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Veröffentlicht am 02.08.2019

Eine nette Ergänzung der Serie

Stranger Things: Suspicious Minds - DIE OFFIZIELLE DEUTSCHE AUSGABE – ein NETFLIX-Original
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Terry Ives ist eine ganz normale Collegestudentin, bis sie eines Tages von einem mysteriösen Experiment der Regierung erfährt und sich kurz darauf freiwillig als Versuchsperson meldet. Allerdings entpuppt ...

Terry Ives ist eine ganz normale Collegestudentin, bis sie eines Tages von einem mysteriösen Experiment der Regierung erfährt und sich kurz darauf freiwillig als Versuchsperson meldet. Allerdings entpuppt sich das Ganze als weitaus gefährlich, als Terry anfangs angenommen hat. Während ihr im Labor bewusstseinsverändernde Substanzen verabreicht werden, wird sie gezwungen, immer Tiefer in ihren Geist einzutauchen. Als sie dann auch noch entdeckt, dass sich ein kleines Mädchen mit übermenschlichen Kräften im unterirdischen Labor aufhält, das ebenfalls Teil der Experimente zu sein scheint, beginnt sie Schritt für Schritt eine Verschwörung und die geheimen Machenschaften von Dr. Brenner aufzudecken.


Ich bin ein riesiger Fan der Serie Stranger Things und war total begeistert, als ich gehört habe, dass es dazu noch Bücher geben wird. Dementsprechend war ich sehr gespannt auf Suspicious Minds, in dem es um das Geheimnis um Elfi – also die Vorgeschichte - gehen soll. Tatsächlich hatte ich im Vorfeld gar nicht so hohe Erwartungen und habe mich ganz unvoreingenommen auf die Geschichte eingelassen.
Ich kann verstehen, wenn einige Fans der Serie etwas enttäuscht von dem Buch waren, da Elfi soweit gar nicht vorkommt. Es geht mehr um die Zeit vor ihrer Geburt und vor den Geschehnissen in der Serie. Zudem lernt man auch völlig neue Charaktere kennen.
Dennoch hat mir das Buch soweit ganz gut gefallen, da es in meinen Augen einigermaßen ein paar Dinge erklärt und die Geschehnisse innerhalb des Hawkins National Laboratory ans Licht gebracht hat.
So ganz mit der Atmosphäre in der Serie kann das Buch natürlich nicht mithalten. Hier geht es mehr um den wissenschaftlichen Aspekt und dieser Mystery-Faktor, für den die Serie bekannt ist und gefeiert wird, geht leider ziemlich verloren.

Der Schreibstil war trotzdem ganz angenehm und nicht allzu kompliziert. Man liest nicht nur aus der Sicht von Terry Ives, sondern auch ab und zu aus der Sicht anderer Charaktere, wie beispielsweise von Dr. Brenner oder den anderen Versuchspersonen Alice, Gloria, etc.

Ich konnte mich gut in die Charaktere hineinversetzen und auch sonst haben diese mir ganz gut gefallen. Vor allem Dr. Brenners Ansichten fand ich total interessant und warum genau er die Experimente mit den jungen Erwachsenen und natürlich auch mit den Kindern durchgeführt hat.
Von den Versuchspersonen waren mir Terry und Alice besonders sympathisch und auch allgemein hat mir die Dynamik der Gruppe – oder auch der „Gefährten des Labors“, wie sie sich selbst genannt haben - sehr gut gefallen.

Mein größter Kritikpunkt ist eigentlich, dass das Buch in meinen Augen ein paar Längen aufweist, in denen die Spannung verloren geht. Immer wieder wiederholen sich die Abläufe im Labor und die Story nimmt erst gegen Ende hin richtig an Fahrt auf. Dementsprechend war der Großteil der Geschichte auch relativ vorhersehbar in meinen Augen. In der Hinsicht hätte ich mir auch mehr von der typischen Stranger Things-Gänsehaut-Atmosphäre gewünscht, in der man den Atem anhält und das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Leider wurde hier etwas Potenzial verschenkt. Schade war außerdem natürlich, dass bis auf Dr. Brenner soweit keine bereits bekannten Charaktere aufgetaucht sind.

