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Veröffentlicht am 12.12.2018

Das Leben ist das größte Abenteuer!

Wirf dein Herz voraus und spring hinterher
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Liane ist 37 Jahre alt und arbeitet als persönliche Assistentin des Inhabers einer Eventagentur. Mit ihren Business-Kostümen mit Bleistiftröcken, Dutt und Pumps sieht sie aber eher wie eine gestrenge Gouvernante ...

Liane ist 37 Jahre alt und arbeitet als persönliche Assistentin des Inhabers einer Eventagentur. Mit ihren Business-Kostümen mit Bleistiftröcken, Dutt und Pumps sieht sie aber eher wie eine gestrenge Gouvernante aus. Genauso geregelt und diszipliniert führt sie ihr Leben – völlig Angst und Spaß befreit, immer auf Nummer Sicher! Daher geht sie auch bei der kleinsten bemerkten Veränderung zum Arzt, so wie jetzt, mit diesem Beklemmungsgefühl im Hals und der heiseren Stimme. Als sie dann die Überweisung zu einem Facharzt bekommt und auf den Diagnosetermin warten muss, ist sie plötzlich nicht mehr sie selbst. Durch einen Zufall nimmt sie aus Verwirrung einen Anhalter mit, dessen Auto liegen geblieben ist und der mit seinem Gespräch Liane plötzlich klar macht: wenn ihr Leben nur noch kurz ist, gibt es ein paar Dinge, die sie unbedingt vorher noch machen sollte. So zum Beispiel den Brief ihrer Adoptivmutter lesen, der seit fast 20 Jahren in ihrer Schublade verbuddelt ist, seit sie sich überworfen haben. Doch das erfordert Mut, viel mehr Mut, als kurzerhand ihr Leben umzukrempeln.

Liane ist ausgesprochen korrekt und so durchgeplant und übervorsichtig, daß fast jeder Atemzug vorherbestimmt ist! Alles läuft seinen Weg, aber dabei hat sie völlig aus dem Augen verloren, daß sie früher mal Spaß hatte, damals, als sie noch eine glückliche Kindheit und Jugend hatte und dachte, daß ihre Mutter ihre Mutter sei. Die Offenbarung, daß alles, was sie über sich selbst zu wissen schien, alles nur eine Lüge zu sein scheint, hat sie damals mit 17 völlig aus der Bahn geworfen. Liane musste sich selbst finden und hat sich vor lauter Vorsichtigkeit selbst verloren. Dies ändert sich nun, da sie durch schiere Verzweiflung und Zufälle andere Menschen wieder in ihr Leben lässt, Menschen, die sie mit ihrem Lebenswillen anstecken. So macht sie sich auf die spannendste Entdeckungsreise überhaupt, die Reise zu sich selbst. Sie auf dieser Reise zu begleiten und Lianes Entwicklung aus der Perspektive der Menschen um sie herum zu erleben, hat mir sehr großen Spaß gemacht. Auch wenn es ein ernstes Thema ist, ist es locker leicht, doch niemals seicht. Amüsante und denkwürdige Momente säumen Lianes neuen Alltag und so macht es großen Spaß die teilweisen radikalen neuen Wege und Mutproben mit Liane und ihren neuen Freundinnen mitzuerleben. Diese Freundinnen, die schon so lange in ihrer Umgebung lebten, die aber bislang nie etwas miteinander zu tun hatten und dann stolpern auch noch Männer in Lianes Leben. Ja, Romantik gibt es auch ein wenig, aber es ist nur am Rande ein Liebesroman, denn die und wahre Liebe die Liane entdeckt, ist eigentlich das Leben und ihr eigenes Ich.

