinden wer sich hinter dem finsteren Aidan verborgen hält und welche Geschichte hinter dem alten Gut steckt. Es ist unglaublich die Veränderung in Fiona mitzuerleben, die von dem unsicheren Mädchen innerhalb kürzester Zeit zu einer tapferen jungen Frau mutiert. Und dann sind da natürlich noch die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen, die darauf schließen lassen, dass die Autorin ihre Hausaufgaben direkt vor Ort gemacht hat und sich in das Land verliebt hat. Jetzt mehr denn je, steht es natürlich auch auf meiner Reisewunschliste ganz oben. Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen, wenn es auch nicht ganz an meinen Lieblingsroman aus Marias Feder ran langt: „Die Küste der Freiheit“. Dennoch von mir eine absolute Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 23.11.2018

Ein beeindruckendes Werk ... eine unglaubliche Geschichte ...

Der Apfelbaum
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Wenn man solch interessante Familienhintergründe hat, kann ich es vollkommen nachvollziehen, dass man denen auf den Grund gehen möchte. Und genau das hat Christian Berkel getan. Er hat sie ganz von Anfang ...

Wenn man solch interessante Familienhintergründe hat, kann ich es vollkommen nachvollziehen, dass man denen auf den Grund gehen möchte. Und genau das hat Christian Berkel getan. Er hat sie ganz von Anfang an aufgerollt und doch so manches Geheimnis, so manchen Glücksmoment aber auch traurige Erlebnisse zu Tage geführt. Neben seiner eigenen Reise, sei es in Archive oder an Schauplätze vor Ort, versucht er auch seine Mutter zu befragen, doch diese lebt inzwischen oft in ihrer eigenen Welt, was ihm sicher noch mehr Nachdruck verleiht endlich alles aufzuschreiben, dem Kind einen Namen zu geben sozusagen.
Mit seiner wunderbaren Stimme, die mich schon bei der Hörbuchreihe um die Bestatterin Blum von Bernhard Aichner tief beeindruckt hat, versteht er es den Hörer in seinen Bann zu ziehen. Er versteht es den Hörer abzuholen und mitzunehmen an die traurigen aber auch an die schönen Schauplätze seiner ganz eigenen Geschichte. Aber, obwohl ich mich keine Minute gelangweilt habe, muss ich gestehen, dass mir manche Passagen zu ausschweifend waren. Ich kann absolut verstehen, wie leicht man bei der eigenen Recherche vom hundertsten ins tausende kommen kann. Für den Forschenden ist jedes noch so kleine Fitzelchen Information von wichtiger Bedeutung. Vielleicht für einen Außenstehenden nicht immer so. Dennoch hat der sympathische Autor ein Meisterwerk geschrieben. Von mir gibt es einen kleinen Stern Abzug für die Längen. Ach, aber dann packe ich einen halben wieder drauf für diese Stimme …

Veröffentlicht am 15.11.2018

Frieda Klein does it again ...

Eisiger Dienstag
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Selten habe ich den zweiten Teil einer Reihe gehört, die so nahtlos an Teil eins anknüpft. Ich würde sagen, diese Reihe ist für Quereinsteiger schlecht geeignet.
Spannend ist in diesem Buch nicht nur ...

Selten habe ich den zweiten Teil einer Reihe gehört, die so nahtlos an Teil eins anknüpft. Ich würde sagen, diese Reihe ist für Quereinsteiger schlecht geeignet.
Spannend ist in diesem Buch nicht nur der neue Fall sondern ganz besonders auch das Privatleben von Psychotherapeutin Frieda Klein. Hat sie diesmal den Bogen überspannt? Der alte Fall ist noch nicht abgeschlossen und schon findet sie sich wieder mittendrin im Geschehen.
Die vielen Details verlangen dem Hörer einiges Konzentration ab aber man wird definitiv mit einer tollen Story belohnt, die … man sollte es kaum glauben … mal wieder mit einem Cliffhanger endet. Teil drei liegt Gott sei Dank schon auf dem SUB!