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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.09.2019

Gefährliche Filmwelt

Tödlicher Schnitt
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Es ist erstaunlich, wie Oliver Schütte es schafft, so viele Themen
in seinen Krimi „Tödlicher Schnitt“ einzubauen. Gangs in Amerika,
erfolgreiche Serien über den Kalten Krieg, reaktionäre
Schäferhundliebhaber, ...

Es ist erstaunlich, wie Oliver Schütte es schafft, so viele Themen
in seinen Krimi „Tödlicher Schnitt“ einzubauen. Gangs in Amerika,
erfolgreiche Serien über den Kalten Krieg, reaktionäre
Schäferhundliebhaber, sexuelle Belästigung, Filmklassiker, Method Acting
und mehr beeinflussen die Handlung. Ermittler Cassidy aus Kalifornien
trifft zur Klärung des Mordes an einem amerikanischen Schauspieler in
Berlin ein. Die Zusammenarbeit mit der deutschen Kollegin Eva Lenz
klappt hervorragend. Beide sympathisch, beide mit einigen Verlusten im
persönlichen Bereich. Nur: erfolgversprechende Spuren gibt es zunächst
nicht, dafür geschehen weitere Morde.
Interessant, was so alles in und um Berlin geschieht. Lokalkolorit macht
es anschaulich. Eine Vielzahl von Personen taucht auf, falsche Fährten
werden gelegt, Klischees bedient. Abwechslungsreich auf jeden Fall,
einfach geschrieben - Unterhaltung von beTHRILLED.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Spannung
Veröffentlicht am 28.04.2019

Ein Schwedenthriller

10 Stunden tot
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Ein Anblick, den man nie sehen mag: ein toter 11-jähriger Junge in einer Waschmaschinentrommel, die das volle Programm absolviert hat. Aus Syrien entkommen, anderen Schrecken zum Opfer gefallen. Wer macht ...

Ein Anblick, den man nie sehen mag: ein toter 11-jähriger Junge in einer Waschmaschinentrommel, die das volle Programm absolviert hat. Aus Syrien entkommen, anderen Schrecken zum Opfer gefallen. Wer macht so etwas? Warum? Ein Asylbewerberheim wird in Brand gesteckt. Hübsche Frauen werden mit versteckten Kameras ausspioniert. Verstümmelte weibliche Leichen werden gefunden. Gleiche Täter? Oder Rassisten, Pädophile, Kriminelle? Die schwedische Polizei kommt an ihre Grenzen. Das Team um Klippan, Molander, Irene Lilja und Fabian Risk ist unterbesetzt, hat persönliche Probleme und setzt sich trotzdem engagiert für die Aufklärung ein. Aber kann man allen trauen?
Spannende Momente gibt es durchaus, Täter bestimmen mit Würfeln, wer wie wo und wann zum Opfer wird. Wie also Zufälle über Leben oder Tod entscheiden, ist faszinierend und logisch nicht aufklärbar. Ansonsten zeigt sich eine wilde Vermischung mehrerer Fälle, sehr verwirrend.
Mehr sei nicht gesagt, nur: mir fehlte etwas!
Ein Thriller aus Schweden, geschrieben von Stefan Ahnhem, übersetzt von Katrin Frey, Ullstein Verlag.

Veröffentlicht am 28.02.2019

Schönes Cornwall ohne Spannung

Je dunkler das Grab
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Cornwall- dort ist alles schön, Touristen strömen dorthin, unzählige Filme und Bücher existieren und zeigen liebliche Landschaften, wunderbare Parks und Gärten, freundliche Einheimische. Ein Highlight ...

Cornwall- dort ist alles schön, Touristen strömen dorthin, unzählige Filme und Bücher existieren und zeigen liebliche Landschaften, wunderbare Parks und Gärten, freundliche Einheimische. Ein Highlight ist St. Michaelˋs Mount, eine kleine Insel auf Vulkangestein, nur bei Ebbe zu Fuß zu erreichen.
Zu einem Jubiläum ist eine Festschrift zu erstellen. Der verantwortliche Professor holt sich für den gärtnerischen Teil Hilfe einer Fachkraft. Sie ist verschuldet, einsam: sowohl Ehemann als auch Vater sind jeweils bei einem Autounfall gestorben. Die Mutter hat die Familie verlassen.
Als beide die Insel erkunden, finden sie unter einer Plane einen Ermordeten mit zertrümmertem Gesicht. Ein knurriger Inspektor und seine patente Gehilfin verhaften recht schnell einen Verdächtigen.
Eine nette, leichte Geschichte, die Mary Ann Fox geschrieben und der aufbau Verlag veröffentlicht hat. Schöne Landschaft, durchschnittliche Inselbewohner, unsympathische Gestalten, einige Klischees - fertig ist Unterhaltung für Bahnfahrten oder unaufgeregte Urlaubslektüre. Wird dem Titel, der Spannendes suggeriert, nicht gerecht.