Einige Figuren sind etwas überspitzt beschrieben, aber pointiert und nicht überzogen, es sind Typen, die wir alle kennen und in diesem Wiedererkennen beim Lesen schmunzeln lassen. Ein echtes Wohlfühlbuch, über einen Roadtrip zu sich selbst. Denn Lianes Reise führt letztendlich zu ihr und der Weg ist das Ziel. Daher ist es ein Genuss, ihr beim Abarbeiten ihrer Bucket-List, der Liste der Dinge, die sie unbedingt noch erledigen möchte, ehe sie stirbt, zu begleiten. Dabei zeigt Liane auch immer wieder eine bewundernswerte Größe und Humor, wenn sie sogar die Bucket-List ihrer Freunde und Bekannten mitabarbeitet und man mit ihr Charleston lernen oder giftigen Kugelfisch essen darf.

Anna Paulson, auch bekannt als Heike Abidi, schafft es dabei zwar Charaktere ein wenig zu überzeichnen, aber nicht stereotypisierend. Szenen werden nicht übertrieben und nicht überstrapaziert, sie schafft es wirklich ein ausgewogenes Maß an den unterschiedlichsten Gefühlen in diesen Selbstfindungstrip zu packen. Auch wenn von Anfang an klar ist, daß es gut ausgehen wird, bleibt der Weg zum Ziel überraschend und Liane wächst einem währenddessen richtig ans Herz. So war ich am Ende richtig ergriffen, wobei einige Punkte noch offen blieben, allerdings genau im richtigen Maße, um der Fantasie noch ein wenig Freiraum zu lassen, der Leserin aber dennoch die Gewissheit zu verschaffen, daß nun alles gut ist, und was noch nicht gut ist, ist halt noch nicht zu Ende. Ich wünsche ihr und ihren Lieben nun ganz viel Glück auf ihrem neuen Weg.

Ein wunderbarer Frauenroman, der die dunkle Jahreszeit erhellt und den Alltag versüßt, ganz ohne Kalorien, aber ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Veröffentlicht am 08.12.2018

Ein tierischer (Nager-)Krimi

Die Muskeltiere - Hamster Bertram lebt gefährlich
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Die tapferen Nagetierfreunde Hamster Bertram, die Mäuse Picandou und Pomme de Terre und die geflohene weiße Rattendamen Gruyère leben im Keller von Frau Fröhlichs Feinkostladen im Hamburger Hafengebiet. ...

Die tapferen Nagetierfreunde Hamster Bertram, die Mäuse Picandou und Pomme de Terre und die geflohene weiße Rattendamen Gruyère leben im Keller von Frau Fröhlichs Feinkostladen im Hamburger Hafengebiet. Dort speisen sie jeden Abend nach Ladenschluß fürstlich von den Resten, die mit den Müllsäcken auf den Hof gestellt werden. Derzeit sind Frau Fröhlich und ihre Hilfe Margarethe völlig mit der Pralinenherstellung beschäftigt. Die Mäuse und Gruyère lieben die Kostumstellung und Picandou wird immer molliger, nur Bertram bevorzugt Salat und Gemüse. Wenn er seinen Freunden beim Schlemmen zusieht, wird er ganz schwermütig und träumt von dem Luxuskäfig in der Menschenwohnung von Tassilo, aus der er einst floh. Daher ist es seinen Freunden auch sofort klar, wo sie ihn suchen müssen, als er morgens verschwunden ist. Als Laborratte hat Gruyère einen hervorragenden Orientierungssinn und findet den Weg auf Anhieb. Doch wie sollen sie nun ins Haus kommen und Bertram befreien? Heimlich schlüpfen sie in die Tasche von Haushälterin Serafina, als diese das Haus betreten will. Damit fangen die Probleme aber leider erst an und ein wahrer Krimi um Betrug, Lüge und Diebstahl nimmt seinen Lauf!

Dies ist bereits das 6. Abenteuer der lustigen Nagetiertruppe, das 3. für engagierte Jungleser ab 7 Jahren. Daher gibt es gleich zu Beginn eine sympathische, bebilderte Vorstellungsrunde. Als Bewohner eines edlen Feinkostladens tragen sie alle Namen von französischen Käsesorten, deren Aussprache im Anhang mit kindgerechter Lautschrift erklärt wird. Mehr französische Begriffe kommen nun aber nicht mehr vor, weil dies in den ersten Büchern oft bemängelt wurde.

