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Veröffentlicht am 18.12.2018

Ein Thema was jeden angeht

Wir und Es
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Aufmachung/Schreibstil/Allgemein:
Das Cover ist schlicht und einfach gestaltet. Die Hand in bunten Farben symbolisiert für mich die Individualität und dennoch Vielseitigkeit eines Menschen. Der Schreibstil ...

Aufmachung/Schreibstil/Allgemein:
Das Cover ist schlicht und einfach gestaltet. Die Hand in bunten Farben symbolisiert für mich die Individualität und dennoch Vielseitigkeit eines Menschen. Der Schreibstil ist wirklich einmalig und ungewöhnlich. Einzelne Kapitel, die allein für sich stehen könnten und kurzweilige mitunter symbolische Worte führen letztendlich zusammen. Larissa Schwarz hat einige stilistische Mittel der deutschen Sprache gekonnt eingesetzt. Genau passend für das eigentliche Thema schafft die Autorin eine bedrückende, klare, nicht um den heißen Brei redende Sprache. Denn es ist und bleibt ein klares Statement dahinter, welches man nicht mit schönen schmeichelnden Worten entgegen kommen darf.

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Fazit:
Die ist mein erstes Buch von Larissa Schwarz. Ich brauchte ein bis zwei Kapitel um mich in dem Schreibstil zurecht zu finden. Denn dieser ist wirklich etwas eigensinnig und ungewöhnlich. Dennoch finde ich gerade diese Art super passend für das Thema. Jedes Kapitel führt den Leser Schlag auf Schlag und unverblümt durch das Buch. Die Kapitel sind aus der Sicht der jeweiligen handelnden und denkenden Protagonisten geschrieben. Was anfänglich als nebeneinander lebende Personen gesehen werden kann, fügt sich nach und nach wie ein geflochtenes Seil zusammen. Dabei erfährt der Leser viel über die Abgründe, Liebe, Gedanken, Vergangenheit und Zukunft der einzelnen Protagonisten. Es ist erstaunlich, wie viele Jahre in diesem kurzweiligem Buch vergehen und dennoch ist einfach alles gesagt. Mir fiel es sehr leicht mich in die Welt der einzelnen Protagonisten einzufühlen, da sie nicht anders denken und fühlen wie ein jeder Mensch. Es ist so brandaktuell und alltäglich, welches wirklich jeden Leser nachdenklich zurücklassen kann. Die Protagonisten sind quasi Du und Ich und umso nachdenklicher macht es den Leser. Mobbing, Transsexualität, Suizid, Gewalt, Liebe, Hoffnungslosigkeit und Glück sind unsere Themen, die uns heute oft begegnen. Nie war ein Thema so aktuell und so gut erzählt. Es sollte viel mehr Aufklärung und Verbreitung stattfinden, so dass Kinder wie Robin eine reelle Chance haben in der Gesellschaft integriert und akzeptiert zu werden. Dieses Thema geht uns allen an!

Ich bedanke mich an dieser Stelle das Buch als Rezensionsexemplar erhalten zu haben.
unbezahlte Werbung

Veröffentlicht am 24.07.2018

Ich sehe was, was Du nicht sehen willst!

Was ihr nicht seht
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Infos:
Verlag: Goldmann Verlag (16. April 2018)
Originaltitel: My Sister's Bones
Seitenanzahl: 416
ISBN: 9783442205486
Preis: 12,00 €
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Inhalt:
Kate ...

Infos:
Verlag: Goldmann Verlag (16. April 2018)
Originaltitel: My Sister's Bones
Seitenanzahl: 416
ISBN: 9783442205486
Preis: 12,00 €
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Inhalt:
Kate ist eine mutige Frau, die als Kriegsreporterin kein Risiko scheut. Ihre Vergangenheit an der südenglischen Küste hat sie lange hinter sich gelassen. Erst als ihre Mutter stirbt, kehrt sie zurück nach Herne Bay, wo ihre Schwester Sally noch immer lebt. Aber Kate spürt vom ersten Tag an, dass die Heimkehr unter keinem guten Stern steht. Sie hat furchtbare Albträume und hört Stimmen, die ihr keine Ruhe lassen. Und so glaubt ihr auch niemand, als sie meint, die Schreie eines Jungen aus dem Nachbargarten zu hören. Doch Kate will der Sache auf den Grund gehen – nicht ahnend, dass sie und ihre Schwester dadurch in tödliche Gefahr geraten …

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Meinung:
1. Aufmachung/Schreibstil/Allgemein:
Das Cover ist schlicht und einfach gehalten. Dennoch ist es durch die Ausstanzung der einzelnen Buchstaben interessant und ansprechend gestaltet. Das Buch ist in drei Teilabschnitte gegliedert und enthält einzelne Kapitel. Der Schreibstil ist einfach, klar und verständlich geschrieben. Auffallend ist die Präsensform. Es wird aus der Ich-Perspektive geschrieben, so dass der Leser eine intensivere Beziehung zu Kate aufbauen kann.