Veröffentlicht am 24.01.2019

Facebook = Fakebook

Fakebook
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Frieder Kurtsmeier, respektlos Kurz gerufen, ist der graue, uninteressante Sesselhocker, das Hackhuhn in einer Designfirma. Selbst seine Freundin ist genervt und hat ihn verlassen. Wenn er doch nur bekannt, ...

Frieder Kurtsmeier, respektlos Kurz gerufen, ist der graue, uninteressante Sesselhocker, das Hackhuhn in einer Designfirma. Selbst seine Freundin ist genervt und hat ihn verlassen. Wenn er doch nur bekannt, angesagt, begehrt wäre! Nachdem ein Arzt sein baldiges Ende ankündigt, geht Frieder aufs Ganze. Er erschafft den perfekten Womanizer, Influencer bzw. Trendsetter in einem Fake-Profil auf Facebook. Rocco ist geboren! Lässig, arrogant, gefühlskalt schart er schnell eine Fangemeinde um sich. Frieder versucht, sich seinem Alter Ego anzugleichen, kleidet sich neu ein, tritt selbstbewusster auf. Das hilft ihm aber nicht, Designfood zu entwickeln, mit der er im Job punkten kann. Fake- Rocco taucht auf, gibt hinterhältige, aber erfolgreiche Tipps. Die Ex zeigt wieder Interesse, die Likes auf Facebook werden mehr, man kommt in angesagte Locations. Die zündende Produktidee für eine wichtige Präsentation fehlt aber immernoch. Da ist allerdings die nette Joli aus dem Labor. Nur: eine unerwartete Eigendynamik lässt die Dinge aus dem Ruder laufen.
Alexander Broicher hat sich eines interessanten Themas angenommen. Welchen Einfluss haben Social Media auf das eigene Leben? Wird man süchtig nach Likes, anhängig von unbekannten und oberflächlichen Followern? Ändert man Einstellungen, Handlungen, setzt Prioritäten neu? Eindeutig: Ja! In dieser Hinsicht sollte man eigene Haltungen hinterfragen. Schöner Denkanstoß aus dem Aufbau Verlag (aufbau digital).

Veröffentlicht am 28.11.2018

Galgenmännchen

Deine letzte Stunde
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Raquel bekommt eine befristete Stelle als Vertretungslehrerin, ausgerechnet im galicischen Heimatort ihres arbeitslosen Ehemannes. Was sie zunächst nicht weiß: ihre allseits beliebte Vorgängerin hat Selbstmord ...

Raquel bekommt eine befristete Stelle als Vertretungslehrerin, ausgerechnet im galicischen Heimatort ihres arbeitslosen Ehemannes. Was sie zunächst nicht weiß: ihre allseits beliebte Vorgängerin hat Selbstmord begangen. Wirklich? Waren ihre Schüler schuld und droht ihr dasselbe Schicksal? Schon in ihrer ersten Stunde wird ihr ein Blatt mit einem unvollständigen Galgenmännchen mit ihrem Namen zugespielt. Erpressungsversuche folgen. Wer weiß von ihrer Affäre und besitzt die entlarvenden Fotos? Raquel stellt auf eigene Faust Ermittlungen an. Das gefällt nicht jedem.
Carlos Montero hat viele immer aktuelle Themen angeschnitten: Mobbing, Erpressung, Drogen, Internetkriminalität, Sex und Beziehungen, die schlechte Arbeitsmarktsituation in vielen Regionen Spaniens. Alles spielt eine Rolle, alles betrifft Raquel. Diese ist permanent überfordert, handelt naiv und unlogisch. Ihr Ehemann ist ihr keine Stütze, der Polizei vertraut sie nicht, Schüler bedrohen sie. Trotzdem forscht sie weiter.
Ein interessanter und flüssig zu lesender Schreibstil. Aber: Bis auf die widersprüchliche Hauptfigur bleiben die Charaktere blass und undurchsichtig. Hintergründe werden nur angerissen, wirkliche Spannung kommt selten auf. Schade, hier gäbe es so viel mehr Potenzial.

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