Obwohl eigentlich alles ganz prima ist, sehnt sich Bertram, der Schokomuffel, nach seinem ehemaligen goldenen Käfig und damit wird es ganz schön brenzlig. Denn der verwöhnte Tassilo ist seit Bertrams Verschwinden nicht besser geworden und die Muskeltiere müssen nicht nur Bertam retten, sondern beobachten auch noch, wie Haushälterin Serafina großes Unrecht widerfährt. Auch wenn die freundliche Serafina nicht von blauem Blute ist, fühlen sich die Nager dazu berufen, sie aus ihrer äußerst misslichen Lage zu retten und zeigen dabei ausgesprochenen Einfallsreichtum und Gerechtigkeitssinn. Tassilo zeigt den jungen Lesern, daß es gar nicht gut ist, wenn man immer seinen Willen bekommt und keine Grenzen kennt. Man wird fies und rücksichtslos anderen gegenüber ganz gleich ob Mensch oder Haustier. Serafina verdeutlicht, was Mütter manchmal alles aus Liebe zu ihren Kindern auf sich nehmen. Hausangestellte sind keine Menschen zweiter Klasse, auf die man herabblicken kann, sondern oft ganz liebenswerte Personen, die ihre eigenen Probleme haben. Aber zum Glück sind nicht alle Menschen mit viel Geld so fies wie Tassilo, aber auch nicht alle Menschen sind so herzensgut wie Serafina. Diese Unterschiede machen das Leben so aufregend, so abenteuerlich und nicht nur für Nager ganz schön gefährlich. Daher brauchen wir alle gute Freunde, zusammenhalten. Sehr lebensnah und sehr spannend. Da möchte doch jedes Kind lieber pfiffige Claus, Freund der Muskeltiere sein, als so ein rücksichtsloser Tassilo.

Ute Krause liegt es sehr am Herzen gerade lesemuffelige Jungs mit den Nasen hinter die Bücher zu locken. Dafür lässt sich sich immer wieder witzige und abwechslungsreiche Abenteuer einfallen. Und wenn schon Bertram Lesen und Schreiben können, können das doch Menschenkinder doch auch. Denn auch wenn es der Autorin wichtig ist, Jungen für das Lesen zu begeistern, so haben auch Mädchen und sogar Eltern ihren Spaß daran. Dabei ist diese Geschichte gespickt mit bunten Illustrationen der Autorin, die immer pointiert die Situation erfasst. Klar, wer kennt die Gedanken der tierischen Helden auch so gut wie sie?

Ein tolles Abenteuer mit viel Witz, Aufregung und ganz viel Freundschaft und Ehrgefühl!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei cbj für dieses neue tolle Abenteuer!

Veröffentlicht am 06.12.2018

Herrlich bunt gemischt

1-2-3 Minutengeschichten: Kunterbunte Weihnachten
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Alle Jahre wieder ist es Zeit für Weihnachtsgeschichten. Auch für die Kleinsten, dann müssen die Geschichten einfach nur kürzer, bunter und dem Verständnishorizont der kleinen Zuhörer angepasst sein. ...