2. Inhaltliche Auseinandersetzung:
„Was ihr nicht seht“ ist ein Psychothriller von der Autorin Nuala Ellwood. Kate kommt nach Hause zurück und zieht vorübergehend in das nach dem Tod ihrer Mutter leerstehende Elternhaus. Immer wieder kommen ihre Albträume und Stimmen zurück, die Kate mit Hilfe von zahlreichen Schlaftabletten zu unterrücken versucht. Der einzige Mensch, der noch Kate positiv stärkt und unterstützt ist ihr Schwager Paul.
Es wird in vielen Rückblenden erzählt und zeitgleich wieder ins Hier und Jetzt geführt. Somit bildet der gesamte Zustand und Geschichte ein rundes Bild, welches dem Leser nach und nach klarer wird. Durch den Perspektivwechsel im letzten drittel des Buches, welches nun aus der Sicht von Sally der Schwester erzählt wird, können viele Rückschlüsse vereint werden. Wunderbar gelingt es der Autorin die Gedanken und Erfahrungen von Kate mit derer von Sally zu verknüpfen. Sie wechselt quasi den Blickwinkel und somit erfährt der Leser wie schnell Missverständnisse geschehen können. Klasse gelöst!

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Fazit:
Das Buch habe ich in wenigen Tagen gut durchlesen können. Komischerweise ist keines der Protagonisten sympathisch, dennoch stört mich diese Tatsache nicht. Denn das Buch hat viel mehr zu bieten, so dass ich durchaus auch auf sympatien verzichten kann. Denn es ist eine Mischung aus Psychothriller, Roman, Drama und beinhaltet ein wenig fachliche Hintergrundinformationen auf emotionale Weise. Denn der Leser erfährt eine Reihe an Symptomatiken, die eine traumatisierte Person mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung durchleben kann. Durch die Vergangenheit mit einem Thyranischen und Alkoholabhängigen Vater, einer "schwachen" Mutter, die selbst nicht in der Lage ist ihre Kinder zu schützen und einer Schwester die noch zu jung ist um vieles zu verstehen und somit eine Rivalität und Hass gegen die Schwester aufbaut ist die Grundlage einer psychischen Erkrankung gelegt. Die später einsetzenden Erfahrungen als Reporterin im Kriegsgebiet ist das Trauma vollständig manifestiert. Der Leser wird dahingehend manipuliert, dass er selbst nicht mehr unterscheiden kann zwischen Realität und Wahnvorstellungen. Denn Kates Welt besteht aus wahnhaften Vorstellungen, Irrglauben und lässt den Leser an ihrer Zurechnungsfähigkeit zweifeln. Es gibt einen Stern abzug, durch den etwas schleppenden Anfang, einigen langgezogenen Passagen und der relativ einfachen Vorhersage, was passieren wird. Das Ende ist wirklich gut gelungen und lässt den Leser nochmal an Spannung genießen.

Das Buch erhält von mir 4/5 Vikis.

unbezahlte Werbung eines Rezensionsexemplars, welches mir zur Verfügung gestellt wurde

Veröffentlicht am 01.02.2026

Idee Top, Umsetzung nicht meines

Die Farm der Mädchen
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Ich habe dieses Buch wirklich wollen mögen. Die Grundidee der Farm trifft einen Nerv. Dieser Ort, an dem man Dinge tun kann, die sonst nirgendwo auf der Welt ungestraft bleiben würden, solange die richtigen ...

