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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.02.2019

Beeindruckend

Der Hunger der Lebenden (Friederike Matthée ermittelt 2)
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Das Buch von Beate Sauer hat mich tief beeindruckt.
Als Nachkriegskind habe ich noch einige unscharfe Erinnerungen an diese Zeit, die sicher für alle alles andere als leicht war.
Das Cover mit ...

Das Buch von Beate Sauer hat mich tief beeindruckt.
Als Nachkriegskind habe ich noch einige unscharfe Erinnerungen an diese Zeit, die sicher für alle alles andere als leicht war.
Das Cover mit den Kindern, die auf den Schuttbergen spielen, sagt schon viel aus.
Der Inhalt des Romans rund um die Angehörige der Weiblichen Polizei Köln, Friederike Matthee, ist sehr gut aufgebaut, man erfährt immer nur so viel, daß man unbedingt weiterlesen muß. Wobei natürlich die Spannung steigt und der Mord an Ilse Röder und das Verschwinden einer ganzen Flugzeugbesatzung beinahe jeden der im Roman vorkommt, kurz oder länger verdächtig macht.
Auch der englische Ermittler trägt sowohl sein Schärflein zu den Ermittlungen bei, als auch sein eigenes Schicksalsbinkerl.
Sogar die Liebe blüht im Nachkriegsköln auf.

Veröffentlicht am 03.02.2019

Stalinallee

Allee unserer Träume
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Ulrike Gerold und Wolfram Hänel, den beiden Autoren dieses Romans ist es sehr gut gelungen, Wahres und Erdachtes zusammenzumischen.
Die Geschichte um Ilse Schellhaas, die Architektin, ihr Leben ...

Ulrike Gerold und Wolfram Hänel, den beiden Autoren dieses Romans ist es sehr gut gelungen, Wahres und Erdachtes zusammenzumischen.
Die Geschichte um Ilse Schellhaas, die Architektin, ihr Leben als Kind geschiedener Eltern, ihre Jugend, der Krieg und seine unendlichen Grausamkeiten und Wirren, all das erlebt man als Leser dieses Romans mit, als stünde man mittendrin.
Das östliche Nachkriegsdeutschland, Berlin, die immer noch so steife Haltung zum Leben, das Verdrängen, die Angst vor Bespitzelung und Verrat haben auch in der Geschichte die Menschen geprägt.
All das kommt im Roman sehr lebensnah durch.
Ilse Schellhaas hat viel riskiert, um dorthin zu kommen, an die Spitze der Architektenelite, sie hat aber später auch erkannt, was sie , und nicht nur sie, falsch gemacht hat. Ihre Tochter (im Buch) hat dazu beigetragen, das zumindest architektonisch zu mildern.
In der Wirklichkeit hatte Ilse Schellhaas einen Sohn, nämlich den Autor Wolfram Hänel, der, zusammen mit seiner Partnerin Ulrike Gerold diese Lebensgeschichte seiner Mutter mit viel Liebe und künstlerischer Freiheit niedergeschrieben hat.
Sehr schön auch das Cover, das genau einen Teil dieses, nach Stalins Tod in Karl Marx-Allee umbenannten Strassenzuges zeigt.
Auf der Innenseite des Umschlages findet man eine Kopie des Reisepasses von Ilse Schellhaas.
Absolut lesenswert.

Veröffentlicht am 22.01.2019

Kopfkino de Luxe

Das Licht in meiner Dämmerung
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In ihrem Roman " Das Licht in meiner Dämmerung" beschreibt Sarah Saxx die Geschichte von Ethan und Eleonore.
Es ist Saxx' zwanzigster Roman.
Das Cover zeigt auf blauem Hintergrund Äste, die wohl ...

In ihrem Roman " Das Licht in meiner Dämmerung" beschreibt Sarah Saxx die Geschichte von Ethan und Eleonore.
Es ist Saxx' zwanzigster Roman.
Das Cover zeigt auf blauem Hintergrund Äste, die wohl den Wald symbolisieren sollen, in dem sich Eleonore versteckt, als auch das Licht in Form von unscharfen oder explodierenden Lichtpunkten oder Sternen, die ebenfalls eine Rolle im Roman spielen.
In einer sehr leicht lesbaren Form, und jeweils aus der Sicht einer der beiden Hauptpersonen, spielt sich die Handlung wie auf einer Leinwand im Kopf des Lesenden ab.
Zeitweise hochdramatisch, aber immer nachvollziehbar, rankt sich die Geschichte um Ethan und Eleonore durch das Buch.
Sympathisch und lebensnah wird die Handlung erzählt.
Entführung, Mord, Rettung, Verstecken, dazwischen eine Liebe, die beinahe an Missverständnissen und zuwenig Kommunikation zerbricht, all das macht den Charme des Romans aus.