Alle Jahre wieder ist es Zeit für Weihnachtsgeschichten. Auch für die Kleinsten, dann müssen die Geschichten einfach nur kürzer, bunter und dem Verständnishorizont der kleinen Zuhörer angepasst sein. Daher bietet dieses Vorlesebuch kurze Geschichten, mittellange Geschichten und „lange“ Geschichten, wobei die langen Geschichten natürlich auch nur lang im Sinne von länger für Kindergartenkinder sind.
Die Autoren Cally Stronk und Christian Friedrich haben sich 40 ganz unterschiedliche Weihnachtsgeschichten ausgedacht, bei denen sicherlich für jeden Kindergeschmack und jede Konzentrationsspanne etwas dabei ist. Diese sind in 3 Themenkreise untergliedert: Weihnachtsüberraschung (über Adventskalenderdörfer, Schlittenbau, Weihnachtshasen, Monsterweihnacht, Süßigkeitendiebe, Roboterehrenworte und vieles andere) , Weihnachtswunder (über ein Wunder im Vorgarten, Schneezauber, Wüstenschnee, einen magischen Wetterglobus, Wichtelbesuch, flinke Lebkuchenmännchen, die fantastische Reise des Weihnachtsmannes und vieles mehr) und Weihnachtsfreude (von der Weihnachtsfrau, Piratenweihnachtspost, das Geheimrezept des Weihnachtsmannes, von Möhrchen, Bärchen und Häschen und vielerlei anderem Erfreulichem).
All diese wunderbaren, bunten Geschichten habe ich meinen 2 Nachbarinnen Debbie (5,5 Jahre) und Hanna (2,5 Jahre) vorgelesen. Stets kam nach dem Ende einer Geschichte, auch der „langen“ der Ruf: „Noch eine!“ und so habe ich das Buch in 3 „Sitzungen“ vorgelesen, die die Kleine aber dann bisweilen früher verließ, die Große wurde nicht müde. Ganz klar hatte sie jedoch eine Lieblingsgeschichte, die ich ihr 3 mal vorgelesen habe (ich sollte noch viel öfter, aber nicht jedes Mal, wenn ich nebenan vor der Tür stehe, nehme ich mein Weihnachtsgeschichtenbuch mit! Erst Recht nicht bei strahlendem Sonnenschein und 25 Grad Celsius, aber die Zwei sahen das durchaus auch anders).
Debbies Lieblingsgeschichte ist wider Erwarten nicht „Die Prinzessin und der Feuerdrache“ (auch ganz prima, meine zwei „Anna und Elsa“-Fans waren durchaus beeindruckt) sondern: Rudolphs Rentierschnupfen! Vorsicht Spoiler! (Na gut, für eine von 40 Geschichten).
Jedes Kindergartenkind kennt inzwischen Rudolph mit der roten Nase. Aber mal ehrlich, wieso sollte ein Rentier eine rote Nase haben, es ist ja wohl kein Clown oder Karnevalsjeck! Das hat nicht nur Cally Stronk und Christian Friedrich beschäftigt, sondern auch meine Zuhörer. Man stelle sich das mal vor, es ist Zeit mit den Weihnachtsvorbereitungen zu beginnen, die Rentiere bereiten sich darauf vor, den Schlitten zu ziehen und Rudolph liegt nur schlapp, niesend mit roter Nase und Schal im Bett! Oh je, ein Rentier mit Weihnachtsallergie, was für eine Katastrophe! Doch so recht kann der Weihnachtsmann das nicht glauben, eine Allergie gegen Weihnachten hält er für unmöglich! Also beobachtet er sein angeschlagenes Rentier ganz genau und erwischt es dabei, wie es heimlich aus dem Bett schleicht und von den Plätzchen nascht! (Das würden ja Kinder niemals tun, dafür haben sie bestimmt alle kein Verständnis!). Natürlich spricht der Weihnachtsmann Rudolph darauf an und dieser räumt ein, die leckeren Weihnachtsplätzchen mit den Haselnüssen stibitzt zu haben. Da fällt dem Weihnachtsmann das Eichhörnchen im Tannenwald ein, daß gegen Haselnüsse allergisch ist und seither nur noch Walnüsse ist. Fortan gibt es halt auch Weihnachtsplätzchen mit Walnüssen und Rudolph ist wieder ganz eifrig mit dabei dem Weihnachtsmann mit all der vielen Arbeit zu helfen! Auch wenn der nun nicht mehr schniefen und niesen muss, bekommt Rudolph jetzt immer, wenn er sich bei seiner Arbeit besonders freut, eine rote Nase! Also eigentlich ständig, in der Weihnachtszeit.
Bei der Auswahl dieser Geschichte hat Debbie einen ausgezeichneten Geschmack bewiesen und nicht nur der wachsenden Schar an Allergikern wird diese Geschichte das Herz erwärmen (wir backen daher mit Mandeln).
Sich 40 völlig verschiedene Geschichten auszudenken ist natürlich nicht so leicht, schon gar nicht wenn draußen die Sonne vom Himmel brennt, aber gemeinsam macht es einfach mehr Spaß. Das durften Cally Stronk (Leonie Looping, die Mafflies – ein Geheimtipp von uns!, „Theo und der Mann im Ohr“) und ihr Mann Christian Friedrich auch feststellen, als sie nach dem Vorschlag des Verlags im warmen Bologna erst mal angefangen haben, sich Weihnachtsabenteuer auszudenken. Wir hatten den Eindruck, daß es ihnen selbst richtig viel Spaß gemacht hat und wir sind ganz zuversichtlich, daß noch weitere gemeinsame Projekte folgen werden.
Meine kritische Zuhörerin Debbie, die oft die mangelnde Anzahl von Illustrationen in Vorlesegeschichten bemängelt, war dieses Mal übrigens hochzufrieden, na ja, bis auf meine mangelnde Ausdauer, ich hätte das Buch auch gerne in einem Rutsch vorlesen dürfen! Ein dickes Lob an Illustratorin Pe Grigo von Hanna, Debbie und mir.
Der ganz besondere Charme dieser Vorlesegeschichten liegt in der Vielseitigkeit der Themen und der Variationsbreite der Vorlesedauer. So kann diese Weihnachtsgeschichtenvorlesewunder mit den Kindern und der Familie mitwachsen. Im Alter von 2 Jahren können die Kinder die ersten kurzen Geschichten gut verfolgen und verstehen und die nächsten Jahre dann die längeren Geschichten hören. Wie meine gebannt lauschenden Nachbarinnen gezeigt haben, sind sie wirklich kindgerecht und verständlich. Der Kleinsten haben es natürlich die vielen liebevollen farbigen Illustrationen angetan und die Größere sprach mit mir verständig über die Inhalte. Ganz klar, die Geschichten kamen auch in ihrer Vielfalt an! Einige Geschichten sind besinnlicher als andere und auch die größten Weihnachtsmuffel können sich dann mit Themen wie „Großes Roboterehrenwort“ anfreunden. Großeltern können sie daher ihrer stetig wachsenden Enkelschar ebenso gut vorlesen, wie Erzieherinnen in Krippe oder KiGa, oder eben die Eltern zum Einschlafen oder Träumen.