Ich habe dieses Buch wirklich wollen mögen. Die Grundidee der Farm trifft einen Nerv. Dieser Ort, an dem man Dinge tun kann, die sonst nirgendwo auf der Welt ungestraft bleiben würden, solange die richtigen Menschen wegschauen oder mitmachen… das hat etwas sehr spannendes.
Wer Band 1 kennt, hat einen deutlichen Vorteil. Wer Band 1 aber nicht gelesen hat, kommt trotzdem halbwegs mit, weil es immer wieder ausreichend Rückblenden und Erklärungen gibt.
Der Schreibstil hat mich dieses Mal richtig ermüdet. Ich kenne Rosenfeldt anders. Hier war alles irgendwie… zäh. Die Worte wollten nicht fließen. Ich kann gar nicht genau festmachen, woran es lag – an der Satzstruktur, am Rhythmus, an der Wortwahl? Ich weiß es nicht. Erst als ich auf das Hörbuch umgestiegen bin, lief es deutlich flüssiger und angenehmer.
Und dann die Figuren… Gott, so viele. Jede einzelne trägt ein riesiges, schwarzes Bündel Trauma mit sich herum – und das wird dann auch noch sehr ausführlich ausgebreitet. Das macht das Ganze leider ziemlich unübersichtlich. Besonders Hannah hat gefühlt alle nur denkbaren Traumata (Entführung, Verlust, Mord, Schuldgefühle …) selbst erlebt – Irgendwann konnte ich ihre Schmerzen nicht mehr lesen – sie waren zu groß, zu viele, zu laut. Statt Mitgefühl kam Leere.
Was mich am meisten irritiert hat: Es gibt immer wieder sehr alte Rückblenden, die für die aktuelle Handlung absolut keinen spürbaren Mehrwert hatten. Die haben mich regelmäßig rausgerissen und ich habe mich gefragt: „Wozu benötige ich die Informationen gerade?“ Wird aber auch nicht weiter aufgeklärt. So, als wenn Rosenfeldt etwas geschichtliches zu dem Ort beitragen möchte.
Spannungstechnisch war es für mich auch eher mau. Der Anfang hatte noch Biss, aber danach wurde es still. Zu still. Zu seicht. Zu viel Alltag, zu viel Reden, zu wenig Druck. Der typische Rosenfeldt/Hjorth-Thrill und Drive, den ich sonst so schätze, fehlt hier leider oft. Es bleibt alles etwas zu seicht, zu vorsichtig, zu langsam.
Fazit
Ich wollte dieses Buch lieben. Die Idee der Farm ist stark, das Grundgerüst ist clever und düster – es hätte so viel Potential gehabt. Aber es hat mich emotional nicht erreicht, nicht richtig. Für Fans der Reihe und wer mit vielen Figuren und Rückblenden gut klarkommt, ist es sicher lesenswert (daher auch keine schlechte Bewertung). Für mich persönlich war es aber insgesamt zu zäh, zu überladen und zu wenig packend – vor allem im Vergleich zu den vorherigen Büchern desselben Autors.
Hörbuch-Empfehlung klar vor Print, zumindest bei diesem Band.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Guter Durchschnittsthriller mit viel Potenzial, das nicht ganz ausgeschöpft wird.

Catch Your Death
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„Catch Your Death“ ist ein durchdacht konstruierter Roman, der stark an die klassischen Agatha-Christie-Geschichten erinnert – nur eben mit modernem Multi-Perspektiven-Twist.
Das Buch lebt von vielen Wendungen, ...