Das Buch kann man auf jeden Fall lesen und ist für Zwischendurch wirklich ganz angenehm. Man sollte sich aber nicht zu viel erhoffen und sich bewusst machen, dass der Gruselfaktor, den man aus der Serie kennt, nicht sehr ausgeprägt ist. Das Buch erhält trotzdem 3,5 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 29.01.2019

Die Stimme am Telefon ...

Broken Darkness: So verführerisch
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Zwei Menschen, die sich noch nie getroffen haben, die sich nicht kennen und die eine ganze Menge an Geheimnissen mit sich herumschleppen – verbunden durch ein Telefon.Annie findet in ihrem neuen Zuhause ...

Zwei Menschen, die sich noch nie getroffen haben, die sich nicht kennen und die eine ganze Menge an Geheimnissen mit sich herumschleppen – verbunden durch ein Telefon.Annie findet in ihrem neuen Zuhause – einem Wohnwagen – ein Handy und als dieses zu klingeln anfängt, entscheidet sie sich, den Anruf anzunehmen. Am anderen Ende der Leitung: Dylan mit der rauen Stimme. Zwischen den beiden entsteht sofort eine Verbindung und aus dem unverfänglichen höflichen Gespräch wird nach und nach mehr …

Ich bin mir schon die ganze Zeit über nicht sicher, wie ich „Broken Darkness“ bewerten soll. Es gibt negative, aber auch positive Aspekte und es war ein einziges Hin und Her mit diesem Buch.
Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen. Er ist angenehm, lässt sich sehr schnell und leicht lesen und beschreibt detailliert die Umgebungen, Situationen und Gefühle.

Ich finde es sehr schwierig, meinen Eindruck zu den Charakteren zu erklären.
Annie ist mir einerseits sehr sympathisch – sie hat Furchtbares erlebt und hat nun die Kraft gefunden, sich selbst zu befreien. Sie ist unerfahren, ängstlich, aber gleichzeitig auch mutig und neugierig, aufgeschlossen und entschlossen.
Dylan dagegen konnte ich über die Hälfte des Buches nicht einschätzen. Das lag unter anderem natürlich daran, dass er eine Zeit lang einfach nur eine „Stimme“ ist. Während der Telefonate erfährt man so gut wie nichts über ihn, da sich in eben diesen auf die Erotik konzentriert wird.
Schließlich gab es aber auch endlich kleine Einblicke in seine Welt, seine Gedanken und seine Geheimnisse, sodass er mir im Verlauf der Geschichte ebenfalls sympathisch wurde. Er ist verschlossen, misstrauisch, hat ebenfalls einiges erlebt und letztendlich wurde mir schnell klar, dass er, so hart er auf andere auch wirken mag, trotzdem gute Seiten an sich hat.

Was die Geschichte betrifft, bin ich ziemlich zwiegespalten und das macht eine Bewertung und diese Rezension auch ziemlich schwierig für mich.
Einerseits wusste ich natürlich, dass das Buch erotisch angehaucht ist und solche Szenen hätten mich normalerweise auch nicht weiter gestört – allerdings hat mich die Tatsache, wie sie in diesem Buch initiiert wurden, nicht begeistern können. Einiges war für mich zu sehr gewollt, unrealistisch und zum Teil einfach etwas absurd. Annie kennt diesen Mann am Telefon überhaupt nicht – trotzdem denkt sie die ganze Zeit an ihn, macht die Dinge, die er ihr „befiehlt“. (Über eine bestimmte erotische Szene konnte ich beispielsweise auch nur den Kopf schütteln - ich weiß gar nicht, wie ich das erklären soll. Das hat sich so angefühlt, als bräuchte man jetzt eine krasse und erotische Situation und das hat mir dann überhaupt nicht gefallen.)
Ich habe wirklich kein Problem mit erotischen Szenen in Büchern – aber das war mir dann doch etwas zu viel und zu gewollt.