Veröffentlicht am 06.12.2018

Einfach magisch!

Nordlicht, Band 02
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Seit der Rückkehr aus ihrem unerwünschten Island-Urlaub in den Zeugnisferien, seufzt Elin ihrer Freundin Amy von „ihrer“ Isländer Stute Ljosadis, die ihrem verlorenen Fohlen nachtrauert und dem geheimnisvollen ...

Seit der Rückkehr aus ihrem unerwünschten Island-Urlaub in den Zeugnisferien, seufzt Elin ihrer Freundin Amy von „ihrer“ Isländer Stute Ljosadis, die ihrem verlorenen Fohlen nachtrauert und dem geheimnisvollen Kari vor. Um so größer ist ihre Freude, als ihre Mutter ihr verkündet, daß es zu Pfingsten gemeinsam mit Amy und deren Mutter zurück nach Island geht. Elin kann es kaum erwarten dorthin zurückzukehren. Bis es so weit ist, treffen sie sich nachts im Traum und es fühlt sich so real an, es gibt keine Sprachbarrieren. Doch kaum ist Elin in Reykjavik gelandet, spürt sie das etwas nicht stimmt. Ihre Verbindung zu Kari scheint unterbrochen. Sie kann ihn nicht finden, so sehr sie auch nach ihm Ausschau hält. Wenigstens ihre Nordlichter Stute Ljosadis erkennt sie noch. Auf einem mehrtägigen Wanderritt nach Norden scheint sich etwas zusammen zu brauen. Elin versteht nicht, was vor sich geht, aber sie spürt deutlich, daß starke Kräfte zusammenfinden. Gemeinsam mit Ljosadis folgt sie ihrem Herzen und ihrer Intuition.