Veröffentlicht am 29.11.2018

Yukon-affin

Deine Stimme in meinen Träumen
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Joanna Martin, die Autorin, scheint sehr Yukon-affin zu sein.
In ihrem Roman schwärmt sie bzw. ihre Protagonisten geradezu von dieser Gegend.
Im Roman selbst beschreibt sie, gut verschachtelt, ...

Joanna Martin, die Autorin, scheint sehr Yukon-affin zu sein.
In ihrem Roman schwärmt sie bzw. ihre Protagonisten geradezu von dieser Gegend.
Im Roman selbst beschreibt sie, gut verschachtelt, die Briefe mit der schriftlich festgehaltenen Liebesgeschichte einer Großmutter, deren Enkelin diese Briefe an den Adressaten bringen soll. Und zwar aus Deutschland nach Kanada.
Christine, so heißt die Enkelin, macht sich auf eine Reise, die auch eine Reise zu ihrem eigenen Ich wird. Sie hinterfragt ihren Lebensplan und besinnt sich auf das, was sie einmal wollte.
Und die große Liebe läßt natürlich nicht auf sich warten.
Beim Lesen ist mir aufgefallen, daß die ganze Geschichte doch mit relativ großem emotionalen Abstand geschrieben wurde. Da wäre Platz für mehr große Gefühle gewesen.
Aber alles in allem eine gut lesbare, wenn auch leicht zu sachliche Liebesgeschichte auf zwei Ebenen.
Sehr gut getroffen ist die Auswahl des Covers, das sehr stimmungsvoll zur Handlung passt.

Veröffentlicht am 28.10.2018

Die Eule im Kirchturm

Eifel-Trilogie / Die Stille im Dorf
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Mit dem Roman " Die Stille im Dorf " liegt ein stimmiger Roman vor mir, der Vieles aus der Geschichte vor, während und nach dem Krieg zu Tage fördert, was manche als längst verschüttet abgelegt ...

Mit dem Roman " Die Stille im Dorf " liegt ein stimmiger Roman vor mir, der Vieles aus der Geschichte vor, während und nach dem Krieg zu Tage fördert, was manche als längst verschüttet abgelegt haben.
Der Autor Karl Blaser hat mit seinem Roman die teils fiktive, aber irgendwo immer wahre Geschichte eines Dorfes in der deutschen Eifel geschrieben. Die Personen sind so lebensnah beschrieben, dass man beim Lesen meint, sie reden zu hören.
Er beschreibt die Geschehnisse im und um das Dorf herum in einem Zeitraum von 47 Jahren so plastisch, dass man meint, einen Film zu sehen.
Da ist Margarete, die zentrale Figur, der das Leben ganz schön mitgespielt hat, da sind ihre Familie, Vater, Mutter, Bruder, aber auch Onkel und Tanten, die im Krieg alle ihren eigenen Weg gefunden zu haben glaubten, da ist auch Theo, ihr Mann, den sie geheiratet hat, als keine Hoffnung mehr bestand, dass ihre erste große Liebe, Niklas, nicht aus dem Krieg zurückkehren würde. Und ihr Sohn, dem das Dorf zu eng geworden war, der nun als Sternekoch in Frankreich sein Leben lebt.
Ihr Bruder Micha, der, als er kurz vor Ende des Krieges nach Hause darf, um seinen Geburtstag zu feiern, nicht mehr einrücken will. Er wird von den Amerikanern gefangen genommen und kehrt erst nach dem Fall der Mauer in Berlin nach Hause zurück.
Jede Figur im Buch hat ihre persönliche Geschichte, und alle sind ineinander verstrickt. So liegt ein dichter, aufschlußreicher Roman vor, der sehr lesenswert ist.
Auch das Bild des Covers ist sehr passend ausgewählt.