Jetzt kommt aber der Punkt, warum mir, nachdem ich die letzte Seite gelesen hatte, als erstes der Gedanke „Ich brauche Band 2!“ in den Kopf geschossen ist.
Die restliche Geschichte, quasi das „Drumherum“, die Hintergründe, die Thematik, die angesprochen wird – das alles war unglaublich interessant und extrem spannend, sodass ich das Buch zum Teil nicht mehr aus der Hand legen wollte und konnte. All die schreckliche Brutalität, die Geheimnisse, die anderen zwischenmenschlichen Beziehungen, die Vergangenheit der Charaktere – das alles hat mir so gut gefallen und mich fasziniert, schockiert, sprachlos gemacht. Hätte man sich von Anfang an mehr auf diese Aspekte konzentriert, hätte mir das Buch sehr viel besser gefallen.

Wie gesagt – vor allem die zweite Hälfte war sehr gelungen und durch die Spannung haben meine Augen nur so an den Seiten geklebt, weil ich unbedingt wissen musste, wie es weiter geht, was man noch alles erfährt und welche Geheimnisse aufgedeckt werden. Einfach, wie es mit Annie und Dylan weiter geht.
Obwohl ich mir die Entwicklung am Ende tatsächlich schon so gedacht hatte, war auch das total fesselnd und ich bin froh, dass man auf Band 2 zum Glück nicht allzu lange warten muss. Das Buch konnte mich, trotz einigen Kritikpunkten, letztendlich doch noch in seinen Bann ziehen.
Ich gebe dem Buch 3,5/5⭐.

An dieser Stelle nochmal vielen lieben Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 13.12.2018

Eine kleine unterhaltsame Weihnachtsgeschichte

Kiss me in London
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„Stürme nicht zu schnell durch dein Leben. Nimm dir Zeit, um herauszufinden, was du wirklich möchtest.“

Dieses Zitat aus dem Buch „Kiss me in London“ hat mich doch sehr berührt, da auch ich mich, genau ...

„Stürme nicht zu schnell durch dein Leben. Nimm dir Zeit, um herauszufinden, was du wirklich möchtest.“

Dieses Zitat aus dem Buch „Kiss me in London“ hat mich doch sehr berührt, da auch ich mich, genau wie Cassie, in einer kleinen Findungskrise feststecke. Sie weiß nicht, was sie mit ihrer Zukunft anfangen will und setzt sich selbst unter Druck. Schlecht gelaunt kommt sie also kurz vor Weihnachten wieder in ihrer Heimatstadt London an und hat überhaupt keine Lust nach Hause zu ihren Eltern zu fahren. Zufällig entdeckt sie durch ein Plakat, dass bald eine Vorstellung von „Les Misérables“ beginnt. Dort begegnet sie Jason, einem jungen angehenden Schauspieler aus Amerika, mit dem sie kurzerhand die nächsten Tage verbringt und eine einzigartige Zeit erlebt.

Ich habe das Buch unglaublich schnell durchgelesen, was unter anderem an dem schönen und leichten Schreibstil der beiden Autorinnen liegt. Man taucht ein in die wunderschöne Stadt London und erlebt gemeinsam mit den beiden Protagonisten eine kleine Reise durch die verschiedensten Theaterstücke.
Ich habe nicht besonders viel von dem Buch erwartet und wollte einfach nur eine schöne kleine weihnachtliche Geschichte lesen – und in dem Punkt wurde ich wirklich nicht enttäuscht. Das Buch war genau das, was ich in dem Moment gebraucht habe und hat mich aus meiner kleinen Leseflaute gerissen. Man kann „Kiss me in London“ bequem an einem Abend lesen und wird dabei gut unterhalten.
Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung vom Theater und ab und an wurde mir doch ein bisschen viel darüber gefachsimpelt und an diesen Stellen habe ich mir immer gewünscht, dass es mit der eigentlichen Romantik und weihnachtlichen Stimmung weiter geht, die ruhig etwas mehr im Vordergrund hätte stehen können. Trotzdem konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, weil es einfach eine niedliche Geschichte über zwei Fremde mit der gleichen Leidenschaft war.
Natürlich jagt hier ein Zufall den nächsten und natürlich ist nicht alles immer so realistisch – aber das war für mich okay, da ich davon bereits ausgegangen war. Es war nun mal eine schöne kleine Weihnachtsgeschichte – wobei ich mir an ein paar Stellen etwas mehr von der weihnachtlichen Stimmung gewünscht hätte. Da die Protagonisten hauptsächlich von einer Theateraufführung zur nächsten rennen, geht in meinen Augen ein bisschen von dem Flair, das London im Winter ausstrahlen soll, verloren.