Diese Reihe richtet sich an ältere Pferdefans ab 12 Jahren. Ich hatte erwartet, daß es diesmal mehr Liebesszenen als im ersten Band geben würde und meine Jüngste streikt, aber da habe ich mich mal wieder geirrt. Sie mag die Reihe so gerne, daß sie nicht einmal mit der Wimper gezuckt hat und sich beschwert hat, daß es ihr zu viel Knutschi-knutschi sei. Da Elin, anders als erwartet Kari auf Island nicht finden kann, halten sich die Liebesszenen aber auch wieder sehr in Grenzen. Es ist romantisch und Elin ist schwer verliebt und Amy nicht minder, aber dennoch dominieren die herrlichen Landschaften von Island, die Mystik, die Magie die den Steinen, Bräuchen und den Höhlen inne wohnen. Schon früh spürt man im Buch, daß hinter Kari ein größeres Geheimnis steckt, als man bislang glauben mochte. Elin und Kari scheint das schier Unfassbare zu verbinden. Sind sie Teil einer uralten Prophezeihung? Eine gewisse Offenheit für Übersinnliches, Esoterik und ähnliches hilft bei diesem Buch gewiss. Ich bin daher eher so verschlossen und zugeknöpft wie Elin selbst, sehr skeptisch halt. Dennoch hat mich diese Geschichte und ihre geheimnisumwitterte Atmosphäre in ihren Bann gezogen. Meine 9-jährige Tochter stellte dies nicht in Frage und nahm alles so, wie es ihr erklärt wurde, aber vielleicht ist dies bei ihrer zarten Gestalt und Stimme und ihren Goldlocken auch kein Zufall ;)

Karin Müller erzählt die Geschichte aus zwei Perspektiven, der von Elin und der von Kari bzw. Freya. Die Perspektive der zwei jungen Isländer ist dabei kursiv gedruckt und somit sofort zu erkennen. Hierdurch wird sehr schön der Widerstreit der Gefühle und der Zweifel deutlich. Sie leben in zwei Welten und finden doch immer wieder zusammen. Durch die Ich-Perspektiven fühlt man sich noch mehr in die Magie der Geschichte einbezogen. Die Landschaftsbeschreibung und die Schilderung der Gerüche, lässt einen hautnah miterleben, was Elin widerfährt. Die Beschreibungen sind nicht nur sehr lebendig, sie wirken auch wie selbst erlebt. Wenn ich jedoch lese, welch Touristenmassen sich nun durch Island bewegen, bin ich dann doch froh, daß mein Aufenthalt dort schon über 20 Jahre her ist. Vieles was ich gesehen und erlebt habe, erkenne ich in den Schilderungen wieder. Obwohl es keine Bilder zu Island gibt und das Buch auf Illustrationen verzichtet, ist meine Tochter ganz begeistert, will unbedingt noch Band 3 mit mir lesen und findet sich auch nicht, wie bei anderen Reihen zu jung für das Herzklopfen der jugendlichen Heldin. Ehrlich, ich mag Elin auch und es macht mir auch wirklich großen Spaß gemeinsam mit meiner Tochter und Elin, das alte mystische Island zu erkunden. Ein Land, daß mir in der Realität viel zu kalt ist. Es ist ausnahmsweise auch mal eine Pferdebuchreihe, bei der mir die Cover gefallen!

5 magische Trollherzchen gibt es für dieses zweite Abenteuer von uns!

Veröffentlicht am 06.12.2018

Mut, wenn es drauf an kommt!

Mäc Mief und das Gruselgewusel im Spukschloss
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Dies ist bereits der 4. Band für geübte Erstleser um das vorwitzige Schaf Mäc Mief und seine zwei und vierbeinigen Freunde von der Olifant Farm. Dank Ina Krabbes „Wir sind dabei“ Illustration und der ...