„Catch Your Death“ ist ein durchdacht konstruierter Roman, der stark an die klassischen Agatha-Christie-Geschichten erinnert – nur eben mit modernem Multi-Perspektiven-Twist.
Das Buch lebt von vielen Wendungen, gut versteckten Lügen und Geheimnissen, die sich langsam aus der Vergangenheit in die Gegenwart schieben. Jede Figur trägt etwas mit sich herum, das sie nicht preisgeben will, und genau das macht die Charaktere interessant. Protagonisten wirken echt, nicht nur als Staffage für die Handlung.
Gut gelungen finde ich die ständigen Wechsel zwischen verschiedenen Zeitebenen, Rückblenden, Polizeiprotokollen und den Gegenwartsperspektiven der Figuren - dies alles funktioniert wie ein Puzzle welches sich nach und nach zusammenfügen. Bis zum Schluss bleibt tatsächlich offen, wer wirklich hinter allem steckt – das Wechselspiel der Verdächtigen und das ständige Umschwenken der vermeintlichen Wahrheit haben mir gut gefallen.
Das Setting ist bildhaft und atmosphärisch beschrieben. Und trotzdem konnte mich das Buch nicht vollständig packen.
Leider zieht sich die Geschichte an mehreren Stellen. Gerade die ruhigen, fast kontemplativen Passagen zwischen den Enthüllungen wirken manchmal zäh und bremsten meinen Lesefluss. Was zu Beginn noch als gelungener, bedächtiger Einstieg funktioniert, wird im Mittelteil für meinen Geschmack zu vielen ermüdenden Pausen. Ich hätte mir deutlich mehr Tempo und vor allem eine durchgehendere Spannungskurve gewünscht.
Die Intrigen und Geheimnisse sind da, die Twists sind clever – aber die Spannung bleibt trotzdem oft seltsam gedämpft, fast seicht. Es fehlt dieses „Ich-muss-jetzt-weiterlesen“-Gefühl, das ein wirklich mitreißender Thriller normalerweise hat.
Fazit: Ein solides, intelligent gebautes Puzzle-Thriller mit starken Charakteren, vielen Überraschungen und einem sehr christie’schen Geist – aber eben auch mit zu vielen ruhigen Phasen, die die Dynamik immer wieder ausbremsen. Für Leser, die eher auf Atmosphäre, psychologische Tiefe und das langsame Zusammensetzen der Wahrheit stehen, ist es sicher ein sehr gutes Buch. Wer jedoch durchgehende Hochspannung sucht, wird hier etwas enttäuscht sein.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Ganz Nett für Zwischendurch

Mordscoach. Die Therapie geht weiter
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Wenn Du Lust auf leichten, sehr schnell weglesbaren Buch mit etwas schwarzem Humor hat, dann ist „Mordscoach“ genau das richtige für Dich.
Eine engagierte Psychotherapeutin, die ihre Patienten wirklich ...

Wenn Du Lust auf leichten, sehr schnell weglesbaren Buch mit etwas schwarzem Humor hat, dann ist „Mordscoach“ genau das richtige für Dich.
Eine engagierte Psychotherapeutin, die ihre Patienten wirklich liebt – so sehr, dass sie ab und zu deren größte Problemquellen einfach mal dauerhaft aus dem Weg räumt. Das Konzept einer „fürsorglichen Serienmörderin“ funktioniert hier richtig gut und sorgt für viele herrlich schwarzhumorige Momente.
Sophie schlittert von einer absolut prekären Situation in die nächste – meistens völlig unvorhergesehen und oft mit einem „Oh nein, echt jetzt?!“-Gefühl. Man fragt sich wirklich immer wieder: Wie zur Hölle kommt sie da jetzt bitte wieder raus? Und erstaunlicherweise findet sie jedes Mal einen Weg – manchmal mehr, manchmal weniger elegant.
Das Buch liest sich extrem schnell weg, lässt sich problemlos ohne Band 1 lesen (dieser wird mit der Geschichte verflochten, so dass du den Inhalt dann kennst).
Was mich leider doch etwas gestört hat:
Der Fokus liegt hier deutlich stärker auf „Psychotherapie / Psychische Erkrankungen / Auswirkungen erklären“ als auf der eigentlichen Krimi-/Mord-Handlung. Es gibt sehr, sehr viele Passagen, in denen Symptome, Diagnosen, Therapieansätze und Behandlungsprinzipien ausführlich beschrieben werden. Das liest sich streckenweise wirklich wie ein leicht verkleidetes Psychologie-Lexikon oder ein bisschen wie ein Fortbildungs-Skript. Für jemanden, der einfach nur unterhalten werden will, zieht das den Lesespaß ggf. runter.
Dazu kommt: Gerade wenn ein Buch sich so stark in die fachliche Ecke lehnt, erwarte ich leider auch, dass alles sauber recherchiert und aktuell ist. Leider sind ein paar Dinge drin, die entweder veraltet sind oder sich mittlerweile tatsächlich geändert haben – und das bei einem Buch aus 2025 dann einfach ein NoGo.
Die Figuren bleiben leider ziemlich blass und oberflächlich. Selbst Sophie hat zwar witzige innere Monologe, bleibt aber eher auf Sparflamme.
Kurz gesagt:
Guter Spaß für zwischendurch – sehr unterhaltsam, schwarzhumorig, irre schnell gelesen und perfekt für „mal eben zwischendurch was Lustiges“.
Aber auch ziemlich oberflächlich, stellenweise zu lehrbuchhaft und mit ein paar ärgerlichen Ungenauigkeiten.

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