Cassie und Jason waren mir beide ganz sympathisch und ihre Improvisationen und Albereien haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Man liest abwechselnd aus der Sicht der beiden und vor allem Jasons Abschnitte haben mir sehr gefallen, da er einfach ein sehr liebenswerter und humorvoller Charakter ist, der das Herz am richtigen Fleck hat. Die Gedanken und Gefühle wurden wunderbar beschrieben und auch die Handlungen waren nachvollziehbar. Abgesehen von den beiden Protagonisten gibt es nicht wirklich noch andere Charaktere, die besonders hervorgehoben werden. Ein paar wenige Nebencharaktere treten schon auf, bleiben aber eher blass oder etwas übertrieben in ihrem Auftreten (beispielsweise Harry und Bets), was allerdings als Witz so beabsichtigt ist. Ich hätte mir ein bisschen mehr Tiefe bei den Charakteren gewünscht, aber andererseits spielt das Buch in einem Zeitraum von einer Woche und in so einer kurzen Zeitspanne können natürlich nicht allzu viele Charaktere vorkommen und besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt bekommen.

Gut gefallen hat mir die Botschaft des Buches, die man im Zitat am Anfang meiner Rezension gut erkennen kann. Es ist wichtig, dass man für sich selbst entscheidet, was man tun möchte – und, dass man es für sich selbst tut und nicht für andere Personen. Schließlich müssen wir selbst mit diesen Entscheidungen leben. Obwohl es eher eine leichte und lockere Lektüre für ein paar angenehme Lesestunden ist, hat mich diese Botschaft doch etwas zum Nachdenken angeregt. Und genau so etwas finde ich an Bücher besonders toll – wenn man ein paar „Ratschläge“ mit in sein eigenes reales Leben nehmen kann.

Im Endeffekt kann ich sagen, dass die Geschichte ganz gut war. Hier und da wäre sie bestimmt noch ausbaufähig und hat auf ein paar kleine Schwächen, aber das Buch ist süß, die Charaktere unterhaltsam und das Cover ist ein absoluter Traum. Somit vergebe ich 3,5/5 Sterne, kann „Kiss me in London“ aber dennoch guten Gewissens als leichte Lektüre für zwischendurch weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 27.07.2020

Leider etwas enttäuschend

Im Sturm der Echos
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Da sich meine Rezension auf den vierten und letzten Band der „Die Spiegelreisende“-Reihe bezieht, enthält sie Spoiler zu den vorherigen Teilen.

Wie sehr hat mich diese Reihe vom ersten Moment an in ihren ...

Da sich meine Rezension auf den vierten und letzten Band der „Die Spiegelreisende“-Reihe bezieht, enthält sie Spoiler zu den vorherigen Teilen.

Wie sehr hat mich diese Reihe vom ersten Moment an in ihren Bann gezogen! Es war eine ganz einzigartige und faszinierende Reise und ich bin sehr froh, sie gewagt zu haben. Dennoch muss ich leider sagen, dass für mich Band 4 der mit Abstand schwächste Teil war und mich schon irgendwie ein wenig frustriert zurückgelassen hat.
Während Teil 1-2 voller Geheimnisse und Intrigen waren und man kaum erwarten konnte, mehr zu erfahren, hat dieses Gefühl bereits ein wenig in Band 3 für mich nachgelassen – aber der Teil war dennoch gut. Band 4 jedoch hat mich ziemlich enttäuscht.

Ich habe wieder das Hörbuch gehört und die Sprecherin war – wie auch in den vorherigen Teilen – wundervoll. Ich liebe es, wie sie die Atmosphäre der Bücher einfängt und vermittelt, ich liebe es, wie sie die Charaktere genau richtig darstellt und sprechen lässt.
Auch der Aufbau der Welt und der Schreibstil waren wie gewohnt einzigartig und besonders. Man wird in diese Welt der Archen gezogen und ist von Anfang an wieder gespannt, was Ophelia nun noch alles herausfindet.

Das alles hat mir auch schon vorher total gut gefallen und Band 4 hat da keine Ausnahme gebildet. Dennoch gibt es leider größere Punkte, die in meinen Augen nicht so gut umgesetzt und gelöst wurden.