Dies ist bereits der 4. Band für geübte Erstleser um das vorwitzige Schaf Mäc Mief und seine zwei und vierbeinigen Freunde von der Olifant Farm. Dank Ina Krabbes „Wir sind dabei“ Illustration und der behutsamen Vorstellung im Text kann man aber auch gleich mit diesem Band beginnen:

Mäc Mief ist ganz verzückt, der Tag ist herrlich. Sein Lieblingszweibeiner Finn krault ihn, das Wetter ist gut und abends werden sie gemeinsam „das Superschaf“ im Fernsehen schauen. Aber Moment, was hat Finn gerade gesagt? Schlagartig wird ihm bewusst, daß der Tag überhaupt nicht so toll ist, heute sollen die Schafe geschoren werden! Mäc Mief hasst die Schur, sie macht ihm Angst, noch mehr als fiese Gewitter, seine Beine werden ganz kribbelig. Verstecken hilft nicht, das hat er schon mal versucht, Finns Mutter kennt all seine besten Verstecke und es bringt Finn nur Ärger. Also beschließt er wegzulaufen, nur bis abends, pünktlich zum Superschaf will er wieder zurück sein, dann sind die Helfer schon alle weg und er wäre in Sicherheit. Soweit der Plan und zum Glück folgt ihm seine beste Freundin Hütehündin Bonnie, denn als er endlich weit genug weg ist, daß ihm keiner mehr folgt, stehen sie vor einer gruseligen Schlossruine, Tannenzapfen prasseln auf sie nieder und ein furchtbares Gewitter zieht auf. Mäc Mief und Bonnie müssen all ihren Mut zusammen nehmen!

Viele lehnen ja heute den Struwwelpeter als zu brutal ab, aber zum Glück gibt es ja Mäc Mief. Der will sich auch nicht seine herrlich wuschelige Wolle abrasieren lassen, obwohl Finns Vater meinte, das sei nötig, weil.... naja, bei der Erklärung hat er sich die Ohren zu gehalten, denn er wollte sie nicht hören. Macht nix, in diesem Gruselabenteuer erlebt Mäc Mief die Antwort! Wer sich nun fragt, was denn bitteschön der Struwwelpeter mit Schafschur und Gruselschlössern zu tun hat, der sollte einfach dieses Buch lesen, am besten mit Kindern, der Spaß wird Belohnung genug sein. Es ist nämlich herrlich, wie Kinder sich brüsten, „pah, Mäc Mief ist ja feige, was stellt der sich so an!“. - Eine Runde Haarewaschen oder Kämmen gefällig? Tja, manchmal hilft es, die Dinge in die richtige Relation zu bringen. Das muss Mäc Mief diesmal auch lernen, aber auf die gruselige Tour, denn der Mutigste ist er nur manchmal, und das auch nur, wenn er nicht allein ist. Aber den Grund für das Erfordernis der Schafschur zu lernen macht den Lesern richtig viel Spaß, zum einen wegen des unglaublichen Sprach- und Wortwitzes, für ein Buch dieser Altersklasse wirklich ungewöhnlich ist (ich will hier aber nicht spoilern, das Buch ist ja recht kurz und da möchte ich nicht schon die Knaller vorab bringen), zum anderen wegen der unglaublich liebevollen und witzigen Illustrationen von Ina Krabbe. Jede Doppelseite enthält schwarz-weiß Illustrationen die so klasse sind, daß man sofort weiter schauen will, aber die Geschichte ist auch angenehm gruselig-witzig, da verbindet man am Besten das Lesen mit dem Schauen.... Dabei ist die Sprache für Leseanfänger sehr gut verständlich. Die Sätze sind kurz und nie verschachtelt und auf Fremdwörter wird verzichtet und wenn dann werden sie „Deutsch“ geschrieben, so wie der Name des fiesen Nachbarn Eddingbörg mit Leithammel Trabbel.
Auch wenn Mäc Mief sich hier seinen eigenen Ängsten und seiner trügerischen Fantasie stellen muss, so findet er wieder neue Freunde, fühlt sich wie ein wahrer Held und sieht ein, daß so eine Schafschur auch durchaus etwas für sich hat. Bonnie hat das ja gleich gewusst, aber sie lässt ihren Freund Miefi natürlich nicht im Stich und liebt Abenteuer!

Wir lieben diese Mischung aus Witz, Abenteuer, Grusel, Freundschaft und irrwitzigen Ideen auch und sind gespannt, was Mäc Mief und Bonnie wohl als nächstes so erleben.