Als erstes muss ich sagen, dass mir hier viel zu viel, viel zu schnell passiert ist. Ich war zwischenzeitlich extrem verwirrt und habe zum Teil manche Zusammenhänge nicht direkt begriffen. Ich weiß nicht, ob das nur daran lag, dass ich das Hörbuch gehört und nebenbei ab und zu ein paar andere Dinge erledigt habe und ob es dementsprechend vielleicht besser gewesen wäre, das Buch selbst zu lesen. Ich weiß nicht, ob ich die Erklärungen dann besser verstanden hätte, oder ob ich mich letztendlich dennoch genau so verwirrt gefühlt hätte, wie beim Hörbuch. Manche Auflösungen haben für mich nicht unbedingt Sinn ergeben oder ich konnte es einfach nicht so richtig nachvollziehen, wie man von Punkt A nun zu Punkt B kommt. Ich hatte das Gefühl mit wissenschaftlichen Erklärungen erschlagen zu werden, die in ihrer Masse einfach total wirr waren. Zudem hat man sich auch manchmal ziemlich lange an bestimmten Beschreibungen aufgehalten, die die Spannung genommen haben und einfach nicht unbedingt nötig gewesen wären.

Mit dem Ende war ich auch überhaupt nicht zufrieden. Ich bin einfach kein Fan von offenen Enden – vor allem nicht in Fantasybüchern. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass alles, was in den drei vorherigen Teilen wichtig zu sein schien, hier plötzlich keine Bedeutung mehr hatte – seien es nun die Familiengeister oder viele von Ophelias Freunden.
Das ist auch der nächste Punkt, der mich irgendwie ärgert. Was war mit all den Charakteren? Es war der finale Band und ich hatte mir so gewünscht, dass die Charaktere endlich wieder zusammentreffen und vielleicht gemeinsam die Geheimnisse aufdecken. Letztendlich kamen aber Reineke, Archibald, Roseline, Berenilde und all die anderen nur selten vor und dann auch nicht in Zusammenhang mit Ophelia und Thorn.

Ophelia als Charakter ist im Verlauf der Geschichte so gewachsen und hat gezeigt, was für eine starke Frau sie ist. Das hat mir in Band 4 wieder richtig gut gefallen und ich liebe sie als Charakter einfach so sehr. Mit all ihren Eigenarten, ihrer Tollpatschigkeit, ihrer Intelligenz und ihrem Mut. Ich mochte auch, wie sich ihre Beziehung zu Thorn immer mehr weiterentwickelt hat und immer mehr Tiefe bekommen hat.
Letztendlich bekommt Band 4 von mir 3-3,5/5 Sterne. Es ist so schade, dass mich der letzte Band dieser einzigartigen und eigentlich tollen Reihe nicht so richtig überzeugen konnte. Es war insgesamt natürlich nicht schlecht, da die Welt und die Idee der Geschichte so komplex und einfach mal etwas ganz anderes waren, aber die Erklärungen haben mich mehr verwirrt, als alle Fragen zu beantworten. Mir ging hier zu viel Potenzial verloren, vor allem in Bezug auf andere Charaktere, die ich in den vorherigen Teilen so sehr ins Herz geschlossen habe und wo ich das Gefühl hatte, als würde man sie irgendwie fallen lassen, da sie ihren Part vermeintlich schon erfüllt hatten. Schade. Da hätte man echt mehr rausholen können.

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Veröffentlicht am 27.07.2020

Im Vergleich zu den anderen Teilen deutlich schwächer

Der Erbe der Schatten
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Da sich meine Rezension auf den dritten Band der Weitseher-Reihe bezieht, enthält sie Spoiler zu den vorherigen Teilen.

Was soll ich nur mit diesem Buch machen? Band 1 und 2 der Reihe haben mir wahnsinnig ...

Da sich meine Rezension auf den dritten Band der Weitseher-Reihe bezieht, enthält sie Spoiler zu den vorherigen Teilen.

Was soll ich nur mit diesem Buch machen? Band 1 und 2 der Reihe haben mir wahnsinnig gut gefallen und ich fand es so interessant, Fitz auf seinem Lebensweg zu begleiten - seine Kindheit und Jugend im Schloss, die Ausbildung zum Assassinen, die Entdeckung seiner Kräfte, die Entwicklung von Beziehungen zu anderen Charakteren, all die Intrigen und Gefahren, denen er sich stellen musste. Die Welt ist und bleibt einfach toll und auch, wie die Geschichte erzählt wurde, war wundervoll. Da ich die Hörbücher gehört habe, muss ich natürlich auch den Sprecher loben. Matthias Lühn macht einen wirklich tollen Job und ich liebe es, ihm zuzuhören. Leider konnte mich dieser letzte Band dieser Trilogie rund um Fitz nicht so begeistern, wie die beiden vorherigen Teile. Im Grunde hat er mich sogar ziemlich enttäuscht, da ich vom finalen Buch einiges mehr erwartet hatte.

Mein Hauptproblem war die Länge der Geschichte. Band 2 mit 31 Hörstunden war schon recht lang, aber dennoch habe ich mich dort nie gelangweilt, sondern war immer gespannt darauf zu erfahren, wie es weiter geht, was für Steine Fitz in den Weg geworfen werden, wie seine Feinde ihm weiterhin das Leben schwer machen. Band 3 mit 41h hätte also ebenfalls trotzdem spannend sein können – war es aber leider leider nicht. Der Anfang war noch wirklich gut gelöst nach den Ereignissen in „Der Bruder des Wolfs“. Doch dann ging es langsam etwas bergab. Das Problem ist einfach, dass die Geschichte – zumindest für mich – durch die Charaktere und deren Interaktion lebt. Fitz benimmt sich zwar manchmal etwas dämlich, kindisch und trotzig – aber insgesamt mochte ich ihn eigentlich die gesamte Reihe über. Mein Highlight waren dennoch immer seine Beziehungen zu anderen Charakteren. In „Der Erbe der Schatten“ kam es nun aber so, dass wir gefühlt eine Ewigkeit mit Fitz allein durch die Gegend wandern, ohne die anderen Charaktere, die man in all der Zeit vorher kennen und lieben gelernt hat. Wäre Nachtauge nicht gewesen – der Wolf ist übrigens immer noch mein absoluter Liebling! - wäre es wirklich sehr zäh gewesen. So viele Szenen waren einfach unnötig in die Länge gezogen. Ungefähr das letzte Drittel wurde dann etwas besser, da Fitz nun endlich nicht mehr allein unterwegs war, aber im Grunde hätte man das ganze Buch über einige Stellen kürzen können. Einige neu eingeführte Charaktere fand ich auch etwas unnötig. Stattdessen hätte ich mir lieber mehr zu altbekannten Charakteren gewünscht.

Abgesehen von Nachtauge und seiner Verbindung zu Fitz habe ich die Freundschaft zwischen ihm und dem Narren so sehr geliebt. Es war einfach zauberhaft und wunderschön! Ich fand diesen Charakter schon immer total faszinierend, aber vor allem in diesem Teil hat er nochmal richtig Tiefe bekommen und ich hatte endlich das Gefühl, dass man ihn so richtig kennengelernt hat. Die Gespräche zwischen ihm und Fitz waren witzig, tiefgründig und einfach toll. Das war mein Highlight in diesem Buch und ich war richtig glücklich darüber, wie diese Freundschaft sich entwickelt hat.

Mein zweites Hauptproblem war das Ende. Selten war ich so verwirrt und frustriert, dass eine Story vorbei war. Denn während es in diesem Teil so viele Szenen gab, die man hätte kürzen können und sollen, war die große Lösung am Ende innerhalb von vielleicht zwei Kapiteln abgehandelt und dann war das Buch vorbei. Das hat sich definitiv nicht befriedigend angefühlt, nachdem man so viel Zeit darauf verwendet hat, sich mit den Roten Korsaren zu beschäftigen und sich gegen Edel zu stellen. Da hätte man in meinen Augen die Prioritäten beim Erzählen der Geschichte definitiv anders legen müssen. Wirklich schade, dass diese interessante Reihe nicht so gut geendet hat, wie sie angefangen hat. Insgesamt mochte ich die Reihe und die Charaktere sehr, aber Band 3 konnte leider nicht mit den vorherigen beiden Teilen mithalten. Ich vergebe noch 3/5 Sterne.

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